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Möglichkeiten und Grenzen der psychosozialen Integration von Suchtklienten

Title: Möglichkeiten und Grenzen der psychosozialen Integration von Suchtklienten

Diploma Thesis , 2003 , 115 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Meike Sille (Author)

Social Work
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„Das Ziel eines jeden Süchtigen ist ein letales“ (K.-H. WIESER). Dieser Satz meines Dozenten in einer Seminarsitzung verfolgte mich ständig in der Auseinandersetzung mit dem Thema und lässt sich in diesem Gedicht wiederfinden.
Der Autor und der Empfänger des Gedichtes, beide ehemalige Heroinkonsumenten, sind sehr gute Freunde von mir.
Das Thema Drogen und Sucht begann mich nach meinem Umzug nach Berlin zu berühren. Von da an wurde ich ständig mit Drogen konfrontiert. Ich lernte viele Leute kennen, die früher Drogen genommen hatten, aktuell Drogen nehmen und sammelte selber Erfahrungen mit psychoaktiven Substanzen, was mich zu einer intensiven und sehr persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema der stoffgebundenen Süchte führte. Weiterhin wurde ich im Gegensatz zu früher auch durch das Stadtbild mit diesem Thema konfrontiert, denn in meiner Heimatstadt habe ich nie zugesehen, wie sich jemand Heroin in seine Venen spritzt.
Aus diesem Grund wählte ich im Rahmen meines Studiums den Projektschwerpunkt „Sucht und Psychotherapie“, jedoch auch, weil ich plante, nach meinem Studium der Sozialarbeit/-pädagogik eine Weiterbildung zur Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin im analytisch begründeten Verfahren zu machen.
Mein Amtspraktikum absolvierte ich bei der Gerichts- und Bewährungshilfe im Bezirk Spandau. Hier kam ich des Öfteren mit drogenabhängigen Menschen in Kontakt. Mein großes Interesse für das Arbeitsfeld Sucht und Drogenhilfe veranlassten mich, mein zweites Praktikum im Drogenhilfebereich zu wählen. Ich arbeitete im Arbeitsprojekt ABO (Arbeit – Bildung – Orientierung) der Drogenberatungsstelle BOA e.V. (Begegnung – Orientierung – Anfang) in Berlin-Tiergarten. Mein Schwerpunkt innerhalb des Praktikums lag in der schulischen und beruflichen (Re-) Integration von substituiert lebenden, ehemals heroinabhängigen Menschen. Mittlerweile führe ich psychosoziale Betreuungstätigkeiten in Bezug auf Arbeit, Bildung und Qualifizierung im gleichen Projekt durch.
Die privaten wie auch beruflichen Erfahrungen und die theoretische Auseinandersetzung innerhalb meines Projektseminars „Sucht und Psychotherapie“ konfrontierten mich permanent mit Substanzabhängigkeit. Die positiven Erfahrungen mit meinen Klienten und nicht zuletzt die mehrjährige Heroinabhängigkeit der bereits erwähnten Freunde gaben mir den Anstoß, mein Diplomarbeitsthema aus diesem Bereich zu wählen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Motivation

