Finanz-Controlling ist ein Aufgabenbereich, der die Unterstützung des Finanzmanagements beinhaltet. Die Unterstützung bezieht sich auf die Sicherstellung der Informationsströme, die entlastende Durchführung von Finanzplanungs- und Finanzkontrollarbeiten sowie die Schaffung von geeigneten Systemen für Finanzplanung und -kontrolle sowie -berichtswesen.
Zu den Aufgaben des Finanz-Controllings zählen die rechtzeitige Transparenz über finanzielle Stärken und Schwächen des Unternehmens sowie Maßnahmen zu ihrer Behebung und zur Absicherung des finanziellen Gleichgewichts. Die Erhaltung der ständigen Zahlungsbereitschaft und des finanziellen Gleichgewichts muss bei gleichzeitiger Beachtung des Rentabilitätszieles erfolgen.
Aufbauend auf den Controlling-Funktionen Planung, Information, Analyse/Kontrolle und Steuerung setzen die Aufgaben des Finanz-Controllings bei der Steuerung der finanziellen Entwicklung des Unternehmens an.
Inhaltsverzeichnis
1. Definition und Hauptaufgabe des Finanz-Controllings
2. Abgrenzung zum Finanzmanagement
3. Einzelaufgaben des Finanz-Controllings
3.1. Strukturelle Liquiditätssicherung
3.2. Laufende Liquiditätssicherung
3.3. Haltung der Liquiditätsreserve
3.4. Informationsversorgung
3.5. Planung und Kontrolle
3.6. Gestaltung des Finanzcontrolling-Systems
3.7. Betriebswirtschaftliche Beratung bei Sonderfragen
3.8. Investor Relations / Kapitalmarktforschung
4. Vorteile des Finanz-Controllings
5. Instrumente des Finanz-Controllings
5.1. Finanzplanung
5.1.1. langfristige Finanzplanung
5.1.1.1. Kapitalflussrechnung als Darstellungsinstrument
5.1.1.2. Ermittlung des Kapitalbedarfs
5.1.1.3. Finanz-Kennzahlen als Beurteilungsgrößen
5.1.2. mittelfristige Finanzplanung
5.1.3. kurzfristige Finanzplanung
5.1.4. sehr kurzfristige Finanzplanung
5.2. Finanzkontrolle
5.3. Berichtswesen
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Finanz-Controllings als unterstützende Instanz des Finanzmanagements. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie durch die Sicherstellung von Informationsströmen, eine methodische Finanzplanung sowie eine effektive Finanzkontrolle das finanzielle Gleichgewicht eines Unternehmens langfristig gewahrt und die Zahlungsfähigkeit bei gleichzeitiger Beachtung des Rentabilitätszieles optimiert werden kann.
- Grundlegende Definition und Abgrenzung des Finanz-Controllings zum klassischen Finanzmanagement.
- Analyse der Einzelaufgaben wie Liquiditätssicherung, Informationsversorgung und Planungsprozesse.
- Detaillierte Erläuterung der Instrumente des Finanz-Controllings (Finanzplanung, Finanzkontrolle, Berichtswesen).
- Unterscheidung von Planungshorizonten (lang-, mittel-, kurz- und sehr kurzfristig) und deren spezifische Instrumente.
- Darstellung von Kennzahlen und deren Bedeutung für die Unternehmensbeurteilung und Investitionssteuerung.
Auszug aus dem Buch
5.1.1. langfristige Finanzplanung
Bei der langfristigen Finanzplanung handelt es sich um eine relativ grobe Planung, deren Zahlen mit umso größerer Unsicherheit behaftet sind, je weiter sie vom Planungszeitpunkt entfernt liegen; sie ist in engem Zusammenhang mit der betrieblichen Investitionsplanung zu sehen. Sie dient:
der Bestimmung langfristiger Ziele sowie der Finanzpolitik,
der langfristigen Ausrichtung der Finanzen des Unternehmens,
als Rahmenplanung – zur Koordination der Bereiche, was insbesondere die Abstimmung von Investitionen und Finanzierung beinhaltet
durch langfristige Vorausschau der frühzeitigen Erkennung von Kapitalmangel und damit von zu erwartenden Liquiditätsproblemen.
