Das Planspiel im Politikunterricht

Ist das Planspiel eine sinnvolle Methode für den Einsatz im Politikunterricht?


Hausarbeit, 2012

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind Methoden?

3. Das Planspiel
3.1 Definition und Ursprung
3.2 Anwendungsgebiete / Einsatzmöglichkeiten
3.3 Abgrenzung zu anderen Methoden
3.3. Planspiel, Rollenspiel, Fallstudie
3.4 Phasen
3.5 Vorteile und Nachteile

4. Methodischer Einsatz des Planspiels im Politikunterricht
4.1 Das Planspiel im Politikunterricht
4.1.1 Ziele
4.1.2 Kompetenzerwerb durch Planspiele
4.2 Eignung des Planspiels als Methode für den Politikunterricht
4.3 Eigene Unterrichtsidee

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Der Einsatz von Planspielen an Schulen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Unterricht ist für viele Schüler/innen zu einseitig und zu theoretisch, so dass diese den Spaß am Lernen verlieren. Das Planspiel kann dieses Problem lösen, da die Schüler in einer offenen Lernsituation einen neuen Bereich des menschlichen Miteinanders kennenlernen und sich somit die Welt spielerisch aneignen. Jeder einzelne wird zum handelnden Subjekt und erobert sich die Welt selbst. Somit ist das Planspiel eine gute Ergänzung zum alltäglichen Frontalunterricht.

In der vorliegenden Arbeit soll sich mit dem Planspiel als Methode im Politikunterricht beschäftigt werden. Es stellt sich die Frage, ob Planspiele im Politikunterricht geeignet sind und in wie weit diese Methode zum Kompetenzerwerb der Schüler beitragen kann.

In dem ersten Abschnitt soll geklärt werden, was eine Methode im Allgemeinen ist. Weiterhin werden die theoretischen Aspekte des Planspiels und dessen Einsatzmöglichkeiten erläutert. Bei der Beschäftigung mit der Literatur über das Planspiel, fällt auf, dass es oftmals ein großes Durcheinander in der Verwendung der Bezeichnungen für diese Methode gibt. Planspiele, Rollenspiel und Fallstudien werden häufig synonym verwendet. Deshalb soll es ebenfalls Anliegen dieser Arbeit sein, eine klare Definition mit nachvollziehbaren Kennzeichen für Planspiele herauszuarbeiten. In einem weiteren Schritt sollen die einzelnen Phasen dieser Methode vorgestellt und beschrieben werden. Somit werden auch die Regeln aufgezeigt, die Grundvoraussetzung für jedes Spiel sind. Um die Planspielmethode sinnvoll im Unterricht einsetzen zu können, ist es wichtig, dass man sich der Vorteile, aber auch der Nachteile der Methode bewusst wird.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf den methodischen Einsatz des Planspiels im Politikunterricht. Es soll aufgezeigt werden, wie die Schüler einen einfachen Zugang zur Politik bekommen können und welche Kompetenzen dadurch gefördert werden. Anschließend folgt eine Beurteilung über die Eignung der Methode für den Politikunterricht, anhand des Lehrplans für die Sekundarstufe I. Darauf folgt ein eigens ausgedachtes Planspiel, das sowohl im Politikunterricht, wie auch im Religionsunterricht eingesetzt werden kann. Der Konflikt ist so gewählt, dass auch die Möglichkeit eines fächerübergreifenden Planspieles besteht.

Zum Schluss wird aus den gewonnenen Erkenntnissen ein Fazit gezogen.

