1 EINLEITUNG
In dieser Hausarbeit soll auf die deutsch – türkische Beziehungen eingegangen werden, wobei ihre Rolle in Bezug auf die Kurdistanfrage näher erläutert werden soll.
Der Grundkurs „ Internationale Beziehungen“ hat mich dazu angeregt, diese Problematik aufzugreifen.
Die deutsch – türkische Beziehungen werden in der kurdischen Geschichte auch weiterhin eine besondere Rolle spielen. Die Tatsache, daß Kurdistan heute immer noch faktisch eine Kolonie ist, begründet das Interesse der Großmächte.
Mit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und dem Abkommen von Sevres bot sich die Möglichkeit an, einen eigenständigen Staat zu gründen. Dies war jedoch nicht im Interesse der Kolonialmächten.
Der Vertrag von Lausanne ist ein weiterer Ausdruck dieser Politik, einen unabhängigen kurdischen Staat zu verhindern. Sie befürchteten, daß im Nahen Osten ein wirtschaftlich und politisch starker Staat entsteht. Ein wesentlicher Grund für die ablehnende Haltung der Kolonialmächte war das Vorhandensein großer Ölvorkommen in diesem Gebiet. Um eine Kontrolle über die Ölvorkommen zu garantieren, sollten die Grenzen so verlegt werden, daß die Interessen aller Kolonialmächte gewahrt blieben.
Alles was gegen das Interesse der Kolonialmächte spricht, soll aus dem Weg geschafft werden. Daher hatten die zahlreichen kurdischen Aufstände keinen Erfolg gehabt. Der noch vorhandene Befreiungskampf wird ebenfalls mit allen Mitteln bekämpft. Deutschland bekämpft diese in dem sie die Türkei militärisch unterstützt und die kurdischen Aktivitäten in der BRD verbietet.
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Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 Deutsch – türkische Beziehungen
3 „Zug gegen die Kurden“
4 Vertrag von Sevres
5 Friedensvertrag von Lausanne
6 Die Aufrüstung der Türkei durch die BRD
7 Das sogenannte „PKK Verbot“ und seine Folgen
8 Die Rolle und das Interesse der BRD
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die komplexen deutsch-türkischen Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung der sogenannten „Kurdistanfrage“. Ziel ist es, die historische Kontinuität der diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Unterstützung der Türkei durch Deutschland sowie deren Auswirkungen auf die kurdische Bevölkerung zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Historische Analyse der deutsch-türkischen Allianz seit dem Osmanischen Reich.
- Untersuchung der Rolle Deutschlands bei der Unterdrückung kurdischer Bestrebungen.
- Bewertung des Einflusses der Rüstungsexporte auf die Situation in Kurdistan.
- Kritische Beleuchtung des PKK-Verbots in Deutschland und dessen außenpolitischer Hintergründe.
Auszug aus dem Buch
6 Die Aufrüstung der Türkei durch die BRD
Die Türkei befindet sich seit 13 Jahren in einem faktischen Kriegszustand mit der PKK. Dieser Krieg richtet sich nicht nur gegen die PKK. Durch diesen Kriegszustand ist das kurdische Volk primär betroffen. Dabei werden Dörfer zerstört und somit den Kurden die Lebensgrundlage genommen. Allein seit 1990 wurden bis zu 3000 Dörfer vernichtet und entvölkert, was von Amnestie international (AI) bestätigt wird. Die kurdische Zivilbevölkerung ist gezwungen, in die türkischen Metropolen oder ins Ausland auszuwandern.
Bei der Zerstörung der kurdischen Dörfer und der Vertreibung der Zivilbevölkerung sind deutsche Waffen im Einsatz. Seit 1964 liefert die BRD Waffen, Fabriken und Know-how an die Türkei. Bis 1995 wurde ein Wert von über 8 Milliarden DM erreicht. Hinzu kommen Polizeihilfe, Hermesbürgschaften und Ausbildungshilfe der Spezialeinheiten die bei Operationen in kurdischen Dörfern gezielt eingesetzt werden. „Die Ausbildung des türkischen Terrorkommandos „Schwarzer Käfer“ (im türkischen „Özel Team“ genannt) wird in der Bundeswehrführungsakademie GSG 9 in Hamburg ermöglicht.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der deutsch-türkischen Beziehungen und deren Einfluss auf die kurdische Geschichte sowie die Rolle der Großmächte.
2 Deutsch – türkische Beziehungen: Analyse der historischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und dem Osmanischen Reich bis hin zur Unterstützung militärischer Aktionen.
3 „Zug gegen die Kurden“: Untersuchung früherer militärischer Vorgehen gegen die kurdische Bevölkerung und die wirtschaftliche Verflechtung beider Staaten.
4 Vertrag von Sevres: Analyse des Abkommens von 1920 und der anfänglichen Zusicherung von Selbstbestimmungsrechten für die Kurden.
5 Friedensvertrag von Lausanne: Darstellung der Aufteilung des kurdischen Gebietes und der Zerschlagung von Hoffnungen auf einen eigenen Staat durch den Vertrag von 1923.
6 Die Aufrüstung der Türkei durch die BRD: Dokumentation der deutschen Waffenlieferungen und deren Rolle im aktuellen Konflikt mit der PKK und der Zivilbevölkerung.
7 Das sogenannte „PKK Verbot“ und seine Folgen: Kritische Betrachtung der Verbotsverfügung von 1993 und der politischen Interessen hinter dieser Entscheidung.
8 Die Rolle und das Interesse der BRD: Zusammenfassende Analyse der strategischen, wirtschaftlichen und politischen Interessen, die Deutschland an der Türkei und der dortigen Stabilität hat.
Schlüsselwörter
Deutsch-türkische Beziehungen, Kurdistan, PKK, Rüstungsexporte, Außenpolitik, Menschenrechte, Osmanisches Reich, Vertrag von Sevres, Vertrag von Lausanne, Waffenhandel, Geopolitik, Minderheitenrechte, NATO-Partner.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der engen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei und wie diese die Situation des kurdischen Volkes beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Beziehungen, der Bedeutung des Waffenhandels, den Folgen internationaler Abkommen wie Lausanne sowie der Rolle der PKK im Kontext der deutschen Innen- und Außenpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss Deutschlands auf die Kurdistanfrage zu beleuchten und kritisch darzustellen, wie außenpolitische Interessen die Wahrnehmung und Behandlung des kurdischen Widerstands prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse unter Verwendung von Quellenmaterial, Dokumenten und journalistischen Berichten, um die historische und aktuelle Verflechtung der beiden Staaten aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert chronologisch die diplomatischen Beziehungen, die Auswirkungen historischer Verträge sowie konkret die militärische Unterstützung der Türkei durch Deutschland seit den 1960er Jahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie deutsch-türkische Beziehungen, Waffenexporte, PKK-Verbot, Menschenrechte und Geopolitik definiert.
Welche Rolle spielte der Vertrag von Lausanne für die Kurden?
Der Vertrag von Lausanne wird als historischer Wendepunkt dargestellt, der die Hoffnungen auf einen unabhängigen kurdischen Staat, die zuvor im Vertrag von Sevres bestanden, endgültig zerschlug.
Warum bewertet die Autorin das PKK-Verbot kritisch?
Das Verbot wird als politisch motiviert dargestellt, um die strategischen Interessen der Bundesregierung an einer stabilen Türkei zu wahren, anstatt auf die eigentliche Problematik der Menschenrechte einzugehen.
- Citar trabajo
- Fidan Dogan (Autor), 1998, Deutsch-türkische Beziehungen bezogen auf Kurdistanfrage, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3119