Eine Erkältung stellt eine durch viralen Befall generierte Infektion der Atemwege sowie des Nasen- und Rachenraums dar. Die Verbreitung der Krankheitserreger erfolgt durch Tröpfcheninfektion, bei der schon geringe, durch Niesen oder Husten in die Atemluft abgegebene Flüssigkeitsmengen für eine Ansteckung ausreichen. Im Kindesalter entsprechen bis zu acht Erkältungsepisoden im Verlauf eines Jahres der Norm. Mit zunehmendem Alter sinkt die Auftretenswahrscheinlichkeit von Erkältungen stetig, sodass ab dem Beginn des zwölften Lebensjahres im Durchschnitt lediglich noch zwei bis vier Infektionen während eines Jahres auftreten. Symptomatisch äußert sich eine Erkältung durch Husten, Heiserkeit, einer vermehrten Produktion von Nasensekret, entzündlichen Schwellungen der Mandeln, Fieberschüben, Erschöpfungszuständen sowie Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen. Eine besonders schwere Form der Erkältung stellt die Grippe dar, bei der es zur Ansteckung des Organismus mit Influenzaviren kommt.
Die Symptome ähneln der einer Erkältung, variieren jedoch bezüglich der Intensität und der generellen Krankheitsdauer. Ebenso ist die Mortalität bei der Influenza signifikant höher als bei anderen Erkältungskrankheiten. Global betrachtet sterben jährlich bis zu einer halben Millionen Menschen infolge einer Infektion mit dem Virus. In Deutschland starben während des Winters von 2008 auf 2009 rund 19.000 Menschen durch den Influenzavirus.2,3 Die Beschreibung der oben aufgeführten Ereignisse zeigt, dass Erkältungen sowohl eine häufige, als auch ernstzunehmende Bedrohung der menschlichen Gesundheit weltweit darstellen.
Eine mögliche präventive als auch therapeutische Interventionsmöglichkeit stellen hier unter anderem aus dem Sonnenhut (Echinacea) gewonnene Präparate dar.4 Aus diesem Grund soll im folgenden Verlauf die wissenschaftliche Literatur nach Studien durchsucht werden, die die Wirksamkeit von Echinacea Präparaten im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten untersuchen, sodass eine wissenschaftlich fundierte Aussage über die Einsatzmöglichkeiten von aus dem Sonnenhut gewonnenen Phytotherapeutika getroffen werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
3. Ergebnisse
4. Diskussion
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht wissenschaftlich fundiert die Wirksamkeit von Echinacea-Präparaten bei der Prävention und Behandlung von Erkältungskrankheiten, um den therapeutischen Nutzen der Phytotherapeutika kritisch zu bewerten.
- Wirksamkeit von Echinacea-Präparaten
- Therapeutische Intervention bei Erkältungskrankheiten
- Präventive Wirkung bei Rhinovirusinfektionen
- Analyse randomisierter, placebokontrollierter Studien
- Vergleich von Dosierung und Darreichungsform
Auszug aus dem Buch
3. Ergebnisse
In einer 2002 von Barrett BP et al. durchgeführten randomisierten, doppelt verblindeten, placebokontrollierten Studie sollte in Erfahrung gebracht werden ob es möglich ist durch den Einsatz von Echinacea die Dauer sowie den Schweregrad von Erkältungskrankheiten zu reduzieren. Die an der Studie teilnehmenden Probanden mussten mindestens 18 Jahre alt sein und an einer vor weniger als 36 Stunden ausgebrochenen Erkältung leiden. Antibiose sowie die Medikation in Form von Histamin-Rezeptorblockern oder die Einnahme von Mitteln mit einer schleimhautabschwellenden Wirkung mussten ausgeschlossen werden. In der in den Vereinigten Staaten von Amerika durchgeführten Studie wurden zwei Gruppen parallel betreut. Die erste Gruppe bekam bis zur Genesung ein Ecchinaceapräparat verabreicht wohingegen die zweite Gruppe mit einem Placebo therapiert wurde. Um einer Unterscheidung der beiden Präparate entgegenzuwirken wurden diese mit einer Thymian/Pfefferminzessenz imprägniert.
