Gastronomie, Gastronomiegewerbe, Gastgewerbe, Beherbergungsgewerbe, Außer-Haus-Markt, Außer-Haus-Verpflegung, Hotel- und Gaststättengewerbe und so weiter. Während meiner Masterarbeit bin ich auf unzählige Termini gestoßen, die im Grunde alle die gleiche Branche beschreiben, eine Dienstleistungsbranche, die mit der Beherbergung und Verpflegung von Menschen operiert.
In wissenschaftlichen Diskursen sind die Termini Außer-Haus-Verpflegung oder Außer-Haus-Markt geläufig. Die Branchenverbände und direkten Dienstleister hingegen sprechen eher vom Gastgewerbe oder vom Hotel- und Gaststättengewerbe.
In dieser Arbeit soll die Branche rund um den Gast näher beschrieben und definiert werden. Dabei werden insbesondere spezielle Formen beziehungsweise Unterformen des Gewerbes herausgearbeitet und näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die deutsche Ernährungswirtschaft
3 Die Außer-Haus-Verpflegung
4 Der Außer-Haus-Markt
4.1 Formen des Außer-Haus-Marktes
4.1.1 Das Gastronomiegewerbe
4.1.1 Die Individualgastronomie
4.1.2 Die Gemeinschaftsgastronomie
4.1.3 Die Systemgastronomie
4.1.4 Betriebstypen des Gaststättengewerbes
4.1.2 Das Beherbergungsgewerbe
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen, oft synonym verwendeten Fachbegriffe der Branche rund um den Gast, wie Gastgewerbe, Außer-Haus-Markt und Außer-Haus-Verpflegung, wissenschaftlich zu analysieren, voneinander abzugrenzen und eine einheitliche Definition zu erarbeiten. Dabei werden insbesondere die spezifischen Formen, Unterformen und Betriebstypen detailliert herausgearbeitet und erläutert, um Transparenz in der Terminologie zu schaffen.
- Strukturierung der deutschen Ernährungswirtschaft
- Differenzierung der Begriffe Außer-Haus-Markt und Außer-Haus-Verpflegung
- Klassifizierung der Betriebstypen in der Individual- und Gemeinschaftsgastronomie
- Analyse der Systemgastronomie und ihrer Marktsegmente
- Systematik des Beherbergungsgewerbes unter Einbezug der Hotellerie und Parahotellerie
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Die Gemeinschaftsgastronomie
Im Gegensatz zur Individualgastronomie (Verpflegung von Einzelpersonen oder kleineren Personengruppen) werden in der Gemeinschaftsgastronomie gleichbleibende Personengruppen regelmäßig mit täglich wechselnden Speisen und/oder Getränken verpflegt (Beer-Borst, 2008, S. 2). In der Regel sind die Betriebe der Gemeinschaftsgastronomie nur für einen bestimmten Personenkreis zugänglich, da die Verpflegungsdienstleistung zumeist direkt (durch Finanzzuschüsse) oder indirekt (Zur-Verfügung-Stellen von Räumen und Arbeitsmaterialien) subventioniert ist (Roehl & Strassner, 2011, S. 16). Die Verpflegung konzentriert sich nach Steinel (2008) auf zwei Personenkreise: auf hilfebedürftige Personen (Patienten, Behinderte, Bewohner) und auf unterstützungswürdige Personen (Arbeitnehmer/innen, Studierende, Schüler, Soldaten). (Steinel, 2008, S. 14 f.)
Die Gemeinschaftsgastronomie ist nach Beer-Borst (2008) und Steinel (2008) durch folgende Punkte gekennzeichnet:
„Verschiedene Aufenthaltsformen einer Personengruppe in einer Einrichtung.
Verpflegung definierter Personengruppen mit zum Teil besonderen Ernährungsbedürfnissen bzw. in besonderen Lebenssituationen.
Eingeschränkte Zugangsberechtigung für bestimmte Personenkreise.
Mehr oder weniger homogene Gästestruktur.
