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Die Darstellung der Beziehung Elias Canettis zu seinem Vater in Canettis Autobiographie "Die gerettete Zunge"

Mögliche Gründe für die Idealisierung

Titel: Die Darstellung der Beziehung Elias Canettis zu seinem Vater in Canettis Autobiographie "Die gerettete Zunge"

Hausarbeit , 2015 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Lisa-Sophie Roth (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit wird sich mit der Beziehung des erzählten Ichs zu seinem Vater, welche in Elias Canettis Autobiographie "Die gerettete Zunge" dargestellt wird, auseinandersetzen.

Zunächst wird die abgebildete Beziehung zwischen Vater und Sohn näher betrachtet und erläutert, wobei festzustellen ist, dass diese von Elias Canetti idealisiert wird.

Warum es zu dieser Idealisierung kommt, ist die grundlegende Fragestellung dieser Arbeit. Eine Hypothese in diesem Sachverhalt ist, dass das erzählte Ich in einer ödipalen Beziehung zu seiner Mutter den Vater verdrängt und seine Schuldgefühle durch die nachträgliche Idealisierung kompensieren möchte. Der Belegbarkeit dieser Hypothese werde ich im Laufe dieser Hausarbeit auf den Grund gehen. Zusätzlich werden Störfaktoren der Beziehung dargelegt und deren Funktionen und Auswirkungen beleuchtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zu Struktur und methodischem Vorgehen

2. Die Beziehung Elias Canettis zu seinem Vater

3. Störfaktoren in der Beziehung

3.1 Der Wolfsmaskenvorfall

3.1.1 Bedeutung des Wolfsmaskenvorfalls im Gesamtkontext

3.2 Die ödipale Dreiecks-Konstellation

4. Gründe für die nachträgliche Idealisierung der Beziehung

4.1 Das Heranführen an die Schrift

4.2 Die möglichen Schuldgefühle

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Vater-Sohn-Beziehung in Elias Canettis Autobiographie „Die gerettete Zunge“. Das Ziel besteht darin, die Gründe für die auffällige Idealisierung des Vaters durch das erzählte Ich zu ergründen und die Hypothese zu prüfen, ob Schuldgefühle infolge einer ödipalen Bindung zur Mutter diese Idealisierung kompensieren.

  • Analyse der Vaterfigur als idealisiertes Gegenbild zur Mutter
  • Untersuchung von Störfaktoren wie dem „Wolfsmaskenvorfall“
  • Erörterung der Bedeutung von Sprache und Schrift in der Vater-Sohn-Bindung
  • Psychologische Einordnung der ödipalen Dreiecks-Konstellation
  • Reflektion über die Rolle des Sohnes als Ersatzpartner nach dem Tod des Vaters

Auszug aus dem Buch

2. Die Beziehung Elias Canettis zu seinem Vater

Die Beziehung des erzählten Ichs zu seinem Vater Jacques Canetti wird in Die gerettete Zunge durchweg positiv dargestellt. Kurzfristige Störfaktoren, wie der Wolfsmaskenvorfall, werden zwar wiedergegeben, bleiben aber unkommentiert.

So beschreibt Canetti ein inniges Vertrauensverhältnis zwischen Vater und Sohn, das von schönen Gesprächen und Zärtlichkeit geprägt wird: „Die schönsten Gespräche zu dieser Zeit führte ich aber mit meinem wirklichen Vater“.1 Der Vater wird als idealer Vater dargestellt, ein Elternteil, das sich Zeit für seine Kinder nimmt und sich auch vor der täglichen Arbeit mit Ihnen beschäftigt: „…er war vor dem Frühstück, das er unten im Speisezimmer mit der Mutter einnahm und hatte die Zeitung noch nicht gelesen.“2 Auch denkt er viel an seine Kinder und bringt ihnen daher jeden Abend Geschenke mit und beschäftigt sich längere Zeit mit Ihnen: „Aber abends kam er mit Geschenken, er brachte jedem etwas mit, keinen einzigen Tag kam er heim, ohne Geschenke für uns mitzubringen.“3 Durch dieses Verhalten baut der Vater ein vertrautes, inniges Verhältnis auf, das auch von den Kindern als sehr liebevoll wahrgenommen wird. So sagt das erzählte Ich, dass er „ihn liebte wie keinen Menschen“.4

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zu Struktur und methodischem Vorgehen: Einleitung in die Forschungsfrage und die Hypothese der kompensatorischen Idealisierung des Vaters durch das erzählte Ich.

