Moses und Paulus in San Paolo fuori le Mura


Hausarbeit, 2012
14 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung … 3

Forschungsstand … 3

1. Typologie und Geschichte
1.1 Geschichte … 5
1.2 Typologie … 6
1.3 „The Meeting of Peter and Paul in Rome“ … 7
1.4 Cavallini und die Typologie … 8

2. Drei typologische Verknüpfungen zwischen Mose und Paulus in San Paolo fuori le Mura … 9

Schluss/Perspektive … 12

Literatur … 14

Abbildungen … 15

Bildnachweis … 23

Einleitung

Dieser Text beschäftigt sich mit typologischen Verknüpfungen zwischen Moses und Paulus im Freskenzyklus von San Paolo fuori le Mura. Um zunächst das Wesen einer Typologie, wie sie hier anzutreffen wäre, zu klaren, braucht es eine geschichtliche Einordnung. Als Hauptquelle hierfür liegen aquarellierte Zeichnungen des 17. Jahrhunderts vor, da die Basilika im 19. Jahrhundert abbrannte. Der Zustand der Fresken im 17. Jahrhundert, welcher uns überliefert ist, lässt allerdings viele Fragen offen. Von wem und wann wurden die Ausmalungen vorgenommen? Gewiss ist, dass im fünften Jahrhundert Wandmalerei-Zyklen existierten, welche den überlieferten sehr ähnlich waren, in ihrer Anordnung und in ihrer Ikonographie. Auch ist klar, dass Cavallini im 13. Jahrhundert diese Zyklen überarbeitete, in wie weit und aus welchen Gründen ist unklar und Thema seit lange geführten Diskussionen.[1] In dem Sinne lässt es sich nicht beweisen, ob Typologien im Zyklus existieren. Dieser Text wird auch nicht versuchen, diese Frage zu klaren, sondern untersucht die Frage, welche Typologien anzutreffen sind, insofern typologische Verknüpfungen bei der Ausmalung intendiert waren.

Herbert L. Kessler hat bereits in seinem Aufsatz „ The Meeting of Peter and Paul in Rome: An Emblematic Narrative of Spiritual Brotherhood“ auf eine typologische Verknüpfung im Zyklus hingewiesen.[2] Der erste Teil der Untersuchung wird zunächst auf die Geschichte der Basilika eingehen, danach das Thema der Typologie klaren, welche hier anzutreffen wäre, sich daraufhin mit dem oben genannten Aufsatz von Herbert L. Kessler auseinandersetzen, um anschließend zu betrachten, inwiefern Typologie speziell von Cavallini hatte intendiert sein können. Im zweiten Teil der Untersuchung wird der Zyklus nach typologischen Verknüpfungen zwischen Moses und Paulus im Zyklus untersucht.

Forschungsstand

Mit der Provenienz des Gesamtzyklus haben sich bereits Joseph Garber in seinem Buch „Wirkungen der frühchristlichen Gemäldezyklen der alten Peters- und Pauls-Basiliken in Rom“ von 1918[3], John White in seinem Aufsatz „ Cavallini and the Lost Frescoes in S. Paolo“ von 1956[4] und Luba Eleen in ihrem Aufsatz „The Frescoes from the Life of St. Paul in San Paolo fuori le mura in Rome: Early Christian or Mediaeval?“ von 1985[5] beschäftigt und haben dabei manche Szenen Cavallini zuordnen können, argumentieren allerdings an manchen Stellen gegeneinander. Zum Thema, inwiefern byzantinische Kunst oder antike und frühchristliche Vorbilder auf Cavallini bei seiner Restaurierung Einfluss hatten, kamen Ernst Kitzinger in seinem Artikel „The Byzantine Contribution to Western Art of the Twelfth and Thirteenth Centuries“ von 1966[6], Herbert L. Kessler in seinem Aufsatz „A Rare Illustrated Acts of the Apostles“ von 1973[7], Luba Eleen in ihrem Aufsatz „Acts Illustrations in Italy and Byzantium“ von 1977[8] und Janetta Rebold Benton in ihrem Aufsatz „Some Ancient Mural Motifs in Italien Painting around 1300“ von 1985[9] auf die gleichen Ergebnisse. Joseph Garber untersuchte in seinem Buch „Wirkungen der frühchristlichen Gemäldezyklen der alten Peters- und Pauls-Basiliken in Rom“ von 1918 das Verhältnis zwischen Cavallini und Giotto.[10] Herbert L. Kessler hat ebenso Vorarbeit an einer allegorischen Analyse des Gesamtzyklus von San Paolo fuori le Mura in seinem Buch „Studies in Pictorial Narrative“ von 1994 geleistet.[11] Ebenso ist er ein Vorreiter einer Analyse nach typologischen Verknüpfungen in seinem Aufsatz „The Meeting of Peter and Paul in Rome: An Emblematic Narrative of Spiritual Brotherhood“ von 1987, überprüft diese jedoch nicht nach einer Typologie in zeitlichem Kontext.[12]