2. Was sind Methoden?

Der Begriff Methode stammt aus der allgemeinen Didaktik und bezeichnet die Makrostruktur einer Unterrichtseinheit. Die Methode ,, bezieht sich auf die Reflexion des Verhältnisses von Gegenstand und Erkenntnis, d.h. auf die didaktische Frage nach dem Bedeutsam – Allgemeinen und den Inhalten, durch die es repräsentiert wird “. ( Mickel 1999, S. 332 )

Methoden verknüpfen unterschiedliche Wissensformen und vermitteln Ziele und konkrete Bedingungen, indem sie ,,[…] die Thematik des Gegenstandes strukturieren und die Unterrichtstechniken integrieren“. ( Mickel 1999, S. 332 )

Methoden fördern die Kreativität, die Selbsttätigkeit, die Teamarbeit und das demokratisches Verhalten. Das selbstbestimmte, methodengerechte Verfahren ist wichtiger wie das Ergebnis. Ein weiterer Vorteil von Methoden ist deren innere Dynamik durch die ein sich selbst tragender Unterricht erzeugt wird, ohne dass der Lehrer ständig eingreifen muss.

Die Phasen einer Methode gliedern sich in Einstiegsphase, Erarbeitungsphase und Schlussphase. In der Einstiegsphase sollen die Lernenden motiviert werden, in der Erarbeitungsphase steht die Kompetenzentwicklung im Vordergrund und die Schlussphase dient zur Ergebnissicherung. Jede Methode hat das Ziel den Vorgang des Lernens unter Einbeziehung des Lernenden mit dem Gegenstand zu fördern und somit den Unterricht zu inszenieren.

Methoden können in unterschiedliche Schwerpunkte eingeteilt werden, je nachdem, welche Aktivität bei den Lernenden hervorgerufen werden soll. Beispielsweise liegt bei einem systematischen Lehrgang die Aktivität auf Kennen/Erkennen, bei einer Fallstudie auf Simulation und bei einer Erkundung auf Handeln.

An Schulen ist zu beobachten, dass die Methode des systematischen Lehrgangs dominiert und andere Methoden kaum genutzt werden. Der Grund dafür könnte die geringe Stundenzahl im Fach sein, oder auch Angst der Lehrer die Kontrolle im Unterricht zu verlieren. Den Lehrern scheint der Umstieg auf andere Methoden schwerzufallen, so dass sie bei der einen Methode bleiben. Bei der Vielzahl von Methoden muss darauf geachtet werden, dass für die Fragestellung oder den Konflikt die passende Methode gewählt wird, denn unterschiedliche Methoden führen zu verschiedenartigen Ergebnissen. Zudem gibt es nicht die eine, gute Methode, sondern eine Kombination aus mehreren Methoden ist empfehlenswert. ( vgl. Reinhardt. Richter 2007, S. 12 – 17 )

3. Das Planspiel

3.1 Definition und Ursprung

,,Planspiele sind komplex gemachte Rollenspiele mit klaren Interessengegensätzen und hohem Entscheidungsdruck“. ( Massing 2006, S. 164 )

,,Die schon fast klassisch klingende Unterscheidung zwischen Spielen und Lernen wird durch das Planspiel aufgebrochen. Spielerisch wird die Umwelt entdeckt. Somit ist das Planspiel eine gute Ergänzung neben der Schule und kommt selten in Verdacht etwas “lehren“ zu wollen.“ ( von Fürstenberg 1993, S. 11 )

Die Urform des Planspiels ist das Kriegsspiel, das schon ab ca. 3000 v Chr. anzutreffen ist. Bis in das 20 Jahrhundert wurde das Planspiel im militärischen und betrieblichen Bereich eingesetzt, um die Ausbildung der Führungskräfte praxisorientiert und vielschichtig zu gestalten. Seit 1950 versuchen Schulpädagogen aus den USA die Methode des Planspiels in den Unterricht zu integrieren. Erst ab 1960 interessierten sich Pädagogen und Soziologen für den Einsatz von Methoden im Unterricht und versuchen die unterschiedlichen Simulationsmethoden voneinander abzugrenzen und diese in beruflichen und allgemeinbildenden Schulen einzusetzen.

