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Spiegeln Organigramme die realen Machtverhältnisse in Organisationen wider?

Verlässlicher Gradmesser oder beschränkte Aussagekraft?

Titel: Spiegeln Organigramme die realen Machtverhältnisse in Organisationen wider?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 14 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Kai Gerullis (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Untersucht man eine Organisation nach wissenschaftlichen Maßstäben, steht das Organigramm häufig am Anfang der Arbeit. Diese grobe Übersicht über Akteure und Handlungseinheiten ist in der Regel schnell verfügbar und zeigt auch Organisationsfremden auf einen Blick, wie die Entscheider miteinander verbunden sind, wie die Organisation aufgebaut ist und wie die Hierarchiestränge festgelegt sind. Doch zeigt dieses formale Abbild der Organisation die reale Machtverteilung? Wird in der Praxis genau anhand der definierten Stränge von oben nach unten hin entschieden?

Die Arbeit untersucht, ob formale Organigramme die reale Machtverteilung einer Organisation tatsächlich widerspiegeln. Nach einer Definition des hier zugrundeliegenden Begriffs von Macht wird ein kurzer Überblick über hierfür themenrelevanten Theorieansätze aus der Organisationssoziologie gegeben, insbesondere darüber was genau Mikropolitik in Organisationen ausmacht. Der Ansatz der Mikropolitik, der unter anderem die realen Machtbeziehungen zwischen Akteuren in Organisationen zu beschreiben versucht, bildet einen Schwerpunkt dieser Arbeit. In einem Praxis-Exkurs wird die Machtverteilung dann anhand von zwei Beispielen – dem Leiter der IT-Abteilung sowie einem Mitarbeiter der Versandabteilung eines Großunternehmens – diskutiert. Ein Resümee der Untersuchungen wird in der Schlussbetrachtung gezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Vorgehensweise

1.2 Untersuchungsgegenstand

1.3 Wissenschaftliche Relevanz

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Definition des Begriffes Macht

2.2 Organigramme in der wissenschaftlichen Arbeit

2.3 Mikropolitik in Organisationen

2.4 Formale Hierarchien vs. Mikropolitik

3 Machtverteilung in der Praxis

3.1 Formale Machtverteilung in Großunternehmen

3.2 Beispiel 1: IT-Leitung

3.3 Beispiel 2: Mitarbeiter der Post-/Versandstelle

3.4 Reale Machtverteilung

4 Schlussbetrachtung

4.1 Zusammenfassung

4.2 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, ob formale Organigramme die tatsächliche Machtverteilung in Organisationen widerspiegeln oder lediglich als beschränkte Abbilder der Hierarchie dienen. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit mikropolitische Prozesse und der individuelle Zugriff auf strategische Ressourcen Machtverhältnisse außerhalb formaler Strukturen verschieben.

  • Theorie der Macht in Organisationen (Crozier/Friedberg)
  • Mikropolitik und individuelle Handlungsmacht
  • Vergleich formaler Hierarchien mit realen Einflussfaktoren
  • Analyse fiktiver Praxisbeispiele (IT-Leitung vs. Poststelle)
  • Grenzen der Aussagekraft von Organigrammen

Auszug aus dem Buch

3.3 Beispiel 2: Mitarbeiter der Post-/Versandstelle

Die Mitarbeiter der Post- und Versandstelle sind im Organigramm sehr weit unten zu entdecken. In der Regel werden sie der Inneren Verwaltung zugeordnet und finden sich häufig in einem Service-Bereich wieder; nicht selten auf einer Hierarchiestufe wie der Empfangs- und Pförtnerdienst. Nachgeordnet ist der Post-/Versandstelle in der Regel keine Einheit mehr. Damit gehört der Mitarbeiter nach dem oben genannten Modell von MINTZBERG zum Betrieblichen Kern, der ausführenden Ebene. Beim Blick auf das Organigramm lässt sich ein geringes bzw. nicht vorhandenes Machtpotenzial vermuten, da wie erwähnt, in der hierarchischen Struktur keine nachgeordnete Einheit mehr erkennbar ist, auf die der Mitarbeiter formale Macht ausüben könnte.

