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Eine kritische Betrachtung des kategorischen Imperativs in anthropologischer Perspektive

"Ist der kategorische Imperativ mit der conditio humana vereinbar?"

Title: Eine kritische Betrachtung des kategorischen Imperativs in anthropologischer Perspektive

Term Paper , 2015 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: stud.phil. Wilhelm Weber (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Summary Excerpt Details

Im ersten Teil der vorliegenden Hausarbeit gibt es einen Abriss über das Moralsystem von Kant mit der zentralen Frage, inwieweit der kategorische Imperativ darin zu verorten ist. Zentrale Quelle in dieser Hausarbeit ist Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.

Dies soll zeigen, was es mit dem kategorischen Imperativ sowie der kantischen Ethik insgesamt auf sich hat. Dazu wird auf Darstellungen zum kategorischen Imperativ sowohl von Paton als auch von Pieper zurückgegriffen. Der nachfolgende Abschnitt widmet sich einem Hauptkritiker der kantischen Moralphilosophie. Zentraler Gegenstand ist die Realisierbarkeit des kategorischen Imperativs in der menschlichen Lebenswelt im Horizont von Hegels Unterscheidung zwischen Moralität und Sittlichkeit. Ein zentraler Aspekt ist darüber hinaus die Tatsache, dass hinsichtlich der hegelschen Kritik am kategorischen Imperativ interessante Darlegungen von Habermas und Römpp generelle Kritik an Kants Herzstück seiner Moralphilosophie in Betracht gezogen werden.

In diesem Schwerpunkt fließen neben Hegel nicht unwichtige Ausführungen von Habermas zum kategorischen Imperativ ein. Im weiteren Verlauf ist der Frage nachzugehen, wie es sich mit dem kategorischen Imperativ angesichts der menschlichen Fehlbarkeit verhält. Dazu werden Augustins Auffassung vom Bösen als Mangel an Gutem sowie wesentliche Aspekte der kantischen Anthropologie und sein Verständnis vom radikal Bösen hinzugezogen.

Eine zusammenfassende Darstellung zur Augustins Sicht vom Bösen als Privation des Guten wird sich auf Abhandlungen von Kruhöffer beziehen. Daran anschließend erfolgt eine nähereBetrachtung zur Kants Anthropologie sowie seiner Haltung zur menschlichen Fehlbarkeit auf der Basis eines aufschlussreichen Artikels von Joachim Heil aus der Internationalen Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik. Den Abschluss bildet eine Zusammenführung aller Ergebnisse über den kategorischen Imperativ in Bezug auf den Menschen als das Produkt seiner Umwelt sowie hinsichtlich der moralischen Unzulänglichkeit des Menschen. Darüber hinaus werden aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen gezogen, woran eine persönliche Stellungnahme, welche die erkenntnisleitende Frage im Titel dieser Hausarbeit zu beantworten versucht, zum kategorischen Imperativ anschließt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der kategorische Imperativ aus kritischer Perspektive

2. Zentrale Themenschwerpunkte und Vorgehensweise

3. Kants Ethik und die Funktion des kategorischen Imperativs

3.1 Kants Moralphilosophie im Allgemeinen

3.2 Der kategorische Imperativ

4. Hegels Einwand der Entfremdung des kategorischen Imperativs von der menschlichen Lebenswirklichkeit

5. Kants Moralphilosophie im Spiegel seiner Anthropologie

5.1 Augustin: Das Übel als Mangel an Guten

5.2 Kants Betrachtungen zur Fehlbarkeit des Menschen

6. Schlussfolgerungen zum kategorischen Imperativ angesichts der conditio humana

7. Persönlicher Standpunkt zum kategorischen Imperativ angesichts menschlicher Fehlbarkeit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht kritisch, inwieweit Kants kategorischer Imperativ mit der tatsächlichen menschlichen Lebenswirklichkeit, der sogenannten conditio humana, vereinbar ist. Dabei steht die Frage im Zentrum, ob das rein vernunftbasierte Moralmodell der Fehlbarkeit des Menschen gerecht werden kann oder ob es durch Hegels Einwände sowie anthropologische Erkenntnisse als zu abstrakt entlarvt wird.

  • Analyse der Funktion und Struktur des kategorischen Imperativs in Kants Moralphilosophie.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Hegels Einwand der Entfremdung von Moralität und Lebenswirklichkeit.
  • Untersuchung der menschlichen Fehlbarkeit durch augustinische und kantische Perspektiven auf das Böse.
  • Diskussion der Bedeutung von Sozialisation und Umwelt für das moralische Handeln des Menschen.
  • Erarbeitung eines persönlichen Standpunkts zur Realisierbarkeit moralischer Maximen.

Auszug aus dem Buch

1. Der kategorische Imperativ aus kritischer Sicht

Der kategorische Imperativ bildet das Herzstück der kantischen Moralphilosophie. Der kategorische Imperativ scheint den Eindruck zu erwecken, eine intellektuelle Ausformulierung der goldenen Regel zu sein, aber dies wurde von Kant auf keinen Fall beabsichtigt. Durch die Beifügung des Attributes „kategorisch“ entsteht der Anschein, dass das Kernstück der kantischen Ethik einen universalen Geltungsanspruch erhebt und bedingungslos zu akzeptieren ist. Manche Kritiker gehen sogar so weit, dass der kategorische Imperativ eine dominante Stellung gegenüber allen anderen Ethikkonzeptionen einzunehmen verlangt. Kant hatte keineswegs die Absicht, in einem moralischen Chauvinismus zu verfallen oder einen polemischen Disput zwischen unterschiedlichen Ethikmodellen auszulösen.

