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Erzählen im Kindergarten. Mündliches Erzählverhalten von Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren

Titel: Erzählen im Kindergarten. Mündliches Erzählverhalten von Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren

Bachelorarbeit , 2012 , 72 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Kathryn Metzner (Autor:in)

Didaktik - Germanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Erzählfähigkeiten werden bereits in der frühen Kindheit erworben. ,,Das Kind tritt in solchen Zusammenhängen jedoch nicht isoliert auf, es ist stets eingebunden in die Interaktion mit anderen. In den ersten Lebensjahren ist die Familie die Umwelt des Kindes, und in ihr sind die Eltern in der Regel die ersten und wichtigsten Bezugspersonen und damit auch die ersten, die das Kind an Sprache heranführen“. (Komor 2010, S. 13) Mit dem Eintritt in eine Institution wie dem Kindergarten oder der Schule, erhält das Kind weiterhin Unterstützung bei der Sprachaneignung und dies auch in Form eines Erwachsenen. Die Aneignung der Erzählfähigkeit hört jedoch nicht mit der Kindheit auf, sondern hält bis zum Erwachsenenalter an.

In der vorliegenden Arbeit soll sich mit dem Erzählen von Kindergartenkindern beschäftigt werden. Es stellt sich die Frage, wie sich das mündliche Erzählverhalten von Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren äußert. Ich richte mich in der Arbeit nach der Theorie von Jochen Rehbein, welche das mündliche Sprachverhalten in drei Diskurstypen einteilt: das Erzählen, das Beschreiben und das Berichten. In dem ersten Abschnitt wird diese Theorie erläutert, um sich dann in den Analysen darauf beziehen zu können. Der zweite Punkt umfasst die sprachlichen Basisqualifikationen nach Konrad Ehlich, welche theoretisch dargelegt werden, um daran die sprachlichen Voraussetzungen und Defizite der Kinder zu erkennen.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem dritten Teil, indem Tonaufnahmen von Kindergartenkindern analysiert werden. Dafür werden diese Aufnahmen mit dem ,,Exmaralda Partitur Editor“ transkribiert, wodurch die Sprache schriftlich fixiert wird. Als Transkriptionsmethode wird das HIAT-Verfahren (Halbinterpretative Arbeitstranskriptionen) verwendet, welches 1976 speziell für das Forschungsprojekt "Kommunikation in der Schule" von Ehlich und Rehbein entwickelt wurde.

Untersucht werden dabei die Bereiche des Erzählens und des Beschreibens. In dem Bereich des Erzählens wird beobachtet, wie sich das Erzählverhalten von Kindergartenkindern in unterschiedlichen Gesprächssituationen auswirkt.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Die Theorie nach Jochen Rehbein

2.1 Die Struktur des Erzählens nach Rehbein

2.1.1 Die Elemente des Musters des Erzählens

2.1.2 Das Bewerten und Einschätzen

2.1.3 Die Handlungen des Hörers

2.1.4 Die Divergenz zwischen Berichten und Erzählen

2.2 Zusammenfassung

3. Die sprachlichen Basisqualifikationen nach Konrad Ehlich

3.1 Die phonische Basisqualifikation

3.2 Die pragmatische Basisqualifikation I und II

3.3 Die semantische Basisqualifikation

3.4 Die morphologisch-syntaktische Basisqualifikation

3.5 Die diskursive Basisqualifikation

3.6 Die literale Basisqualifikation I

3.7 Die literale Basisqualifikation II

4. Die Analyse der Transkripte

4.1 Die Diskursart des Erzählens

4.1.1 Eine Erzählung von einem Kind in Anwesenheit eines Erwachsenen

4.1.2 Eine Erzählung unter zwei Kindern

4.1.3 Eine Erzählung von Kindern in einer Kindergartengruppe

4.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse

4.2 Die Diskursart des Beschreibens anhand des Spiels ,,Lotti Karotti“

4.2.1 Nic beschreibt ,,Lotti Karotti“

4.2.2 Fin beschreibt ,,Lotti Karotti“

4.2.3 Beide Kinder im Vergleich

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das mündliche Erzählverhalten von Kindergartenkindern im Alter von vier bis sechs Jahren, wobei der Fokus auf den Diskurstypen Erzählen und Beschreiben liegt. Dabei wird analysiert, inwiefern die Kinder in der Lage sind, Erlebtes strukturiert wiederzugeben und welche sprachlichen Voraussetzungen (Basisqualifikationen nach Ehlich) hierfür notwendig sind.

  • Theoretische Fundierung durch die Erzähltheorie von Jochen Rehbein.
  • Einführung in die sprachlichen Basisqualifikationen nach Konrad Ehlich.
  • Analyse des Erzählverhaltens von Kindern in verschiedenen Gesprächssituationen (Einzelkind, zwei Kinder, Kindergruppe).
  • Untersuchung der Kompetenz zur Spielbeschreibung als Form des Beschreibens.
  • Erkenntnisse über den Zusammenhang von Alter, Sprachaneignung und Erzählfähigkeit.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die Elemente des Musters des Erzählens

,,Das Erzählen einer Leidensgeschichte ist ein komplexes sprachliches Muster, das einen bestimmten Vorgang in der Wirklichkeit zum Ausgangs- und zum Bezugspunkt hat“. (Rehbein 1980, S. 70)

