Im Zuge der Einbindung des Internets in den Informationsbeschaffungs- und -ver-arbeitungsprozess haben sich die Anforderungen an Informationssysteme grund¬legend geändert. Zum einen wurden neue Hardwarekomponenten, wie internetfähige Handys, Personal Digital Assistents (PDA) oder Handhelds entwickelt. Zum anderen gibt es eine immer größere Anzahl verschiedenster Softwareanwendungen die, in Form verteilter Applikationen, zusammenarbeiten müssen. Die so entstandene und fortschreitende Heterogenität in der IT-Welt lässt sich nicht mehr adäquat auf Basis eines einzelnen Betriebssystems bedienen. Daher wurden Systemplattformen wie Microsoft.NET oder J2EE entwickelt. Sie stellen die Entwicklungs- und Laufzeitumgebungen für plattformunabhängige und verteilte Softwarearchitekturen bereit.
Unabhängig von den Konzepten der beiden Plattformen kann dieses Ziel nur erreicht werden, wenn allgemein anerkannte Standards genutzt werden, um die Integration unterschiedlicher Softwareprodukte in eine Vielzahl von Hardwarekomponenten zu gewährleisten. Unter einem Standard versteht man eine herstellerneutrale Spezifikation für Schnittstellen, Protokolle, Formate und Dienste [BIET03, S.11]. Integration hingegen beschreibt die Herstellung einer Einheit oder Eingliederung in ein größeres Ganzes [GABL00, S. 1568]. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, wie die Systemplattformen Microsoft.NET und Java 2 Enterprise Edition (J2EE) versuchen, diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Neue Wege der Informationsverarbeitung
2 Microsoft.NET
2.1 .NET Framework
2.1.1 Common Language Runtime (CLR)
2.1.2 Microsoft Intermediate Language (MSIL)
2.1.3 Komponenten der Entwicklungsumgebung
2.2 .NET Enterprise Servers
2.3 .NET My Services
2.4 .NET Devices
3 Java 2 Enterprise Edition (J2EE)
3.1 Die Architektur von J2EE
3.1.1 Präsentations-Ebene
3.1.2 Businesslogik-Ebene
3.1.3 EIS-Ebene
3.2 Java ByteCode und die Java Virtual Machine (JVM)
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit analysiert die Systemplattformen Microsoft .NET und Java 2 Enterprise Edition (J2EE) im Kontext moderner, heterogener Softwareumgebungen. Das primäre Ziel besteht darin, die Funktionsweisen beider Architekturen gegenüberzustellen und zu untersuchen, wie sie die Anforderungen an Interoperabilität, Skalierbarkeit und Plattformunabhängigkeit erfüllen.
- Technologische Architektur von Microsoft .NET
- Komponenten und Funktionsweise des .NET Frameworks
- Architekturkonzept der Java 2 Enterprise Edition (J2EE)
- Rolle von Laufzeitumgebungen und intermediärem Code
- Integration von WebServices in verteilten Systemen
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Common Language Runtime (CLR)
Die Common Language Runtime interpretiert die MSIL und übersetzt den maschinenunabhängigen Code in ausführbaren und optimierten Code der Zielplattform [BEER03, S.3]. Weiterhin bildet ein gemeinsamer Standard für objektorientierte Programmiersprachen, welcher als Common Language Specification (CLS) bezeichnet wird, die Grundlage für die Programmiersprachenunabhänigkeit[SIER02, S. 88]. Die CLS definiert Anforderungen, die von einer .NET-fähigen Programmiersprache zu erfüllen sind. So werden zum Beispiel das einheitliche Typsystem (Common Type System - CTS), eine einheitliche Vererbungssemantik sowie eine Methodik zu Fehlerbehandlung vorgegeben. Sind die Anforderungen dieser Spezifikation erfüllt und existiert ein spezifischer Compiler, so kann jeder Programmcode in die Metasprache MSIL kompiliert werden. .NET ist also sprachunabhängig. Microsoft stellt die CLS frei zur Verfügung und hat die Eintragung zum offenen Standard bei der Standardisierungsbehörde ECMA beantragt [MOSE02, S. 24ff.]. Somit können alle Programmiersprachen von den Entwicklern an die Spezifikation der CLR und damit an .NET angepasst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Neue Wege der Informationsverarbeitung: Dieses Kapitel erläutert die veränderten Anforderungen an Informationssysteme durch das Internet und die Notwendigkeit plattformunabhängiger Softwarearchitekturen.
2 Microsoft.NET: Es werden die Motivation für die Entwicklung von .NET sowie die vier Kernkomponenten der Plattform, inklusive des Frameworks und der Enterprise Server, vorgestellt.