Ein anderes Bild ergibt sich beim Einblick in die Praxis: Da der Mitarbeiter quasi das letzte Glied der Schnittstelle Organisation/Kunde ist, befindet er sich in einer Schlüsselposition, die es ihm erlaubt, Macht auf eigentlich übergeordnete Stellen auszuüben. Ohne eine funktionierende Poststelle hätte eine neue Image-Kampagne, die von der Marketing-Abteilung entwickelt und von der Geschäftsführung verabschiedet wurde und nun als Mailing alle relevanten Kunden erreichen soll, wenig Aussicht auf Erfolg. Der Mitarbeiter könnte beispielsweise bewusst den Versand des Mailings verschleppen, um dadurch über den Umweg der Marketing-Abteilung (als Auftraggeber des Versandauftrags) Druck auf den Bereich Personal auszuüben, mehr Mitarbeiter in der Versandstelle einzustellen. Ein weiterer Weg, seine Macht auszuspielen, hätte der Mitarbeiter der Versandstelle bei der Aussendung von Publikationen des Unternehmens – beispielsweise Broschüren, die von Kunden bestellt werden können. Die Bearbeitungszeit dieser Kundenwünsche ist ein wichtiger Gradmesser für die Qualität und Außenwirkung des Unternehmens. Damit verfügt der Mitarbeiter über eine wichtige Ressource, denn gerade die Außenwirkung ist ein sensibles Gut.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Vorgehensweise und des wissenschaftlichen Interesses an der Diskrepanz zwischen formalen Organigrammen und realer Macht.

2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung zentraler Machtbegriffe, der Bedeutung von Organigrammen und Einführung in das Konzept der Mikropolitik in Organisationen.

3 Machtverteilung in der Praxis: Analyse der Machtverhältnisse anhand theoretischer Konzepte und zweier Praxisbeispiele (IT-Leitung und Versandstelle) sowie Diskussion der realen Machtverteilung.

4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und das Resümee, dass Organigramme zur Abbildung realer Machtstrukturen unzureichend sind.

Schlüsselwörter

Organisation, Organigramm, Macht, Machtverteilung, Mikropolitik, Hierarchie, Großunternehmen, IT-Leitung, Poststelle, Ressourcen, Strategie, Entscheidungsprozess, formale Organisation, informale Organisation, Handlungsmacht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob formale Organigramme tatsächlich die reale Machtverteilung innerhalb von Organisationen abbilden oder ob sie nur eine begrenzte Aussagekraft besitzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit Organisationssoziologie, den theoretischen Grundlagen von Macht (insbesondere nach Crozier/Friedberg) und dem Konzept der Mikropolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob Organigramme geeignet sind, Machtverhältnisse fundiert darzustellen, oder ob sie mikropolitische Prozesse und den individuellen Einfluss von Akteuren ausblenden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die durch die Diskussion fiktiver Praxisbeispiele aus dem Kontext von Großunternehmen illustriert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil setzt sich aus theoretischen Begriffsbestimmungen, der Gegenüberstellung von formalen Hierarchien und Mikropolitik sowie einer detaillierten Analyse der Macht von IT- und Versandmitarbeitern zusammen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Macht, Mikropolitik, Organigramm, Organisation, Ressourcen und formale Hierarchie.

Warum ist die IT-Leitung ein interessantes Beispiel für Macht?

Die IT-Leitung kontrolliert strategische Ressourcen wie Expertenwissen und Informationskanäle, wodurch sie über das Organigramm hinaus weitreichenden Einfluss auf fast alle Unternehmensbereiche ausüben kann.

Welche spezifische Rolle spielt der Mitarbeiter der Poststelle?

Obwohl er im Organigramm weit unten steht, besitzt er als Schnittstelle zum Kunden eine Schlüsselposition, über die er durch Verzögerungen bei der Postzustellung oder Versand von Broschüren indirekt Druck auf übergeordnete Abteilungen ausüben kann.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Spiegeln Organigramme die realen Machtverhältnisse in Organisationen wider?
Untertitel
Verlässlicher Gradmesser oder beschränkte Aussagekraft?
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Kultur- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Organisationssoziologische Grundlagen
Note
2,7
Autor
Kai Gerullis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V312605
ISBN (eBook)
9783668116450
ISBN (Buch)
9783668116467
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Organisationen Mikropolitik Organigramme Soziologie Unternehmen Organisationssoziologie Verwaltungswissenschaft Macht Machtverhältnisse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kai Gerullis (Autor:in), 2009, Spiegeln Organigramme die realen Machtverhältnisse in Organisationen wider?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312605
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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