Lernschwierigkeiten und die Angst vor dem Schulversagen. Wie kann die Schulleistungsdiagnostik helfen?


Hausarbeit, 2015

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärungen
2.1 Was sind Lernschwierigkeiten?
2.2 Was ist Schulversagen?
2.3 Was ist Schulleistungsdiagnostik?

3 Arten von Lernschwierigkeiten

4 Ursachen

5 Folgen

6 Schulleistungsdiagnostik und das Beispiel DERET 3-4+

7 Vorbeugung von Lernschwierigkeiten

8 Behandlung

9 Fazit

10 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema der Lernschwierigkeiten. Eine zentrale Stellung wird die Frage einnehmen, ob Lernschwierigkeiten zwangsläufig zu Schulversagen führen, oder ob die Schulleistungsdiagnostik dies verhindern kann. Vermutlich jeder Mensch wir in seiner Schulzeit irgendwann einmal Schwierigkeiten mit dem Lernen gehabt haben. Manche mehr, manche weniger. Es wird davon ausgegangen, dass etwa „20% der Kinder eines Schuljahrganges vorübergehend oder dauerhaft einer besonderen Förderung bedürfen […].“(Arenhövel & Ringbeck, 1995, S.11). Es wird in dieser Arbeit jedoch nicht um kleinere Problematiken gehen, die beide jedem Schüler im Laufe seines Schullebens ab und zu mal auftreten können und völlig normal sind. Gegenstand der vorliegenden Arbeit sollen viel mehr solche Schwierigkeiten sein, die gravierende Folgen für den betroffenen Lernenden nach sich ziehen und nicht ohne weiteres beseitigt werden können. Es stellt sich deshalb die Frage ob diese Auswirkungen zwangsläufig zu einem Schulversagen führen.

Zu Beginn meiner Arbeit werde ich zunächst einmal die wichtigsten Begrifflichkeiten der Thematik erläutern. Ich werde versuchen den Begriff der Lernschwierigkeiten von ähnlichen Begriffen abzugrenzen und Schulversagen wie auch Schulleistungsdiagnostik definieren. Anschließend gilt es welche Lernschwierigkeiten es überhaupt gibt, um aufzuzeigen, in welch unterschiedlichen Formen sie auftreten können. Danach werde ich mögliche Ursachen aufführen, die zu Lernschwierigkeiten führen können. Im nächsten Gliederungspunkt werde ich näher auf die Folgen eingehen, das bedeutet, ich werde darlegen, mit welchen Problemen betroffene Kinder konfrontiert sind. Auf die Schulleistungsdiagnostik werde ich im Anschluss eingehen, in dem ich erklären werde, womit sie sich befasst und wie sie aussehen kann anhand des „Ablaufmodells des diagnostischen Urteils“ (Hesse & Latzko, 2009, S. 63). Ich werde mich in diesem Abschnitt außerdem genauer mit dem Deutschen Rechtschreibtest für die dritte bis fünfte Klasse befassen werde, der als Beispiel für einen Schulleistungstest dienen soll. Anschließen werde ich auf Möglichkeiten der Vorbeugung von Lernschwierigkeiten eingehen, ehe ich einige Behandlungsmethoden erklären werde. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit, in dem ich die anfangs gestellte Fragestellung beantworten werde.

Der Forschungsstand zur Thematik ist recht umfassend. Zahlreiche Wissenschaftler haben sich bereits mit Lernschwierigkeiten beschäftigt. Vor allem in den letzten Jahren scheint das Interesse groß gewesen zu sein, da immer öfter Probleme bei den Schülern auftraten, die mit dem Lernen und dementsprechend mit ihren Schulleistungen in Verbindung standen (vgl. Gold, 2011, S. 13ff). Zuerst einmal ist das Standardwerk über Lernschwierigkeiten von Werner Zielinski zu nennen, welches in drei Auflagen gedruckt wurde. Er hat sich bereits im 20. Jahrhundert eingehend mit der Thematik auseinander gesetzt. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von weiteren Werken die als Grundlagenliteratur gelten können. Bei der vorliegenden Hausarbeit habe ich mich vor allem auf die Bücher von Alexandra und Reinhold Ortner, Ulrich Heimlich und Andreas Gold gestützt. Es fiel auf, dass die Thematik der Lernschwierigkeiten oft aus einer sehr psychologischen Sicht behandelt wurde. Dementsprechend wurden die Themen Prävention, Intervention, Ursachen und Diagnostik ausführlich behandelt. Weniger wurde über mögliche Folgen der Lernschwierigkeiten berichtet. Es war außerdem auffällig, dass als Beispiele oft lediglich spezielle Lernschwierigkeiten wie Lese-, Rechen-, und Schreibschwierigkeiten aufgeführt wurden, ansonsten aber namentlich wenige weitere.

