Der Einfluss von Instagram auf jugendliche Mädchen und Jungen

Eine vergleichende Interviewstudie


Projektarbeit, 2015

32 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

1. Einleitung

2. Soziale Netzwerke und Jugendliche als ihre Benutzer

2.1 Instagram und seine Funktionsweise

3. Forschungsmethode – das Leitfadeninterview

4.1 Interviewpartner

4.2 Der Leitfaden und die Interviewfragen

4.2.1 Fragen an die Jugendlichen

4.2.2 Der Leitfaden

4.3 Auswertung bezogen auf Smartphones, Instagram, Vernetzung, Blogs/Blogger und Selbstwahrnehmung

4.3.1 Auswertung der weiblichen Teilnehmerinnen

4.3.2 Auswertung der männlichen Teilnehmer

5. Fazit

7. Literaturverzeichnis


1. Einleitung

 

Im Rahmen des Forschungsprojektes zum Thema „Bildung und Geschlecht“ gilt es eine Forschungsidee für ein Praxisprojekt aus dem Bereich Bildung in Verbindung mit Geschlechterrollen zu entwickeln. In diesem Zusammenhang soll die zunehmende Bedeutung von Smartphones und sozialen Netzwerken für junge Menschen mit Hilfe von Leitfadeninterviews untersucht werden. Die kostenlose Foto- und Video-Sharing-App Instagram soll dabei genau in Augenschein genommen werden, genauso wie ihre Wirkung auf junge Benutzer. Dabei soll zwischen weiblichen und männlichen Benutzern unterschieden werden, um feststellen zu können, ob und inwiefern sich heranwachsende Mädchen und Jungen durch Instagram und die dort gezeigten Inhalte beeinflussen lassen.

 

Weshalb die Methode des Leitfadeninterviews sich in diesem Forschungsprojekt besonders eignet, wird ebenfalls beleuchtet.

 

Als angehende Lehrerin sind die Rahmenbedingungen und das persönliche Interesse für ein Forschungsfeld zu der Thematik insofern gegeben, dass das mobile Internet und soziale Netzwerke in Zukunft immer ein Bestandteil des Schulalltages sein werden, da diese die Schülerinnen und Schüler mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ebenfalls immer begleiten werden. Außerdem sind soziale Netzwerke nicht nur für junge Menschen in der Pubertät interessant. Junge Erwachsene, Studierende und auch ich sind gleichermaßen Teil der neuen Bedeutung von sozialen Netzwerken. Als aktive Nutzerin von sozialen Netzwerken und unter anderem Instagram, kann ich mich sehr gut in die Thematik einarbeiten, da das Grundverständnis und Interesse vorhanden sind und die Motivation, Ergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage zu erzielen, sehr groß ist.

 

2. Soziale Netzwerke und Jugendliche als ihre Benutzer

 

Bevor man feststellen kann, ob und inwiefern Instagram einen Einfluss auf Heranwachsende hat, ist es zunächst wichtig, theoretische Grundlagen zu dem Thema zu erläutern. Was sind eigentlich soziale Netzwerke und warum sind sie so beliebt? Wie funktioniert Instagram? Und die Frage, wie soziale Netzwerke und insbesondere Instagram beziehungsweise die von den Benutzern geposteten Inhalte, es überhaupt schaffen, einen Einfluss auf Menschen auszuüben, muss ebenso geklärt werden. Die Shell Jugendstudie von 2010 fand heraus, dass digitale Netzwerke eine hohe Bindungskraft entwickeln. 50% der befragten Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren gab an, mehrmals täglich Zeit bei Facebook zu verbringen.[1]

 

Auch das Smartphone spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Laut der Jugendmedienstudie JIM hatte im Jahr 2013 die Hälfte aller Zwölf- bis Dreizehnjährigen ein Smartphone, bei Jugendlichen bis 19 Jahren besaßen über 70 Prozent ein Smartphone.[2]

 