(vgl. Silkenbeumer. Datta 1975, S. 42)

3.2 Anwendungsgebiete / Einsatzmöglichkeiten

Für die Durchführung eines Planspieles müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein: ein Konflikt der Alltagswirklichkeit muss vorliegen, es müssen mindestens 8 bis 35 Spieler teilnehmen und eine Zeitdauer von drei bis sechs Stunden muss eingeplant werden. Planspiele können überall dort angewandt werden, wo diese Voraussetzungen erfüllt sind.

Planspiele sind in unterschiedlichen Bereichen einsetzbar: in Unternehmen, um die Effizienz von Entscheidungen zu trainieren; in der Wirtschaft, um Investitionsentscheidungen zu treffen; beim Militär, um ein Manöver durchzuspielen und auch in Bereichen des politischen Lernens. Besonders beliebt ist das Planspiel in der Aus- und Weiterbildung, um eigenständige Arbeit wie auch Motivation zur Aneignung von Wissen zu erlernen. ( vgl. von Fürstenberg 1993, S. 14 – 19 )

Des Weiteren ist das Planspiel eine geeignete Methode für den Schulunterricht, da es sich problemlos in viele Fächer integrieren lässt. Für das Fach Biologie könnte ein Thema Umweltschmutz oder Umweltschutz sein und im Geographieunterricht könnte ein Planspiel zum Thema Entwicklungspolitik realisiert werden. Zudem ist es möglich ein Planspiel fächerübergreifend durchzuführen, entweder im Schulalltag oder in einem Projekttag. ( vgl. Klippert 2008, S. 38f )

Ein Planspiel für den Politik-bzw. Gemeinschaftsunterricht kann, je nach Thema, problemlos in den Religions- und/oder Ethikunterricht integriert werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Planspiel überall dort eingesetzt werden kann, wo ,,[…] ein formaler Interaktionsprozeß als Lernziel realisiert werden soll“. ( Silkenbeumer. Datta 1975, S. 44 ) oder ,,[…] wo die Strukturen, Zwänge und Abhängigkeiten des einzelnen und der Gruppe vom System veranschaulicht werden sollen“. ( ebd., S. 44 ) Zudem kann ein Planspiel eingesetzt werden um Interessenslagen und Machtstrukturen zu vermitteln. Für die Teilnehmer eines Planspieles sind keine Vorkenntnisse wie zum Beispiel Faktenwissen notwendig, da sie sich diese beim Spielen aneignen.

Planspiele sind sowohl für die Arbeit mit Jugendlichen, wie auch in der Erwachsenenbildung einsetzbar. ( vgl. Silkenbeumer. Datta 1975, S. 44 )

3.3 Abgrenzung zu anderen Methoden

3.3. Planspiel, Rollenspiel, Fallstudie

Das Planspiel, das Rollenspiel und auch die Fallstudie gehören zu der Kategorie der Simulationsspiele. In allen drei Spielen wird ein Konflikt simuliert, jedoch auf unterschiedliche Weise. Der Vorteil von Simulationen ist, dass Fehlentscheidungen keine Katastrophe auslösen, da diese auch nur simuliert sind. Außerdem ist die Simulation viel näher an der Wirklichkeit, da den Teilnehmern durch ihre Entscheidungen das System der Wirkungen und Gegenwirkungen vermittelt wird. Die Simulationsspiele sind vor allem für die Schule eine geeignete Methode, da diese die Schüler motivieren und ihnen Inhalte vermitteln, die den üblichen Schulstoff überschreiten.

