Maßnahmen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz für eine Belegschaft ab 50 Jahren


Hausarbeit, 2015

19 Seiten, Note: 1.7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Demografischer Wandel
2.1.1 Definition
2.1.2 Die Bevölkerungsentwicklungen in Deutschland bis 2050
2.1.3 Folgen des demografischen Wandels für den Arbeitsmarkt
2.2 Gesundheitsförderung
2.2.1 Definition
2.3 Ältere Arbeitsnehmer
2.3.1 Begriffsbestimmung

3 Maßnahmen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
3.1 Gründe für eine Gesundheitsförderung der älteren Arbeitsnehmer
3.2 Verhältnispräventive Maßnahmen
3.2.1 Gesundheitszirkel
3.2.2 Arbeitszeitgestaltung
3.3 Verhaltenspräventive Maßnahmen
3.3.1 Arbeitsplatzprogramme zur Gesundheitssensibilisierung
3.3.2 Bewegung am Arbeitsplatz

4 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Eigenständigkeitserklärung

Lebenslauf

1 Einleitung

Im Jahr 2012 war Deutschland noch das Land mit der höchsten Einwohnerzahl inner- halb der Europäischen Union. Laut Prognosen aktueller Statistiken wird Deutschland aufgrund des demografischen Wandels bis zum Jahr 2050 einen Bevölkerungsrück- gang von knapp über 10 Millionen Menschen verzeichnen müssen.1 Dieser Bevölke- rungsrückgang resultiert aus einer sinkenden Geburtenrate und einer gleichzeitig stei- genden Lebenserwartung.2

Die Konsequenzen des demografischen Wandels, genauer gesagt das Schrumpfen und Altern der Gesellschaft, stellen eine zunehmende Herausforderung für Politik und Wirtschaft dar. Weder der Gesellschaftsbereich, noch der Wirtschaftsbereich werden von den Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur unberührt bleiben. Vor allem der Arbeits- und Ausbildungsmarkt werden durch fehlende Nachwuchsfachkräfte und durch immer älter werdende Belegschaften nachhaltig beeinflusst.3 Unternehmen werden im starken Maße durch die Veränderungen des demografischen Wandels dazu aufgefor- dert, ihre Personalpolitik auf eine neue Mitarbeiterstruktur abzustimmen.4

Da durch die Verschiebung der Altersgrenze nach hinten, ältere Arbeitnehmer5 zu einer immer wichtiger werdenden Ressource für Unternehmen werden, wird der Handlungsbedarf im Bereich der Gesundheitsförderung immer bedeutsamer. Somit stehen die Unternehmen vor dem Problem, die Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern auch im hohen Alter sicherzustellen. Denn nur motivierte und vor allem gesunde Belegschaften garantieren den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.6

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit setzt sich mit der zuvor beschriebenen Thematik auseinander. Das wissenschaftliche Interesse dieser Arbeit liegt vor allem in der Frage, wie ein Unternehmen durch gesundheitsfördernde Maßnahmen die geistige und körperliche Fitness älterer Arbeitnehmer aufrecht erhalten kann, um so die Arbeitsfähigkeit auch im fortgeschrittenen Alter gewährleisten zu können.

Im Rahmen des zu behandelnden Themenfeldes werden zuerst die konzeptionellen Grundlagen, wie die Definition des demografischen Wandels, die Bevölkerungsent- wicklung bis zum Jahr 2050 und die Folgen des demografischen Wandels für den Ar- beitsmarkt erläutert. Des Weiteren wird der Begriff Gesundheitsförderung definiert und die Bezeichnung ältere Arbeitnehmer zum besseren Verständnis näher bestimmt.

Im zweiten Teil dieser wissenschaftlichen Arbeit werden die Maßnahmen zu einer am Arbeitsplatz stattfindenden Gesundheitsförderung für eine ältere Belegschaft ab 50 Jahren vorgestellt und erläutert. Dabei wird zwischen verhaltens- und verhältnisorien- tierten Maßnahmen unterschieden. Weiterhin werden die positiven Effekte und die Notwendigkeit der Gesundheitsförderung von älteren Abreitnehmern beschrieben. Zum Schluss erfolgt die ganzheitliche Betrachtung der zuvor erläuterten Maßnahmen zur Gesundheitsförderung für ältere Arbeitnehmer.

Ziel der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit ist das Darstellen von gesundheitsförderlichen Maßnahmen für ältere Mitarbeiter und das Aufzeigen der zunehmenden Bedeutung der Gesundheitsförderung im Zuge des demografischen Wandels.