Speisenangebot wechselt regelmäßig bzw. in einem konzeptionell vorgegebenen Rhythmus.
Niedrige Preise, enge Preiskalkulation, Bezuschussung durch Träger.
Eher wohlfahrts- als gewinnorientiert.
Je nach Verpflegungssystem (siehe unten) für Produktion und Bereitstellung des Speisenangebotes.
Geführt in Eigenregie oder im Mandat (Pächter, Catering-Unternehmen).“ (Roehl & Strassner, 2011, S. 15)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Der Autor erläutert die terminologische Vielfalt der Branche und setzt sich zum Ziel, eine präzise Definition und Einordnung der gewerblichen Verpflegung und Beherbergung vorzunehmen.
2 Die deutsche Ernährungswirtschaft: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Bedeutung der Ernährungswirtschaft in Deutschland und unterteilt sie in zentrale Bereiche von der Landwirtschaft bis zum Außer-Haus-Markt.
3 Die Außer-Haus-Verpflegung: Hier werden Kriterien wie Ort der Zubereitung und Ort des Verzehrs genutzt, um das Konzept der Außer-Haus-Verpflegung wissenschaftlich zu differenzieren.
4 Der Außer-Haus-Markt: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Analyse der Strukturen, unterteilt in Gastronomie- und Beherbergungsgewerbe sowie deren spezifische Betriebstypen und Unterkategorien.
5 Fazit: Der Autor schlägt vor, den Begriff „Gastgewerbe“ als präzisen Oberbegriff zu etablieren und die Branche konsequent in Hotel- und Gaststättengewerbe zu gliedern.
Schlüsselwörter
Gastgewerbe, Außer-Haus-Markt, Außer-Haus-Verpflegung, Gastronomiegewerbe, Gemeinschaftsgastronomie, Individualgastronomie, Systemgastronomie, Beherbergungsgewerbe, Hotellerie, Parahotellerie, Betriebstypen, Ernährungswirtschaft, DEHOGA, Verpflegungsmanagement, Dienstleistungsbranche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der begrifflichen Vielfalt und der strukturellen Definition der Dienstleistungsbranche, die Menschen außerhalb ihres Zuhauses beherbergt und verpflegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen Außer-Haus-Markt, Gastgewerbe und Gemeinschaftsgastronomie sowie der Einteilung in spezifische Betriebstypen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Branche rund um den Gast präzise zu definieren und Ordnung in die uneinheitliche Verwendung wissenschaftlicher und fachsprachlicher Termini zu bringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Sektoranalyse und wertet aktuelle Daten von Verbänden wie dem DEHOGA und renommierten Marktforschungsinstituten aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert die Branche in die Sektoren Ernährungswirtschaft, Gastronomie (mit Unterformen wie Systemgastronomie) und das Beherbergungsgewerbe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Gastgewerbe, Außer-Haus-Markt, Gemeinschaftsgastronomie, Systemgastronomie, Hotellerie und Beherbergungsgewerbe.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Individual- und Gemeinschaftsgastronomie wichtig?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da sich beide Bereiche in ihrer Zielgruppe, der Art der Subventionierung, dem Grad der Gewinnorientierung und der Frequenz der Gästestruktur fundamental unterscheiden.
Was zeichnet die Systemgastronomie laut der Arbeit aus?
Sie ist durch drei Merkmale gekennzeichnet: ein multiples Konzept, eine hohe Standardisierung aller Prozesse und eine zentrale Steuerung durch eine übergeordnete Stelle.
Welche Kriterien nutzen Experten für die Abgrenzung von Hotellerie und Parahotellerie?
Die Abgrenzung erfolgt primär über das Vorhandensein beziehungsweise Fehlen von Bewirtungsleistungen und ergänzenden Dienstleistungen (Komplementärleistungen).
- Arbeit zitieren
- Niels Schirrmeister (Autor:in), 2016, Definitionsgrundlage Außer-Haus-Markt/Gastgewerbe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312380