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Algerienkrieg 1954-1962. Die letzte französische Kolonie in Nordafrika: Algerien zwischen Freiheit und Annexion

Title: Algerienkrieg 1954-1962. Die letzte französische Kolonie in Nordafrika: Algerien zwischen Freiheit und Annexion

Seminar Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: MA Youssef Fargane (Author)

Politics - Region: Africa
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Dieser Aufsatz behandelt einige nicht ganz uninteressante Aspekte der Kolonialgeschichte Frankreichs. Der Gegenstand dieser Thematik sorgt immer noch bis heute für Spannungen in den diplomatischen Beziehungen zwischen der Volksrepublik Algerien und Frankreich. Die Republik der Fraternité, Egalité et Liberté weigert sich immer noch, für das Kriegsverbrechen, Folter und Vergewaltigungen, in die die französische Armee direkt verwickelt war und systematisch beging, zu entschuldigen. Überlebende, Militärangehörige und Intellektuelle waren Augenzeugen einer blutigen Auseinandersetzung und berichteten über grausame Verbrechen an der algerischen Zivilbevölkerung. Die französische Presse beschäftigt sich erst seit 1999 ernsthaft mit der Wahrheit während des Algerienkriegs, weil man bis dato nur von den „Ereignissen in Algerien“, und nicht vom Algerienkrieg, sprechen durfte. Die Abschaffung eines Gesetzes, das die Bezeichnung der algerischen Revolution und ihrer brutalen Niederschlagung durch das französische Militär als „Krieg“ unter Strafe stellte, erlaubte eine halbherzige Aufarbeitung der Ereignisse um den Algerienkrieg.

Paradoxerweise hat die französische Assemblé National den Massenmord der Osmanen an den Armeniern anerkannt. Das EU-Gründungsmitglied unternimmt jedoch alles, um die weniger glorreichen Facetten eigener Geschichte -angesichts des historisch bewiesenen Kriegsverbrechens an den Algeriern- zu verschleiern. Sein nationales Archiv und das Archiv über Charles de Gaulles bleiben für die Geschichtsforschung gesperrt. Auch die Dokumentation der französischen Armee während des algerischen Aufstandes 1954 bis 1962 steht bis heute unter Geheimhaltungsgesetzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Situation in Algerien vor dem Ausbruch des Krieges

2.1 Eroberung Algeriens 1830

2.2 Politische Lage der Algerier

3. Ausbruch des Befreiungskriegs 1954

3.1 Nationalistische Prägung und Strategie der Freiheitsfront

3.2 Blutige Kämpfe für Freiheit und gegen Annexion

3.3 Deutsche Haltung und deutsche Waffenlieferung während des Kriegs

4. Der General an der Macht zur Erhaltung des französischen Algerien?

4.1 De Gaulle an der Spitze der V. Republik

4.2 Radikalisierungsschub seiner Haltung und die Unabhängigkeit Algeriens

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die politischen und historischen Rahmenbedingungen des algerischen Befreiungskrieges (1954–1962). Ziel ist es, die Gründe für den Erfolg der algerischen Unabhängigkeitsbewegung trotz der wirtschaftlichen und strategischen Bedeutung Algeriens für Frankreich sowie die Rolle internationaler Akteure, insbesondere der Bundesrepublik Deutschland, zu beleuchten.

  • Historische und politische Ausgangslage Algeriens unter französischer Kolonialherrschaft.
  • Entwicklung und Strategien der Front de Libération Nationale (FLN) im Unabhängigkeitskampf.
  • Der politische Wandel unter General de Gaulle und der Weg in die algerische Unabhängigkeit.
  • Die deutsche Haltung zum Algerienkonflikt und das Wirken linker Unterstützernetze.

Auszug aus dem Buch

3.1 Nationalistische Prägung und Strategie der Freiheitsfront

Mit der Zunahme der Repressionen gegen algerische Intellektuelle, die der französischen Regierung schon in den vierziger Jahren ihre Forderungen zur Bildung eines unter algerischer Führung Nationalstaats gestellt und die These eines französischen Algeriens abgelehnt haben, sind jetzt der von FLN gesteuerte Kampf der algerischen Bevölkerung gegen die Besatzer aufgenommen. In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November 1954 sind über das ganze Land verstreute Attentate durchgeführt worden, was eine deutliche Botschaft an die Adresse der französischen Regierung unterstreichen sollte. Damit wollten die algerischen Rebellen bewusst den generellen nationalistischen Charakter der Bewegung signalisieren.

