Die Wiedervereinigung. Die Außenpolitik der BRD in der Legislaturperiode 1986-1990 und die Folgen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
16 Seiten, Note: 1,3
Thomas Bäcker (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Die Entstehung der Berliner Mauer sowie deren außenpolitische Folgen bis 1982
2.1 Das Konfliktverhalten der BRD ab 1982

3 Das Ende des Kommunismus in Europa mit der Regierungsepoche Kohl (1986-1990)
3.1 Der Mauerfall, die unmittelbaren Folgen und dessen Nachhaltigkeit

4 Die Folgen der Außenpolitik der Regierung Kohl(1986-1990) mit Blick auf die Entwicklung der EU
4.1 Das Europa nach der Wende mit Fokus auf die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland
4.2 Das Maastricht-Urteil und dessen außenpolitische Folgen für die Bundesrepublik Deutschland
4.3 Die wesentlichen Züge der Ostpolitik der Bundesrepublik Deutschland nach 1990
4.4 Die wesentlichen Züge der internationalen Beziehungen zwischen den USA und der Bundesrepublik nach der Wende
4.5 Die Auslandseinsätze der Bundeswehr

5 Schlussfolgerung und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Das Ende des Zweiten Weltkrieges hatte unmittelbare Folgen für Europa und für die spätere Weltordnung. Schon während des Krieges entstand Misstrauen zwischen den östlichen und westlichen Machtblöcken. Kommunismus und Planwirtschaft auf der einen Seite standen Kapitalismus und Marktwirtschaft auf der anderen Seite gegenüber. Dieser Systemkonflikt zog weitreichende Folgen nach sich, welche die Weltordnung sehr deutlich geprägt haben. Die beiden Supermächte: USA und UdSSR hatten verschiedene Interessen bezüglich der Weltordnung. Die heutige Bundesrepublik Deutschland existierte damals noch nicht, sondern wurde erst 1949 aus dem westlichen Besatzungsgebiet gegründet. Zeitnah wurde in der östlichen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Die beiden neugegründeten Staaten waren von ihren Schöpfern nachhaltig geprägt worden, was international unterschiedliche Reaktionen hervorrief. Die Deutsche Demokratische Republik wurde durchgehend von einer Einheitspartei, der SED, regiert. Die Bundesrepublik hatte wechselnde Mehrheiten und verschiedene Koalitionen, die unterschiedliche Regierungskonstellationen zur Folge hatten. Eine Dominanz von CDU/CSU und SPD ist hierbei in allen gewählten Bundestagen erkennbar.

Die Bundesrepublik Deutschland ist eine Demokratie, die weltweit anerkannt ist und deren Grundgesetz diversen Staatsneugründungen als Orientierung diente ,während die DDR im Gegensatz dazu von vielen westlichen Staaten nicht anerkannt wurde (vgl. Talmon 2006: 372). Der kalte Krieg und das damit einhergehende Wettrüsten war auf seinem Höhepunkt, sodass die Bedrohung durch einen Nuklearschlag allgegenwärtig war. Dennoch kam es im Jahre 1990 zu einer unerwarteten Wiedervereinigung, welche wegweisend für die heutige Bundesrepublik in ihren territorialen und rechtlichen Eigenschaften als gegenwärtiges Resultat ist und den kalten Krieg zu diesem Zeitpunkt beendete.

Gegenstand dieser Hausarbeit wird es sein, die Entwicklung der Wiedervereinigung und deren Folgen für das heutige Europa aufzuzeigen. Besonderes Augenmerk soll auf die Regierungsepoche der Regierung Kohl (1986-1990) gelegt werden, um den Beitrag dieser Regierung zur Wiedervereinigung zu skizzieren. Von großer Bedeutung soll ebenfalls die gesamteuropäische Entwicklung bis heute sein, um die zentrale Frage dieser Hausarbeit zu beantworten: Welche Bedeutung hat die Legislaturperiode der Regierung Kohl (1986-1990) für die heutige EU und die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland ab 1990?

2 Die Entstehung der Berliner Mauer sowie deren außenpolitische Folgen bis 1982

Die sehr enge außenpolitische Verbindung zwischen DDR und UdSSR war durch die Wiederbewaffnung beziehungsweise Gründung der NVA auch auf militärische Zusammenarbeit ausgeweitet. Die Bundesrepublik wurde 1955 wiederbewaffnet und in die NATO eingegliedert. Mit der zunehmenden Abschottung der DDR und dem gleichzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung in der Bundesrepublik setzte eine Fluchtbewegung ein, welche für die politische und wirtschaftliche Entwicklung der DDR verheerende Folgen hatte. Deshalb ließ die SED-Führung den Ostsektor 1961 durch den Bau der Mauer systematisch abriegeln. Bis zum Zusammenbruch der UdSSR blieb die Mauer bestehen.

Die Regierung Adenauer setzte die Westintegration und den Verbleib in der NATO vor eine etwaige Wiedervereinigung mit der DDR. Die Ostpolitik der Adenauer-Zeit war gekennzeichnet durch die Hallstein-Doktrin, weiterführend beharrte die Regierung Adenauer auf den Grenzen von 1937, stellte einen Alleinvertretungsanspruch für das deutsche Volk, erkannte die DDR und deren Regierung nicht an und untersagte diplomatische Beziehungen zu Staaten welche die DDR anerkannten. Die Regierungen Erhard in den Jahren von 1963-1966 und Kiesinger in den Jahren 1966-1969 knüpften an die Ostpolitik der Regierung Adenauer an.

