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Antisemitismus in der deutschen Linken

Warum linker Antisemitismus nach der Shoa immer noch möglich ist

Titel: Antisemitismus in der deutschen Linken

Hausarbeit , 2014 , 16 Seiten

Autor:in: Fabian Babst (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Antisemitismus von links wird häufig unterschätzt, da der Begriff überwiegend in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus Verwendung findet und dem rechten politischen Spektrum zugeordnet wird. Die Annahme, dass linker Antisemitismus wegen der antifaschistischen Ausrichtung nicht denkbar sei und die oft subtile Erscheinungsform als Kritik an der israelischen Politik, lassen Antisemitismus von links gesellschaftlich besonders anschlussfähig erscheinen.

Im Hinblick auf diese Gefahr ist dieser Beitrag als Bestandteil einer notwendigen Aufklärungsarbeit zu interpretieren. Kernfrage dieser Arbeit ist, wie ein linker Antisemitismus nach der Shoa – trotz scheinbar ideologieimmanenter Widersprüche – möglich werden konnte. Wie ist linker Antisemitismus vereinbar mit dem Selbstverständnis, ein Gegenmodell zu rechter Ideologie zu bieten?

Untersucht werden die Entwicklungsmuster von linkem Antisemitismus in der DDR, der BRD und nach der Wiedervereinigung 1990. Zudem werden die Kernbegriffe Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik im Vorfeld definiert und eingegrenzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition der Grundbegriffe

2.1. Die radikale Linke

2.2. Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik

3. Empirische Evidenz

4. Entwicklungsmuster

4.1. …in der DDR

4.2. …in der BRD

4.3. …seit 1990

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Verbreitung von linkem Antisemitismus in Deutschland nach 1945. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich antisemitische Ressentiments trotz eines antifaschistischen Selbstverständnisses in linken politischen Strömungen etablieren konnten und welche Rolle dabei die Verschränkung mit Antizionismus und Israelkritik spielt.

  • Historische Analyse der Entwicklungsmuster in der DDR und BRD
  • Untersuchung der strukturellen Affinität zwischen Antiimperialismus und Antisemitismus
  • Definition und Abgrenzung von Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik
  • Analyse der empirischen Evidenz für antisemitische Tendenzen im linksradikalen Spektrum
  • Evaluation der Rolle von Israel als Projektionsfläche antisemitischer Ressentiments

Auszug aus dem Buch

4.1. …in der DDR

Der ideologieimmanente Widerspruch zwischen humanitärem Anspruch und antijüdischen Stereotypen (vgl. Rensmann 2004, S. 296) im linken politischen Spektrum erscheint in der ehemaligen DDR, die sich als sozialistisch und antifaschistisch verstand, in besonderem Maße kontraintuitiv. Dennoch war Antizionismus mit offen antisemitischen Zügen fester Bestandteil politischer Argumentationen und Agitationen (vgl. Haury 2002, S. 14). So kam es innerhalb der Kommunistischen Parteien in Stalins Machtbereich zwischen 1948 und 1953 zu mehreren Wellen von „Parteisäuberungen“, die bedingungslosen Gehorsam gegenüber Moskau sichern sollten (vgl. Haury 2002, S. 11) und Ende 1952 eine offen antisemitische Wendung nahmen, indem der ehemalige tschechische KP-Generalsekretär und zehn weitere Angeklagte jüdischer Herkunft in einem Schauprozess wegen „zionistisch-imperialistischer Agententätigkeit“ zum Tode verurteilt wurden (vgl. bpb.de: Antisemitismus in der DDR, verfügbar unter: http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37957/antisemitismus-in-der-ddr?p=0). Auch in der DDR nahm der staatlich betriebene Antisemitismus seinen Lauf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterschätzung des linken Antisemitismus und führt in die Thematik ein, wie dieser trotz antifaschistischer Rhetorik gesellschaftlich anschlussfähig bleibt.

2. Definition der Grundbegriffe: Dieses Kapitel definiert die radikale Linke als Untersuchungsobjekt und grenzt die Begriffe Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik theoretisch sowie praktisch voneinander ab.

3. Empirische Evidenz: Hier werden Daten einer quantitativen Befragung unter deutschen Linksradikalen ausgewertet, um das Ausmaß antisemitischer Einstellungen empirisch zu belegen.

4. Entwicklungsmuster: Dieses Hauptkapitel analysiert die historischen Pfade des linken Antisemitismus, differenziert nach der DDR, der alten Bundesrepublik und der Zeit nach der Wiedervereinigung 1990.

5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert die Ursachen des linken Antisemitismus, insbesondere die strukturelle Affinität des Antiimperialismus zum antisemitischen Weltbild, und betont die Notwendigkeit fortwährender Aufklärung.

Schlüsselwörter

Linker Antisemitismus, Antizionismus, Israelkritik, DDR, BRD, Radikale Linke, Holocaust, Antiimperialismus, Verschwörungstheorien, Shoa, Antisemitische Ressentiments, Sozialpsychologie, Politische Instrumentalisierung, Geschichte der Linken, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Existenz und der Entwicklung von Antisemitismus innerhalb des linken politischen Spektrums in Deutschland nach 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung in Ost- und Westdeutschland, die Rolle des Antizionismus als „getarnter“ Antisemitismus und die psychologischen sowie ideologischen Ursachen dieses Phänomens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie Antisemitismus im linken Milieu anschlussfähig bleiben konnte, trotz eines primär antifaschistischen Selbstbildes.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten, insbesondere einer quantitativen Befragung zum Antisemitismus unter deutschen Linksradikalen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Entwicklungsmuster in der DDR, der BRD und nach 1990, wobei der Fokus auf den ideologischen Verschiebungen und politischen Instrumentalisierungen liegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie linker Antisemitismus, Antizionismus, Israelkritik, Radikale Linke und historische Aufarbeitung definieren.

Warum wird der Begriff „Antisemitismus ohne Juden“ in Bezug auf die DDR verwendet?

Der Begriff beschreibt, dass die DDR unter dem Deckmantel des Antizionismus antisemitische Strukturen nutzte, ohne den Begriff „Jude“ zu verwenden, um den Klassenfeind zu markieren.

Welche Rolle spielte der Sechs-Tage-Krieg von 1967 für die westdeutsche Linke?

Er gilt als Wendepunkt, ab dem Israel durch die Einordnung in das „US-imperialistische“ Weltbild verstärkt zum Feindbild der neuen Linken wurde.

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Details

Titel
Antisemitismus in der deutschen Linken
Untertitel
Warum linker Antisemitismus nach der Shoa immer noch möglich ist
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft)
Autor
Fabian Babst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V312157
ISBN (eBook)
9783668109766
ISBN (Buch)
9783668109773
Sprache
Deutsch
Schlagworte
antisemitismus linken warum shoa
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Babst (Autor:in), 2014, Antisemitismus in der deutschen Linken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312157
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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