So lehnten Joseph Wilpert in seiner Reihe „Die römischen Mosaiken und Malereien der kirchlichen Bauten vom IV. bis XIII. Jahrhundert“ von 1916[13] und auch Karl Kunstle in seinem Buch „Ikonographie der christlichen Kunst“ von 1928[14] eine Existenz von Typologie im Gesamtzyklus ab, wahrend Sabine Schrenk in ihrem Buch „Typos und Antitypos in der frühchristlichen Kunst“ von 1995[15] dagegen halt, dass nur in der frühchristlichen Ausstattung keine Typologie vorhanden war. Mit der Leserichtung haben sich John White in seinem Aufsatz „ Cavallini and the Lost Frescoes in S. Paolo“ von 1956[16], Herbert L. Kessler in seinem Buch „Studies in Pictorial Narrative“ von 1994[17] und William Tronzo in seinem Artikel „The Shape of Narrative“ von 2000[18], wobei er auf eine interessante These bezüglich des Lichts im Kirchenraum kommt, beschäftigt. Italienisch- und französischsprachige Texte konnte ich nicht untersuchen, da meine Sprachkenntnisse hierfür nicht ausreichten.

1. Typologie und Geschichte

1.1 Geschichte

Kaiser Konstantin initiierte den Bau der Basilika, welche 324 von Papst Silvester I. geweiht wurde. Nach einem Umbau, welcher 395 von Honorius vollendet wurde[19], kam es nur noch zu kleineren baulichen Eingriffen. Im fünften Jahrhundert entstand unter Papst Leo dem Großen (440-461) der über zwei Register laufende Gemäldezyklus, der alttestamentliche Szenen in der Südseite und Szenen aus dem Leben des Apostels Paulus in der Nordseite beinhaltete. Das Grundkonzept des Zyklus wurde auch während der Restaurierungen nicht verändert.[20] Unter Papst Nikolaus III. (1277-80) kam es zwischen 1282 und 1290 an der Südwand und zwischen 1277 und 1279 an der Nordwand zu einer aufwendigen Restaurierung und Modernisierung durch Pietro Cavallini.[21] Zuletzt lies Kardinal Gabriele Condulmer unter Papst Martin V. (1417-1431) eine Restaurierung und Modernisierung durchfuhren.[22]

[...]


[1] S.u. unter Forschungsstand.

[2] Vgl. Kessler, Herbert L.: The Meeting of Peter and Paul in Rome: An Emblematic Narrative of Spiritual Brotherhood. In: Dumbarton Oaks, Trustees for Harvard University: Dumbarton Oaks Papers. JG 46, Heft 41. 1987.

[3] Vgl. Garber, Joseph: Wirkungen der frühchristlichen Gemäldezyklen der alten Peters- und Pauls-Basiliken in Rom. Berlin/Wien 1918.