Vielmehr ging es Kant um die Suche nach einem Gradmesser dafür, Handlungsgrundsätze sowie Prinzipien des Willens auf moralische Angemessenheit zu prüfen. Die bekannteste Fassung des kategorischen Imperativ lautet: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ Welche Funktion der kategorische Imperativ in Kants Moralphilosophie erfüllt und wie Kants Ethik in seiner Gesamtheit konzipiert ist, wird in einem weiteren Abschnitt behandelt werden.

Der nicht zu verkennende Universalismus des kategorischen Imperativs ist einer von vielen angeführten Kritikpunkten gegen Kants Kernstück seiner Ethik. Allem voran muss sich der kategorische Imperativ oft der Frage stellen, wie er mit den menschlichen Lebensbedingungen vereinbar ist. Wie sich der kategorische Imperativ zur conditio humana verhält, wird das zentrale Thema der vorliegenden Hausarbeit sein. Selbst namenhafte Literaten wie Friedrich Schiller oder Heinrich Heine haben eine polemische Haltung gegenüber Kants Quintessenz seiner Moralphilosophie eingenommen, dass für Kant die emotionale Seite des Menschen bedeutungslos zu sein scheint. In ganzer Fülle hat Hegel den kategorischen Imperativ einer kritischen Betrachtung unterzogen. Hegel nahm eine Differenzierung zwischen Moralität und Sittlichkeit vor. Die Moralität ist im Inneren des Menschen zu verorten, während Sittlichkeit als gelebte Moralität zu verstehen ist. Hegel legte sich darauf fest, dass der kategorische Imperativ nur im Bereich der Moralität vorzufinden sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der kategorische Imperativ aus kritischer Perspektive: Einführung in das Thema unter Berücksichtigung der kritischen Rezeption Kants und der Fragestellung zur Vereinbarkeit mit der conditio humana.

2. Zentrale Themenschwerpunkte und Vorgehensweise: Darstellung der methodischen Vorgehensweise und der zentralen Quellen, insbesondere der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.

3. Kants Ethik und die Funktion des kategorischen Imperativs: Erläuterung des kantischen Vernunftbegriffs und der Rolle des kategorischen Imperativs als Prüfstein für subjektive Maximen.

4. Hegels Einwand der Entfremdung des kategorischen Imperativs von der menschlichen Lebenswirklichkeit: Diskussion von Hegels Kritik, der zufolge Kants Ethik aufgrund der Trennung von Sollen und Sein an der Lebensrealität vorbeigehe.

5. Kants Moralphilosophie im Spiegel seiner Anthropologie: Untersuchung der menschlichen Fehlbarkeit unter Einbezug Augustins sowie Kants eigener Schriften zum radikal Bösen.

6. Schlussfolgerungen zum kategorischen Imperativ angesichts der conditio humana: Zusammenführung der Ergebnisse, die eine Vernachlässigung realer Lebensverhältnisse durch Kants Theorie aufzeigen.

7. Persönlicher Standpunkt zum kategorischen Imperativ angesichts menschlicher Fehlbarkeit: Abschließende Reflexion des Autors, die für einen ethischen Empirismus plädiert, welcher auch extrinsische, umweltbedingte Faktoren berücksichtigt.

Schlüsselwörter

Kategorischer Imperativ, Immanuel Kant, Moralphilosophie, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Sittlichkeit, Moralität, conditio humana, Fehlbarkeit, Maximen, Vernunft, Autonomie, praktische Philosophie, Ethik, Lebenswirklichkeit, ethischer Empirismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer kritischen Prüfung der kantischen Moralphilosophie, insbesondere des kategorischen Imperativs, im Hinblick auf seine praktische Umsetzbarkeit und Vereinbarkeit mit der menschlichen Natur.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Differenz zwischen Moralität und Sittlichkeit, die anthropologischen Grundlagen menschlichen Handelns sowie die Rolle von Erziehung und Umwelt für das ethische Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es zu erörtern, ob der kategorische Imperativ aufgrund seines universalen Anspruchs an der komplexen und fehlerhaften Lebensrealität des Menschen scheitert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse philosophischer Quellen, insbesondere Werke von Kant, Hegel und Habermas, sowie ergänzende anthropologische und psychologische Perspektiven.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der kantischen Ethik, vergleicht diese mit Hegels Einwänden zur Entfremdung und untersucht das menschliche Böse unter anthropologischen Gesichtspunkten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem kategorischer Imperativ, Sittlichkeit, moralische Fehlbarkeit, conditio humana und ethischer Empirismus.

Warum bezieht der Autor Augustin in die Untersuchung ein?

Augustins Verständnis des Bösen als Mangel an Gutem (privatio boni) dient Kant als anthropologische Stütze, um die moralische Unzulänglichkeit des Menschen zu erklären.

Welches Fazit zieht der Autor zur Relevanz von Kants Ethik?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Kants Ethik zwar das rationale Prüfen von Handlungsprinzipien ermöglicht, jedoch die prägende Kraft von Umwelt, Sozialisation und Gefühlswelt vernachlässigt.

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Details

Title
Eine kritische Betrachtung des kategorischen Imperativs in anthropologischer Perspektive
Subtitle
"Ist der kategorische Imperativ mit der conditio humana vereinbar?"
College
University of Rostock  (Philosophisches Institut)
Course
Praktische Philosophie I/Ethik (P) – Kurs II
Grade
2,3
Author
stud.phil. Wilhelm Weber (Author)
Publication Year
2015
Pages
21
Catalog Number
V311891
ISBN (eBook)
9783668108165
ISBN (Book)
9783668108172
Language
German
Tags
eine betrachtung imperativs perspektive imperativ
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
stud.phil. Wilhelm Weber (Author), 2015, Eine kritische Betrachtung des kategorischen Imperativs in anthropologischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311891
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