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Zum Metapherngebrauch bei der Sportberichterstattung in Printmedientexten

Title: Zum Metapherngebrauch bei der Sportberichterstattung in Printmedientexten

Thesis (M.A.) , 2004 , 117 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sina Bröcker (Author)

German Studies - Linguistics
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Im vorliegenden Werk wird in einer komparativen Analyse der Metapherngebrauch von Handball-Spielberichten einer ausgewählten Tages- und einer ausgewählten Fachzeitschrift untersucht. Die Spielberichte aus der Saison 2002/2003 werden auf die Bildspenderbereiche sowie den Lexikalisierungsgrad der in ihnen verwendeten Metaphern untersucht. Insgesamt werden 18 Spielberichte auf ihren bildhaften Sprachgebrauch hin miteinander verglichen.
Es wird versucht, den Beweis anzutreten, dass sich die Tagespresse (Kieler Nachrichten) aufgrund ihres großen Leserkreises, dem Sportmuffel, Sportbegeisterte sowie normale Sportinteressierte angehören, eher der okkasionellen Metapher bedient. Dies geschieht wahrscheinlich vor allem aus persuasiven Gründen, denn innovative Metaphern, die nicht auf den ersten Blick zu entschlüsseln sind, wecken eher das Interesse und die Neugier von Lesern, als klare und eindeutige Aussagen. Insbesondere Überschriften sind ein beliebtes Mittel für derartige Metaphern, da sie aufgrund ihrer Größe und Positionierung als Erstes auffallen und von Lesern oftmals erst nach Begutachtung der jeweiligen Überschrift eines Artikels entschieden wird, ob dieser lesenswert ist oder nicht.
Genau entgegengesetzt wird der Metapherngebrauch in Fachzeitschriften (Handballwoche) vermutet. Die ausgewählte Handball-Fachzeitschrift bedient sich wahrscheinlich aufgrund ihres ausschließlich handballinteressierten Leserkreises, im Gegensatz zur Tageszeitung, häufiger der lexikalisierten Metaphern. Hier ist es nicht mehr nötig das Interesse der Leser zu wecken, denn es beziehen ausschließlich Handballinteressierte dieses Magazin. Sie wollen vor allem Fakten, Statistiken und eine Berichterstattung, die so nah und klar wie möglich die Geschehnisse auf dem Spielfeld wiedergibt.


Excerpt


Gliederung

Einleitung

1. Metapherntheorie

1.1 Einleitende Worte zum Metaphernverständnis

1.2 Traditionelle Metapherntheorien und neuere Erklärungsversuche

1.3 Die kognitiv-linguistische Theorie des Metaphernverständnisses

2. Funktionen und Leistungen von Metaphern

2.1 Leistungen der Metaphern

2.2 Kommunikative Funktionen von Metaphern

2.3 Die phatische Metaphernfunktion

2.4 Die katachretische Metaphernfunktion

2.5 Die epistemische Metaphernfunktion

2.6 Die illustrative Metaphernfunktion

2.7 Die argumentative Metaphernfunktion

2.8 Die sozial-regulative Metaphernfunktion

3. Metaphorische Einheiten

3.1 Einwortmetaphern

3.2 Wortgruppenmetaphern

4. Der Sportbericht in der Tages- und in der Fachzeitschrift

4.1 Tageszeitungen: Ein Überblick

4.2 Der Sportbericht in der Tageszeitung

4.3 Fachzeitschriften: Ein Überblick

4.4 Der Sportbericht in der Fachzeitschrift

5. Analyse des Korpusmaterials

5.1 Die Metaphernverwendung in Überschriften

5.2 Einteilung der okkasionellen Metaphern in Bildspenderbereiche

5.3 Analyse der verwendeten Wortgruppenmetaphern

5.4 Vorstellung und Erläuterung der verwendeten okkasionellen und lexikalisierten Einwortmetaphern

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht komparativ den Metapherngebrauch in Handball-Spielberichten einer Tageszeitung und einer Fachzeitschrift aus der Saison 2002/2003, um Unterschiede in der Bildsprache und deren Funktion abhängig vom jeweiligen Zielpublikum zu ergründen.

  • Vergleich des Metapherngebrauchs in verschiedenen journalistischen Medientypen
  • Untersuchung von Bildspenderbereichen okkasioneller Metaphern
  • Differenzierung zwischen okkasionellen und lexikalisierten Metaphern
  • Analyse der persuasiven Funktion von Metaphern im Sportjournalismus

Auszug aus dem Buch

Die kognitiv-linguistische Theorie des Metaphern-Verständnisses

GEORG LAKOFF (1998) sieht die Metapher als Schlüssel zur Erfassung der vermuteten kognitiven Motiviertheit unserer Sprache. Er geht davon aus, dass die Metapher durch ihren kognitiven Gehalt das Wissen erweitert. Er sieht die Metapher ebenso wie Johnson nicht als außergewöhnlichen Sprachgebrauch, sondern als Teil unserer Alltagssprache: „Unser alltägliches Konzeptsystem, nachdem wir sowohl denken als auch handeln, ist im Kern und grundsätzlich metaphorisch.". Lakoff und Johnson sprechen der Metapher grundsätzlich eine Erklärungs- und Verständnisfunktion zu:

Das Wesen von Metaphern besteht darin, dass wir durch sie eine Sache oder einen Vorgang in Begriffen einer anderen Sache bzw. eines anderen Vorgangs verstehen und erfahren können.