Der Planungshorizont umfasst i.d.R. mehrere Jahre (zwischen zwei und fünf Jahren). Das Schwergewicht der langfristigen Finanzplanung liegt auf der Kapitalstruktur- bzw. Kapitalbindungsplanung zur strukturellen, bilanzorientierten Liquiditätssicherung. Instrument der langfristigen Finanzplanung sind damit insbesondere Planbilanzen zur Bilanzstrukturplanung unter Berücksichtigung von Kennzahlennormen sowie Brutto-Plan-Bewegungsbilanzen zur Abstimmung von Mittelherkunft und Mittelverwendung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition und Hauptaufgabe des Finanz-Controllings: Dieses Kapitel definiert das Finanz-Controlling als unterstützenden Bereich des Finanzmanagements, der durch Transparenz und geeignete Systeme zur finanziellen Stabilität beiträgt.
2. Abgrenzung zum Finanzmanagement: Hier wird verdeutlicht, dass das Finanz-Controlling nicht selbst operative Entscheidungen trifft, sondern diese durch Bewertungsinformationen vorbereitet und unterstützt.
3. Einzelaufgaben des Finanz-Controllings: Das Kapitel erläutert die verschiedenen operativen Aufgaben, von der strukturellen und laufenden Liquiditätssicherung bis hin zur Gestaltung des Controlling-Systems und Investor Relations.
4. Vorteile des Finanz-Controllings: Es wird dargelegt, wie das Management entlastet wird und durch fundiertere Entscheidungen sowie die frühzeitige Problemerkennung Wettbewerbsvorteile entstehen.
5. Instrumente des Finanz-Controllings: Dies ist der umfangreichste Teil der Arbeit, welcher die Methoden der Finanzplanung (lang- bis sehr kurzfristig), die Finanzkontrolle und das Berichtswesen detailliert analysiert.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass ein professionelles Finanz-Controlling in modernen Unternehmen existenzsichernd ist und einen signifikanten Beitrag zur Erreichung der Renditeziele leistet.
Schlüsselwörter
Finanz-Controlling, Liquiditätssicherung, Finanzplanung, Finanzmanagement, Kapitalbedarf, Kennzahlen, Cash-flow, Planbilanz, Rentabilität, Investitionsplanung, Finanzkontrolle, Berichtswesen, Kapitalstruktur, Unternehmenssteuerung, Zahlungsbereitschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundsätzliche Anliegen der Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet die Kernaufgaben und Instrumente des Finanz-Controllings, um die Schnittstelle zwischen finanzieller Planung und operativer Unternehmensführung zu definieren.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die Schwerpunkte liegen auf der Liquiditätssicherung, dem Aufbau von Planungs- und Kontrollsystemen sowie der Anwendung spezifischer Finanzkennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Finanzplanung?
Das primäre Ziel ist die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit bei gleichzeitiger Maximierung der Rentabilität und unter Einhaltung des finanziellen Gleichgewichts.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die verschiedene betriebswirtschaftliche Ansätze zur Planungs- und Kontrollrechnung theoretisch strukturiert und in einen anwendungsorientierten Kontext setzt.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil ist in die Aufgabenbereiche des Finanz-Controllings und eine detaillierte Aufarbeitung der Instrumente unterteilt, wobei insbesondere zwischen verschiedenen Zeitdimensionen der Finanzplanung differenziert wird.
Welche Schlüsselbegriffe prägen das Werk?
Wesentliche Begriffe sind Finanzplanung, Liquidität, Kennzahlen, Cash-flow-Rechnung und Soll-Ist-Vergleich.
Wie unterscheidet sich die langfristige von der kurzfristigen Finanzplanung?
Während die langfristige Planung überwiegend bilanzorientiert ist und auf strukturelle Sicherheit abzielt, ist die kurzfristige Planung zahlungsorientiert und fokussiert sich auf tagesgenaue Liquidität und Feinsteuerung.
Warum ist ein ständiger Soll-Ist-Vergleich für Unternehmen wichtig?
Der Vergleich dient als Kontrollinstanz, um die Qualität der Prognosen zu überprüfen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zur Planüberarbeitung einzuleiten.
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- Oliver Forst (Author), 2004, Finanz-Controlling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31264