Migration und Rational Choice Theorie. Der Einfluss von sozialen Netzwerken auf den Migrationsentscheid


Seminararbeit, 2001

10 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Problemstellung

3. Begriffserklärung
3.1. Migration
3.2. Soziale Netzwerke
3.3. Soziales Kapital

4. Kurze Erklärung der Rational Choice Theorie

5. Migrationsentscheidungen

6. Schlussfolgerungen

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Migration ist ein immer wiederkehrendes Thema in der Öffentlichkeit, in den Medien, und sorgt immer wieder für Gesprächsstoff bei der Bevölkerung. Man ist tagtäglich mit dem Migrationsphänomen konfrontiert, will es aber dennoch nicht unbedingt wahrhaben. Vielmehr neigt man dazu Klischees zu erstellen und Ausländer[1] generell als falsch, schlecht oder unrein zu bezeichnen.

Was steht denn aber wirklich im Hintergrund einer Familie oder eines Menschen der sein Land verlässt, in dem er aufgewachsen ist und in dem er seine Kindheit und Jugendzeit verbracht hat? Ist es aus Lust etwas neues zu tun, alte Dinge hinter sich zu lassen und neu anzufangen, oder ist es die pure Not die ihn dazu treibt? Die Auswanderung einer Person kann also durch zwei verschiedene Extreme hervorgerufen werden: das Individuum entschliesst sich freiwillig sein Heimatland zu verlassen oder es wird dazu gezwungen (Fijalkowski 1984:613), gezwungen aufgrund einer Notlage in welcher sich die Person und gegebenenfalls ihre Familie befindet.

Es ist denkbar, dass hinter diesen Entscheidungen auszuwandern aufmerksame und rationale Auswahlkriterien stehen und wir gehen davon aus, dass sich Menschen kostenbewusst, rational und nutzenmaximierend verhalten. In dieser Proseminararbeit analysieren wir obige Thematik unter Einbezug der Rational Choice Theorie.

Besondere Beachtung schenken wir der Bedeutung von sozialen Netzwerken auf den Migrationsentscheid. Im Rahmen dieser Proseminararbeit werden wir uns auf Staatsangehörige des früheren Jugoslawien beschränken, da die Zahl dieser Personen in der Schweiz von 1991 – 1997 um 124% angestiegen ist (Heiniger, Bfs 1997).

2. Problemstellung

Welche Art von sozialen und kommunikativen Netzwerken gibt es und welchen Einfluss haben diese auf den Migrationsentscheid? Die oben genannten Fragen werden wir mit Hilfe der Rational Choice Theorie beantworten. Ausserdem werden wir erklären warum es eine Nutzenmaximierung für die Einwanderer gibt und welcher Nutzen welchen Kosten gegenüber steht.

3. Begriffserklärung

3.1. Migration

Der zentrale Begriff „Migration“ kommt in unserer Arbeit vor, über dessen Bedeutung und Sinn man sich im Klaren sein sollte, bevor man diese liest.

Migration wird im Allgemeinen als „räumliche Bewegung des Menschen“ (Tönnies 1926) definiert. Es ist das Verlassen des ursprünglichen Wohnortes und das Aufsuchen eines neuen, dauerhaften Domizils. Migration erscheint in unserer Zeit unvermeidlich und ist „ein Vergleich“ der gegenwärtigen Lage mit einer günstigeren erscheinenden an einem anderen Ort“ (Endruweit, Günther / Trommsdorff, Gisela 1989:436). Eine Anpassung der Einwanderer an die Gegebenheiten der neuen Heimat wird oftmals erwünscht, wenn nicht geradezu gefordert. Dieser Prozess kann mit Akkulturation, Assimilation und Integration beschrieben werden.

3.2. Soziale Netzwerke

Spricht man von sozialen Netzwerken, legt man besonderen Wert auf den sozialen, vor allem familiären Kontext bei Migrationentscheidungen und durch Austauschprozesse in sozialen Beziehungen entsteht das soziale Kapital. Diese Kontakte zu Freunden, Verwandten und Landsleuten können den Migranten später sehr nützlich sein. Diese Unterstützungen zeichnen sich durch das Beschaffen von Arbeitsplätzen, Wohnungen und finanzielle Hilfe aus (Haug 2000a:21 ff.). Endruweit und Trommsdorff bezeichnen es als „eine Menge von sozialen Einheiten zusammen mit den zwischen diesen Einheiten bestehenden sozialen Beziehungen (Endruweit, Günther / Trommsdorff, Gisela 1989:436).

[...]


[1] Die hier gebrauchten männlichen Ausdrücke beziehen sich auf Männer und Frauen und möchten im Rahmen dieser Arbeit auf keinen Fall frauenfeindlich oder diskriminierend wirken.

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Details

Titel
Migration und Rational Choice Theorie. Der Einfluss von sozialen Netzwerken auf den Migrationsentscheid
Hochschule
Universität Zürich  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Proseminar zur soziologischen Fragestellung für Studienanfänger
Autoren
Jahr
2001
Seiten
10
Katalognummer
V3126
ISBN (eBook)
9783638118927
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
migration, rational choice, rc, kettenmigration, migrationsentscheid, soziale netzwerke
Arbeit zitieren
Dario Bernardi (Autor)Katia Stampfli (Autor)Alexandra Halas (Autor), 2001, Migration und Rational Choice Theorie. Der Einfluss von sozialen Netzwerken auf den Migrationsentscheid, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3126

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