2. Die Beziehung Elias Canettis zu seinem Vater: Darstellung des intensiven, idealisierten Vertrauensverhältnisses, das den Vater als Gegenpol zur Mutter etablieren soll.

3. Störfaktoren in der Beziehung: Analyse von Widersprüchen wie dem Wolfsmaskenvorfall und der ödipalen Dynamik, die das idealisierte Bild der Vaterbeziehung punktuell stören.

4. Gründe für die nachträgliche Idealisierung der Beziehung: Untersuchung der Faktoren Sprache, Schrift und psychologischer Schuldgefühle, die zur Idealisierung beitragen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung, dass die Idealisierung eine bewusste Verdrängung von Schuldgefühlen im Rahmen der ödipalen Bindung an die Mutter darstellt.

Schlüsselwörter

Elias Canetti, Die gerettete Zunge, Vater-Sohn-Beziehung, Idealisierung, Autobiographie, ödipale Konstellation, Schuldgefühle, Jacques Canetti, Sprache, Schrift, psychoanalytische Literaturwissenschaft, Kindheit, Verdrängung, Mutter-Sohn-Beziehung, Identitätsbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die autobiographische Darstellung der Beziehung zwischen Elias Canetti und seinem Vater Jacques und hinterfragt, warum diese Darstellung so stark idealisiert ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen das kindliche Erleben der Vaterfigur, die psychologische Dynamik des ödipalen Dreiecks und die Bedeutung des Spracherwerbs für die Beziehung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, warum das erzählte Ich seinen Vater idealisiert und ob dies eine Kompensation für unbewusste Schuldgefühle nach dem Tod des Vaters ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die psychologische Konzepte (insbesondere ödipale Dynamiken) auf den Text „Die gerettete Zunge“ anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die positive Zeichnung des Vaters, beleuchtet Störfaktoren wie den Wolfsmaskenvorfall und untersucht die Schuldgefühle, die entstehen, wenn der Sohn die Vaterrolle übernimmt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Idealisierung, Ödipus-Komplex, autobiographisches Erzählen und Vater-Ersatz-Problematik beschreiben.

Wie spielt das Erlernen der deutschen Sprache in die Analyse hinein?

Das Erlernen der „Liebessprache“ der Eltern nach dem Tod des Vaters ermöglicht es Elias, die Lücke an der Seite der Mutter zu füllen, was seine ödipalen Schuldgefühle verstärkt.

Was bedeutet der „Wolfsmaskenvorfall“ für die Untersuchung?

Er dient als wichtiger Kontrastpunkt, der zeigt, dass Canetti zwar eine ideale Vaterfigur entwirft, aber durch die Unkommentiertheit solcher „Störfaktoren“ auch die psychische Ambivalenz des Erzählens verdeutlicht.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Darstellung der Beziehung Elias Canettis zu seinem Vater in Canettis Autobiographie "Die gerettete Zunge"
Untertitel
Mögliche Gründe für die Idealisierung
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,7
Autor
Lisa-Sophie Roth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V312029
ISBN (eBook)
9783346187451
ISBN (Buch)
9783346187468
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elias Canetti Vater gerettete Zunge Beziehung Autobiographie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa-Sophie Roth (Autor:in), 2015, Die Darstellung der Beziehung Elias Canettis zu seinem Vater in Canettis Autobiographie "Die gerettete Zunge", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312029
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Leseprobe aus  12  Seiten
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