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Verführung durch einen Geist. Die Suche nach der "wahren Heimat" in Théophile Gautiers "Spirita"

Title: Verführung durch einen Geist. Die Suche nach der "wahren Heimat" in Théophile Gautiers "Spirita"

Term Paper , 2015 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Meyer (Author)

Literature - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik der Verführung bei dem französischen Dichter Théophile Gautier (1811-1872) in seinem Werk "Spirita", aber richtet auch den Blick auf sein Gesamtwerk und seine Kunstauffassung.

Nach einer kurzen Schilderung der Person des Dichters wird seine spezielle Art der Ästhetik und Sinnlichkeit beschrieben. Dabei spielt das antike und moderne Griechenland eine besondere Rolle. Der Roman Spirita handelt im letzten Teil in Griechenland, wo auch die letzte Stufe der Verführung, bis hin zur endgültigen geistigen Vereinigung im Tod, stattfindet. Zum Verständnis dieser Zusammenhänge im Leben und Werk von Gautier ist es deshalb notwendig, in Kürze die prägenden Kontexte seiner Zeit zu untersuchen und herauszuarbeiten, welche Rolle Griechenland und die Orientreise des Dichters dabei spielt.

Auf diesem Hintergrund erfolgt schließlich eine Schilderung und Analyse von Spirita und der darin enthaltenen Verführungsthematik. Abschließend wird die Thematik der Verführung bei Gautier in den Kontext der Suche nach der „wahren Heimat“, als Grundmotiv des Schaffens von Gautier, gesetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Théophile Gautier

2. Kontexte

3. Gautiers Orientreise und ihre Verarbeitung in Spirita

4. Die Verführung in Spirita

5. Gautiers Suche nach der wahren Heimat

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Thematik der Verführung im Werk des französischen Dichters Théophile Gautier, insbesondere in seinem Roman Spirita. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Gautier sein Ideal der Schönheit und Sinnlichkeit sowie seine Suche nach der „wahren Heimat“ durch die Verarbeitung persönlicher Reiseerlebnisse und philosophischer Strömungen seiner Zeit literarisch gestaltet.

  • Die literarische Ästhetik und Kunstauffassung von Théophile Gautier
  • Die Bedeutung der Orientreise für Gautiers Werkverständnis
  • Die Analyse der Verführungsthematik im Roman Spirita
  • Die Suche nach der „wahren Heimat“ als zentrales Motiv im Schaffen Gautiers
  • Das Verhältnis von irdisch-sinnlicher Liebe und übersinnlicher spiritueller Vereinigung

Auszug aus dem Buch

4. Die Verführung in Spirita

Der Romanheld Guy wird in Spirita von drei Personen verführt: Von Frau von Ymbercourt („einer jungen Witwe, der er ziemlich oft Besuche abstatte“, RE, S. 1283), von Spirita und vom schwedischen Baron Feroë („der vor dem Spiegel die Gebärden der Erleuchteten einübte“ RE, S. 1288).

Frau von Ymbercourt beherrscht alle Reize, und spielt mit höfischen Etiketten und „stets lächelnden Lippen“, gemäß der Mode ihrer Zeit: „Frau von Ymbercourt neigte das Haupt, als sie Guy, der sich näherte, bemerkte, und beugte den Rücken vor – dieser Art Gruß war eben in Mode –, stieß einen kleinen Ruf der Befriedigung aus, den sie durch schmollende Kühle sogleich zu vermindern trachtete“. Sie reicht ihm eine kleine Hand, „die der Handschuh so eng umschloss, dass sie sich steif wie Holz anfühlte“. (RE, S. 1287) Wenn Guy in eine Ecke flüchtete, „zog sie ihn immer wieder, sei es durch einen Blick oder durch einige Antwort erfordernde Worte“ zu sich zurück. (RE, S. 1287)

Die Reize der Frau von Ymbercourt werden zwar von Guy bemerkt und beobachtet, ohne ihn jedoch weiter zu rühren. „Obwohl sie Guy keineswegs gefiel, musste er doch zugeben, dass Frau von Ymbercourt ausgesprochen schön war, sich eines unantastbaren Rufes erfreute und ein recht ansehnliches Vermögen besaß“. (RE, S. 1291) Eine andere Situation zeigt die Rolle des Barons von Feroë:

Wie Malivert, so beobachtete auch der Baron von Feroë einen entzückenden Rücken von schneeiger Weiße, der sich in einer ein wenig geneigten Haltung, die die Linien köstlich rundete, den Blicken darbot, und der durch das blaugrüne herabhängende Blätterwerk, das sich von der Frisur losgelöst hatte, ein kaum wahrnehmbares Kitzeln verspürend, zuweilen leise erschauerte. »Eine entzückende Person«, sagte der Baron von Feroë zu Guy, dessen Blick er verfolgt hatte, »wie schade, dass sie keine Seele hat!«. […] »Beruhigen sie sich lieber Baron«, antwortete lachend Malivert, »ich habe keinerlei Lust mich in die Besitzerin dieser schönen Schultern zu verlieben, obwohl schöne Schultern an und für sich nicht zu verachten sind«. (RE, S. 1288 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Diese Einleitung skizziert die Thematik der Verführung in Gautiers Werk Spirita und bettet sie in den breiteren Kontext seines Schaffens sowie seine Suche nach der „wahren Heimat“ ein.

1. Théophile Gautier: Das Kapitel zeichnet den Lebensweg und die literarische Entwicklung Gautiers nach, beleuchtet seine Rolle in der Romantik und seine ästhetische Grundhaltung des l'art pour l'art.

2. Kontexte: Es werden die kulturellen und historischen Hintergründe analysiert, insbesondere die Bedeutung des Orients und Griechenlands für Gautiers Ästhetik und die französische Romantik jener Zeit.

3. Gautiers Orientreise und ihre Verarbeitung in Spirita: Dieses Kapitel verknüpft Gautiers reale Reiseerlebnisse von 1852 mit der fiktiven Handlung seines Romans Spirita, in dem der Held Guy von Malivert nach Griechenland reist.

4. Die Verführung in Spirita: Die verschiedenen Formen der Verführung durch die Charaktere Frau von Ymbercourt, den Baron Feroë und das Geistwesen Spirita werden detailliert untersucht.

5. Gautiers Suche nach der wahren Heimat: Abschließend wird Gautiers gesamtes Schaffen als ein fortwährender ästhetischer Suchprozess interpretiert, in dem sich der Autor vom Irdischen abwendet und nach einer metaphysischen, spirituellen Heimat strebt.

Schlüsselwörter

Théophile Gautier, Spirita, Romantik, Verführung, Ästhetizismus, Orientreise, Griechenland, l'art pour l'art, wahre Heimat, Sehnsucht, Jenseits, Emanzipation der Seele, Literaturanalyse, Französische Literatur, Kunstauffassung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Gestaltung der Verführungsthematik im Werk von Théophile Gautier, insbesondere im Roman Spirita, und analysiert diese im Kontext seiner Kunstauffassung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Sinnlichkeit, die Bedeutung des Orients und der griechischen Antike als ästhetische Bezugspunkte sowie die philosophische Suche nach einer „wahren Heimat“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Gautier die irdische Verführung durch das Geistwesen Spirita nutzt, um eine metaphysische Sehnsucht nach dem Tod und der geistigen Vereinigung darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext Spirita mit biografischen Daten Gautiers, rezeptionsästhetischen Aspekten und kulturhistorischen Kontexten der französischen Romantik verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Gautiers Lebensweg, die Bedeutung seiner Orientreise, die verschiedenen Verführungsfiguren im Roman und die Transformation seiner künstlerischen Ideale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Théophile Gautier, Spirita, Verführung, Ästhetizismus, Orient, Sehnsucht und die Suche nach der wahren Heimat.

Welche Rolle spielt die Figur Spirita in der Geschichte?

Spirita fungiert als ein idealisiertes Geistwesen, das den Romanhelden Guy von Malivert aus der Welt der irdischen Konventionen in das Jenseits verführt und so sein Verlangen nach einer höheren Einheit erfüllt.

Wie unterscheidet sich die Verführung durch Frau von Ymbercourt von der durch Spirita?

Während Frau von Ymbercourt eine rein irdische, konventionelle Verführung repräsentiert, die auf soziale Etiketten setzt, bietet Spirita ein transzendentes Ideal, das den Protagonisten in eine spirituelle Sphäre zieht.

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Details

Title
Verführung durch einen Geist. Die Suche nach der "wahren Heimat" in Théophile Gautiers "Spirita"
College
Free University of Berlin  (Peter Szondi Institut Berlin)
Grade
1,0
Author
Andreas Meyer (Author)
Publication Year
2015
Pages
27
Catalog Number
V312608
ISBN (eBook)
9783668118072
ISBN (Book)
9783668118089
Language
German
Tags
Theophile Gautier Spirita
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Meyer (Author), 2015, Verführung durch einen Geist. Die Suche nach der "wahren Heimat" in Théophile Gautiers "Spirita", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312608
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