2 Konzeptionelle Grundlagen

2.1 Demografischer Wandel

2.1.1 Definition

Unter dem Begriff „demografischer Wandel“ wird eine Veränderung der Bevölkerungsstruktur eines Landes verstanden.7 Die Bevölkerungsstruktur wird dahingehend verändert, dass die Gesellschaft durch eine steigende Lebenserwartung und eine gleichzeitig sinkende Geburtenrate kontinuierlich schrumpfen und altern wird.8

Die Bevölkerungsstruktur einer Gesellschaft wird größtenteils von drei Faktoren beein- flusst. Zu diesen zählen die Geburtenrate, die Lebenserwartung und die Wanderungs- salden.9

Die Geburtenrate beziehungsweise der in der Wissenschaft verwendete Fachausdruck Fertilitätsrate bezeichnet die durchschnittliche Anzahl der Geburten, die eine Frau im Laufe ihres Lebens hat. Eine Bevölkerung, die einen Fertilitätswert von 2,1 aufweist wird als stabil bezeichnet.10 Liegt der Fertilitätswert über längerem Zeitraum unter dem Durchschnittswert von 2,1 hat dies zur Folge, dass der Anteil an der jüngeren Generation im Verhältnis zu der älteren Bevölkerungsgruppe sinkt.11

Der zweite wichtige Faktor, der Einfluss auf den demografischen Wandel nimmt, ist die steigende Lebenserwartung. Diese resultiert zum einem aus den Fortschritten im Gesundheitswesen, den verbesserten Lebensbedingungen und zum anderen aus den verbesserten Arbeitsbedingungen durch sinkende Belastungen am Arbeitsplatz.12 In Kombination mit der anhaltend niedrigen Geburtenrate führt die steigende Lebenserwartung zu einer Veränderung der Altersstruktur einer Gesellschaft.13

Sogenannte Wanderungssalden sind ein weiterer Faktor, der das Ausmaß des demografischen Wandels beeinflusst. Wanderungssalden beschreiben die Zu- und Abnahme einer Bevölkerung.14 Ermittelt wird das Wanderungssaldo durch die Differenz der Zuund Fortzüge innerhalb eines Jahres. Mit Hilfe dieser Differenz lässt sich feststellen, ob es sich um einen positiven oder negativen Wanderungssaldo handelt, genauer gesagt einem Wanderungsgewinn oder Wanderungsverlust.

In Deutschland beispielsweise werden nur die Außenwanderungen über die Bundes- grenzen hinweg betrachtet. Die Binnenwanderung, das heißt die Wanderung innerhalb des Landes findet weniger Betrachtung, da sich diese Bevölkerungsbewegung nahezu ausgleicht.15

2.1.2 Die Bevölkerungsentwicklungen in Deutschland bis 2050

Die Gesellschaft wird sich durch den demografischen Wandel und aufgrund des ge- genwärtigen Strukturwandels deutlich verändern. Im Folgenden werden die Prognosen der Bevölkerungsentwicklungen für die Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2050 näher erläutert.

Das Statistische Bundesamt hat im Jahr 2006 die 11. Koordinierte Bevölkerungsvo- rausberechnung für Deutschland veröffentlicht. Die Bevölkerungsvorausberechnung beschreibt unterschiedliche künftige Szenarien, die durch die demografischen Entwick- lungen hervorgerufen werden. Bei der Entwicklung der Prognosen wurden die zuvor genannten Einflussfaktoren, Lebenserwartung, Geburtenrate und Wanderungssalden berücksichtigt.16

Bei der Geburtenentwicklung wird davon ausgegangen, dass die Anzahl der Geburten in den nächsten Jahren aufgrund schrumpfender Mutterjahrgänge weiter sinken wird. Die Sterbefälle werden trotz einer steigenden Lebenserwartung zunehmen. Der Grund dafür ist das Hineinwachsen stark besetzter Jahrgänge in das hohe Alter. Gleichwohl wird die Anzahl der geborenen Menschen künftig unter der Anzahl der Sterbefälle lie- gen. Dies hat zur Folge dass ein rasant steigendes Geburtendefizit nicht mehr durch die Nettozuwanderungen in Deutschland ausgeglichen werden kann. Diese demografi- schen Entwicklungsprozesse führen zu einem Rückgang der Bevölkerung.17

Mit rund 81,8 Millionen Einwohnern war Deutschland im Jahr 2012 noch das meist be- völkerte Land innerhalb der Europäischen Union. Laut aktueller Statistiken wird bis zum Jahr 2050 ein Bevölkerungsrückgang von über 10 Millionen Menschen prognosti- ziert. Dies bedeutet, dass die Bevölkerung auf rund 71,5 Millionen Menschen schrumpfen wird.18

