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Deutschland und der japanisch-chinesische Krieg - Das Dilema der deutschen Ostasienpolitik

Title: Deutschland und der japanisch-chinesische Krieg - Das Dilema der deutschen Ostasienpolitik

Seminar Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Helmut Strauss (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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„Auf einen Nenner lässt sich unsere Ostasienpolitik nicht bringen. Sie bewegt sich in Pendelschlägen mal nach der chinesischen, mal nach der japanischen Seite, und das starke Ausschlagen nach der einen Seite schafft auf der anderen Mißstimmung.“ So äußerte sich der deutsche Botschafter bei der nationalchinesischen Regierung, Oskar Trautmann, in einem Bericht vom 27. Januar 1937 über die lavierende und mehrgleisige deutsche Ostasienpolitik bis dahin.
Als am 7. Juli 1937 durch ein scheinbar unbedeutendes Scharmützel zwischen japanischen und chinesischen Truppen an der Marco-Polo-Brücke bei Peking der chinesisch-japanische Krieg ausbrach, ergab sich für Deutschland daraus ein Dilemma: Einerseits strebten Hitler und sein außenpolitischer Berater Joachim von Ribbentrop aus machtpolitischen und ideologischen Gründen, insbesondere mit Blick auf die Sowjetunion, ein Bündnis mit dem Kaiserreich Japan an und hatten daher schon 1936 den Antikominternpakt geschlossen. Andererseits mussten wirtschaftliche Kontakte mit China auch in Hitlers Interesse liegen, v.a. der für Deutschland wichtige Import von Rohstoffen. Im Austausch lieferte Deutschland Technologie und in großem Umfang Rüstungsgüter an China. Zudem arbeiteten ehemalige deutsche Offiziere als „private“ Militärberater bei Chiang Kai-sheks Armee.
Mit der massiven Ausweitung des Krieges in China wurde das Deutsche Reich zu einer Entscheidung gezwungen und das Lavieren musste beendet werden. Daran entzündete sich ein Richtungsstreit in der deutschen Außenpolitik, der durchaus grundsätzlicher Natur war: Die konservative, prochinesische Politik des Auswärtigen Amtes unter Konstantin v. Neurath, die von Wirtschaft und Militär mitgetragen wurde, bekam Konkurrenz durch den projapanischen, von Hitler gefördeten, Joachim von Ribbentrop und seine „Dienststelle“.
Es soll im Rahmen dieser Arbeit zunächst dargelegt werden, in welchem Umfang sich die deutsch-japanischen und deutsch-chinesischen Beziehungen bis 1937 entwickelten, um dann zu zeigen, wie nach dem Ausbruch des japanisch-chinesischen Krieges das “Pendel“ plötzlich zugunsten Japans ausschlug und welche Folgen diese Entscheidung für die deutsche Ostasienpolitik hatte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Deutschland zwischen Japan und China bis 1937

1. Die deutsch-japanische Annäherung und der Antikominternpakt

2. Die deutsch-chinesischen Beziehungen bis 1937

III. Die Veränderung der Lage durch den japanisch-chinesischen Krieg

1. Japanische Expansionspläne und der Ausbruch des Krieges

2. Deutsche Neutralität bis zum Scheitern der Vermittlung

3. Die deutsche Entscheidung für Japan

IV. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das außenpolitische Dilemma des Deutschen Reiches im Kontext des japanisch-chinesischen Krieges zwischen 1933 und 1939. Ziel ist es, den Richtungsstreit zwischen einer wirtschaftlich motivierten Chinapolitik und einer ideologisch geprägten Annäherung an Japan aufzuzeigen sowie den finalen Wendepunkt zu analysieren, an dem sich Deutschland explizit für Japan entschied.

  • Entwicklung der deutsch-chinesischen Wirtschafts- und Militärbeziehungen
  • Analyse der deutsch-japanischen Annäherung und des Antikominternpaktes
  • Die Eskalation nach dem Ausbruch des Krieges 1937
  • Der Einfluss nationalsozialistischer Ideologie auf die Fernostpolitik
  • Scheitern der deutschen Vermittlungsbemühungen

Auszug aus dem Buch

II. Deutschland, Japan und China bis 1937

Seit dem von der japanischen Kwantung-Armee inszenierten Mukden-Zwischenfall am 18.9. 1931 verfolgte das Kaiserreich Japan in China eine offene Expansionspolitik. Die besetzte Mandschurei wurde am 1.3. 1932 zum Scheinstaat Mandschukuo proklamiert und später der „letzte Kaiser“ Chinas, Pu Yi, als Herrscher eingesetzt. Als am 24.2. 1933 der „Lytton- Bericht“ einer Kommission zur Untersuchung der Lage in Mandschukuo dem Völkerbund zur Abstimmung vorlag, stimmte Japan allein dagegen, und die japanische Delegation unter Yosuke Matsuoka, dem späteren Außenminister, verließ den Sitzungssaal. Am 27.3. 1933 trat Japan aus dem Völkerbund aus; damit war es außenpolitisch isoliert.

