Ich werde in meiner Seminararbeit der Frage nachgehen, ob das Genre Frauenpornografie grundsätzlich eine Revolution für die emanzipierte, sexuell offene Frau von heute ist oder eher eine Diskriminierung darstellt. Dabei möchte ich herausfinden, wie Frauen das «alltägliche» Angebot an Pornografie bewerten und ob die Nachfrage nach «speziellen» Pornos für Frauen überhaupt vorhanden ist. Dazu werde ich verschiedene Studien über die Rezeption von Pornos von Frauen betrachten und möchte in einem weiteren Schritt herausfinden, wie Frauen sich einen für sie ansprechenden Porno vorstellen und ob dieser sich von Mainstreampornografie unterscheidet.
Um herauszufinden, ob dieses neue Genre eine sexuelle Revolution darstellt, erläutere ich zuerst wie sich die Sexualität der Frau in den vergangen Jahren entwickelt hat, weil ich einen Zusammenhang zwischen der sexuellen Revolution der 60er Jahre und der heutigen Entwicklung der Frauen als Rezipientinnen und im Pornogeschäft vermute. Durch verschiedene Seminare weiss ich, dass sich die Sexualpädagogik im Laufe der vergangen Jahre in Bezug auf Pornografie stark entwickelt hat. Diese Entwicklung möchte ich erläutern, um sie in einen Zusammenhang mit Frauenpornografie zu bringen, da ich die Sexualpädagogik als Grundstein für den offenen gesellschaftlichen Diskurs über Pornografie, der zur Zeit stattfindet, betrachte.
Diskriminierung und Feminismus hängt stark zusammen.
Inwiefern kann das Subgenre Frauenpornografie diskriminierend wirken und was spielt Feminismus in Bezug auf Pornografie im Allgemeinen für eine Rolle? Dabei werde ich mich auf eine kurze Abhandlung über Feminismus und Pornografie beschränken müssen, da eine umfassende Bearbeitung dieses Themas den Umfang einer Seminararbeit übersteigen würde.
In meiner Arbeit werde ich mich in erster Linie auf das weibliche Geschlecht konzentrieren, dass heisst den Blickwinkel von zum Beispiel männlichen Produzenten auf das Subgenre Frauenpornografie werde ich in dieser Arbeit leider nicht behandeln können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition Pornografie
3. Pornografie im Kontext der (Sexual-)Pädagogik
3.1. Sexualität der Frau
3.2. Entwicklung der Sexualpädagogik
4. Frauenpornografie
4.1. Begriffsdefinition Frauenpornografie
4.2. What A Woman Wants
5. Feministische Diskussion (Frauen)Pornografie
5.1. Feministische Positionen zur Pornografie
5.1.1 Anti-Porno-Feminismus
5.1.2 Liberale Feministinnen
5.1.3. Pro-Sex-Feminismus
5.2. Pro / Kontra Frauenpornografie
6. Conclusio
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, ob das Genre der Frauenpornografie eine emanzipatorische Revolution für die moderne Frau darstellt oder als Diskriminierung zu bewerten ist. Dabei wird analysiert, wie Frauen das herkömmliche Pornografie-Angebot rezipieren und welche speziellen Bedürfnisse oder Vorstellungen an das neue Genre gestellt werden.
- Historische Entwicklung der weiblichen Sexualität und der Sexualpädagogik.
- Wissenschaftliche Begriffsbestimmung von Pornografie und Frauenpornografie.
- Feministische Diskurse und unterschiedliche Positionen (Anti-Porno vs. Pro-Sex).
- Marktpotenziale und spezifische Merkmale von Frauenpornos im Vergleich zum Mainstream.
Auszug aus dem Buch
4.2. What A Woman Wants
Der Markt für Frauenpornografie stellt sich teilweise recht verschieden im Vergleich zur Mainstreampornografie dar. Mainstreampornografie wird in dieser Arbeit nach Corinna Rückert verstanden, als «(audio-)visuelle Produkte, die als Massenkonsumartiekl grösstenteils in kostengünstigen Produktionen [und von] ausschliesslich männlichen Produzenten hergestellt» werden.