1. Am Anfang steht der Beginn einer Erzählung: Der Sprecher muss eine Geschichte erleben, damit diese erzählt werden kann. Die reale Geschichte wird als ein Teil der Wirklichkeit gefasst. ,,Die reale Geschichte ist im Wissen des Sprechers in Form eines partikulären Erlebniswissens gespeichert“. (Rehbein 1980, S. 73 ) Die Geschichte beginnt erst dann, wenn ein Hörer anwesend ist. Der Sprecher beginnt die Geschichte, wenn er zum einen ein Interesse an der Geschichte beim Hörer voraussetzt oder zum anderen, wenn er das Interesse erst mit einer Vorankündigung prüft, somit also eine Präsequenz vorschaltet. Vorankündigungen können zum Beispiel eingeleitet werden mit dem Satz: ,,Ich habe etwas Furchtbares erlebt“. (Vlg. Rehbein 1980, S. 73) Die eigentliche Erzählung startet dann, wenn sich der Sprecher auf sein Erlebniswissen bezieht. Der Sprecher hat nach Rehbein zwei Möglichkeiten, um die Erzählung zu beginnen:

,,(a) der Sprecher kann direkt sein Erlebniswissen verbalisieren und ohne viel Vorbemerkungen in die Wiedergabe des Geschehens auf dem Weg eintreten;

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der kindlichen Erzählfähigkeit ein, stellt die Forschungsfrage und erläutert die verwendete HIAT-Transkriptionsmethode sowie die zugrundeliegenden Theorien.

2. Die Theorie nach Jochen Rehbein: Dieses Kapitel definiert die Struktur des Erzählens, unterscheidet zwischen realer und erzählter Geschichte und erläutert Erzähltypen sowie die Handlungen des Hörers und die Abgrenzung zum Berichten.

3. Die sprachlichen Basisqualifikationen nach Konrad Ehlich: Es werden die sieben Basisqualifikationen der Sprachaneignung detailliert vorgestellt, die für mündliches Erzählen und sprachliches Handeln bei Kindern grundlegend sind.

4. Die Analyse der Transkripte: Der Hauptteil analysiert Transkripte von Kindergartenkindern in verschiedenen Erzähl- und Beschreibungssituationen und vergleicht deren sprachliche Leistungen und Strukturen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Kindern das strukturierte Erzählen schwerfällt, die Sprachaneignung jedoch mit dem Alter und der Entwicklung des Wortschatzes zunimmt.

Schlüsselwörter

Erzählverhalten, Kindergartenkinder, Jochen Rehbein, Konrad Ehlich, Basisqualifikationen, Sprachaneignung, Erzählen, Beschreiben, Berichten, Transkription, HIAT-Verfahren, Kommunikation, Sprachentwicklung, Diskursart, Leidensgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem mündlichen Erzählverhalten von Kindern im Kindergartenalter zwischen vier und sechs Jahren und untersucht, wie diese ihre Erlebnisse sprachlich strukturieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Erzähltheorie von Jochen Rehbein (Erzählen, Beschreiben, Berichten) und die sprachlichen Basisqualifikationen nach Konrad Ehlich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, wie sich das Erzählverhalten von Kindern äußert und welche sprachlichen Voraussetzungen sie für ein strukturiertes Erzählen in verschiedenen sozialen Situationen benötigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit verwendet das HIAT-Verfahren (Halbinterpretative Arbeitstranskriptionen), um Tonaufnahmen von Kindergartenkindern in schriftliche Transkripte zu überführen und diese analysieren zu können.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden reale Tonaufnahmen analysiert, in denen Kinder Erlebnisse schildern oder Spiele beschreiben, und diese Ergebnisse werden anhand der vorgestellten Theorien interpretiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erzählverhalten, Basisqualifikationen, Sprachaneignung, Diskursart, Leidensgeschichte und Spielbeschreibung.

Warum fällt es den untersuchten Kindern schwer, Erzählungen logisch zu strukturieren?

Dies liegt oft an einem noch nicht vollständig entwickelten Wortschatz, emotionaler Aufgewühltheit während des Erzählens oder der Schwierigkeit, den Hörer und dessen Wissensstand zu berücksichtigen.

Welche Rolle spielen die "Gegenstände" beim Beschreiben des Spiels "Lotti Karotti"?

Jüngere Kinder (wie der vierjährige Nic) nutzen die Gegenstände als physische Hilfestellung, da sie das Spiel noch nicht rein verbal/abstrakt strukturieren und erklären können.

Welchen Einfluss hat das Alter auf die Erzählfähigkeit in der Arbeit?

Die Analyse zeigt deutlich, dass ein Altersunterschied von zwei Jahren einen enormen Einfluss auf die Fähigkeit hat, einen Prozess wie ein Spiel oder ein Erlebnis verständlich und vollständig zu beschreiben.

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erzählen im Kindergarten. Mündliches Erzählverhalten von Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,7
Autor
Kathryn Metzner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
72
Katalognummer
V311990
ISBN (eBook)
9783668112209
ISBN (Buch)
9783668112216
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erzählen kindergarten mündliches erzählverhalten kindern alter jahren
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kathryn Metzner (Autor:in), 2012, Erzählen im Kindergarten. Mündliches Erzählverhalten von Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311990
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Leseprobe aus  72  Seiten
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