Planspiele und Rollenspiele haben zwar eigene Entstehungshintergründe und andere Zielbereiche, jedoch ist eine Abgrenzung schwierig. In jedem der Spiele können Phasen des anderen Spiels auftreten. ( vgl. Schiffler 1982, S. 125ff )

Im Rollenspiel übernehmen die Teilnehmer unterschiedliche Rollen und spielen soziale Situationen durch. Die Rollen können einerseits klar definiert sein, wie beispielsweise die Rolle der Mutter, des Polizisten,… oder andererseits nicht definiert, so dass die Situation offen ist. Die Methode des Rollenspiels kann die Realität projektieren oder auch eine Korrektur dieser Realität anstreben. Im Unterschied zum Planspiel werden im Rollenspiel keine Waren produziert und es geht auch nicht um das Erlernen von Faktenwissen, sondern um die Bewältigung sozialer Situationen oder genauer gesagt um die Darstellung von sozialem Verhalten. Im Mittelpunkt des Rollenspiels steht die Interaktion zwischen einzelnen Personen, wobei im Planspiel Gruppen, Organisationen und Systeme eine Rolle spielen. Ein weiterer Unterschied der beiden Methoden ist die Problematik, da diese im Planspiel komplexer ist. Aus diesem Grund ist ein Planspiel nicht unbedingt für die Grundschule geeignet, da es jüngeren Schüler/innen schwer fällt, sich in eine komplexe Problematik einzufinden. In diesem Fall wäre ein Rollenspiel sinnvoll, denn das Einfinden in soziale Rollen ist auch für jüngere Schüler/innen machbar.

Die Spieldurchführung der beiden Methoden ist ähnlich. Am Anfang steht die Vorbereitung, dann folgt die Durchführung und das Spiel endet mit einer Auswertung. Bei der Durchführung benötigen beide Methoden Spielverhaltensregeln und Durchführungsregeln, die gestellten Aufgaben müssen die Teilnehmer so gut es geht selber lösen und der Lehrende dient als Spielleiter.

( vgl. Bönsch 1995, S. 158 – 167 )

Im Mittelpunkt der Fallstudie stehen das Training und das Beurteilen von Entscheidungen. Die Teilnehmer werden mit einem realen Fall beziehungsweise einer konkreten Situation konfrontiert. Diesen Fall diskutieren die Teilnehmer, suchen nach alternativen Lösungsmöglichkeiten und vergleichen ihre Entscheidungen mit den in der Realität getroffenen Entscheidungen. Diese Entscheidungen können, anders als bei einem Planspiel, sowohl alleine, wie auch in Gruppen getroffen werden. Ein weiterer Unterschied zu Planspiel ist, dass die Institutionen von innen in ihrer laufenden Arbeit betrachtet werden. Fallstudien sind häufig in Betrieben, zur Managementschulung oder an Hochschulen anzutreffen. Die Methode eignet sich auch für die Schule, da die Lernenden einerseits zur Entscheidungsfähigkeit erzogen werden und andererseits selbständig komplexe Probleme analysieren, bearbeiten und lösen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Rollenspiel Bestandteil einzelner Unterrichtsphasen sein kann, das Planspiel und die Fallstudie sind aufgrund ihrer Komplexität Unterrichtsverfahren für ganze Unterrichtseinheiten. Die drei Methoden sind methodische Verfahren zur Simulation von Realität, jedoch weist die Fallstudie einen stärkeren Realitätsbezug auf. Das Planspiel hat ein festes Regelwerk, so dass Rollenspiele oder Fallstudien einen weiteren Handlungsspielraum zulassen. Der Aufbau des Rollen- und des Planspiels sind parallel, Korrekturen von Verhalten und Entscheidungen sind jederzeit möglich. Bei der Fallstudie ist der Aufbau linear und es ist schwieriger Entscheidungen zu korrigieren. Die Zielsetzung der drei Methoden ist unterschiedlich: durch das Planspiel soll Faktenwissen vertieft und angewandt werden; bei einem Rollenspiel sollen Grundqualifikationen im sozial-kommunikativen Bereich vermittelt werden und das Ziel einer Fallstudie ist der Aufbau von Fach- und Methodenkompetenz. ( vgl. Keim 1992, S. 27ff )

3.4 Phasen

Das Planspiel lässt sich in sieben Phasen unterteilen, für die fünf bis sechs Unterrichtsstunden eingeplant werden sollten. Die wesentlichen Schritte sind die Spieleinführung, die Informations-/Lesephase, die Meinungsbildung/Strategieplanung, die Interaktion zwischen den Gruppen, die Vorbereitung der Konferenz, die Durchführung der Konferenz und zum Schluss die Spielauswertung.