Frauenpornos werden einerseits am herkömmlichen Markt als Subkategorien angeboten, meist unter der Bezeichnung «frauenfreundlich» oder «paartauglich» oder aber auch auf Speziellen Internetportalen oder in eigenen Frauen-Erotik-Shops, oft gemeinsam mit anderen Sexartikel die speziell für Frauen gedacht sind. Es ist kein Zufall, dass das Internet hier als häufigstes Distributionsmedium hervorgeht. Wenig Frauen greifen auf Verleih oder normale Sex-Shops zurück. Das Auftreten dieser Subkategorie extra für Frauen unterschied sich von Beginn an von dem der herkömmlichen Pornoindustrie, so gehören für den Frauenpornografie-Markt laut Rückert «eine dezente Darstellungsweise und kundInnenfreundliche Angebotsformen von vornherein zu den wichtigsten Grundsätzen». Unter anderem kann hier neben der optischen Aufbereitung von Shops und Onlineshops die Möglichkeit einer kompetenten Beratung und die Hochwertigkeit der Produkte (u.v.m.) angeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob Frauenpornografie als emanzipatorisches Instrument oder als neue Form der Diskriminierung zu verstehen ist.
2. Begriffsdefinition Pornografie: Hier werden wissenschaftliche Merkmale der Pornografie erläutert, wie etwa Konkretheit, Wirklichkeitsrepräsentanz und narrative Struktur.
3. Pornografie im Kontext der (Sexual-)Pädagogik: Das Kapitel verknüpft die historische Entwicklung weiblicher Sexualität und der Sexualpädagogik mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Pornografie.
4. Frauenpornografie: Es erfolgt eine Definition des Subgenres und eine Analyse der Marktsituation sowie der spezifischen Bedürfnisse des weiblichen Publikums.
5. Feministische Diskussion (Frauen)Pornografie: Die verschiedenen Strömungen innerhalb des Feminismus – Anti-Porno-Feminismus, liberale Feministinnen und Pro-Sex-Feminismus – werden hinsichtlich ihrer Haltung zu Pornos gegenübergestellt.
6. Conclusio: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Frauenpornografie eine logische Weiterentwicklung darstellt und nicht als sexuelle Revolution, sondern als Teil eines Diskurses über sexuelle Freiheit zu werten ist.
Schlüsselwörter
Frauenpornografie, Feminismus, Sexualpädagogik, Sexualität der Frau, Pro-Sex-Feminismus, Pornografie, Mainstreampornografie, Emanzipation, Rezeption, sexuelle Revolution, sexuelle Phantasien, Geschlechterrollen, Diskriminierung, Subkultur, Selbstbestimmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Genre der Frauenpornografie und hinterfragt, ob dieses eine emanzipatorische Chance bietet oder diskriminierende Strukturen fortsetzt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Sexualpädagogik, die Definition von Pornografie, unterschiedliche feministische Standpunkte sowie die rezeptionsästhetischen Wünsche von Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob eine spezifische Nachfrage nach frauenorientierter Pornografie existiert und wie sich diese vom Mainstream-Angebot abgrenzt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es wurde eine theoretische Arbeit verfasst, die auf der Analyse von Fachliteratur, kulturwissenschaftlichen Studien und der Auswertung von Umfrageergebnissen zur Pornonutzung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definitionsphase, eine historische Einordnung in den Kontext der (Sexual-)Pädagogik, eine Marktanalyse zum Frauenporno und eine intensive Auseinandersetzung mit feministischen Debatten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frauenpornografie, sexuelle Selbstbestimmung, Pro-Sex-Feminismus und die Differenzierung zwischen männlichen und weiblichen Begehrensstrukturen charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der Frauenporno laut der Autorin vom Mainstream?
Der Frauenporno zeichnet sich laut den zitierten Studien durch eine stärkere Narration, authentische Darstellung, den aktiven Frauenpart und den Verzicht auf klischeehafte oder vulgäre Elemente aus.
Warum wird die „externe Ejakulation“ des Mannes kritisch betrachtet?
In der feministischen Diskussion wird dies als Ausdruck einer männlich zentrierten Darstellung gesehen, die oft als unnatürlich oder als Ende der sexuellen Szene empfunden wird.
Welche Rolle spielt der Pro-Sex-Feminismus in der Untersuchung?
Diese Strömung ist zentral, da sie Pornografie nicht per se ablehnt, sondern als Medium begreift, das durch weibliche Mitwirkung und alternative Produktionsweisen sexuelle Phantasien positiv unterstützen kann.
Was ist das Fazit zur „sexuellen Revolution“ durch Pornos?
Die Autorin sieht Frauenpornografie eher als logische Weiterentwicklung einer emanzipierten Frau an und nicht als „Revolution“, da der gesellschaftliche Diskurs über Sexualität bereits durch die 68er-Bewegung grundgelegt wurde.
- Arbeit zitieren
- Marleen Diener (Autor:in), 2015, Frauenpornografie. Diskriminierung oder Revolution der emanzipierten Frau?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312030