2 Begriffsklärungen

2.1 Was sind Lernschwierigkeiten?

In der Literatur lassen sich verschiedene Definitionen und Herangehensweisen an den Begriff der Lernschwierigkeiten herausfinden. Jens Holger Lorenz bezeichnet Lernschwierigkeiten als Abweichungen von schulischen Vorgaben betreffend der Leistungen und des Verhaltens der Schüler. Sie umfassen zeitweilige aber auch anhaltende Leistungs- und Lernbeeinträchtigungen. Eine Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen sieht Lorenz als unmöglich an (vgl. Lorenz, 1987, S. 1). Im Werk von Andreas Gold „[…] wird der Begriff Lernschwierigkeiten als Oberbegriff für eine beeinträchtigte Lernentwicklung verwendet, […] wenn nämlich Lesen, Rechtschreiben und/oder Rechnen erheblich beeinträchtigt sind.“ (Gold, 2011, S. 11). Dementsprechend sind Begriffe wie Lernbehinderung und Lernstörung den Lernschwierigkeiten unter zu ordnen (vgl. ebd., S. 11f). Lernstörungen galten in der Vergangenheit dabei als weniger dramatische Beeinträchtigung, da Probleme lediglich in einem Schulfach über eine begrenzte Zeit von etwa einem Schuljahr bei einem normalen Intelligenzquotienten auftraten. Um Lernbehinderungen handelte es sich dagegen, wenn mehrere Schulfächer betroffen waren, in denen bei dem Schüler oder der Schülerin über ein Schuljahr hinaus Schwierigkeiten bei einem Intelligenzquotienten unter 85 auftraten (vgl. Herrlich, 2009, S. 20).

2.2 Was ist Schulversagen?

Schulversagen ist sich nach Ortner und Ortner gegeben „[w]enn ein Kind den Anforderungen der Schule vor allem psychisch und geistig nicht gewachsen ist, wobei in zentralen Lern- und Verhaltensbereichen weitgehend negative Ergebnisse zeigt […].“ (Ortner & Ortner, 1997, S. 224).

Bei Link scheint sich die Begrifflichkeit vielmehr durch seine Ursachen zu definieren. „[…] Schulversagen ist das Ergebnis eines komplexen Prozesses, in dem individuelle - besonders unbewußte -, interpersonelle und gesellschaftliche Faktoren zusammen wirken.“ (Link, 1995, S. 27).

2.3 Was ist Schulleistungsdiagnostik?

In der Schulleistungsdiagnostik geht es darum mithilfe von diagnostischen Verfahren die individuellen Lernleistungen bzw. Lernerfolge eines Schülers zu bestimmen. Dies geschieht üblicherweise durch Schulleistungs- oder Lerntests, aber auch Beobachtungen und Gespräche sind wichtige Elemente. Die Ergebnisse werden dann mit den Normvorgaben verglichen um Stärken und Schwächen eines Schülers bestimmen zu können und eventuelle Maßnahmen einzuleiten (vgl. Gold, 2011, S. 194ff).

3 Arten von Lernschwierigkeiten

In der Literatur werden Lernschwierigkeiten oft lediglich grob in die allgemeinen Lernschwierigkeiten und speziellen Lernschwierigkeiten unterteilt. Erstere treten in solch einer Vielfalt auf, dass niemand sich die Mühe gemacht hat, sie alle einmal aufzuzählen. Generell werden eigentlich keine namentlich genannt, jedoch bezeichnen sie meist Probleme die sich auf das gesamte Lernen beziehen, also über einen Bereich hinaus wirken. (vgl. Gold, 2011, S. 12ff).

Weit mehr behandelt sind spezielle Lernschwierigkeiten, zu denen nicht nur Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten, sowie Rechenschwierigkeiten zählen, sondern auch Probleme in Sport, Kunst oder andere spezielle Lerngebiete. Erstere werden jedoch deshalb in jedem Buch ausführlich untersucht, weil Lesen, Schreiben und Rechnen die Grundlagen einer schulischen Ausbildung bilden und deshalb von ganz besonderer Bedeutung sind. Vor allem Schwierigkeiten beim Lesen und beim Schreiben aber auch beim Rechnen haben die größten Auswirkungen auf die Entwicklung eines Schülers (vgl. Zielinski, 1995, S. 107ff).

Neben diesen zwei Arten lassen sich Lernschwierigkeiten aber auch auf anderen Weise differenzieren. So ist es möglich sie auch nach Lerninhalten zu unterscheiden, so dass „Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechtschreiben […] sich z.B. von Problemen im mathematischen Bereich oder in sachkundlichen Fächern abheben.“ (ebd., S. 14). Darüber hinaus können Lernschwierigkeit auch nach zeitlichen Maßstäben unterteilt werden. Sie können entweder nur von einer gewissen Dauer, oder aber durchgängig vorhanden sein. Ebenso ist eine Einteilung hinsichtlich der Ursachen möglich (vgl. ebd., S. 15).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Lernschwierigkeiten und die Angst vor dem Schulversagen. Wie kann die Schulleistungsdiagnostik helfen?
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V312110
ISBN (eBook)
9783668114777
ISBN (Buch)
9783668114784
Dateigröße
707 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernschwierigkeiten, Lernen, Schulleistungsdiagnostik, Diagnostik, Psychologie, Verhalten
Arbeit zitieren
Marc Damrath (Autor), 2015, Lernschwierigkeiten und die Angst vor dem Schulversagen. Wie kann die Schulleistungsdiagnostik helfen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312110

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