Junge Menschen, die den Blick wie gebannt auf ihr Smartphone richten und die Welt um sich herum vergessen, sind also schon fast die Regel. Die heutige Jugend, auch Digital Natives 2.0 genannt, ist die bisher erste Generation, die mit mobilem Internet und sozialen Netzwerken aufwächst.[3] Die Technik ist zum ständigen Begleiter der Pubertät geworden, Smartphones sind nicht mehr wegzudenken und gehören zur Basisausstattung dazu. Die Jugendlichen unterscheiden kaum noch zwischen Offline- und Online-Welt, da soziale Netzwerke für sie zum Lebensalltag dazu gehören – sie haben zwei Identitäten, zwei Persönlichkeiten.

 

Die Nutzung eines Smartphones bedeutet meist auch, dass der Besitzer in diversen sozialen Netzwerken angemeldet ist, die er über sein Smartphone bedienen kann. Jugendliche machen sich dabei nicht von einzelnen Diensten abhängig, sondern nutzen flexibel viele verschiedene Formen sozialer Netzwerke. Facebook ist zwar mitunter das bekannteste soziale Netzwerk, allerdings kombinieren die User Facebook mit weiteren Netzwerken in Form von Applikationen wie Tumblr, Instagram oder Snapchat, was auch etwas damit zu tun hat, dass man seine jeweiligen Profile miteinander verknüpfen kann.[4] Wenn ein User ein Bild über Instagram teilt, kann er dieses gleichzeitig über sein Facebookprofil veröffentlichen. Somit werden beide Profile aktualisiert und mehrere Menschen erreicht.

2.1 Instagram und seine Funktionsweise

 

300 Millionen Nutzer weltweit. Mehr als 60 Millionen Bilder, die pro Tag hochgeladen werden.[5] Die Rede ist von Instagram, einer 2010 erschienenen kostenlosen Foto- und Video-Sharing App für das Smartphone, die immer weiter wächst. Im September 2012 wurde der Bilder- und Videodienst von Facebook übernommen.[6] Die Handhabung ist leicht: Foto schießen, mit in der Software beinhalteten Filtern bearbeiten, beschriften und hochladen. Und schon können weltweit Millionen von Nutzer auf das Foto zugreifen, es mit „Gefällt mir“ markieren beziehungsweise „liken“ und kommentieren, dem User followen und sogar Kontakt zu ihm aufnehmen. Die Bilder und Videos können nicht nur innerhalb der Instagram-Community geteilt werden: Andere Soziale Netzwerke wie Facebook oder Tumblr können mit Instagram verknüpft werden. Somit werden die Inhalte mit einem Klick auf mehreren Plattformen geteilt.

 

Damit keine Unklarheiten bezüglichen Begriffen und Funktionen, die relevant für den Forschungsgegenstand sind, entstehen, werden diese nachfolgend kurz anhand von Screenshots (siehe Anhang) eines Instagram Benutzerprofils erläutert.

 

 Der Nutzername: Der Nutzername kann von dem Benutzer bei der Anmeldung festgelegt und jederzeit geändert werden (lieblingssandra). Ein weiterer Name (Sandra) kann hinzugefügt werden, genau wie eine nähere Beschreibung der Person (23 Jahre alt, aus Köln) und eine Website.

 

 Profile können privat oder öffentlich sein, was vom Benutzer selbst entschieden und eingestellt werden kann. Öffentliche Profile können von jedem eingesehen und von jedem abonniert werden. Bei einem privaten Profil hingehen kann der Benutzer entscheiden, wer ihn abonnieren darf. User, die dem Benutzer nicht folgen, können keine von ihm geteilten Fotos sehen.

 

 Instagram schlägt automatisch drei andere Benutzerprofile vor, die ähnliche Bilder und ähnliche Hashtags benutzen wie der Benutzer, auf dessen Profil man sich befindet.

 

 Beiträge sind die Fotos und Videos, die von dem Benutzer geteilt wurden. Umgangssprachlich sagen die Benutzer nicht teilen; sie „posten“ einen Inhalt.

