Peter Singers Praktische Ethik, Kapitel 8: Arm und Reich


Rezension / Literaturbericht, 2003
11 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Fakten über die Armut

3. Fakten über den Wohlstand

4. Das moralische Äquivalent zu Mord?

5. Die Verpflichtung zu helfen
5.1. Das Argument für eine Verpflichtung zu helfen
5.2. Einwände gegen das Argument
5.2.1. Für die Unseren sorgen
5.2.2. Eigentumsrechte
5.2.3. Bevölkerung und die Ethik des „Aussortierens“
5.2.4. Sache der Regierung
5.2.5. Zu hohe Anforderungen?

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

In meiner Belegarbeit befasse ich mich mit dem Thema ‚Arm und Reich’ aus dem Buch „Praktische Ethik“ von Peter Singer.

Zu Beginn des Kapitels zählt er einige Fakten zur Armut und zum Wohlstand in der Welt auf, auf die ich nur kurz eingehen werde. Dann versucht er zu klären, ob die Hungersnot die Folge des Handelns der reicheren Gesellschaften ist und ob diese nicht alle Mörder sind, weil sie trotz ihres vielen Geldes Menschen der dritten Welt sterben lassen.

Im Anschluss erläutert er ein Argument, welches besagt, dass die Menschen der Industrieländer eine Verpflichtung haben, den ärmeren Nationen zu helfen. Jedoch führt er auch viele Einwände gegen dieses Argument auf, die ich in meiner Arbeit noch näher betrachten werde.

Ich versuche, Peter Singers Position zum Thema Armut und Reichtum klar darzustellen. Weiterhin bin ich um eine kritische Betrachtungsweise bemüht und werde eine eigene Stellungnahme vornehmen.

2. Fakten über die Armut

Millionen von Menschen auf der Welt haben ständig Hunger, andere leiden an Mangelkrankheiten und Infektionen. Am schlimmsten betroffen sind die Kinder.

In vielen Ländern herrscht die „absolute Armut“, denn Nahrungsmangel ist nicht die einzige Not der Armen. Die Armut, mit der die Industriestaaten vertraut sind, ist die so genannte „relative Armut“. Dies bedeutet, dass einige Bürger im Vergleich zu ihren reichen Nachbarn arm sind. Absolute Armut ist jedoch Armut nach allen Maßstäben. Nach McNamaras ist es ein „Leben am äußersten Rand der Existenz“. Es sind Menschen, die „in einem Zustand von Verwahrlosung und Entwürdigung ums Überleben kämpfen“. (Singer 1994: 279)

McNamara hat absolute Armut zusammengefasst als „ Lebensbedingungen, die derart durch Unterernährung, Analphabetentum, Krankheit, verwahrloste Umgebung, hohe Kindersterblichkeit und niedrige Lebenserwartungen gekennzeichnet sind, dass sie sich jenseits jeder vernünftigen Definition von menschlicher Würde befinden“. (Singer 1994: 279)

Absolute Armut ist für zahlreiche Todesopfer verantwortlich. Heute ist es der Hauptgrund für menschliches Elend.

Nach Schätzungen leben 1,2 Milliarden Menschen in absoluter Armut. Das sind 23% der Weltbevölkerung.

3. Fakten über den Wohlstand

Es besteht kein Problem darin, wie von vielen Menschen oft angenommen wird, dass die Welt nicht genug Nahrung produzieren kann, um die Menschen zu versorgen und ihnen Obdach zu geben. Die Menschen in den reichen Ländern sind für den Verbrauch von viel mehr Nahrung verantwortlich als jene in den armen Ländern. Im Wesentlichen ist das Problem eher eines der Verteilung als der Produktion. Die Welt produziert genügend Nahrung. Außerdem könnten die ärmeren Staaten viel mehr herstellen, wenn sie stärker von verbesserten Anbaumethoden Gebrauch machen würden. Dabei brauchen sie natürlich Hilfe. Denn nur wenn die entwickelten Nationen etwas von ihrem Reichtum den Menschen der unterentwickelten Nationen abgeben, kann die Situation verändert werden.

Dem Bild der absoluten Armut könnte man ein Bild des „absoluten Überflusses“ entgegensetzen. Diejenigen, die absolut betrachtet wohlhabend sind, sind es hinsichtlich jeder vernünftigen Definition von menschlichen Bedürfnissen. Das bedeutet, dass sie ein höheres Einkommen haben, als sie brauchen, um sich selbst mit allen grundlegenden Notwendigkeiten des Lebens hinreichend zu versorgen.

Doch zurzeit geschieht leider nur sehr wenig in Sachen Entwicklungshilfe. Nur ein sehr geringer Prozentsatz des Bruttosozialprodukts einiger Industriestaaten fließt in die Entwicklungshilfe. Die kleinen zusätzlichen Beträge von freiwilligen Hilfsorganisationen reichen nicht aus für solch ein umfassendes Problem.

4. Das moralische Äquivalent zu Mord?

Viele Menschen der reichen Länder haben die Möglichkeit, Geld an freiwillige Hilfsorganisationen zu spenden und damit die Situation zu verbessern.

Singer meint: „Falls grundsätzlich kein Unterschied zwischen Sterbenlassen und Töten besteht, könnte es fast scheinen, dass wir alle Mörder sind“. (Singer 1994: 283) Bei dieser Aussage muss ich Singer vehement widersprechen. Ich finde Sterbenlassen und Töten sind schon zwei unterschiedliche Sachverhalte. Außerdem fühle ich mich nicht verantwortlich dafür, dass in den Dritte-Welt-Ländern tausende von Menschen sterben. Und schon gar nicht bin ich deshalb ein Mörder. Ich finde diese Aussage von Singer sehr übertrieben, ebenso wie die Folgende: „Um ein angenehmes oder gar luxuriöses Leben zu genießen, ist es nicht notwendig, jemanden zu töten; aber es ist notwendig, einige sterben zu lassen, die wir hätten retten können, denn das Geld, das wir zu einem angenehmen Leben brauchen, hätten wir spenden können.“ (Singer 1994: 284) Meiner Meinung nach bin ich nicht Schuld am Tot von einigen Menschen, nur weil ich mein Geld nicht spende. Ich gehe arbeiten um mir ein angenehmes und schönes Leben leisten zu können. Ich sehe ein, dass man einen kleinen Teil vom Gehalt spenden kann, aber dies dürfte mein eigenes Leben nicht nachteilig beeinflussen. Dann müsste ich meinen Lebensstandart soweit sinken, dass ich mir nur noch das kaufe, war ich zum Lebenserhalt bräuchte. Dann hätte ich allerdings kein Antrieb mehr zu arbeiten. Meine Spende ist allerdings ein kleiner Teil zur Hilfeleistung, aber rettet noch keine Leben. Ich kann Singers Position nicht ganz nachvollziehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Peter Singers Praktische Ethik, Kapitel 8: Arm und Reich
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
11
Katalognummer
V31256
ISBN (eBook)
9783638323161
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peter, Singers, Praktische, Ethik, Kapitel, Reich
Arbeit zitieren
Nicole Opetz (Autor), 2003, Peter Singers Praktische Ethik, Kapitel 8: Arm und Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31256

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