Liberale teilen die Ansicht, dass es allen Menschen möglich ist wohlhabend zu werden, wenn die Freiheit der wirtschaftlichen Betätigungen gewährleistet ist. Dementsprechend fordern sie eine freie Marktwirtschaft einschließlich des Freihandels. Eine außenwirtschaftliche Offenheit ermöglicht es, in ihren Augen, den Wohlstand zu mehren und allen Ländern Vorteile zu bringen. Im Rahmen dieser Arbeit soll dieser Aussage auf den Grund gegangen werden, indem zu-nächst der Freihandel als Grundsatz für die Ausgestaltung des internationalen Handels kurz beleuchtet wird, da jener eine Grundlage für die liberal ökonomischen Theorien schafft. Im Weiteren werden die Theorien des absoluten Kostenvorteils von Adam Smith und die des komparativen Kostenvorteils von David Ricardo näher erläutert, welche die Vorteile des freien grenzüberschreitenden Güterverkehrs gegenüber der protektionistischen Wirtschaftspolitik des Merkantilismus aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Ansätze zur Erklärung des Freihandels
2.1 Theorie der absoluten Kostenvorteile nach Adam Smith
2.2 Theorie der komparativen Kostenvorteile nach David Ricardo
3. Vergleich bzw. kritische Würdigung der Theoreme des Kostenvorteils
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Freihandels, indem sie die klassischen Konzepte von Adam Smith und David Ricardo analysiert und ihre Anwendbarkeit sowie Grenzen kritisch hinterfragt.
- Analyse der Theorie der absoluten Kostenvorteile nach Adam Smith
- Untersuchung der Theorie der komparativen Kostenvorteile nach David Ricardo
- Vergleich und kritische Würdigung beider ökonomischer Ansätze
- Diskussion der praktischen Relevanz und Realitätsnähe der Modelle
Auszug aus dem Buch
2.2 Theorie der komparativen Kostenvorteile nach David Ricardo
Ebenfalls von Zentraler Bedeutung für die Geschichte des ökonomischen Denkens ist der Beitrag von David Ricardo (1772-1823) zur Theorie des Außenhandels. In seiner Untersuchung über die Wohlstandswirkungen des Freihandels ging Ricardo (1817) einen Schritt weiter als Adam Smith und verallgemeinerte Smiths Argument um den Aspekt der komparativen Kostenvorteile, was die Politik des Freihandels bestärkt.
Die Theorie des komparativen Vorteils besagt, dass die Vorteilhaftigkeit von Handel zwischen zwei Ländern nicht von den absoluten Produktionskosten, sondern von den relativen Kosten der produzierten Güter zueinander, abhängig ist. Auf ihrer Grundlage lässt sich, im Gegensatz zu Smith, die Vorteilhaftigkeit zwischenstaatlichen Handels auch in solchen Fällen begründen, in denen einer der Handelspartner sämtliche Güter weniger effizient produziert als der andere. Ricardos Erkenntnis basiert dabei auf der Annahme, dass die Vorteilhaftigkeit auf die unterschiedlichen Niveaus der Arbeitsproduktivitäten und Löhne der verschieden Länder, die sich in unterschiedlichen relativen Kosten und relativen Preisen niederschlagen, zurückgeführt werden kann (vgl. Niehans 1995: 29).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die liberale ökonomische Sichtweise auf den Freihandel ein und skizziert die methodische Untersuchung der klassischen Theorien von Smith und Ricardo.
2. Theoretische Ansätze zur Erklärung des Freihandels: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der wirtschaftlichen Freiheit und legt das theoretische Fundament durch die Analyse der klassischen ökonomischen Lehre.
2.1 Theorie der absoluten Kostenvorteile nach Adam Smith: Das Kapitel beschreibt Smith' Konzept der Spezialisierung auf Produkte, bei denen ein Land absolute Kostenvorteile besitzt, um den Wohlstand zu maximieren.
2.2 Theorie der komparativen Kostenvorteile nach David Ricardo: Hier wird Ricardos Erweiterung vorgestellt, die zeigt, dass Handel auch dann vorteilhaft ist, wenn ein Land bei allen Gütern weniger effizient produziert.
3. Vergleich bzw. kritische Würdigung der Theoreme des Kostenvorteils: Dieses Kapitel stellt beide Theorien gegenüber und kritisiert deren vereinfachte Annahmen sowie deren teilweise mangelnde Realitätsnähe in modernen Wirtschaftssystemen.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung der komparativen Kostenvorteile und ordnet die Modelle als theoretische Grundlagen für die heutige Freihandelspolitik ein.
Schlüsselwörter
Freihandel, Adam Smith, David Ricardo, absolute Kostenvorteile, komparative Kostenvorteile, Außenhandel, Spezialisierung, Wohlstand, klassische Nationalökonomie, Arbeitsteilung, Protektionismus, Marktmechanismus, ökonomische Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die klassischen ökonomischen Theorien des Freihandels von Adam Smith und David Ricardo und deren Bedeutung für den internationalen Güteraustausch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Theorien der absoluten und komparativen Kostenvorteile sowie deren Auswirkungen auf die Wohlfahrt und Spezialisierung von Volkswirtschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die theoretischen Aussagen über die Vorteilhaftigkeit des Freihandels zu prüfen und ihre Stärken sowie Schwächen kritisch zu würdigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten theoretischen Analyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit den Modellen klassischer Ökonomen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Smiths Modell der absoluten Vorteile, Ricardos Konzept der komparativen Vorteile und einen direkten Vergleich beider Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Freihandel, komparative Kostenvorteile, Spezialisierung, Außenwirtschaftstheorie und klassische politische Ökonomie.
Warum ist das "Wasser-Diamanten-Paradoxon" für die Kritik an Adam Smith relevant?
Es verdeutlicht, dass Smith zwar praktische Handlungsvorschläge machte, ihm jedoch eine theoretische Grundlage zur genauen Bestimmung von Warenwerten fehlte.
Warum wird das ricardianische Modell als realitätsfern bezeichnet?
Es beruht auf idealisierten Annahmen wie vollkommener Markttransparenz, fehlenden Transportkosten und der Immobilität von Produktionsfaktoren, die in der modernen Realität oft nicht existieren.
- Quote paper
- Izabela Zarrouk (Author), 2004, Vergleich und kritische Würdigung der Theoreme des Kostenvorteils - David Ricardo und Adam Smith, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31289