 

 Abonnenten beziehungsweise Follower sind diejenigen Benutzer, die dem User folgen (ca. 940 Abonnenten). Andere Benutzer können ebenfalls abonniert werden (245), deren geteilte Inhalte erscheinen dann auf der Startseite.

 

 Hashtags: Beschriften können die User ihre Bilder mit sogenannten Hashtags. Im Duden wird ein Hashtag als ein Schlüssel- oder Schlagwort definiert, welches mit einem vorangestellten Rautezeichen markiert ist.[7] Hashtags steigern die Wahrscheinlichkeit, dass das Bild gesehen und gelikt wird. Denn wenn ein Hashtag angeklickt wird, erscheinen alle bis dato hochgeladenen Bilder, unter denen der Hashtag benutzt wurde, was nachfolgend an dem Beispiel #fitness erläutert wird.

 

 

Die Userin postete vor 17 Wochen ein Foto beim Training im Fitnessstudio, welches sie via der Ortungsdienste des iPhones bei Instagram verlinken kann. Somit wissen ihre Follower, wo lieblingssandra sich gerade befindet (Just Fit 16). Klickt man diese Ortung an, sind alle Bilder zu sehen, die im Fitnessstudio Just Fit 16 markiert wurden. Die Userin gebraucht Hashtags wie #gym, #fitness, #healthy und #photooftheday, welche den Inhalt des geposteten Fotos beschreiben. Ist also ein anderer User gerade bei Instagram unterwegs und interessiert sich für Fotos, die mit dem Schlagwort #fitness beschriftet wurden, klickt er den Hashtag an und sieht daraufhin alle #fitness Fotos.

 

 

Je mehr Hashtags man gebraucht, desto wahrscheinlicher ist es eine Vielzahl an Benutzer zu erreichen und mehr Likes für sein jeweiliges Bild zu erzielen und seine Like-Rate zu erhöhen.

 

An den Hashtags kann weiterhin gemessen werden, welche Motive am liebsten gezeigt werden. Haare (#hair) mit 115 Millionen Bildern, Nägel (#nails) und Tattoos (#tattoo) mit jeweils knapp 47 Millionen Bildern führen die Liste der Beauty-Motive an.

 

3. Forschungsmethode – das Leitfadeninterview

 

Um die Auswirkung von Instagram auf Jugendliche zu untersuchen, entschied ich mich für die Forschungsmethode des Leitfadeninterviews. Anhand eines vorher erstellten Leitfadens befragte ich fünf Mädchen und fünf Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren über soziale Netzwerke im Allgemeinen und Instagram.

 

Psychologische Forschungsmethoden ermöglichen eine möglichst objektive Erkenntnis über menschliches Erleben und Verhalten. Dabei wird zwischen qualitativen und quantitativen Methoden unterschieden. Zu den Qualitativen Methoden gehören Beobachtungen, Befragungen, Gruppendiskussionen und Textanalysen, welche das Verstehen der Sichtweisen der Betroffenen in den Vordergrund stellen. Quantitative Methoden dagegen untersuchen große Personengruppen anhand von Stichproben, um anschließend eine Aussage über die gesamte Personengruppe treffen zu können.

 

Die qualitative Befragung ist das „planmäßige Vorgehen mit wissenschaftlicher Zielsetzung, bei dem die Versuchsperson durch eine Reihe gezielter Fragen oder mitgeteilter Stimuli zu verbalen Informationen veranlasst werden soll“.[8] Sie arbeitet mit offenen Fragen und lässt den Befragten viel Spielraum beim Antworten der Fragen und gibt keine Skalierung vor. Der Befragte kann selbst Themen in das Interview einbringen und selbst entscheiden, wie sehr ein Thema vertieft und besprochen werden soll. Qualitative Interviews ermöglichen Meinungen, Werte, Einstellungen, Erlebnisse und Wissen zu erfassen.[9] Eine höhere Symmetrie zwischen Interviewer und Befragtem sowie ein neutraler bis weicher Interviewstil stellt die größere Nähe zu alltäglichen Befragungen her, damit ein gewisses Maß an Natürlichkeit bewahrt werden kann, da ein Interview nichtsdestotrotz eine Situation ist, die bewusst und gezielt von den Beteiligten hergestellt wird. Der Interviewer sollte Vertrauen schaffen, einfühlsam sein und eine entspannte Gesprächsatmosphäre schaffen, um dem Kommunikationsstil des weichen Interviews gerecht zu werden.[10]

