Einführung
1.1. Problemstellung
Die Entwicklung der Marktforschung bis hin zu ihrem heutigen Stand wurde stets durch die jeweiligen technischen , wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten geprägt. In den letzten Jahren erwiesen sich vor allem die Absatzmärkte als vordringliche Engpassbereiche, eine Situation, die angesichts eines sich verschärfenden internationalen Wettbewerbs um eine weltweit stagnierende Nachfrage noch geraume Zeit andauern wird. So ist es auch verständlich, dass das Marketing-Konzept und hier integriert die Marktfor-schung den derzeit größten Einfluss auf das heutige Bild der betriebswirtschaftlichen Akti-vitäten eines Betriebes ausübt.
Das Bestreben, sich bei der Leitungserstellung an den Kundenbedürfnissen zu orientieren, führt sowohl zu einer quantitativen Ausweitung der Marktforschungsaktivitäten, andererseits wurden neue Forschungsinhalte, insbesondere aus dem Bereich des Konsumentenverhaltens, aufgegriffen und hierfür neue Erhebungs- und Auswertungsverfahren entwickelt. Weitere Impulse für die Marktforschung gingen zudem von technologischen Neuerungen im EDV- und Kommunikationssektor aus. Hier fand einerseits eine Demokratisierung statt, die schon dem Benutzer von Taschenrechner den Zugang zu komplexeren Auswertungsprozeduren eröffnete. Andererseits stellen neue Technologien wie Scanning, computerge-stützte Befragungen und Bildschirmtext hohe Anforderungen an Personal, Hard- und Software, so dass hierdurch ein gewisser Auslese- und Konzentrationsprozess in der kommerziellen Markforschung zu erwarten ist. Diese Ausweitung des Marktforschungsinstrumentariums fand allerdings nicht die ungeteilte Zustimmung aller Fachvertreter. Kritisiert wurden vor allem von „Praktikern“ die Neigung von „Wissenschaftlern“, zu immer komplizierteren Methoden zu greifen, die nicht unbedingt bessere Resultate erbringen als einfache Analyseverfahren.(1) Ziel aller Bemühungen in der Marktforschung wird allerdings sein, dem Konkurrenten durch gezielte Informationsbeschaffung immer eine „Naselänge“ voraus zu sein.
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1 vgl. Böhler, H., Marktforschung, 2. überarb. Aufl., Stuttgart 1992, S.92
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. ABGRENZUNG DER BEGRIFFE
3. AUFGABEN UND BEDEUTUNG DER MARKTFORSCHUNG
4. MARKTFORSCHUNGSPROZESS ALS VERFAHREN
4.1 Formulierung des Marktforschungsproblems
4.2 Konzipierung des Forschungsplans
4.2.1 Vorbemerkungen
4.2.2 Datenquellen
4.3 Datenerhebung
4.3.1 Datenerhebungsmethoden
4.3.2 Auswahl der Erhebungseinheiten
4.3.3 Stichprobenauswahlverfahren
4.4. Datenanalyse und Ergebnisinterpretation
4.4.1 Datenanalyseverfahren
4.4.2 Ergebnisinterpretation
4.5. Ergebnispräsentation
5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Marktforschung für moderne Unternehmen und analysiert die systematischen Verfahren zur Gewinnung, Aufbereitung und Interpretation von marktrelevanten Daten zur Entscheidungsunterstützung.
