Für ein produzierendes Unternehmen, welches für sein zu erzeugendes Endprodukt Materialien von anderen Herstellern benötigt, ist die Bestellmengenplanung ein wichtiges Mittel zur idealen Produktion. Mitarbeiter eines Unternehmens bestellen Materialien, die daraufhin geliefert und weiterverarbeitet werden.
Im Folgenden wird die Bestellmengenplanung als Instrument des Materialmanagements beschrieben. Diese ist von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise dem Bedarf, der Höhe des investierbaren Kapitals und den Möglichkeiten der Lagerhaltung abhängig. Die Planung der richtigen Bestellmenge dient überwiegend dazu, Kosten einzusparen, was mithilfe von bestimmten Verfahren möglich ist. Dennoch birgt die Berechnung der optimalen Bestellmenge einige Herausforderungen, auf die im weiteren Verlauf eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen zur Planung der optimalen Bestellmenge
2.1 Bedarfsplanung
2.2 Bestandsführung
2.3 Materialbeschaffung
3 Verfahren zur Bestellmengenplanung
3.1 Bestellmenge
3.2 Bestellzeitpunkt
4 Probleme
5 Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Bestellmengenplanung als zentrales Instrument des Materialmanagements in produzierenden Unternehmen. Das primäre Ziel besteht darin, darzulegen, wie durch eine effiziente Abstimmung von Bestellmengen und Bestellzeitpunkten eine Kostenoptimierung erreicht werden kann, während gleichzeitig die Herausforderungen und Grenzen bestehender Verfahren kritisch hinterfragt werden.
- Grundlagen der Bedarfsplanung und Bestandsführung
- Methoden der Materialbeschaffung (Einzel-, Vorrats- und fertigungssynchrone Beschaffung)
- Kostenoptimierung durch die Andler’sche Losgrößenformel
- Instrumente zur Bestimmung des optimalen Bestellzeitpunkts (Bestellpunkt- und Bestellrhythmusverfahren)
- Kritische Analyse der Limitationen klassischer Berechnungsmodelle
Auszug aus dem Buch
2.2 Bestandsführung
Der Bestand und die Lieferzeit von Waren sind zwei aneinander gekoppelte Komponente. Lange Lieferzeiten sind der Auslöser dafür, dass es notwendig ist, Bestände zu organisieren und zu verwalten. Würden leistungsfähige Lieferanten durch ihren eigenen Bestand stets eine ausreichende Materialversorgung gewährleisten können, wäre ein kostenintensives Lager für das produzierende Unternehmen nicht erforderlich. Allerdings bietet die Verfügbarkeit von Materialien vor Ort gleichzeitig auch eine Sicherheit und kurzfristigen Schutz vor Lieferengpässen und langen Lieferzeiten. Die kontinuierliche Produktion bleibt erhalten und das Unternehmen gewinnt an Flexibilität.
Um Bestände planen zu können, müssen bestimmte Faktoren berücksichtigt werden. Da die Verfahren der Bestellmengenplanung keine möglichen Missstände wie zum Beispiel Falschlieferungen oder Variierung des Bestandes berücksichtigen, ist ein Sicherheitsbestand nötig, der vor solchen Gefahren schützt und eine stetige Weiterproduktion gewährleistet. Der nächste zu beachtende Faktor bei der Bestandsführung ist der Meldebestand, der auch Bestellpunkt genannt wird. Der Meldebestand ist die kritische Menge an vorhandenen Materialien, ab der eine neue Bestellung ausgelöst wird. Die Bestellung erfolgt nach zwei möglichen Verfahren, auf die in Punkt 3 weiter eingegangen wird. Zusätzlich zum Sicherheits- und Meldebestand besteht außerdem ein gewisser Höchst- oder Maximalbestand, der die Lagermöglichkeiten limitiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Relevanz der Bestellmengenplanung für produzierende Unternehmen als Mittel zur Kosteneinsparung und Sicherstellung der Produktion.
2 Grundlagen zur Planung der optimalen Bestellmenge: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Voraussetzungen wie Bedarfsplanung, Bestandsführung und die verschiedenen Arten der Materialbeschaffung.
3 Verfahren zur Bestellmengenplanung: Hier werden mathematische Modelle zur Berechnung der optimalen Bestellmenge sowie Verfahren zur Bestimmung des Bestellzeitpunkts vorgestellt.
4 Probleme: Dieser Abschnitt kritisiert die Anwendung der klassischen Losgrößenformel, da diese veraltete Annahmen trifft und Faktoren wie Mengenrabatte vernachlässigt.
5 Schluss: Das Fazit resümiert, dass eine sorgfältige Bestellmengenplanung essenziell für die Kostenminimierung ist, jedoch die Schwächen der aktuellen Berechnungsmodelle beachtet werden müssen.
Schlüsselwörter
Materialmanagement, Bestellmengenplanung, Losgrößenformel, Bedarfsplanung, Bestandsführung, Materialbeschaffung, Sicherheitsbestand, Meldebestand, Just-in-Time, Beschaffungskosten, Lagerhaltungskosten, Kostenoptimierung, Produktionsprozess, Lieferengpässe, Beschaffungsprinzipien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und den Herausforderungen der Bestellmengenplanung innerhalb des betrieblichen Materialmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Bedarfsermittlung, die Bestandsführung, verschiedene Beschaffungsstrategien sowie die mathematische Optimierung von Bestellzeitpunkten und -mengen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Methoden zur Planung optimaler Bestellmengen darzustellen und aufzuzeigen, wie Unternehmen dadurch Kosten minimieren und Versorgungssicherheit gewährleisten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden klassische betriebswirtschaftliche Verfahren wie die Losgrößenformel von Andler, das Bestellpunktverfahren und das Bestellrhythmusverfahren analysiert und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorbereitung durch Grundlagen der Bedarfs- und Bestandsplanung sowie die Vorstellung konkreter Kalkulationsverfahren zur Kostenoptimierung im Einkauf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Materialwirtschaft, Bestellmengenplanung, Lagerhaltungskosten und Beschaffungsoptimierung definieren.
Wie unterscheidet sich die fertigungssynchrone Beschaffung von der Einzelbeschaffung?
Während bei der Einzelbeschaffung Materialien bedarfsgerecht bei Bedarf bestellt werden, integriert die fertigungssynchrone Beschaffung (Just-in-Time) den Lieferanten direkt in den Prozess, um Lagerbestände zu minimieren.
Warum wird die klassische Losgrößenformel im Kapitel "Probleme" kritisiert?
Die Kritik basiert darauf, dass die Formel von idealisierten Bedingungen ausgeht, keine variablen Rabatte berücksichtigt und somit in realen Marktsituationen oft zu verfälschten Ergebnissen führt.
- Arbeit zitieren
- Stefan Reiswich (Autor:in), 2013, Die Bestellmengenplanung als Instrument des Materialmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312047