 

Das Leitfadeninterview ist eine Befragungstechnik der qualitativen empirischen Sozialforschung. Bei einem Leitfadeninterview werden vom Interviewer vorher festgelegte (direkte) Fragen gestellt, die sehr offen beantwortet werden können, da keine Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden. Der Befragte kann frei berichten, kommentieren und erzählen. Die Vorgehensweise ist damit weniger strikt, der Interviewer sollte dem Befragten so viel Zeit wie nötig geben und ihn niemals drängen oder ihn unterbrechen, um zur nächsten Frage übergehen zu können: Der Erzählfluss sollte nicht unterbrochen werden. Das Leitfadeninterview ist eine halb-standardisierte Befragung, da eine Teilstruktur im Interview gegeben ist und vorab ein Fragenkatalog bzw. Gesprächsleitfaden erstellt wurde.[11] Dieser Leitfaden kann im Laufe des Interviews allerdings überarbeitet werden, da spontane Ideen während des Interviews entstehen und so eventuell Erkenntnisse erzielt werden können, die bei der Erstellung des Leitfadens nicht in Betracht gezogen worden sind.

 

Die wesentliche Voraussetzung für das Interview ist die Freiwilligkeit, daher findet die Beantwortung aller Fragen ebenfalls auf freiwilliger Basis statt. Wenn der Befragte eine Frage nicht beantworten möchte, da er sie zu persönlich findet, stellt das kein Problem dar.

 

Zu Beginn der Befragung sollte vom Interviewer erläutert werden, welchem Zweck das Interview dient und dass die Daten vertraulich behandelt werden, da im Gegensatz zum Interviewer, der Befragte nicht sozial folgenlos bleibt, falls die Daten an die Öffentlichkeit geraten sollten.

 

Der Ablauf von qualitativen Interviews findet in sieben Schritten statt.[12] Die inhaltliche Vorbereitung (1) ist die wesentliche Voraussetzung: Das Befragungsthema muss festgelegt werden, eine theoretische Überlegung zur Auswahl der Befragungspersonen und Interviewer findet statt. Anschließend wird eine geeignete Befragungstechnik ausgewählt und die Interviewfragen erstellt und ausformuliert.

 

Der zweite Schritt besteht in der organisatorischen Vorbereitung des Interviews. Der Kontakt zu den Interviewpartnern muss hergestellt werden, um einen Termin für die Befragung festzulegen. Wenn es soweit ist und der Gesprächsbeginn (3) bevorsteht, sollte der Interviewer beispielsweise durch Smalltalk eine entspannte Atmosphäre schaffen und das Akzeptanzproblem (Tonaufzeichnung) abklären. Auch muss den Befragte aufgeklärt werden, dass alles, was er sagt, vertraulich behandelt wird.

 

Während der Durchführung des Interviews und der Aufzeichnung (4) ist die Hauptaufgabe des Interviewers die Überwachung und Steuerung des Gesprächsablaufs. Er sollte weiterführende Fragen stellen, um sein Ziel zu erreichen und eine Balance zwischen Eingreifen und „Laufenlassen“ schaffen. Die Intention ist dabei, ein ermittelndes Interview zu führen, in dem der Interviewer Informationen vom Befragten haben möchte. Der Informationsfluss geht vom Befragte hin zum Interviewer.

 

Außerdem spielen Einzelentscheidungen im Leitfadeninterview eine entscheidende Rolle, die nur in der Interviewsituation selbst getroffen werden können, wofür der Interviewer einen sehr guten Überblick behalten muss. Eine angemessene Interviewdauer sollte ebenfalls beachtet werden.