[4] Vgl. White, John: Cavallini and the Lost Frescoes in S. Paolo. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes. JG 16, Heft 19 (1/2), 1956.

[5] Vgl. Eleen, Luba: The Frescoes from the Life of St. Paul in San Paolo fuori le mura in Rome: Early Christian or Mediaeval? In: RACAR 12, 1985.

[6] Vgl. Kitzinger, Ernst: The Byzantine Contribution to Western Art of the Twelfth and Thirteenth Centuries. In: Dumbarton Oaks Papers. JG 25, Heft 20, 1966.

[7] Vgl. Kessler, Herbert L.: A Rare Illustrated Acts of the Apostles. In: Dumbarton Oaks Papers, JG 32. Heft 27, 1973.

[8] Vgl. Eleen, Luba: Acts Illustration in Italy and Byzantium. In: Dumbarton Oaks Papers, JG 36. Heft 31, 1977.

[9] Vgl. Benton, Janetta Rebold: Some Ancient Mural Motifs in Italien Painting around 1300. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte. JG 53, Bd. 48, Heft 2, 1985.

[10] Vgl. Garber 1918.

[11] Vgl. Herbert L.: Studies in Pictorial Narrative. London 1994.

[12] Vgl. Kessler 1987.

[13] Vgl. Wilpert, Joseph: Die römischen Mosaiken und Malereien der kirchlichen Bauten vom IV. bis XIII. Jahrhundert. Bd. 2. Freiburg im Breisgau 1916, S. 582-624.

[14] Vgl. Kunstle, Karl: Ikonographie der christlichen Kunst. Erster Band. Freiburg im Breisgau 1928.

[15] Vgl. Schrenk, Sabine: Typos und Antitypos in der frühchristlichen Kunst. In Jahrbuch für Antike und Christentum. Ergänzungsband 21, 1995.

[16] Vgl. White 1956.

[17] Vgl. Kessler 1994.

[18] Vgl. Tronzo, William: The Shape of Narrative. In: Roma nell'altro medioevo. Settimane di studio del centro Italiano di studi sull'altro medioevo: 27 aprile – 1 maggio 2000. Rom 2001, S. 457-487.

[19] Zu den baulichen Maßnahmen siehe auch: Brandenburg, Hugo: Die Basilika von Sankt Paul vor den Mauern in Rom und der Dom zu Trier. Zwei kaiserliche Großbauten des ausgehenden vierten Jahrhunderts. In: Bonner Jahrbücher. JG 167 Heft 209. Darmstadt 2009, S. 147-188.

[20] Vgl. Andaloro, Maria: Die Kirchen Roms. Ein Rundgang in Bildern. Mittelalterliche Malereien in Rom 312-1431. Mainz am Rhein 2008, S. 97.

[21] Vgl. White 1956, S. 85.

[22] Vgl. Andaloro 2008, S. 97.; Siehe auch: Buchowiecki, Walther: Handbuch der Kirchen Roms. Bd 1, Wien 1967, S.214-216.

[23] Vgl. Waetzold, Stephan: Die Kopien des 17. Jahrhunderts nach Mosaiken und Wandmalereien in Rom. Wien/München 1964.

[24] Vgl. Eleen 1977, S. 275.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Moses und Paulus in San Paolo fuori le Mura
Hochschule
Universität Leipzig  (Insitut für Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Alttestamentliche Szenen in der Wandmalerei Italiens
Autor
Jahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V311807
ISBN (eBook)
9783668105591
ISBN (Buch)
9783668105607
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
San Paolo fuori le Mura, Alttestamentliche Mosaikzyklen, Mosaik, Zyklus, Wandmalerei, Paulus, Moses, Basilika, Pietro Cavallini, Typologie, Herbert Kessler, Herbert L. Kessler, The Meeting of Peter and Paul in Rome
Arbeit zitieren
Arne Böttger (Autor), 2012, Moses und Paulus in San Paolo fuori le Mura, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311807

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