In der Spieleinführung erläutert der Lehrende den Teilnehmern das Planspiel und verteilt die Fallstudie. Nachdem sich die Teilnehmer in den Ablauf und in den Konflikt hineingefunden haben, werden sie per Los-bzw. Zufallsprinzip in Gruppen eingeteilt. Die Zuteilung der Gruppen sollte bewusst per Los-bzw. Zufallsprinzip erfolgen, damit kein Spielungleichgewicht entsteht. Wenn sich die Schüler/innen ihre Gruppenpartner aussuchen können, ist es häufig der Fall, dass sich in einer Gruppe die leistungsstarken und in der anderen die leistungsschwachen Teilnehmer zusammenfinden. Dieses Ungleichgewicht kann den Spielverlauf und die daraus resultierenden Ergebnisse verzerren.

In der zweiten Phase setzen sich die Teilnehmer in ihren Gruppen zusammen und erhalten von dem Lehrenden die Rollenkarten. Jede Gruppe bekommt unterschiedliche Rollenkarten, auf denen rollenspezifische Anregungen und Informationen festgehalten sind. Aufkommende Unklarheiten sollen möglichst in der Gruppe geklärt werden, wozu auch Lexika oder Fachbücher als Hilfe zur Verfügung stehen.

Bei der Meinungsbildung/Strategieplanung müssen sich die Gruppen überlegen, was sie zur Durchsetzung ihrer Ziele und Aufgaben unternehmen wollen. Diese Phase dient den Teilnehmern zur Organisation und zum Hineinversetzen in die Rollen. Der Lehrende ist zu diesem Zeitpunkt Beobachter, hilft jedoch auch, wenn es nötig ist.

Die vierte Spielphase ist die zeitintensivste, jedoch auch für die meisten Teilnehmer, die spannendste Phase. Die Aufgabe besteht darin mit den anderen Gruppen Gespräche und Verhandlungen zu führen, sowie Briefe und Anfragen zu verfassen. ,,Sie agieren und reagieren; sie taktieren und diskutieren; sie verhandeln und schmiegen womöglich Erfolg versprechende Koalitionen mit gleich gesinnten Gruppen“. ( Klippert 2008, S. 27 ) Diese Interaktion der Gruppen kann sowohl mündlich wie auch schriftlich durchgeführt werden. Das Mündliche hat jedoch den Vorteil, dass die Teilnehmer spontaner agieren müssen und somit deren Motivation der steigt.

Nach der Interaktion mit den anderen Gruppen erfolgt die Vorbereitung der Konferenz. Die Teilnehmer bekommen 15 Minuten Zeit um sich auf die anschließende Konferenz vorzubereiten. Wichtig für die Konferenz sind die Ergebnisse, die in den Verhandlungen mit den anderen Gruppen erzielt wurden. Zuerst überlegen sich die jeweiligen Gruppen wie sie ihre Ergebnisse sowohl inhaltlich wie auch methodisch vortragen wollen. In einem nächsten Schritt wird ein Gruppensprecher bestimmt, der die Statements seiner Gruppe vorstellt. Außerdem muss die Gruppensitzordnung so umgestellt werden, dass eine Konferenzsitzordnung entsteht und sich alle Teilnehmer sehen können.

Die anschließende Durchführung der Konferenz sollte in der Regel 30 Minuten dauern. Der Lehrende eröffnet die Konferenz und übernimmt die Konferenzleitung. Dann tragen die Gruppensprecher ihre Statements vor und legen eigene Problemlösungsoptionen offen. Zum Schluss werden die vorgetragenen Gesichtspunkte diskutiert. Auch bei der Diskussion liegt die Leitung bei dem Lehrenden, da dieser die Zeit immer im Auge behalten muss. Nach Ablauf der Zeit ist es die Aufgabe des Leiters die Konferenz abzubrechen, auch wenn die Diskussion noch nicht abgeschlossen ist.

