Diese Facharbeit handelt über das exponentielle Wachstum unserer Rechenleistung unter Beachtung des Moorschen Gesetzes. Dabei wird Schritt für Schritt das Versagen des Moorschen Gesetzes längerfristig nähergelegt. Die Folgen und mögliche Lösungen werden in eigenen Nebenkapitel ausführlich behandelt.
Ich unterteile das Thema in eine Einführung, in welcher ich das Mooresche Gesetz zunächst einmal vorstelle. Dabei soll auch die Geschichte der Technologie eine Rolle spielen. Später soll dann eine genauere Erklärung der Formel von Gordon Moor das Wachstum verständlich machen und zu guter Letzt stelle ich ein paar Beispiele einer solchen Wachstumskurve vor.
Nach dieser ausführlichen Erklärung des Mooreschen Gesetzes werde ich die Hauptthese dieser Facharbeit aufstellen und im Verlauf der Herleitung Schritt für Schritt die Richtigkeit dieser These zu beweisen versuchen.
Ich strebe danach, die Herleitung meiner Aussage so verständlich wie möglich zu gestalten, indem ich die Begriffe in einer Einleitung am Anfang jedes grösseren Themas erläutere. Dabei werde ich auch nicht direkt relevante Gesichtspunkte streifen, wie zum Beispiel die Geschichte oder Entstehung von einzelnen Aspekten.
Das für mich übergeordnete Ziel bleibt die Naivität des fundamentalen Glaubens an eine ewig grenzenlose Leistungssteigerung. Es ist meine Absicht, diese Erwartung in ein rationaleres und vielleicht ernüchternderes Licht zu rücken. Jedoch ist es mir dabei auch wichtig, einige Lösungsvorschläge vorzustellen, weil diese Problematik weitgehende Folgen haben würde. Natürlich sind solche „Lösungsvorschläge“ noch reine Zukunftsmusik, jedoch gibt es bei all diesen Plänen auch schon Prototypen zu deren Verwirklichung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffslexikon
3 Das Mooresche Gesetz
3.1 Geschichte
3.2 Erklärung
3.2.1 Beispiele
3.2.2 Formel
4 These
5 Herleitung
6 Prozessoren
6.1 Transistoren
6.2 Funktionsweise
6.3 Herstellung
6.4 Geschichte
7 Heisenbergsche Unschärfe-Relation
7.1 Erklärung
7.2 Bezug auf das Thema
8 Schlussfolgerung
9 Die Folgen
10 Mögliche Lösungen und deren Probleme
10.1 Atomare Transistoren
10.2 Kubische Prozessoren
10.3 Quanten-Prozessoren
10.4 Zusammengeschaltete Prozessoren
11 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die langfristige Gültigkeit des Mooreschen Gesetzes unter Berücksichtigung physikalischer und technischer Grenzen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, ob die stetige Leistungssteigerung von Prozessoren durch Miniaturisierung physikalisch unbegrenzt fortsetzbar ist oder ob durch Naturgesetze, wie die Heisenbergsche Unschärfe-Relation, eine unüberwindbare Grenze erreicht wird.
- Historische Entwicklung und Bedeutung des Mooreschen Gesetzes
- Physikalische Grundlagen und Grenzen der Transistorminiaturisierung
- Die Rolle der Heisenbergsche Unschärfe-Relation als Limitierungsfaktor
- Ökonomische und technologische Konsequenzen einer stagnierenden Entwicklung
- Innovative Lösungsansätze wie Graphen, Quanten- und kubische Prozessoren
Auszug aus dem Buch
6.3 Herstellung
Prozessoren sind die heute komplexesten Produkte, die hergestellt werden können. Es werden hunderte von Bearbeitungsschritten benötigt und dies unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen.
Der Grundstoff des Prozessors ist Silizium, welcher sich in Sand finden lässt. Glücklicherweise ist Silizium das zweithäufigste Material der Erde. Es wird verwendet, weil es ein Halbleiter ist. Eine reine Siliziumstruktur hat keine freien Aussenelektronen. Um sie leitfähig zu machen, müssen einige Fremdatome eingebaut werden.