- Grundlagen und Definitionen der Marktforschung
- Strukturierung des Marktforschungsprozesses
- Methoden der Datenerhebung (Befragung, Beobachtung, Experiment, Panel)
- Verfahren der Datenanalyse und Ergebnispräsentation
Auszug aus dem Buch
4.3.1.2 Beobachtung
Die Beobachtung ist eine Datenerhebungsmethode, die auf die planmäßige Erfassung sinnlich wahrnehmbarer Tatbestände zum Zeitpunkt ihres Geschehens gerichtet ist, wobei der Beobachter sich gegenüber dem Beobachtungsgegenstand rezeptiv (aufnehmend) verhält. Zu den wahrnehmbaren Sachverhalten zählen z.B. Sortimentsbestände oder, im Bereich der Beobachtung von Personen, alle objektiven Tatbestände wie z.B. physische Aktivitäten, Verhaltensweisen und soziodemographische Merkmale. Bei der Beobachtung werden verschiedene methodische Varianten unterschieden, deren Anwendung sich je nach Ziel und Gegenstand der Untersuchung richtet:
• Fremd- und Selbstbeobachtung
Fremdbeobachtung zielt auf die Untersuchung von Vorgängen ab, die außerhalb der Person des Beobachters liegen. Demgegenüber beinhaltet die Selbstbeobachtung die Analyse und Beschreibung eigener psychischer Vorgänge.
• Persönliche und unpersönliche Beobachtung
Hinsichtlich der Form der Wahrnehmung wird die Erfassung durch Beobachter und die unpersönliche Erfassung durch Beobachtungsgeräte (technische Hilfsmittel, wie z.B. Kameras, Videoaufzeichnungen etc.) unterschieden.
• Teilnehmende und nicht teilnehmende Beobachtung
Der Beobachter beschränkt sich bei der nicht teilnehmenden Beobachtung ausschließlich auf die Wahrnehmung der Aktionen der zu beobachtenden Personen, während er sich bei der teilnehmenden Beobachtung auf einer Ebene mit den zu beobachtenden Personen bewegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Erläutert die Relevanz der Marktforschung angesichts zunehmender Marktkomplexität und definiert das Ziel der Arbeit.
2. ABGRENZUNG DER BEGRIFFE: Definiert den Marktbegriff aus betriebswirtschaftlicher Sicht und grenzt Marktforschung von Markterkundung und Marketingforschung ab.
3. AUFGABEN UND BEDEUTUNG DER MARKTFORSCHUNG: Beschreibt die Rolle der Marktforschung als zentrale Informationsbasis für unternehmerische Entscheidungen zur Risikominimierung.
4. MARKTFORSCHUNGSPROZESS ALS VERFAHREN: Detailliert den systematischen Prozess der Marktforschung von der Problemformulierung bis zur Präsentation der Ergebnisse.
5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet zukünftige Trends wie die zunehmende Datenvernetzung und technologische Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Marktforschung, Marketing, Datenerhebung, Primärforschung, Sekundärforschung, Befragung, Beobachtung, Experiment, Panel, Datenanalyse, Statistik, Marktprognose, Forschungsbericht, Stichprobenauswahl, Entscheidungsunterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung der Marktforschung für Unternehmen und beschreibt die systematischen Verfahren zur Beschaffung und Auswertung von Marktdaten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsabgrenzung, der Prozess der Marktforschung, verschiedene Erhebungsmethoden sowie moderne Ansätze der Datenanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Grundlagen und Methoden der Marktforschung aufzuzeigen, um eine fundierte Basis für eine effektive Informationsversorgung in Unternehmen zu schaffen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird ein breites Spektrum an Methoden behandelt, darunter Befragungen, Beobachtungen, Experimente sowie univariate, bivariate und multivariate statistische Analyseverfahren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert den Marktforschungsprozess in fünf Phasen und erläutert detailliert die Vorgehensweise bei Datenquellen, Erhebungsmethoden und Interpretationsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Marktforschung, Marketing, Datenanalyse, Datenerhebung und Entscheidungsvorbereitung beschreiben.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung von Primär- und Sekundärforschung?
Diese Unterscheidung ist fundamental, da sie den Ausgangspunkt für die Datenbeschaffung darstellt: Sekundärforschung nutzt vorhandene Daten, während Primärforschung speziell für das aktuelle Vorhaben Daten erhebt.
Warum wird die Durchführung von Experimenten thematisiert?
Experimente werden behandelt, weil sie im Gegensatz zur bloßen Beschreibung helfen, kausale Zusammenhänge zwischen Marketingvariablen und Marktreaktionen zu identifizieren.
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- Servet Dag (Author), 2001, Bedeutung und Verfahren der Marktforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3125