Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Eltern mit Migrationshintergrund und Schule aussehen?


Hausarbeit, 2015

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundsätze und Ziele der Elternarbeit

3 Elternarbeit am Beispiel A
3.1 Profil der Schule A
3.2 Das Projekt „Eltern fördern Bildung“
3.3 Die Bedeutung der Elternarbeit aus der Perspektive der Migranteneltern
3.4 Die Bedeutung der Elternarbeit aus der Perspektive der Lehrpersonen

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Thema der vorliegenden Arbeit lautet „Elternarbeit mit Migrantenfamilien am Beispiel A“ und versucht Wege aufzuzeigen, wie die Zusammenarbeit zwischen Eltern mit Migrationshintergrund und Schule aussehen kann. Der Fokus liegt dabei auf der Zusammenarbeit zwischen Migranteneltern und Lehrpersonen, die konkret am Beispiel A dargestellt wird. Die Notwendigkeit von Elternarbeit wird mit schlechten oder fehlenden Verständigungsmöglichkeiten von Migranteneltern begründet. Dass Eltern, die nicht gut deutsch sprechen und somit im Gespräch mit den Lehrpersonen kaum etwas verstehen, keinen Sinn darin sehen zu Elternabenden oder anderen Gesprächen zu erscheinen und sich dadurch auch ausgeschlossen fühlen können, ist nachvollziehbar. Auch Verständigungsprobleme, die nicht unbedingt aus sprachlichen Defiziten, sondern aus verschiedenen Sprachniveaus resultieren sind hier zu erwähnen. Den Eltern könnte es schwer fallen das Gesagte zu verstehen, da sie häufig aus völlig anderen sozialen Milieus kommen als die Lehrpersonen und eine andere Alltagssprache verwenden. Angesichts dieser Problematiken wird der Elternarbeit mittlerweile große Bedeutung zugemessen. Sie soll eine Brücke zwischen Schule und Elternhaus bauen, die in erster Linie der Schülerschaft zugutekommen soll. Die Elternarbeit in der Grundschule soll vor allem der Unterstützung und Förderung der sozialen und schulischen Entwicklung des Kindes dienen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) erklärt, dass die Kooperation mit Eltern zur Regelaufgabe der Schule gehört, dass heißt aus dem distanzierten Verhältnis zwischen Schule und Migranteneltern soll ein Verhältnis erreicht werden, das von einer wechselseitigen Bereicherung geprägt ist. Des Weiteren soll durch die Öffnung der Institution Schule Migranteneltern „ Kontakt- und Kooperationsmöglichkeiten“ geboten werden (vgl. KMK 2013, S. 2). Die KMK betont die Notwendigkeit von „Maßnahmen zur Beteiligung von Eltern am Schulleben () (KMK 2013, S. 2), die für eine Stärkung der Elternarbeit unerlässlich sind. Die Kultusminister empfehlen beispielsweise regelmäßige Durchführung zielgruppenspezifischer Informationsveranstaltungen und Beratung der Eltern und Schaffung von Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch über Themen und Fragestellungen der Schule (z.B. Elterncafés) (vgl. ebd., S. 3ff.). Demnach soll Elternarbeit ein wesentlicher Bestandteil einer jeden Schule sein, um die Migrantenkinder indirekt zu fördern, zumal Eltern in der Grundschulzeit einen starken Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder haben.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Migranteneltern in den Schulalltag mit einzubeziehen. In dieser Arbeit wird einer dieser Möglichkeiten am Beispiel A dargestellt. Dafür wird das Projekt „Eltern fördern Bildung“ vorgestellt, um vor Augen zu führen, wie Migranteneltern durch dieses Projekt in den Schulalltag mit einbezogen werden und worin die Grenzen liegen. Im Anschluss daran wird Elternarbeit aus der Elternperspektive kritisch beleuchtet, um aufzuzeigen, ob Elternarbeit sich in besseren Leistungen der Schüler und Schülerinnen (SuS) auszahlt und ob Migranteneltern durch dieses Projekt eine Anlaufstelle für die Lösung ihrer Probleme erhalten bzw. davon profitieren können. Zudem wird Elternarbeit anhand von einigen Beispielen aus der Sich der Lehrpersonen zum Thema gemacht. Im letzten Kapitel wird ein deutliches Fazit gezogen.