2. Fragestellung und Arbeitsplan

2.1 Fragestellung

2.2 Arbeitsplan

3. Informationsquellen

II. Eigene Erfahrungen mit dem Thema Drogenabhängigkeit

1. Das Projekt

2. Ablauf des Praktikums

3. Problematische Aspekte der Arbeit

4. Charakteristische und problematische Ereignisse

5. Erfahrungen mit mir selbst

III. Darstellung und Analyse der Heroinabhängigkeit

1. Phänomenale Fragestellung: Darstellung der Heroinabhängigkeit

1.1 Begriffsanalyse

1.1.1 Begriff der Sucht

1.1.2 Begriff der Abhängigkeit

1.1.3 Eigene definitorische Festlegung

1.2 Die Droge Heroin

1.2.1 Geschichte des Heroins

1.2.2 Die Substanz

1.2.3 Wirkung

1.3 Psychosoziale Merkmale der Heroinabhängigkeit

1.4 Verlauf und Prognose

1.5 Ausbreitung in der Gesellschaft

2. Kausale Fragestellung: Ursachen der Heroinabhängigkeit

2.1 Biologische Erklärungen

2.2 Psychologische Erklärungen

2.2.1 Ich-psychologische Suchttheorie bei KRYSTAL und RASKIN (1970)

2.2.1.1 Das Ich und die Affekte

2.2.1.2 Objekt- und Selbstrepräsentanz

2.2.1.3 Die Veränderung des Bewusstseins

2.2.2 Lerntheorien

2.2.3 Systemische Ansätze

2.3 Soziologische Erklärungen

2.4 Erkenntnistheoretische Einordnung der Ich-psychologischen Suchttheorie von KRYSTAL und RASKIN

2.4.1 Der mystisch-magische Erkenntnisweg

2.4.2 Der deduktiv-dogmatische Erkenntnisweg

2.4.3 Der induktiv-empiristische Erkenntnisweg

2.4.4 Der deduktiv-theoriekritische Erkenntnisweg

2.4.5 Der dialektisch-materialistische Erkenntnisweg

2.4.6 Der Erkenntnisweg der Aktionsforschung

2.4.7 Erkenntnistheoretische Bilanz

3. Aktionale Fragestellung: Umgang mit Heroinabhängigkeit

3.1 Umgang mit Heroin in anderen Gesellschaften

3.2 Reaktionen in unserer Gesellschaft

3.2.1 Politische Reaktionen

3.2.2 Sanktionierende Reaktionen

3.2.2.1 Strafrechtliche Sanktionen

3.2.2.2 Außerstrafrechtliche Maßnahmen

3.2.3 Pädagogische Reaktionen

3.2.4 Präventive Reaktionen

3.2.5 Therapeutische Reaktionen

3.3 Vorgeschichte der Reaktionen in Deutschland

3.4 Reformvorschläge

3.4.1 Reformvorschläge in der öffentlichen Diskussion

3.4.2 Eigene Reformvorschläge

IV. Darstellung der Substitutionsbehandlung

1. Kurzdefinition „Substitutionsbehandlung“

2. Historischer Hintergrund

2.1 Die Entwicklung von Methadon

2.2 Erste Substitutionsversuche mit Methadon in Deutschland

3. Heutige Situation

3.1 Rechtliche Grundlagen

3.2 Anzahl der substituierten Menschen

3.3 Verschiedene Substitutionsprogramme

3.3.1 Kurzzeitprogramme

3.3.2 Mittelfristige Programme

3.3.3 Langzeitprogramme

4. Therapiebeispiel: Anne H.

5. Typische Merkmale der therapeutischen Arbeit und Behandlungsziele

6. Psychologisches Grundkonzept und Konzept zur Entstehung von Sucht

7. Spezifische Konzepte zu den Wirkmechanismen der Therapie

8. Kritische Diskussion

V. Die Bedeutung der Substitution für Heroinabhängige

1. Ergebnisse aus der Fachliteratur

1.1 Gesundheitlicher Zustand

1.2 Psychische Situation

1.3 Beikonsum

1.4 Soziale Stabilisierung

1.5 Opiatabstinenz

2. Ergebnisse aus Gesprächen mit Experten

3. Ergebnisse aus einem Interview mit einer Betroffenen

4. Ergebnisse aus den eigenen Erfahrungen

5. Resümierende Bilanz

VI. Bedeutung für die soziale Praxis

VII. Rückblick und Ausblick

VIII. Quellenverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Diplomarbeit untersucht die psychosozialen Möglichkeiten und Grenzen der Integration von süchtigem Klientel, wobei der Fokus gezielt darauf liegt, welchen Beitrag die Substitutionsbehandlung zur psychosozialen Reintegration von heroinabhängigen Menschen leisten kann.

  • Analyse der theoretischen Hintergründe und Ursachen von Heroinabhängigkeit
  • Darstellung der Substitutionsbehandlung als Therapieform und deren rechtlicher Rahmen
  • Untersuchung der psychosozialen Betreuung im Kontext der Substitution
  • Reflektion der eigenen praktischen Erfahrungen in der Drogenhilfe (Projekt ABO)
  • Diskussion über Erfolgsfaktoren und Grenzen bei der beruflichen und sozialen Integration

Auszug aus dem Buch

Die Veränderung des Bewusstseins

Schließlich machen KRYSTAL und RASKIN auf bewusstseinsverändernde Aspekte der psychoaktiven Wirkung von Drogen aufmerksam. Hier spiele auch die Abwehr beziehungsweise der Schutz vor Affekten eine ausschlaggebende Rolle.

„Diese Gefahr wird durch eine Art ‚Ausweichen’, das heißt durch ein mangelndes Bewusstsein der Affekte abgewehrt, und die Droge in dem Augenblick genommen, bevor Angst, Depression, Langeweile und/oder andere als sehr schmerzhaft erlebte unangenehme Zustände ins Bewusstsein dringen können“ (ebd., S.75).

In diesem Zusammenhang erwähnen die Autoren vier verschiedene Verarbeitungsmuster, die zur emotionalen Veränderung und Vermeidung schmerzhafter Affekte angewendet werden können:

Anästhesie und Analgesie: Der schmerzhafte Affekt wird im Sinne einer Reduzierung des Bewusstseins bis hin zum Schlaf blockiert beziehungsweise narkotisiert.