Deutschland trat ebenso wie Japan am 14.10. 1933 aus dem Völkerbund aus und deutete damit - neben der bewusst herbeigeführten internationalen Isolation - schon grundsätzliche außenpolitische Gemeinsamkeiten an; zudem hatten beide einen gemeinsamen Feind: die Sowjetunion. Deren außenpolitische Aktivitäten waren direkt der Politik des nationalsozialistischen Deutschland entgegengerichtet: Im September 1934 trat die UdSSR dem Völkerbund bei, Anfang Mai 1935 wurde ein französisch-sowjetischer Pakt geschlossen und am 15.5. 1935 ein Beistandsabkommen mit der Tschechoslowakei.

Als Ribbentrop Mitte 1935 erste Sondierungen in Richtung einer deutsch-japanischen Übereinkunft über seinen Mittelsmann Dr. Friedrich Wilhelm Hack vornahm, stieß er beim japanischen Militärattaché in Berlin, Hiroshi Oshima, auf offene Ohren. Dieser hatte vom japanischen Generalstab Order, die deutsch-sowjetischen Beziehungen auszuloten und die Haltung Deutschlands in einem etwaigen japanisch-sowjetischen Krieg zu eruieren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ambivalente deutsche Ostasienpolitik, die zwischen der chinesischen Seite und Japan schwankte, und führt in das zentrale Dilemma durch den Ausbruch des Krieges 1937 ein.

II. Deutschland zwischen Japan und China bis 1937: Dieses Kapitel analysiert die parallelen diplomatischen Bestrebungen Deutschlands, sich einerseits Japan durch den Antikominternpakt anzunähern und andererseits intensive Wirtschafts- und Rüstungsbeziehungen zu China zu pflegen.

III. Die Veränderung der Lage durch den japanisch-chinesischen Krieg: Hier wird der Prozess beschrieben, wie die militärische Eskalation Japan-Chinas Deutschland zwang, seine neutrale Haltung aufzugeben und letztlich unter ideologischen Vorzeichen für Japan Partei zu ergreifen.

IV. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie das „Entscheidungsjahr“ 1937 die Abkehr von der zweigleisigen Politik und die eindeutige Ausrichtung der deutschen Außenpolitik auf den japanischen Partner besiegelte.

Schlüsselwörter

Ostasienpolitik, Drittes Reich, Japan, China, Antikominternpakt, Außenpolitik, Neutralität, Joachim von Ribbentrop, Sowjetunion, Rüstungsexporte, Wirtschaftspolitik, Mandschukuo, Vermittlung, Militärberater, Chiang Kai-shek

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die deutsche Fernostpolitik in der Zeit zwischen 1933 und 1939 und das daraus resultierende politische Spannungsfeld zwischen den Interessen in China und der Annäherung an Japan.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die deutsch-japanische Annäherung, die umfangreichen Rüstungs- und Wirtschaftskooperationen mit China sowie der Richtungsstreit innerhalb der deutschen Außenpolitik nach 1937.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Deutsche Reich durch den Ausbruch des japanisch-chinesischen Krieges in ein Dilemma geriet und warum es schließlich seine zweigleisige Politik zugunsten Japans aufgab.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode, die zeitgenössische diplomatische Dokumente, Berichte und einschlägige Fachliteratur auswertet, um den Entscheidungsprozess der NS-Außenpolitik zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Beziehungen vor 1937, die Eskalation durch den Krieg, die gescheiterten deutschen Vermittlungsversuche und die schrittweise Entscheidung für den japanischen Bündnispartner.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ostasienpolitik, Antikominternpakt, Rüstungsexporte, diplomatische Vermittlung und der ideologische Gegensatz zur Sowjetunion.

Wie bewertete das Auswärtige Amt die Rolle der Vermittlung?

Das Auswärtige Amt versuchte lange, eine „strikte Unparteilichkeit“ zu wahren, um wirtschaftliche Vorteile in China zu sichern, während gleichzeitig politische Interessen in Japan verfolgt wurden.

Warum musste die deutsche Unterstützung für China letztlich enden?

Unter dem Druck Japans, das die Anerkennung des Scheinstaates Mandschukuo und den Abbruch der Kooperation mit Chiang Kai-shek forderte, sowie durch den zunehmenden Einfluss Ribbentrops, stellte Deutschland die Militärberatung und Waffenlieferungen an China ein.

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Details

Title
Deutschland und der japanisch-chinesische Krieg - Das Dilema der deutschen Ostasienpolitik
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
Proseminar Nationalsozialistische Außenpolitik 1933-1939
Grade
2,0
Author
Helmut Strauss (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V31277
ISBN (eBook)
9783638323314
Language
German
Tags
Deutschland Krieg Dilema Ostasienpolitik Proseminar Nationalsozialistische Außenpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helmut Strauss (Author), 2001, Deutschland und der japanisch-chinesische Krieg - Das Dilema der deutschen Ostasienpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31277
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