2 Grundsätze und Ziele der Elternarbeit

In der Literatur werden verschiedene Grundsätze zur Elternarbeit formuliert, die das Gelingen einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule unterstützen sollen.

Die Grundsätze der Elternarbeit lauten Folgendermaßen: „

1. Repräsentation der Vielfalt als Einladung zur Partizipation
2. Frühe Kontaktaufnahme und Beziehungsangebote
3. Die Eltern sind Expert/innen ihrer Situation
4. Die Botschaft ist „Wir brauchen euch!“
5. Eltern stärken
6. Schlüsselpersonen sind wichtig!
7. Verständigung organisieren.
8. Familiensprachen anerkennen
9. Elternarbeit erfordert Selbst-Reflexion
10. Elternarbeit braucht Zeit“ (Foitzik; Altan; Goltz 2009, S. 20)

Bei dem Grundsatz „Repräsentation der Vielfalt als Einladung“ ist es wichtig, dass man den Migranteneltern vermittelt, dass Menschen mit unterschiedlicher, familiärer Herkunft willkommen und anerkannt sind. Der zweite Grundsatz „frühe Kontaktaufnahme und Beziehungsangebote“ ist deswegen so wichtig, weil durch die frühe Kontaktaufnahme Konflikte im Keim erstickt werden können, ohne dass sie ausarten. Wie der nächste Grundsatz es schon besagt, sind Eltern Expert/innen, weil sie ihre Kinder besser kennen und besser einschätzen können. Lehrkräfte sollten dieses Wissen nutzen. Aus diesem Grund müssen Schulen den vierten Grundsatz „Die Botschaft ist „Wir brauchen Euch““ besonders zu Herzen nehmen und Eltern diesen Eindruck auch vermitteln. Eine weitere Regel ist, dass man die Eltern stärkt, indem man ihnen durch Migrantenorganisationen Rückenhalt gibt. Damit Eltern diese Möglichkeiten wahrnehmen, müssen Schlüsselpersonen (Migrantennachbarn usw.) zum Einsatz kommen, die die Migranteneltern informieren und mitziehen. Der Grundsatz „Verständigung organisieren“, ist unentbehrlich, wenn man eine unkomplizierte Kommunikation erreichen möchte. Dabei spielt die Regel „Familiensprachen anerkennen“ eine besondere Rolle, zumal Migranteneltern dadurch Wertschätzung und Anerkennung erfahren. Die letzten beiden Grundsätze sind von großer Bedeutung, weil man für eine effektive Elternarbeit Zeit und Ausdauer braucht, die vielleicht auch im Falle von Misserfolg in Bezug ihrer Effizienz durchdacht werden muss. Die Grundsätze sind als Bedingungen für eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen Eltern und Schule zu verstehen.

Das Hauptanliegen der Elternarbeit ist die schulische und soziale Förderung der SuS durch die Einbeziehung der Eltern in den Schulalltag. Deswegen wird versucht, alle Eltern zu erreichen und auf gleichberechtigter Ebene zusammenzuarbeiten bzw. sich auszutauschen. Weitere zentrale Aspekte der Elternarbeit sind zum Beispiel die Beratung der Eltern und die Vermittlung von Hilfsangeboten sowie der Aufbau der Elternmitwirkung und Elternbildung (vgl. Erler; Goreki; Purschke; Schindel 2009, S. 27ff.).

3 Elternarbeit am Beispiel A

Im folgenden Kapitel wird vorerst das Profil der Schule A vorgestellt, um die Gründe anzuzeigen, die eine Elternarbeit an dieser Schule notwendig machen. Des Weiteren wird durch das Projekt „Eltern für Bildung“ gezeigt, wie eine Elternarbeit in der Praxis aussehen kann und welches die Wirkfaktoren sowie die Grenzen sind. Abschließend wird die Bedeutung der Elternarbeit aus der Elternperspektive und aus der Lehrerperspetive näher erläutert.