Am ersten Untersuchungstag bekamen die Probanden beider Gruppen jeweils sechs Gramm Präparat verabreicht. An den darauffolgenden Tagen wurden den an der Studie teilnehmenden Personen täglich drei Gramm Präparat verabreicht. Das Outcome der Studie beschäftigte sich mit der durch die Probanden empfundenen Intensität der Erkältungssymptomatik sowie der Dauer der Erkrankung. Der momentane Befindlichkeitszustand wurde mit Hilfe eines Fragebogensystems ermittelt, bei dem die Teilnehmer der Studie täglich die Schmerzintensität auf einer Skala von eins bis neun bewerten. Des Weiteren geben die Probanden in diesem Fragebogen an ob sie sich noch krank fühlen. Sobald ein Proband diese Frage mit nein beantworten kann, wird die Dauer des Erkältungszustand festgehalten um im späteren Verlauf mit den Daten der anderen Probanden verglichen zu werden. Insgesamt nahmen an der Studie 142 Probanden teil, von denen 34% dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen waren. Die Probanden waren im Durchschnitt 21 Jahre alt. In der Echinaceagruppe, die aus 69 Personen bestand, betrug die durchschnittliche Dauer der Erkältung 6,27 Tage. In der aus 73 Personen bestehenden Placebogruppe dauerte der Verlauf der Erkältung durchschnittlich 5,75 Tage. Bezüglich empfundener Nebenwirkungen war der Unterschied der beiden Gruppen als statistisch nicht signifikant einzustufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert Erkältungskrankheiten, erläutert deren Verbreitung sowie Symptomatik und führt in die Fragestellung zur Wirksamkeit von Echinacea-Phytotherapeutika ein.
2. Methodik: Es wird der Prozess der Literaturrecherche in Datenbanken wie Pubmed unter Verwendung spezifischer Suchkriterien beschrieben, um klinische Studien zur Wirksamkeit von Echinacea zu identifizieren.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Analyse ausgewählter randomisierter, placebokontrollierter Studien und Metaanalysen, welche die therapeutischen und präventiven Effekte von Echinacea untersuchen.
4. Diskussion: Hier werden die methodischen Einschränkungen der untersuchten Studien sowie die Diskrepanzen in den Ergebnissen bezüglich Dosierung und Darreichungsform kritisch erörtert.
5. Schlussfolgerung: Das Kapitel fasst zusammen, dass keine präzise Aussage zur Wirksamkeit von Echinacea bei Erkältungen getroffen werden kann und fordert eine besser genormte Studienlage für zukünftige Forschungen.
Schlüsselwörter
Echinacea, Erkältungskrankheiten, Phytotherapeutika, Sonnenhut, Infektion, Prävention, Behandlung, Metaanalyse, Placebokontrolliert, Rhinovirus, Wirksamkeit, Atemwege, Patientensicherheit, Studienanalyse, Atemwegsinfektion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Wirksamkeit von Echinacea-Präparaten als therapeutisches und präventives Mittel im Kontext von Erkältungskrankheiten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Symptomatik von Erkältungen, die medizinische Anwendung von Sonnenhut-Extrakten sowie die kritische Auswertung klinischer Studien zu diesem Thema.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, auf Basis vorhandener wissenschaftlicher Literatur festzustellen, ob eine fundierte Aussage über den Einsatz von Echinacea-Phytotherapeutika zur Behandlung oder Prävention von Erkältungen getroffen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einem systematischen Review, bei dem Fachdatenbanken (z.B. Pubmed, Medline) nach relevanten klinischen Studien und Metaanalysen durchsucht wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische randomisierte, placebokontrollierte Studien und Metaanalysen, die den Einfluss von Echinacea auf Symptomintensität und Krankheitsdauer bewerten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Echinacea, Erkältungskrankheiten, Phytotherapeutika, präventive Wirkung und Metaanalyse.
Welche Bedeutung haben die Ergebnisse der Barrett BP et al. Studie für diese Arbeit?
Diese Studie dient als konkretes Beispiel für eine doppelt verblindete Untersuchung, die aufzeigt, dass Echinacea in bestimmten Settings keinen signifikanten Vorteil gegenüber Placebos hinsichtlich der Krankheitsdauer bot.
Warum wird im Fazit von weiteren Metaanalysen abgeraten?
Der Autor argumentiert, dass die aktuelle Studienlage zu heterogen in Bezug auf Studiendesign und Dosierung ist, weshalb neue Metaanalysen erst nach Schaffung einer einheitlicheren Datenbasis sinnvoll wären.
- Quote paper
- Bachelor of Science Max Ande (Author), 2015, Echinaceapräparate im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311292