Beispiel: Phosphor hat fünf Aussenelektronen (vgl. Tabelle 3). In einem Siliziumgebilde ist dies eins zu viel. Das fünfte Elektron kann sich nun frei durch die atomare Struktur bewegen. Somit ist das Material negativ geladen, beziehungsweise n-leitend. Bor jedoch, welches nur drei Aussenelektronen aufweist, lässt Silizium p-leitend, beziehungsweise positiv werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation, sich mit der Zukunft der Prozessortechnologie auseinanderzusetzen, und definiert den Rahmen der Arbeit.
2 Begriffslexikon: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe der Halbleitertechnik und Informatik definiert, die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind.
3 Das Mooresche Gesetz: Es wird die historische Entstehung des Gesetzes sowie dessen mathematische Formel und praktische Beispiele beschrieben.
4 These: Der Autor stellt die Behauptung auf, dass das Mooresche Gesetz keine ewige Konstante darstellt und an physikalische Grenzen stößt.
5 Herleitung: Hier wird der Fokus auf die physikalische Notwendigkeit der Transistorminiaturisierung für die Leistungssteigerung gelegt.
6 Prozessoren: Dieser Abschnitt behandelt die Funktionsweise, die komplexe Herstellung von Silizium-Wafern und die technologische Geschichte von Prozessoren.
7 Heisenbergsche Unschärfe-Relation: Die Arbeit diskutiert dieses quantenmechanische Prinzip als fundamentale physikalische Grenze für künftige Miniaturisierungen.
8 Schlussfolgerung: Das Kapitel fasst zusammen, warum physikalische Hürden im Gegensatz zu technischen Hürden nicht durch Innovationen umgangen werden können.
9 Die Folgen: Der Text beleuchtet die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen, die eine Stagnation der Prozessorleistung nach sich ziehen würde.
10 Mögliche Lösungen und deren Probleme: Es werden alternative Konzepte wie Quantencomputer oder Graphen-Transistoren analysiert und auf ihre Realisierbarkeit hin geprüft.
11 Zusammenfassung: Der Autor gibt einen Ausblick auf die Entwicklung bis 2050 und spekuliert über den möglichen Durchbruch neuer Technologien.
Schlüsselwörter
Mooresches Gesetz, Prozessoren, Transistoren, Halbleiter, Heisenbergsche Unschärfe-Relation, Silizium, Quantencomputer, Graphen, Leistungssteigerung, Miniaturisierung, Informationstechnologie, Hardware-Sektor, Zukunftstechnik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob das Mooresche Gesetz – die Beobachtung der exponentiellen Leistungssteigerung von Prozessoren – aufgrund physikalischer Grenzen in absehbarer Zeit an ein Ende stößt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft Informatik und Systemtechnik mit theoretischer Physik, um die Grenzen der Halbleiterfertigung zu erklären.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den fundamentalen Glauben an unendliches Wachstum in der Prozessortechnologie kritisch zu hinterfragen und die Grenze durch die Heisenbergsche Unschärfe-Relation aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung, basierend auf physikalischen Gesetzen und technischen Analysen, um die These der technologischen Stagnation zu stützen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise moderner Prozessoren, die aufwendige Herstellung aus Silizium und die quantenphysikalischen Schranken für die weitere Miniaturisierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mooresches Gesetz, Transistorminiaturisierung, Heisenbergsche Unschärfe-Relation, Graphen und Quantenprozessoren.
Warum wird die Heisenbergsche Unschärfe-Relation als Ende der Miniaturisierung betrachtet?
Sie besagt, dass bei einer Verkleinerung auf atomare Ebene die Position der Elektronen unbestimmt wird, was zu Kurzschlüssen führt und eine weitere Verkleinerung physikalisch verhindert.
Welche wirtschaftlichen Gefahren identifiziert der Autor?
Eine Stagnation der Hardware-Entwicklung könnte zu einem globalen Umsatzeinbruch in der IT-Industrie und in der Folge zu massiven Arbeitsplatzverlusten führen.
Sind Quantencomputer eine realistische Lösung für die beschriebenen Probleme?
Der Autor stuft sie als theoretisch leistungsfähig ein, verweist jedoch auf enorme technische Schwierigkeiten bei der Stabilität und Fehlerkorrektur der Berechnungen.
- Arbeit zitieren
- Luca Conconi (Autor:in), 2015, Das Mooresche Gesetz. Eine ewige Konstante?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311711