 

Ist das Gespräch am Ende (5) angelangt, sollte dies offiziell gemacht werden: Das Aufzeichnungsgerät sollte abgeschaltet und das Ende des Interviews bemerkbar gemacht werden. Eventuell folgen wichtige, persönliche Äußerungen des Befragten, daher sollte der Interviewer weiterhin aufmerksam sein. Gesprächsnotizen (6) wie beispielsweise die Beschreibung des Befragten oder die Räumlichkeiten sollten nicht vergessen werden. Schließlich folgt die Transkription und Archivierung des Interviews (7).

 

Wie jede andere Forschungsmethode auch, weist das Leitfadeninterview gewisse Vor- und Nachteile auf. Dass nach einem Interview konkrete Aussaugen über einen Gegenstand oder zu einem Thema getroffen werden können, ist ein großer Vorteil des Leitfadeninterviews. Bei der Gestaltung des Interviews muss der Interviewer sich an keine vorgegebene, feste Struktur und Reihenfolge halten, Fragen können somit beliebig und flexibel der Interviewsituation angepasst werden. Außerdem bietet der Leitfaden dem Interviewer eine Orientierung und hilft ihm, nicht vom Thema abzukommen wie beispielweise bei nicht-standardisierten Interviews ohne Struktur.

 

Ein Nachteil ist, dass durch den Leitfaden eine ewige Frage-Antwort-Situation geschaffen wird, die wenig dazu beiträgt, die Natürlichkeit einer alltäglichen Befragung zu erreichen. Die Gefahr, dass der Interviewer an seinem Leitfaden kleben bleibt, besteht ebenfalls.[13] Die beiden Nachteile können aber abgeschwächt werden, indem der Interviewer einen hohen Bezug zur Forschungsfrage hat und sich vorab sehr gut auf das Gespräch vorbereitet hat, um möglichst frei und „normal“ mit dem Befragten sprechen zu können.

 

4. Interviews

 

Wie bereits ausführlich im vorangegangen Punkt erläutert wurde, wird die Form des Leitfadeninterviews genutzt, da sie am geeignetsten für die Forschungsfrage erscheint. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zu verschiedenen Sichtweisen der sozialen Netzwerke und Instagram befragt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Teilnehmern. Zum Interview ausgewählt wurden fünf weibliche und fünf männliche Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. In den Interviews galt es herauszufinden, ob und inwiefern Instagram das online und offline Leben der Heranwachsenden beeinflusst, wie sich die App auf Kaufverhalten, Sozialverhalten und Selbstwertgefühl auswirkt und warum oder warum nicht Instagram bei Jugendlichen beliebt ist.

 

4.1 Interviewpartner

 

Die Interviewpartner sind Schülerinnen und Schüler einer Fahrschule, in der ein freundschaftliches und nettes Miteinander herrscht. Dort wurden die Interviews geführt, da die Umgebung bekannt und für den Zweck eines Interviews geeignet war. Alle Interviews wurden auf einem Sofa geführt, Interviewer und die/der Befragte/r saßen nebeneinander mit etwa einem halben Meter Abstand, mit dem Oberkörper zueinander geneigt. Es gab etwas zu Trinken und als Dankeschön zwei Theoriestunden für den Führerschein geschenkt, was die TeilnehmerInnen vorab nicht wussten, um wirklich interessierte Jugendliche zu befragen und niemanden zu locken.

 

Die Interviews wurden verteilt auf zwei Nachmittage geführt. Am ersten Nachmittag wurden die weiblichen Teilnehmerinnen befragt, am Tag darauf die männlichen Teilnehmer.

 

1) Das erste Interview wurde mit Sandra geführt. Sandra ist 18 Jahre alt, besucht die 12. Klasse eines Gymnasiums und wird im Frühjahr 2016 das Abitur machen. Sandra ist seit drei Jahren bei Facebook angemeldet, seit einem Jahr nutzt sie Instagram. Ihr erstes Smartphone (iPhone) bekam sie mit 16 Jahren von ihren Eltern geschenkt. Sie hat außerdem einen iPad und einen MacBook Air.