In der letzten Phase wird das Spiel ausgewertet. Jeder Teilnehmer bekommt die Möglichkeit ein Feedback über das komplette Planspiel abzugeben. Sowohl positive wie auch negative Stellungnahmen werden an der Tafel festgehalten. Wichtig in dieser Phase ist das Analysieren des Kommunikations- und Teamverhaltens und das methodische Vorgehen der Teilnehmer. Auch Unklarheiten die während des Spiels entstanden sind können in dieser Phase geklärt werden.

( vgl. Klippert 2008, S. 26ff )

3.5 Vorteile und Nachteile

Wenn man die Vor- und Nachteile eines Planspiels betrachtet, so ist festzustellen, dass die Vorteile überwiegen.

Die Teilnehmer können frei und selbständig einen fremden Sachbereich bearbeiten und treffen nachvollziehbare Entscheidungen. Zudem können die Teilnehmer sehen wie schwer es ist, eine für alle Beteiligten befriedigende Formulierung zu treffen und seine eigene Meinung durchzusetzen. So bekommen die Teilnehmer vor allem einen realen Einblick in politische und wirtschaftliche Situationen, was durch verbale Darstellung nicht möglich ist. Daher hat diese Methode ein hohes Motivationspotenzial. Ein Planspiel zielt auf Schlüsselqualifikationen wie Teamgeist,

Gruppenaktivität, Reflexion über Gruppenverhalten, Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit, Kritikfähigkeit- und Bereitschaft und Kreativität ab ( vgl. Silkenbeumer. Datta 1975, S. 73 ).

Durch Planspiele wird die Handhabung von Arbeitstechniken gefördert. Dazu gehören zum Beispiel reden, schreiben und vortragen, Protokolle verfassen und Texte selbständig bearbeiten. Durch das Hineinversetzen in andere Rollen und deren Position geschieht die Vermittlung von Wissen und Lernen fast unbemerkt und zudem macht die Übernahme der unterschiedlichen Rollen den Teilnehmern Spaß. Da die Planspielmethode eine offene Form des Unterrichts ist können Aufgaben individualisiert und differenziert werden. Auch die Förderung von begabteren oder auch langsameren Teilnehmern kann so erfolgen.

Ein weiterer positiver Aspekt der Methode ist die Rollenverteilung von Lehrendem und Lernendem. Der Lehrende agiert als Spielleiter im Hintergrund und übernimmt somit keine dominante Rolle.

( vgl. Mickel 1969, S. 99ff )

Kritisch zu sehen ist das Planspiel, da Lernverzerrungen entstehen können. Meist dadurch, dass der Konflikt aus zeitlichen oder spieltechnischen Gründen vereinfacht wird und somit eine Verfälschung der Realität hervorgerufen wird. Außerdem haben die Teilnehmenden keine distanzierte Betrachtung zur Realität, da sie Teil der im Spiel erzeugten Wirklichkeit sind. Das kann dazu führen, dass sich die Spielrealität in den Köpfen der Spieler zu einer eigenen Wirklichkeit verselbstständigt, also das Realität und Modell gleichgesetzt werden. Dieses Risiko kann eingeschränkt werden, indem der Lehrende in der Reflexionsphase die Spielrealität der wirklichen Realität annähert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Das Planspiel im Politikunterricht
Untertitel
Ist das Planspiel eine sinnvolle Methode für den Einsatz im Politikunterricht?
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V311987
ISBN (eBook)
9783668109544
ISBN (Buch)
9783668109551
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
planspiel, politikunterricht, methode, einsatz
Arbeit zitieren
Kathryn Metzner (Autor), 2012, Das Planspiel im Politikunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311987

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