Von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Empirische Entwicklung, theoretische Begründung und die Folgen für das Wirtschaftswachstum


Referat (Ausarbeitung), 2013
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis II

1 Einleitung

2 Analyse des Übergangs von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft
2.1 Empirische Entwicklung der drei Sektoren
2.2 Theoretische Ansätze zur Erklärung des Sektorenwandels
2.2.1 Der Sektorenwandel nach Fourastié
2.2.2 Diskussion des Sektorenwandels nach Fourastié
2.2.3 Alternative Erklärungsansätze des Sektorenwandels

3 Zusammenfassung und Ausblick

4 Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Prozentualer Anteil der drei Sektoren am BIP in der Bundesrepublik Deutschland

Abbildung 2: Prozentualer Anteil der Erwerbstätigen im jeweiligen Sektor

Abbildung 3: Veränderung der Arbeitsproduktivität im Vergleich zum Vorjahr von 1950 bis 2009 in der Bundesrepublik Deutschland

Tabelle 1:

Veränderung des BIP und der Arbeitsproduktivität in der Bundesrepublik Deutschland 10

1 Einleitung

Die heute wohlhabendsten Staaten weisen in ihrer historisch-wirtschaftlichen Entwicklung eine auffallende Ähnlichkeit auf: Zunächst wird der Großteil der Wertschöpfung im landwirtschaftlichen Bereich erbracht. Mit der Industrialisierung steigt die Bruttowertschöpfung im Industriesektor, bis dieser den dominanten Teil der Wirtschaftsleistung erzeugt. Wesentlicher Wachstumstreiber ist die Eisenbahn, was daran zu erkennen ist, dass in Deutschland 1873 mehr als 20 % des seit 1835 neu gebildeten Kapitals in die Eisenbahn investiert wurden.1 Die Eisenbahn reduzierte die Transportkosten2 und ein überregionales Verkehrswesen entstand. Dieses, zusammen mit anderen Faktoren wie dem sich etablierenden Bürgertum (auch begünstigt durch wachsende Städte aufgrund der industriellen Ballungszentren) und einer hieraus folgenden, wachsenden Verwaltung, begünstigt eine Zunahme des Dienstleistungssektors. Dieser wächst nun stetig an und macht heute den größten Teil der Bruttowertschöpfung der wohlhabenden Staaten aus.

Dieser Übergang vom primären Wirtschaftssektor (Rohstoffgewinnung), zum sekundären Sektor (Rohstoffverarbeitung) und schließlich zum tertiären Sektor (Dienstleistungen) wird durch die „Drei-Sektoren-Hypothese“ beschrieben. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung und Begründung des Übergangs vom sekundären zum tertiären Sektor, also der Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft, wobei der Schwerpunkt auf der Begründung des Übergangs liegt. Somit ist die zentrale Aufgabe dieser Arbeit das Beantworten folgender Frage: Wie kommt es zum Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft und was sind bei diesem Sektorenwandel die wesentlichen Triebkräfte? Hierzu wird zunächst die empirische Entwicklung des Übergangs gezeigt. Es folgt die „klassische“ theoretische Begründung mit dem Schwerpunkt auf dem Werk „Die grosse Hoffnung des 20. Jahrhunderts“ von Jean Fourastié, da dieses auch in der Literatur große Beachtung findet.3Seine Erklärung des Übergangs wird bezüglich ihrer Gültigkeit analysiert, die in der Literatur geführte Kontroverse aufgezeigt um anschließend jüngere Erklärungen des Übergangs darzustellen. Im Schlussteil werden die wichtigen Resultate zusammengefasst, offen gebliebene Fragestellungen aufgezeigt und eine eigene Bewertung dargestellt. Die Empirie, einschließlich der Darstellung des Übergangs, bleibt auf die Bundesrepublik Deutschland (ab 1991 inklusive der neuen Bundesländer) beschränkt, da sich der Verlauf des Übergangs in der Bundesrepublik qualitativ nicht von dem anderer hoch entwickelter Länder unterscheidet. Zeitlich beschränkt sich die Untersuchung auf die Nachkriegszeit, da der Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft in diesem Zeitraum stattfand.

2 Analyse des Übergangs von der Industrie- zur

Dienstleistungsgesellschaft

2.1 Empirische Entwicklung der drei Sektoren

Abbildung 1 zeigt die Entwicklung des Anteils der drei Sektoren am

Bruttoinlandsprodukt in der Bundesrepublik Deutschland von 1950 bis 2009.

Abbildung 1: Prozentualer Anteil der drei Sektoren am BIP in der Bundesrepublik Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Statistisches Taschenbuch, On Compact Disc, Bonn 2011

Zu erkennen ist eine stetige Zunahme des tertiären Sektors, während der sekundäre Sektor laufend einen geringeren Teil des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Anfang der siebziger Jahre übersteigt der Anteil des tertiären Sektors am Bruttoinlandsprodukt erstmals den des sekundären Sektors, bis der Unterschied zwischen den beiden Sektoren im Jahr 2009 schließlich über 40% des Bruttoinlandsprodukts beträgt.

Man könnte einwenden, dass unter bestimmten Gesichtspunkten die Zahl der Erwerbstätigen im jeweiligen Sektor entscheidender ist, als der Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Abbildung 2 zeigt die Entwicklung der Erwerbstätigen im jeweiligen Sektor, anteilig an der Gesamterwerbstätigenzahl im Zeitraum von 1950 bis 2009 für die Bundesrepublik Deutschland.

Abbildung 2: Prozentualer Anteil der Erwerbstätigen im jeweiligen Sektor

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Statistisches Taschenbuch, On Compact Disc, Bonn 2011

Der Verlauf der prozentualen Erwerbstätigenzahl der verschiedenen Sektoren unterscheidet sich qualitativ nicht von dem bei der Wertschöpfungsbetrachtung. Bei Ersterem übersteigt der Anteil der Erwerbstätigen im sekundären Sektor den Anteil der Erwerbstätigen im tertiären Sektor zu Beginn der siebziger Jahre. Wie dieser Sektorenwandel zustande kommt und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, untersucht der nachfolgende Abschnitt.

[...]


1Vgl. Henning, F.-W.: Die Industrialisierung in Deutschland 1800 bis 1914, 9. Auflage, Paderborn 1995, S.164f.

2Vgl. ebenda, S. 163

3An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass Fourastié auf Fisher und Clark aufbaut, welche ihre Werke vor ihm veröffentlicht haben und ähnlich argumentieren. Da Fourastié den Sektorenwandel jedoch ausführlicher beschreibt, sein Werk in der Literatur mehr Beachtung findet und für die vorliegende Analyse von größerer Bedeutung ist, wird auf Clark und Fisher nicht weiter eingegangen. Vgl. Clark, C.: The Conditions of Economic Progress, 3. Auflage, London 1957 und Fisher, A.G.B.: Production, Primery, secondary, tertiary, in: The economic record, Band 15, Carlton South 1939

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Empirische Entwicklung, theoretische Begründung und die Folgen für das Wirtschaftswachstum
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V311748
ISBN (eBook)
9783668104624
ISBN (Buch)
9783668104631
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industriegesellschaft, Dienstleistungsgesellschaft, Bundesrepublik Deutschland, Übergang, Sektorenwandel
Arbeit zitieren
Marius Croonenbrock (Autor), 2013, Von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Empirische Entwicklung, theoretische Begründung und die Folgen für das Wirtschaftswachstum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311748

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