„Mit abnehmender Wachheit verringern sich die Vorstellungsanteile von Affekten zunächst zu Träumen, um dann ganz zu verschwinden“ (ebd., S.97).

Innere Konflikte und Über-Ich-Spannungen können somit herabgesetzt werden und schaffen einen zeitlich begrenzten Zustand der Erleichterung.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Motivation und methodischer Rahmen für die Untersuchung der psychosozialen Integrationsmöglichkeiten von Suchtklienten.

II. Eigene Erfahrungen mit dem Thema Drogenabhängigkeit: Reflexion der praktischen Tätigkeit in einem Projekt zur beruflichen Wiedereingliederung von substituierten Menschen.

III. Darstellung und Analyse der Heroinabhängigkeit: Theoretische Auseinandersetzung mit Suchtursachen, psychodynamischen Modellen und gesellschaftlichen Reaktionen.

IV. Darstellung der Substitutionsbehandlung: Historischer Überblick, heutige rechtliche Situation und methodische Aspekte der therapeutischen Begleitung.

V. Die Bedeutung der Substitution für Heroinabhängige: Zusammenfassung der Ergebnisse aus Fachliteratur, Experteninterviews und eigenen Erfahrungen hinsichtlich der Stabilisierung.

VI. Bedeutung für die soziale Praxis: Diskussion der Rolle der Sozialpädagogik bei der Begleitung von substituierten Klienten.

VII. Rückblick und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse und Anregungen für die zukünftige Drogenpolitik.

VIII. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen und ergänzenden Literatur.

Schlüsselwörter

Heroinabhängigkeit, Substitutionsbehandlung, Methadon, psychosoziale Betreuung, Suchttherapie, Drogenhilfe, Integration, Arbeitsprojekt, Sozialarbeit, Ich-psychologische Suchttheorie, psychoanalytische Therapie, psychosoziale Stabilisierung, Suchtprävention, Rehabilitation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der psychosozialen Integration von heroinabhängigen Menschen, insbesondere unter Berücksichtigung der Substitutionsbehandlung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Neben der theoretischen Herleitung von Suchtursachen stehen die Darstellung der Substitutionspraxis, der Stellenwert psychosozialer Betreuung und die Herausforderungen bei der beruflichen Integration im Mittelpunkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, was die Substitutionsbehandlung konkret für die psychosoziale Integration von Heroinabhängigen leisten kann und welche Rolle die fachliche Betreuung dabei spielt.

Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?

Die Arbeit nutzt insbesondere die ich-psychologische Suchttheorie von Krystal und Raskin sowie systemische und lerntheoretische Erklärungsmodelle zur Analyse der Abhängigkeitsdynamik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Abhängigkeit (Phänomenologie/Ursachen), die Geschichte und Praxis der Substitution sowie die Auswertung von Erfahrungen aus der Fachliteratur und eigenen praktischen Einsätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Heroinabhängigkeit, Substitution, psychosoziale Betreuung, Suchtursachen, Integration und Drogenpolitik.

Wie spielt das Thema Arbeit eine Rolle im Kontext der Drogenhilfe?

Die Arbeit betont, dass Erwerbstätigkeit ein wesentlicher Baustein für die gesellschaftliche Reintegration ist, weshalb Arbeitsprojekte eine zentrale Rolle bei der Stärkung sekundärer Arbeitstugenden einnehmen.

Welche Bedeutung kommt der psychosozialen Betreuung bei einer Substitution zu?

Die psychosoziale Betreuung ist essenziell, um neben der rein medizinischen Substitution auch die Lebensumstände zu verbessern und den Klienten bei der Aufarbeitung psychischer Konflikte und der sozialen Orientierung zu unterstützen.

Gibt es spezifische Erkenntnisse aus der eigenen praktischen Erfahrung der Autorin?

Die Autorin hebt hervor, dass eine stabile Beziehung zwischen Betreuer und Klient sowie ein niedrigschwelliger Zugang zu Arbeitsprojekten entscheidend für den therapeutischen Erfolg sind.

Excerpt out of 115 pages  - scroll top

Details

Title
Möglichkeiten und Grenzen der psychosozialen Integration von Suchtklienten
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Course
Sucht und Psychotherapie
Grade
1,0
Author
Meike Sille (Author)
Publication Year
2003
Pages
115
Catalog Number
V31184
ISBN (eBook)
9783638322621
ISBN (Book)
9783640141135
Language
German
Tags
Möglichkeiten Grenzen Integration Suchtklienten Sucht Psychotherapie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Meike Sille (Author), 2003, Möglichkeiten und Grenzen der psychosozialen Integration von Suchtklienten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31184
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