3.1 Profil der Schule A

In der Grundstufe der Schule A lernen gemeinsam 286 Jungen und Mädchen aus verschiedenen Nationen. Laut den Angaben der Schule hat 90% der Schülerschaft einen Migrationshintergrund. Sprachliche und kulturelle Barrieren führen dazu, dass viele Migranteneltern an Schulveranstaltungen, Elternabenden usw. nicht teilnehmen und somit kein Interesse am Schulgeschehen zeigen können/wollen. Aus diesem Grund ist Elternmitarbeit für die pädagogische Arbeit an der Schule ein wichtiger Baustein. Ziel ist es, die Heranführung der Erziehungsberechtigten zur Mitwirkung und Einflussnahme zur Lösung der Probleme der Kinder, in vorschulischen, schulischen und außerschulischen Bereichen beizutragen und die Verbesserung ihrer Schul- und Bildungssituation zu fördern.

3.2 Das Projekt „Eltern fördern Bildung“

Das Projekt „Eltern fördern Bildung“ ist ein Elternbildungs- und Beteiligungsprojekt an der Schule A, das sich zum Ziel gesetzt hat, Eltern und ihre Kompetenzen an vielen Stellen einzubinden. Durch das Projekt „Eltern fördern Bildung“ werden Migranteneltern dahingehend gefördert, dass sie sich für die Bildung ihrer Kinder interessieren, sich selbst mit Bildungsthemen auseinandersetzen und Verantwortung an der Schule übernehmen. Auf diese Weise werden Eltern zur aktiven Mitarbeit beim Aufbau eines Elterntreffpunktes und zur Mitarbeit an der Schule motiviert. Im Elternbüro, das sich im Erdgeschoß der Grundschule befindet, erhalten Eltern eine Anlaufstelle für ihre Probleme. Darüber hinaus bietet das Projekt Angebote wie zum Beispiel ein kreatives Elterncafé an, in dem Eltern gemeinsam nähen, basteln oder kochen. Weitere Angebote sind beispielsweise Elternfrühstück, Ausflüge und kulturelle Aktivitäten, Infoveranstaltungen rund um Erziehung, Bildung und Förderung von Kindern und Jugendlichen und Beratung und Workshops zum Thema Elternbeteiligung. Das Elterncafé findet wöchentlich statt und ist für alle Eltern offen. Den Müttern wird auf diesem Weg ermöglicht sich untereinander auszutauschen und zu informieren. Themen der Eltern werden in thematischen Veranstaltungen bearbeitet. Die Schulleitung und Lehrkräfte nehmen regelmäßig am Elterncafé teil, so dass ein Forum für einen unkomplizierten Austausch entsteht. Die Eltern werden bei Bedarf von einer muttersprachlichen Fachkraft begleitet, gecoacht und unterstützt. Dabei sollen sich insbesondere Eltern mit Migrationshintergrund und Schule näher kommen, sich verständigen und gemeinsam am schulischen Alltagsgeschehen teilhaben. Des Weiteren werden Sprachkurse und Mütterkurse angeboten, die die Integration der Eltern und die Elternaktivierung vorantreiben soll. Somit werden Eltern in die Lage gebracht, die schulische Laufbahn ihrer Kinder zu begleiten und zu unterstützen. Beispielsweise wird bei Konflikten gemeinsam interveniert, bevor es zu spät ist. Die Lehrperson kann in solchen Fällen sofort die Eltern konsultieren und erhält bei sprachlichen Barrieren Hilfe von den Sozialarbeiterinnen. Auf diese Weise können Lehrpersonen gezielt agieren, zumal sie auch den sozialen Hintergrund der Schüler kennen.

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Details

Titel
Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Eltern mit Migrationshintergrund und Schule aussehen?
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V312588
ISBN (eBook)
9783668118034
ISBN (Buch)
9783668118041
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migrationshintergrund, Migrantenkinder, Migranteneltern
Arbeit zitieren
Hatice Keremoglu (Autor:in), 2015, Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Eltern mit Migrationshintergrund und Schule aussehen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312588

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