2.1 .NET Framework: Dieses Kapitel beleuchtet den Kern der Technologie, bestehend aus Entwicklungs- und Laufzeitumgebung, die für die Interoperabilität entscheidend ist.
2.1.1 Common Language Runtime (CLR): Der Fokus liegt auf der CLR als Laufzeitumgebung und der Bedeutung der Common Language Specification für die Sprachunabhängigkeit.
2.1.2 Microsoft Intermediate Language (MSIL): Es wird die Rolle der MSIL als Bindeglied zwischen Quellcode und maschinenspezifischer Ausführung sowie die Funktionsweise der Just-in-Time-Kompilierung erklärt.
2.1.3 Komponenten der Entwicklungsumgebung: Hier werden Visual Studio.NET, Visual Basic.NET und ASP.NET als zentrale Werkzeuge für die Anwendungsentwicklung beschrieben.
2.2 .NET Enterprise Servers: Es wird die Rolle der Server-Infrastruktur für skalierbare Anwendungen und deren zukünftige strategische Einordnung diskutiert.
2.3 .NET My Services: Dieses Kapitel behandelt die Nutzung von WebServices innerhalb der .NET-Umgebung zur Integration verteilter Dienste.
2.4 .NET Devices: Es wird beschrieben, wie verschiedene Hardware-Endgeräte über eine einheitliche Codebasis an die .NET-Plattform angebunden werden sollen.
3 Java 2 Enterprise Edition (J2EE): Die Spezifikation von Sun Microsystems wird als herstellerübergreifender Standard für verteilte Unternehmensanwendungen eingeführt.
3.1 Die Architektur von J2EE: Es wird das n-Tier-Modell vorgestellt, bei dem Softwarekomponenten in speziellen Containern ausgeführt werden.
3.1.1 Präsentations-Ebene: Dieser Abschnitt erklärt die Rolle von Servlets und Java Server Pages bei der Darstellung von Front-End-Inhalten.
3.1.2 Businesslogik-Ebene: Es wird die Verwendung von Enterprise Java Beans (EJB) zur Abbildung von Geschäftslogik auf dem Server erläutert.
3.1.3 EIS-Ebene: Die Integration von Datenbanken und ERP-Systemen über die JDBC-Schnittstelle wird als Beispiel für Herstellerunabhängigkeit angeführt.
3.2 Java ByteCode und die Java Virtual Machine (JVM): Es wird die plattformunabhängige Ausführung von Java-Programmen durch die JVM analysiert.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer vergleichenden Bewertung der strategischen Ausrichtungen von Microsoft .NET und J2EE ab.
Schlüsselwörter
Microsoft .NET, J2EE, Interoperabilität, Plattformunabhängigkeit, Common Language Runtime, Java Virtual Machine, MSIL, Java ByteCode, WebServices, Enterprise Java Beans, Softwarearchitektur, XML, Verteilte Systeme, IT-Infrastruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die beiden dominierenden Systemplattformen Microsoft .NET und Java 2 Enterprise Edition (J2EE) und untersucht deren Konzepte zur Erstellung verteilter Softwarearchitekturen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Architektur von Plattformen, Sprach- und Plattformunabhängigkeit, das WebServices-Modell sowie die praktische Organisation von Software in mehrschichtigen (n-Tier) Systemen.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die technologischen Ansätze der beiden Plattformen darzustellen und aufzuzeigen, wie sie den Anforderungen moderner IT-Umgebungen an Integration und Interoperabilität begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die Konzepte, Spezifikationen und Funktionsweisen der genannten Systemplattformen deskriptiv zusammenführt und gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der .NET-Komponenten (Framework, CLR, MSIL, Server) und die Analyse der J2EE-Architektur, unterteilt in Präsentations-, Businesslogik- und EIS-Ebenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Microsoft .NET, J2EE, Interoperabilität, Plattformunabhängigkeit und Softwarearchitektur beschreiben.
Wie unterscheiden sich .NET und J2EE in Bezug auf die Sprachunabhängigkeit?
Während .NET durch die Common Language Specification und MSIL eine echte Sprachunabhängigkeit anstrebt, basiert J2EE primär auf der Programmiersprache Java und erreicht hier die Unabhängigkeit vor allem durch die Plattformunabhängigkeit der Java Virtual Machine.
Welche Bedeutung haben die Container-Konzepte bei J2EE?
Container dienen bei J2EE dazu, Softwarekomponenten abzukapseln und ihnen Dienste wie den Zugriff auf Systemressourcen oder das automatische Starten von Komponenten zur Verfügung zu stellen, was die Portabilität der Anwendung erhöht.
- Arbeit zitieren
- Tobias Mathes (Autor:in), 2003, Systemplattformen Microsoft.NET, J2EE, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31191