Die Bildung von Metaphern ist also möglich, weil unser so genanntes Konzeptsystem weitgehend aus ihnen besteht. Das Verstehen von Metaphern ist somit ein kognitiver Prozess. Die einfachere Umschreibung für unser so genanntes Konzeptsystem ist wahrscheinlich die von Gudrun Frieling, die es als „den menschlichen Geist“ bezeichnet. Die Thesen von Lakoff und Johnson gehen meiner Ansicht nach etwas zu weit, denn wenn unser Denken schon in Metaphern organisiert ist, dann gäbe es keine Probleme sie zu verstehen. Wir würden sie nicht als solche wahrnehmen. Grundsätzlich aber haben diese Thesen einen wahren Kern.

Die kognitive Linguistik untersucht nun diesen auf seine Fähigkeit hin, die verschiedenen Interaktionsleistungen, die auf ihn einströmen, zu verarbeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Metapherntheorie: Überblick über die geschichtliche Entwicklung und Definition von Metapherntheorien, von Aristoteles bis zur kognitiv-linguistischen Theorie.

2. Funktionen und Leistungen von Metaphern: Systematische Darstellung der vielfältigen Leistungen, die Metaphern für Sprecher, Hörer und die Sprachgemeinschaft erbringen.

3. Metaphorische Einheiten: Unterscheidung zwischen Einwort- und Wortgruppenmetaphern sowie Erläuterung der Prozesse von Lexikalisierung und Idiomatizität.

4. Der Sportbericht in der Tages- und in der Fachzeitschrift: Analyse der unterschiedlichen Anforderungen an und Merkmale von Berichterstattung in Boulevard-, Qualitätsmedien und Fachpublikationen.

5. Analyse des Korpusmaterials: Empirische Untersuchung der Metaphernverwendung in Handballberichten unter Berücksichtigung von Überschriften, Bildspendern und Phrasen.

Schlüsselwörter

Metapherntheorie, Handball, Sportberichterstattung, Printmedien, kognitive Linguistik, Metaphernfunktion, Phraseologie, Lexikalisierung, okkasionelle Metaphern, Bildspenderbereiche, Sportjournalismus, Fachsprache, THW Kiel, Handballwoche, Tageszeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem Metapherngebrauch in Handball-Spielberichten und vergleicht dabei die Sprache einer Tageszeitung mit der einer Handball-Fachzeitschrift.

Welche Themenfelder werden abgedeckt?

Die Untersuchung umfasst die theoretischen Grundlagen der Metaphernforschung, Funktionen von Sprachbildern, die Besonderheiten der Sportberichterstattung und eine empirische Analyse von Spielberichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass Tageszeitungen aufgrund ihrer breiteren Zielgruppe eher innovative, okkasionelle Metaphern verwenden, während Fachzeitschriften stärker auf lexikalisierte Fachtermini setzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine komparative Analyse, bei der ein Korpus von 18 Spielberichten auf Metaphern, deren Bildspenderbereiche und deren Lexikalisierungsgrad hin ausgewertet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben der Theorie der metaphorischen Einheiten die medientypischen Unterschiede in der Aufmachung und dem Sprachgebrauch im Sportjournalismus gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Metaphorik, kognitive Linguistik, Phraseologie, Sportjournalismus und Lexikalisierung.

Wie werden die "Zebra-Metaphern" im Korpus bewertet?

Die Autorin identifiziert diese als zentrales Element der Vereinskultur des THW Kiel, wobei deren Gebrauch in Fachzeitschriften als Fachjargon verstanden, in Tageszeitungen jedoch oft ironisch zur Spannungserzeugung genutzt wird.

Was ist das Ergebnis zur Verwendung von Phraseologismen?

Die Analyse zeigt, dass die Tageszeitung häufiger modifizierte oder variierte Phraseologismen nutzt, um Aufmerksamkeit zu wecken, während in der Fachzeitschrift der Anteil an standardisierten, lexikalisierten Phraseologismen deutlich höher ist.

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Details

Title
Zum Metapherngebrauch bei der Sportberichterstattung in Printmedientexten
College
University of Rostock  (Institut für Germanistik)
Grade
2,3
Author
Sina Bröcker (Author)
Publication Year
2004
Pages
117
Catalog Number
V31161
ISBN (eBook)
9783638322447
ISBN (Book)
9783638820851
Language
German
Tags
Metapherngebrauch Sportberichterstattung Printmedientexten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sina Bröcker (Author), 2004, Zum Metapherngebrauch bei der Sportberichterstattung in Printmedientexten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31161
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