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Mediengeschichte durch die Brille der literarischen Utopie. Huxleys "Schöne neue Welt" und Bellamys "Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887"

Titel: Mediengeschichte durch die Brille der literarischen Utopie. Huxleys "Schöne neue Welt" und Bellamys "Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887"

Projektarbeit , 2015 , 41 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anne-Marie Holze (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Nimmt man sich literarische Utopien oder Dystopien zur Hand, findet man hauptsächlich beschriebene, veränderte soziale Bedingungen und politische Betrachtungsweisen. Schaut man aber genauer hin, sind auch oft die Massenmedien perspektivisch in der Zukunft betrachtet. Welche Veränderungen man hierbei feststellen und wie die Einordnung in die Mediengeschichte durch die Brille dieser literarischen Utopien erfolgen kann, soll in der vorliegenden Arbeit anhand zweier Werke aufgezeigt werden.

Im Vorfeld wird im folgenden Kapitel geklärt, was eine Utopie/Dystopie darstellt, welche Merkmale eingehalten werden, wie sie in das Feld der Literatur eingeordnet sind. Dies dient dazu, ein Gefühl zu bekommen, mit welchem Begriff operiert wird. Entscheidend ist, dass eine Utopie mit drei Zeitebenen spielt, die unerfüllte Erfüllbarkeit im Blick hat und auch die Medien darin betrachtet werden können.
Als erste Primärquelle wird dann "Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887" sein. Die zweite Primärquelle wird "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung: Mediengeschichte anders denken

2) Literarische Utopien & Dystopien

3) Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887

3.1) Das Musiktelefon bei Bellamy

3.2) Telefon und Radio um 1888

3.3) Telefon und Radio um 2000

3.4) Telefon und Radio heute und in der Zukunft

4) Schöne neue Welt

4.1) Das Fühlkino bei Huxley

4.2) Kino um 1932

4.3) Kino heute

4.4) Kino in 2540

5) Fazit: Verknüpfungen und Bewertungskriterien

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Entwicklung von Medien innerhalb literarischer Utopien und Dystopien. Anhand der Werke "Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887" von Edward Bellamy und "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley wird analysiert, wie antizipierte Medientechnologien – wie das Musiktelefon oder das Fühlkino – in den gesellschaftlichen Kontext ihrer Entstehungszeit eingebettet sind und wie sich diese fiktiven Visionen zur tatsächlichen mediengeschichtlichen Entwicklung verhalten.

  • Analyse des Begriffs der Utopie und Dystopie als medienwissenschaftliche Primärquelle
  • Untersuchung des Musiktelefons bei Bellamy als Vorläufer des Radios
  • Erforschung des Fühlkinos bei Huxley im Kontext von Unterhaltung und Kontrolle
  • Vergleich fiktiver Medienvisionen mit realen technologischen Entwicklungen im 20. und 21. Jahrhundert
  • Bewertung des Einflusses von gesellschaftlichen Bedürfnissen auf die Durchsetzung neuer Medien

Auszug aus dem Buch

3.1) Das Musiktelefon bei Bellamy

Im elften Kapitel des Werkes Ein Rückblick aus dem Jahre 1887 auf 2000 taucht das erste Mal das Medium des Telefons in einem Gespräch zwischen der Hauptfigur Herrn Julian West und Edith Leete, der Tochter des Hauses, auf. Anfangs sprechen die beiden über die Musik und das Singen. Da jeder der Gemeinschaft das zuführt, was er am besten kann, gibt es natürlich auch professionelle Sänger und Sängerinnen. „Alle die wirklich guten Sänger und Spieler stehen im Musik-Staatsdienste, und wir übrigen verhalten uns meistens still.“32, erklärt Edith. Schließlich gehen sie ins das Musikzimmer, um dort Musik zu hören. Doch anstatt Instrumente oder ähnliches vorzufinden, gibt das junge Mädchen ein Programm aus. Es „enthielt eine außerordentliche Anzahl von Solos, Duetts und Quartetts für Vokal- und Instrumentalmusik und viele Orchesterkompositionen.“33 Die Liste gliedert sich in 24 Abteilungen gemäß der Tagesstunde, jeder Tag erhält ein neues Programm. Weiter beschreibt Herr West:

„Sie ließ mich Platz nehmen, durchschritt das Zimmer und berührte nur, soviel ich sehen konnte, eine oder zwei Schrauben: und sofort ward das Zimmer durch die erhabenen Töne eines Orgelchors erfüllt – erfüllt, nicht durchbraust, denn in irgendeiner Weise war die Stärke des Klanges genau der Größe des Raumes angepaßt [sic!] worden.“34

Er beschreibt also eine technische Einrichtung, an den Schrauben erkennbar, welche steuerbar ist. In akustischer Weise scheint sie regulierbar. Wie dies genau funktioniert, erfährt der Leser im Folgenden.

„Es gibt in der Stadt eine Anzahl von Musiksälen, deren Akustik den verschiedenen Arten von Musik vollkommen angepaßt [sic!] ist. Diese Säle sind durch das Telephon [sic!] mit allen Häusern in der Stadt verbunden, deren Bewohner den geringen Beitrag zahlen wollen […].“35

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Mediengeschichte anders denken: Die Einleitung stellt den Ansatz vor, literarische Utopien und Dystopien als Quellen für die mediengeschichtliche Forschung zu nutzen, um die Wechselwirkung zwischen Medienentstehung und sozialer Einbettung zu beleuchten.

2) Literarische Utopien & Dystopien: Dieses Kapitel definiert die Gattungsmerkmale von Utopien und Dystopien und arbeitet heraus, wie diese literarischen Formen als Ausdruck gesellschaftlicher Hoffnungen, Ängste und Zukunftsvisionen fungieren.

3) Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887: Der erste Hauptteil analysiert Bellamys "Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887" und untersucht das dort beschriebene Musiktelefon als utopische Vision, die in der Realität Ähnlichkeiten zur späteren Entwicklung des Radios aufweist.

3.1) Das Musiktelefon bei Bellamy: Fokus auf die detaillierte Beschreibung des Musiktelefons im Werk, das als Instrument zur Bereitstellung von Unterhaltung und Information in privaten Haushalten dient.

3.2) Telefon und Radio um 1888: Kontextualisierung des Telefons im ausgehenden 19. Jahrhundert, um aufzuzeigen, inwieweit Bellamys Visionen von der damaligen technischen Realität und kulturellen Wahrnehmung beeinflusst waren.

3.3) Telefon und Radio um 2000: Betrachtung der tatsächlichen technologischen Entwicklung um das Jahr 2000, insbesondere der Digitalisierung und der Mobiltelefonie, im Vergleich zu Bellamys Vorstellungen.

3.4) Telefon und Radio heute und in der Zukunft: Diskussion der Konvergenz von Medien in modernen Smartphones und der Frage, wie heutige Technologien traditionelle Institutionen des Radios unter Innovationszwang setzen.

4) Schöne neue Welt: Der zweite Hauptteil befasst sich mit Huxleys Dystopie "Schöne neue Welt" und der Rolle des Fühlkinos als Instrument zur gesellschaftlichen Manipulation.

4.1) Das Fühlkino bei Huxley: Analyse des Fühlkinos als technologisch avanciertes, aber politisch eingesetztes Medium, das durch die Stimulation aller Sinne die kritische Reflexion des Publikums unterbinden soll.

4.2) Kino um 1932: Einordnung der Kinoentwicklung und der frühen Versuche mit Ton, Farbe und Geruch im Film um 1932, um Huxleys fiktive Kinoideen historisch zu verorten.

4.3) Kino heute: Untersuchung der zeitgenössischen Kinolandschaft, geprägt von Special Effects, 3D und der zunehmenden Konkurrenz durch das Internet, und die damit verbundenen veränderten Sehgewohnheiten.

4.4) Kino in 2540: Spekulative Betrachtung möglicher zukünftiger Entwicklungen des Kinos in Anlehnung an Huxleys 2540er-Jahre-Vision und die Debatte um die Disziplinierung des Zuschauers.

5) Fazit: Verknüpfungen und Bewertungskriterien: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Analyse literarischer Utopien einen wertvollen, geschärften Blick auf mediengeschichtliche Prozesse ermöglicht, da sie Zusammenhänge jenseits rein chronologischer Betrachtungen aufzeigt.

Schlüsselwörter

Mediengeschichte, Literarische Utopie, Dystopie, Edward Bellamy, Aldous Huxley, Musiktelefon, Fühlkino, Kommunikationstechnologie, Medienkonvergenz, Gesellschaftsstruktur, Zukunftsvisionen, Filmgeschichte, Rundfunk, Techniksoziologie, Mediennutzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, inwiefern literarische Utopien und Dystopien als Quellen für die Mediengeschichte dienen können, indem sie fiktive Medienkonzepte mit der historischen Realität und späteren technologischen Entwicklungen vergleichen.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder sind die Analyse der Werke von Bellamy und Huxley, die mediengeschichtliche Entwicklung von Telefon und Radio sowie die Evolution des Kinos von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Autoren durch ihre fiktiven Medienwelten gesellschaftliche Tendenzen und technische Visionen ihrer Zeit verarbeitet haben und wie dieser Ansatz die Medienwissenschaft bereichern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird eine literatur- und medienhistorische Analyse angewandt, bei der die Primärtexte in ihren jeweiligen zeitlichen Kontext gesetzt und mit realen technologischen Entwicklungsstufen verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Abschnitte: Die Untersuchung von Bellamys "Musiktelefon" in Bezug auf Telefon und Radio sowie die Analyse von Huxleys "Fühlkino" im Kontext der Kino- und Filmgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Mediengeschichte, literarische Utopie/Dystopie, Medienkonvergenz, Techniksoziologie und die historische Analyse von Kommunikationsmedien charakterisieren.

Warum spielt das Musiktelefon bei Bellamy eine so zentrale Rolle für die Analyse?

Das Musiktelefon ist entscheidend, da es bellamys Vision einer vernetzten Welt zeigt, die technisch zwar Telefontechniken nutzt, funktionell jedoch bereits das Radio und die digitale Verfügbarkeit von Inhalten vorwegnimmt.

Wie unterscheidet sich das Fühlkino bei Huxley von heutigen Kinoerfahrungen?

Während das Fühlkino bei Huxley als Mittel der totalen, manipulativen Kontrolle über alle Sinne beschrieben wird, dienen heutige Technologien wie 3D oder 5D-Effekte primär der Unterhaltung und Immersion, erreichen aber bei weitem nicht die in der Dystopie beschriebene Radikalität.

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Details

Titel
Mediengeschichte durch die Brille der literarischen Utopie. Huxleys "Schöne neue Welt" und Bellamys "Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887"
Hochschule
Bauhaus-Universität Weimar  (Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Hirn-Zeit-Medien
Note
1,7
Autor
Anne-Marie Holze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
41
Katalognummer
V311642
ISBN (eBook)
9783668103139
ISBN (Buch)
9783668103146
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mediengeschichte brille utopie huxley’s schöne welt bellamys rückblick jahre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne-Marie Holze (Autor:in), 2015, Mediengeschichte durch die Brille der literarischen Utopie. Huxleys "Schöne neue Welt" und Bellamys "Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311642
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Leseprobe aus  41  Seiten
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