Während Algerien unter den Feuergefechten zwischen dem französischen Militär und den muslimischen Rebellen stand, wurde die „ Armee de Liberation national „ (ALN) proklamiert. Aufgrund der nationalistischen Dimension der Bewegung und zugleich als Reaktion auf diese Entwicklungen in Algerien hat die französische Regierung in Paris am Anfang einen Modernisierungsplan zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Algerier zusammengestellt, um diese davon abzubringen, sich an die nationale Befreiungsbewegung anzuschließen. Für die FLN waren die Massen ein unverzichtbarer Faktor zur Erreichung ihrer Ziele.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Problematik der offiziellen französischen Sichtweise auf den Algerienkrieg und definiert die zentralen Fragestellungen der Arbeit hinsichtlich der kolonialen Rahmenbedingungen.

2. Die Situation in Algerien vor dem Ausbruch des Krieges: Dieses Kapitel beschreibt die historischen Hintergründe der Eroberung ab 1830 und die sozio-politische Benachteiligung der algerischen Bevölkerung gegenüber den Siedlern.

3. Ausbruch des Befreiungskriegs 1954: Es wird der Beginn des organisierten Widerstands durch die FLN, die militärische Eskalation sowie die paradoxe Rolle der deutschen Außenpolitik und linker Unterstützergruppen untersucht.

4. Der General an der Macht zur Erhaltung des französischen Algerien?: Das Kapitel analysiert den Machtantritt de Gaulles, dessen anfängliche Absicht, das französische Algerien zu bewahren, und den anschließenden pragmatischen Gesinnungswandel hin zur Unabhängigkeit.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Bedeutung der religiös-kulturellen Identität für den algerischen Widerstand zusammen und bewertet die postkolonialen Folgen für das heutige Algerien.

Schlüsselwörter

Algerienkrieg, Frankreich, Kolonialismus, FLN, Unabhängigkeit, Charles de Gaulle, Befreiungsfront, Algerien, Deutschland, Adenauer-Regierung, Dekolonisierung, Widerstand, Nordafrika.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Algerienkrieg von 1954 bis 1962 und beleuchtet die politischen Prozesse, die zum Ende der französischen Kolonialherrschaft in Nordafrika führten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören die soziale Ungleichheit in der Kolonie, die Strategien der FLN, die Reaktion der französischen Regierung und die diplomatische bzw. inoffizielle Haltung der Bundesrepublik Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Arbeit möchte klären, warum Algerien trotz seiner hohen wirtschaftlichen Bedeutung für Frankreich seine Unabhängigkeit erreichen konnte und wie sich die Haltung der französischen Führung unter de Gaulle wandelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikgeschichtliche Analyse, die auf einer Auswertung von Quelleneditionen, zeitgenössischen Presseberichten, Monographien und Dokumentarfilmen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Vorkriegszeit, den Ausbruch der Feindseligkeiten 1954, die Rolle der deutschen Akteure und die politische Transformation unter General de Gaulle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Algerienkrieg, FLN, Dekolonisierung, Unabhängigkeit und der politische Umbruch in Frankreich zur Zeit der V. Republik.

Wie positionierte sich die damalige Bundesregierung zum Konflikt?

Die Adenauer-Regierung verhielt sich offiziell sehr zurückhaltend, um die deutsch-französische Aussöhnung nicht zu gefährden, während linke Kreise in Deutschland die Rebellen inoffiziell unterstützten.

Wie beurteilt der Autor die Rolle der Gewalt im Befreiungskampf?

Der Autor kommt zu der Schlussfolgerung, dass die Unabhängigkeit Algeriens ohne die massive Gewaltanwendung der FLN vermutlich nicht durch rein diplomatische oder politische Mittel erreichbar gewesen wäre.

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Details

Title
Algerienkrieg 1954-1962. Die letzte französische Kolonie in Nordafrika: Algerien zwischen Freiheit und Annexion
College
RWTH Aachen University  (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte)
Course
Proseminar: ´Une alliance incertaine?´ Oder : Vom Erbfeind zum Partner.
Grade
2,0
Author
MA Youssef Fargane (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V3114
ISBN (eBook)
9783638118828
Language
German
Tags
Algerienkrieg Kolonie Nordafrika Algerien Freiheit Annexion Proseminar Oder Erbfeind Partner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Youssef Fargane (Author), 2001, Algerienkrieg 1954-1962. Die letzte französische Kolonie in Nordafrika: Algerien zwischen Freiheit und Annexion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3114
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