In dieser Hausarbeit zu Hermann Hesses Erzählung "Narziß und Goldmund", welche im Jahre 1930 erschien, möchte ich die Thematik der Dichotomie von Geist und Natur näher analysieren. Bei den Protagonisten dieses Werks handelt es sich um zwei einander gegensätzliche Charaktere. Während Narziß den „Geistesmensch“ verkörpert, stellt Goldmund den „Sinnenmensch“ dar. Trotz ihrer Gegensätzlichkeit schließen die beiden Freundschaft und jeder sucht auf seine Weise nach der Vollkommenheit.
In meinen Ausführungen soll vor allem geklärt werden, welche Bedeutung die Kunst für Goldmund hat und ob die Gegensätze in der Kunst überwunden werden können. Dieser Thematik will ich mich nähern, indem zunächst die Kompositionsstruktur im Hinblick auf die äußere und innere Entwicklung der Handlung erläutert wird. Im Anschluss daran soll hervorgehoben werden, worin die Gegensätzlichkeit der Charaktere liegt und welche Bedeutung die Freundschaft für die Beiden im Einzelnen hat. Davon verspreche ich mir einen leichteren Zugang bei der Untersuchung der Kunstthematik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kompositionsstruktur
3. Die Gegensätze Natur und Geist
3.1 Narziß
3.2 Goldmund
3.3 „Einheit durch Zweiheit“ – Das Verhältnis von Narziß und Goldmund
4. Die Überwindung der Gegensätze in der Kunst
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit analysiert die Dichotomie von Geist und Natur in Hermann Hesses Erzählung „Narziß und Goldmund“ und untersucht dabei insbesondere die Rolle der Kunst als mögliches Medium zur Versöhnung dieser Gegensätze sowie die Bedeutung der Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten.
- Dichotomie von Geist und Natur
- Charakterisierung von Narziß als Geistesmensch und Goldmund als Sinnenmensch
- Analyse der Kompositionsstruktur und Handlungsebenen
- Die Funktion und Grenzen der Kunst im Leben Goldmunds
- Das Konzept der „Einheit durch Zweiheit“
Auszug aus dem Buch
3. Die Gegensätze Natur und Geist
Bereits im Titel von Hermann Hesses Werk „Narziß und Goldmund“ wird deutlich, dass es sich bei den Figuren um Polaritäten handeln muss. Jedoch ist das Wirken der Figuren stets voneinander beeinflusst. Deshalb bilden Narziß und Goldmund eine „Einheit durch Zweiheit“. In den folgenden Ausführungen soll zunächst aufgezeigt werden, weshalb die Figuren Polaritäten verkörpern. Im Anschluss daran wird beleuchtet, worin die „Einheit“ der Protagonisten liegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Dichotomie von Geist und Natur ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Bedeutung der Kunst für Goldmund.
2. Kompositionsstruktur: Das Kapitel erläutert den zweigeteilten Aufbau des Werkes und zeigt die Verknüpfung der äußeren Lebensstationen Goldmunds mit seiner inneren seelischen Entwicklung auf.
3. Die Gegensätze Natur und Geist: Hier werden die gegensätzlichen Pole der beiden Hauptfiguren analysiert, wobei Narziß den Geist und Goldmund die Natur verkörpert, was in einer „Einheit durch Zweiheit“ gipfelt.
3.1 Narziß: Dieser Abschnitt beschreibt Narziß als einen in Askese lebenden, geistorientierten Denker, dessen Handeln durch den Dienst am Wort bestimmt ist.
3.2 Goldmund: Das Kapitel definiert Goldmund als Sinnenmenschen, dessen Lebensweg durch die Suche nach der Mutter und die Erfahrung von Natur und Trieben geprägt ist.
3.3 „Einheit durch Zweiheit“ – Das Verhältnis von Narziß und Goldmund: Der Abschnitt verdeutlicht, wie sich die beiden als komplementäre Seelen gegenseitig ergänzen und durch ihre Freundschaft zu einer Einheit verschmelzen.
4. Die Überwindung der Gegensätze in der Kunst: Es wird untersucht, inwieweit Goldmund durch sein künstlerisches Schaffen versucht, seine sinnlichen Erfahrungen zu verewigen und die Gegensätze zu versöhnen.
5. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kunst zwar eine Synthese der Prinzipien darstellt, die Gegensätze jedoch bestehen bleiben und erst im Tod eine endgültige Auflösung finden.
Schlüsselwörter
Narziß, Goldmund, Hermann Hesse, Geist, Natur, Sinnenmensch, Geistesmensch, Kunst, Dichotomie, Polarität, Urmutter, Vollkommenheit, Wanderschaft, Askese, Einheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die philosophische Gegenüberstellung von Geist und Natur in Hermann Hesses Roman „Narziß und Goldmund“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Dichotomie zwischen dem Geistesmenschen Narziß und dem Sinnenmenschen Goldmund sowie die Rolle der Kunst als verbindendes Element.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Die Autorin möchte klären, welche Bedeutung die Kunst für Goldmund hat und ob er darin eine Überwindung der Gegensätze von Geist und Natur findet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman auf Basis von Sekundärliteratur und Textbelegen untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Kompositionsstruktur, die Charakterisierung der Protagonisten als Gegenspieler und die Analyse der Kunstthematik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Narziß, Goldmund, Geist, Natur, Kunst, Urmutter und die „Einheit durch Zweiheit“.
Wie gelingt Narziß die Annäherung an das Leben des Freundes?
Obwohl Narziß in Askese lebt, ermöglicht ihm seine tiefe Liebe zu Goldmund eine Annäherung an die triebhafte Seite des Lebens.
Warum kann Goldmund die Gegensätze in der Kunst nicht vollständig auflösen?
Goldmund erkennt, dass die Kunst zwar ein „Sieg über die Zeit“ ist, aber keine tatsächliche Vereinigung von Geist und Natur darstellt, da die Pole komplementär bleiben.
Welche Bedeutung hat die Urmutter für den Ausgang der Geschichte?
Die Urmutter verkörpert das Goldmundsche Prinzip, das am Ende des Romans triumphiert und Goldmund im Tod zu sich nimmt.
- Arbeit zitieren
- Natascha Schneider (Autor:in), 2007, Die Dichotomie von Geist und Natur in "Narziß und Goldmund" von Hermann Hesse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312505