2) Ihre Freundin Saskia ist 17 Jahre alt, besucht ebenfalls das Gymnasium und wird im Frühjahr 2017 das Abitur machen. Saskia nutzt ebenfalls seit ihrem 16. Lebensjahr ein iPhone und einen Laptop zuhause. Bei Facebook ist sie nicht angemeldet, Instagram nutzt sie seit ca. einem halben Jahr. Mit Saskia wurde das zweite Interview geführt.

3) Burcu stand für das dritte Interview zur Verfügung. Sie ist 17 Jahre alt, besucht die Realschule und schließt diese 2016 ab. Danach möchte sie ihr Fachabitur machen. Burcu nutzt seit drei Jahren ein Smartphone der Marke Samsung und ist sowohl bei Facebook als auch bei Instagram angemeldet. Zuhause nutzt sie ein Samsung Tablet.

4) Louisa ist 15 Jahre alt und besucht die 9. Klasse eines Gymnasiums. Louisa bekam im Frühjahr dieses Jahres ihr erstes Smartphone zum Geburtstag, seitdem ist sie bei Facebook und Instagram angemeldet.

5) Anne ist ebenfalls 15 Jahre alt und besucht die 9. Klasse einer Realschule. Seit ihrem 13. Lebensjahr hat sie ein Samsung Smartphone und nutzt darauf Facebook und Instagram.

6) Tim ist 18 Jahre alt, macht eine Ausbildung zum Industriemechaniker und besucht daher im schulischen Teil der Ausbildung ein Berufskolleg. Er hat seit drei Jahren ein iPhone und nutzt zur Zeit weder Facebook noch Instagram. Sein Facebook Account ist seit drei Monaten deaktiviert, seinen Instagramaccount hat er ebenfalls vor drei Monaten gelöscht.

7) Tom, Tims Zwillingsbruder, ist ebenfalls 18 Jahre alt und studiert im ersten Semester Betriebswirtschaftslehre an der Universität. Er hat seit drei Jahren ein iPhone und hat einen Instagramaccount. Zuhause haben Tim und Tom jeweils einen Computer im Zimmer.

8) Sonah ist 17 Jahre alt, besucht die 12. Klasse einer Gesamtschule und macht im Frühjahr sein Abitur. Er hat seit drei Jahren ein iPhone und benutzt sowohl Facebook als auch Instagram. Zuhause hat er ein iPad und einen MacBook Pro.

9) Burak ist 15 Jahre alt und besucht die 8. Klasse einer Realschule. Er nutzt seit zwei Jahren ein Samsung Smartphone, ist bei Facebook angemeldet und hat seinen Instagramaccount ein paar Wochen vorher gelöscht.

10) Das letzte Interview wurde mit Fillipo geführt. Er ist 16 Jahre alt und besucht die 9. Klasse einer Realschule. Er nutzt auf seinem iPhone und iPad sowohl Facebook als auch Instagram. Zuhause hat er einen Laptop.

 

4.2 Der Leitfaden und die Interviewfragen

 

Entwickelt wurde ein Leitfaden für die Durchführung der Interviews. Die Fragen wurden so ausgewählt, dass die Befragten möglichst über ihre eigenen Eindrücke, Erlebnisse und Gefühle bezogen auf den Forschungsgegenstand erzählen. Die Fragen wurden offen formuliert, so dass den TeilnehmerInnen die Möglichkeit gegeben wurde, frei und ausführlich zu antworten. Bei allen zehn Teilnehmern entstand ein Redefluss und interessante Aspekte, die vorher nicht bedacht wurden, kamen zum Vorschein. Ein entspanntes Umfeld und eine lockere Interviewatmosphäre war möglich, da die TeilnehmerInnen mich als Interviewerin bereits aus der Fahrschule kannten und wir freundschaftlich miteinander sprechen konnte. Ich achtete darauf, nicht die ältere Studentin zu sein, die gerade an einem Projekt für die Universität arbeitete, sondern schaffte eine freundschaftliche Unterhaltung über ein relevantes Thema in der heutigen Medienlandschaft.

