Jugendsprache


Seminararbeit, 2004

11 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionsversuche

3 Jugendsprache als Spielzeug der Medien

4 Kritik an populistischen Wörterbüchern

5 Kulturverfall durch Jugendsprache?

6 Neue Ansätze der Jugendsprachforschung

7 Resümee

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Analhusten’, ‚ Moppelkotze’Hackfresse’ und ‚ Nuttenpfiffi’ – diesen und anderen Ausdrücken begegnet man in PONS „Wörterbuch der Jugendsprache“[1]. Veröffentlichungen dieser Art sind in immer größerer Fülle erschienen mit der angeblichen Absicht Jugendsprache zu erklären. Doch können solche Publikationen herangezogen werden, wenn es darum geht eine Definition von Jugendsprache zu finden? Reicht es aus, die Sprache der Jugend auf einige besonders prägnante und oftmals (insbesondere den Erwachsenen) schockierende Ausdrücke zu reduzieren?

Angelehnt an den Artikel „Jugendsprache und Jugendkultur“ von Peter Schlobinski[2] soll diese Frage im folgenden thematisiert werden. Dabei wird deutlich, dass Jugendsprache weitaus mehr Faktoren beinhaltet als bloße Ausdrücke und Formeln. Die folgenden Kapitel geben Aufschluss über Forschungsansätze und Kritik an diesen, sowie über Vorurteile und Meinungen, die in den letzten Jahren, insbesondere durch die Medien publik wurden.

(In diesem Sinne wünsche ich chilliges Readen meiner hoffentlich endgeilen und abgefahrenen flowigen Arbeit!)

2 Definitionsversuche

Nach der Ansicht von Helmut Henne ist Jugendsprache eine spezifische Sprech- und Schreibweise, die Jugendlichen zur Sprachprofilierung und zur Identitätsfindung verhilft. Er beschreibt sie als ein spielerisches Sekundärgefüge mit bestimmten Merkmalen, zu denen Grüße, Anreden, Partnerbezeichnungen, griffige Namen, Sprüche, flotte Redensarten, stereotype Floskeln, metaphorische und meist hyperbolische Sprechweisen, Repliken mit Entzückungs- und Verdammungswörtern, Sprachspielereien, Lautverkürzungen, Lautschwächungen sowie Lautwörterkommunikationen, Wortbildungen und Worterweiterungen zählen.[3]

Allgemeiner formuliert, sollte man annehmen, dass Jugendsprache die Sprache der Jugend ist. Doch nicht alle Jugendlichen sprechen eine einheitliche und nur für sie bestimmte Sprache, wie sie Henne formuliert. Da Jugendliche in zwei unterschiedlichen Wertewelten leben, zum einen in der Welt der Erwachsenen und zum anderen in der ihrer Altersgenossen, benutzen sie auch, je nachdem mit wem sie gerade kommunizieren, unterschiedliche, angemessene Sprechweisen.

Aber auch anhand der sogenannten jugendlichen Sprechweise lässt sich nicht festmachen, ob eine Person jugendlich ist, oder nicht. Dies wird deutlich anhand der Tatsache, dass es auch zahlreiche Erwachsene gibt, die sich der Jugendsprache bedienen um sich jung zu fühlen. Der Stellenwert von Jugend in der heutigen Gesellschaft ist ernorm groß. Insbesondere die Medien tragen zum Streben nach ewiger Jugend bei. Produkte werden von jungen Menschen angepriesen und die zahlreichen Publikationen, wie Lexika mit Erklärungen zu jugendlichen Ausdrücken, tragen dazu bei, dass der Begriff Jugendsprache zum Mythos wird. Eine wirkliche Definition gibt es jedoch nicht.

3 Jugendsprache als Spielzeug der Medien

Seit den achtziger Jahre gibt es zahlreiche Publikationen zum Thema Jugendsprache oder Jugendslang, die nicht nur von Jugendlichen, sondern auch gerne von Erwachsenen gelesen werden. Eines der bekanntesten Beispiele ist das Buch „Laß uns mal ne Schnecke angraben“[4] von Claus-Peter Müller-Thurau, das in die Bestsellerlisten aufgenommen wurde. Das Motto dieses Buches – Verstehe die Jugend besser, indem du ihre Sprache erlernst – ist „ein gutes Rezept, wenn es funktionieren würde“[5]. Ähnlich verhält es sich mit dem Werk „affengeil. Ein Lexikon der Jugendsprache“[6] von Hermann Ehmann. Das Lesen solcher Werke ist gewiss amüsant, doch fragt man sich, welche Quelle die Autoren für ihre gesammelten angeblich jugendsprachlichen Redewendungen hatten. Der Verdacht liegt nahe, dass diese lediglich aus erhörten Beispielen stammen oder schlichtweg erfunden sind. Henne spricht in diesem Zusammenhang vom Versatzstücken der Medien. Insbesondere die Werbung macht sich die Popularität solcher Lexika zunutze, indem sie bestimmte Wörter herausgreift um Jugendliche gezielter anzusprechen. „Jugendsprache wird medial funktionalisiert, das soll heißen: Sie wird zu einem Spielzeug der Medien“[7], das dem Leser vorgaukelt, er könne einerseits durch das Benutzten bestimmter Redewendungen ein jugendliches Image bewahren und andererseits mit dem Erlernen der Jugendsprache einen Einblick in die Jugend gewinnen .

[...]


[1] PONS Wörterbuch der Jugendsprache. Ernst Klett Sprachen GmbH, Stuttgart 2002.

[2] Peter Schlobinski: Jugendsprache und Jugendkultur. Aus: Politik und Zeitgeschichte. B5/2002

[3] Vgl.: Helmut Henne: Jugend und ihre Sprache – Darstellung, Materialien, Kritik. de Gruyter, Berlin u. New York 1986, S. 208ff.

[4] Claus-Peter Müller-Thurau: Laß’ uns mal ’ne Schnecke angraben – Sprache und Sprüche der Jugendszene. Econ, Düsseldorf u. Wien 1983.

[5] Peter Schlobinski: A.a.O.

[6] Hermann Ehmann: affengeil – Ein Lexikon der Jugendsprache. C.H. Beck, München 1982.

[7] Helmut Henne: A.a.O., S. 198.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Jugendsprache
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Öffentlicher Sprachgebrauch
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V31189
ISBN (eBook)
9783638322652
ISBN (Buch)
9783640157389
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Jugendsprache, Sprachgebrauch
Arbeit zitieren
Birte Glass (Autor), 2004, Jugendsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31189

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