Des Weiteren werden sich die Relationen zwischen junger und alter Generation spür- bar verändern. 2050 wird es laut des Statistischen Bundesamtes doppelt so viele ältere wie jüngere Menschen geben, jede dritte Person wird im Alter von 65 Jahren und älter sein. So waren beispielsweise 2005 noch 61 Prozent der Gesamtbevölkerung im Er- werbsalter (20-64 Jahre) und im Jahr 2050 wird nur noch ein Anteil von circa 50 Pro- zent erwartet.19 Im Jahr 2005 lebten 3.7 Millionen Menschen im Alter von 80 Jahren und älter in Deutschland. Die Anzahl der Menschen dieser Altersklasse wird bis 2050 auf circa 10 Millionen steigen.20

Zusammenfassend lässt sich an dieser Stelle festhalten, dass die Bevölkerung in Deutschland bis 2050 einem deutlichen Alterungs- und Schrumpfungsprozess unterworfen sein wird.

2.1.3 Folgen des demografischen Wandels für den Arbeitsmarkt

Die demografischen Entwicklungen und die damit einhergehende Schrumpfung und Alterung der deutschen Bevölkerung werden auch zu Veränderungen der Größe und Zusammensetzung des Erwerbspotenzials führen.

Die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter schrumpft und altert. Dadurch verschiebt sich ebenfalls die Altersstruktur der Erwerbstätigen deutlich. Für das Jahr 2050 wird erwartet, dass etwa 40 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter der älteren Altersgruppe (50-64 Jahre), 43 Prozent der mittleren Altersklasse (30-49 Jahre) und knapp 20 Prozent der jüngeren Altersgruppe (20-29 Jahre) angehören. Somit wird die künftige Arbeitswelt stark von älteren Erwerbspersonen geprägt sein.

Bedingt durch die sinkende Geburtenrate wird die Anzahl der Personen im Auszubil- dendenalter abnehmen. Die Zahl der Menschen im Alter von 65 Jahren und älter lag im Jahr 2005 noch bei 16 Millionen, bis 2050 steigt diese Altersgruppe auf 23 Millionen Menschen.21

Die Folge der oben genannten Entwicklungen ist, dass ältere Menschen zu einer der bedeutendsten Ressourcen für Unternehmen werden. Dabei wird nicht nur der Anteil einer älteren Belegschaft im Vergleich zu einer jüngeren zunehmen, sondern ebenfalls erhöht sich das Alter des Austritts aus der Erwerbstätigkeit.22

Des Weiteren müssen sich Unternehmen auf ein künftig sinkendes Angebot an Bewer- bern für Ausbildungsplätze, sowie einen allgemeinen Mangel an Fachkräften einstel- len.23

2.2 Gesundheitsförderung

2.2.1 Definition

Die Gesundheit älterer Generationen ist mit Vorurteilen behaftet. So wird oftmals be- hauptet, dass mit fortschreitendem Alter das geistige und körperliche Leistungsvermö- gen abnimmt.24

[...]


1 Vgl. Statista, 2014

2 Vgl. Husemann/ u.a., 2003, S.32

3 Vgl. Klös/ Weiß/ Zedler, 2003, S.21

4 Vgl. Zölch/ u.a., 2009, S.19

5 In dieser Arbeit wird keine Unterscheidung der männlichen und weiblichen Form der Begriffe Abreitnehmer, Erwerbstätiger und Mitarbeiter vorgenommen. Im weiteren Verlauf wird für ei- nen besseren Lesefluss nur die männliche Form verwendet.

6 Vgl. Laschalt, 2007, S.5

7 Vgl. Schubert/ Klein, 2011

8 Vgl. Zölch, 2009, S.11

9 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2011, S.8

10 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2012

11 Vgl. Knauth/Elmerich/Karl, 2009, S.17

12 Vgl. Knauth/Elmerich/Karl, 2009, S.27

13 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, o.J.

14 Vgl. Schmidt, o.J.

15 Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2014

16 Vgl. Statistische Bundesamt, 2006, S.5

17 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2006, S.13f.

18 Vgl. Statista, 2014

19 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2006, S.17

20 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2006, S.23

21 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2006, S.22f.

22 Vgl. Laschalt, 2007, S.5

23 Vgl. Bundesagentur für Arbeit, 2011, S.3

24 Vgl. Rimser, 2006, S.34

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Maßnahmen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz für eine Belegschaft ab 50 Jahren
Note
1.7
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V312589
ISBN (eBook)
9783668358263
ISBN (Buch)
9783668358270
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demografischer Wandel, Mitarbeiter, Arbeitsplatz, Maßnahmen
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz für eine Belegschaft ab 50 Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312589

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