 

Eine gute Vergleichbarkeit der Ergebnisse war durch die Wahl der Forschungsfragen gegeben, auch die individuelle Beantwortung der Fragestellungen wurde durch die offene Art der Fragen ermöglicht.

 

4.2.1 Fragen an die Jugendlichen

 

Insgesamt wurden zehn Jugendliche interviewt. Zu Gesprächsbeginn klärte ich jeden auf, worum es bei meinem Projekt geht, dass ich die Inhalte vertraulich behandeln würde und dass das Projekt ausschließlich von meiner Dozentin gelesen würde. Auch wies ich sie darauf hin, dass Fragen, die nicht beantwortet werden wollen, nicht beantwortet werden müssen. Ich fragte nach, ob es okay sei, wenn ich das Interview mit meinem MacBook aufzeichnete. Das Gespräch begann mit allgemeinen Fragen, um die Stimmung aufzulockern. Dann kamen wir zum eigentlichen Thema. Der/die InterviewpartnerIn wurde gefragt, aus welchem Grund er/sie soziale Netzwerke nutze und welche Rolle diese für ihn/sie spielte. Anschließend wurde detailliert auf einzelne Aspekte bezogen auf Instagram eingegangen. Am Schluss wurden die Jugendlichen aktiviert, indem sie sich einen Urlaub ohne Smartphone und Instagram vorstellen mussten.

 

4.2.2 Der Leitfaden

 

Nachfolgend werden alle Fragen aufgelistet, die während der Interviews gestellt wurden. Nicht jedem wurden alle Fragen gestellt, da jedes Interview individuell verlief. Mit einigen Jugendlichen wurden andere Aspekte länger besprochen als mit anderen. Kursiv gedruckte Fragen waren nicht im ursprünglichen Leitfaden vorgesehen, sondern entwickelten sich während der verschiedenen Interviewsituationen spontan. Den Jugendlichen wurden folgende Fragen bezogen auf den Forschungsgegenstand gestellt:

 

 Hast du ein Smartphone? Welche Geräte nutzt du sonst noch?

 

 Nutzt du den ganzen Tag das (mobile) Internet?

 

 In welchem Alter hast du dein erstes Smartphone bekommen und in welchem Kontext (Geschenk, selbst gespart)?

 

 Wieso wolltest du ein Smartphone haben?

 

 Hast du auf deinem Smartphone Instagram installiert? (Diese Frage wurde gestellt, um das Gespräch auf Instagram zu lenken. Vorab informierte ich mich natürlich, ob die potenziellen TeilnehmerInnen Instagram benutzen oder benutzt haben, andernfalls hätte ein Interview wenig Kontent gehabt.)

 

 Klickst du Instagram jedes Mal an, wenn du an deinem Smartphone bist?

 

 Wieviel Zeit verbringst du insgesamt am Tag auf Instagram schätzungsweise?

 

 Verbringst du mehr als zehn Minuten am Stück auf Instagram?

 

 Die Profile welcher Personen klickst du bewusst an? Sind das Prominente, Freunde?

 

 Bist du durch Instagram besser mit deinen Freunden vernetzt?

 

 Wenn du kein Instagram hättest, würdest du dann verpassen, was bei deinen Freunden gerade so abgeht?

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss von Instagram auf jugendliche Mädchen und Jungen
Untertitel
Eine vergleichende Interviewstudie
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Bildung und Geschlecht
Note
1,7
Jahr
2015
Seiten
32
Katalognummer
V311461
ISBN (eBook)
9783668102934
ISBN (Buch)
9783668102941
Dateigröße
1096 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss, instagram, mädchen, jungen, eine, interviewstudie
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Der Einfluss von Instagram auf jugendliche Mädchen und Jungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311461

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