Mit der sozialliberalen Koalition zwischen 1969 und 1982 änderte sich die Ostpolitik der Bundesrepublik. Es wurde eine Normalisierung der Beziehungen zu den Ost-Blockstaaten angestrebt.

Der damalige Kanzler Willy Brandt sagte, dass zwei deutsche Staaten füreinander nicht Ausland seien sondern ihre Beziehung nur von besonderer Art sein könne. (vgl. Schönfelder/Erices 2010: 10). Der Moskauer Vertrag besiegelte diese Haltung. Gewaltverzicht, Entwicklung friedlicher Beziehungen und die Annäherung der beiden deutschen Staaten waren die zentralen Elemente des Vertrags. Der Warschauer Vertrag knüpfte an die bestehenden Verhältnisse an. Positive Elemente waren hier: Gewaltverzicht und Familienzusammenführung.

„Meine Überzeugung war, daß [sic!] die betonierte Teilung und der Todesstreifen gegen den Strom der Geschichte stand.“(Brandt 2001: 34 )

Die negativ wertenden Worte Willy Brandts verdeutlichen dessen Haltung zum Todesstreifen. Die Bundesrepublik unter Brandt versuchte einem militärischen Konflikt aus dem Weg zu gehen und jegliche Tendenz einer Eskalation sofort beizulegen. Die Außenpolitik der Regierung Schmidt wurde ebenfalls durch den kalten Krieg beeinflusst. Die potentielle sowie wahrscheinliche Gefahr eines Angriffs wurde von der Regierung Schmidt in ihrer Außenpolitik dauerhaft berücksichtigt. Das Rüstungsgleichgewicht wurde von Schmidt als Gefahr gesehen. Es wurden neue SS-20 Mittelstreckenraketen auf Seiten der Sowjetunion eingeführt. Diese waren lediglich Ersatz für veraltete Systeme auf Seiten der Sowjetunion, wurden von den USA aber als Grund angeführt, um neue Mittelstreckenwaffen in Europa zu stationieren. Die Gefahr für Westeuropa in einen Atomkrieg verwickelt zu werden wurden von Schmidt erkannt. Die Schutzmacht USA würde hierbei nicht direkt getroffen werden, daher könnte die Stationierung der Mittelstreckenraketen in Westeuropa zu einer Entkoppelung der amerikanischen von den europäischen Sicherheitsinteressen führen (vgl. Reuter 2009: 148). Schon unter Präsident Carter wurde die Möglichkeit einen Atomkrieg zu gewinnen kalkuliert. Der Präventivschlag sollte von Westeuropa ausgeführt werden. Das Ziel der Außenpolitik Carter und Reagan war es die Sowjetunion in die Knie zu zwingen ohne dass amerikanischer Boden angegriffen wird. (vgl. Eichner/Schramm 2008: 23f) Schmidt drängte daher massiv auf einen NATO-Doppelbeschluss, welcher vorsah die Aufstellung von Mittelstreckenraketen in Westeuropa mit einem Verhandlungsangebot an die Sowjetunion zu verbinden, welches implizierte von beiden Seiten auf diese Waffensysteme zu verzichten.

2.1 Das Konfliktverhalten der BRD ab 1982

Die Regierung Kohl kam durch ein konstruktives Misstrauensvotum ins Amt. Die außenpolitische Lage der Bundesrepublik war sehr angespannt durch den NATO-Doppelbeschluss und dessen Folgen aus der Ära Schmidt. Die Verhandlungen mit der Sowjetunion scheiterten im Jahre 1983, was die Aufstellung der Raketen, nach einer positiven Abstimmung des Bundestages, zu Folge hatte. Somit waren die USA nun in der Lage einen Präventivschlag von europäischem Boden auszuführen, was den USA in einem möglichen Atomkrieg strategische Vorteile einräumte. Die USA unter dem damaligen Präsidenten Reagan legten eine deutlich aggressive außenpolitische Vorgehensweise an den Tag.

„Wir werden sie an die Wand rüsten bis sie quietschen.“ (Reagan zitiert nach: Fricke 1999: 158)

Der US-Präsident Reagan lässt in einer seiner Ausführungen deutlich werden, dass er gegenüber der UdSSR eine forcierte Bedrohung durch militärische Überlegenheit erzeugen wollte. Die Bundesrepublik unter dem damaligen Kanzler, Helmut Kohl, war an keinem direkten Konflikt interessiert, legte diplomatisches Geschick an den Tag und versuchte zwischen den Machblöcken zu vermitteln, was aus der geographischen Lage der Bundesrepublik erklärt werden kann, da die damalige Staatsgrenze an den eisernen Vorhang angrenzte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Wiedervereinigung. Die Außenpolitik der BRD in der Legislaturperiode 1986-1990 und die Folgen
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Veranstaltung
Außenpolitik der BRD
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V311678
ISBN (eBook)
9783668106635
ISBN (Buch)
9783668106642
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wiedervereinigung, Deutsche Einheit
Arbeit zitieren
Thomas Bäcker (Autor), 2011, Die Wiedervereinigung. Die Außenpolitik der BRD in der Legislaturperiode 1986-1990 und die Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311678

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