Die vorliegende Arbeit reflektiert den im Frühjahr 2014 durchgeführten ldlmooc, der zwei kollaborative Lehr- und Lernszenarien miteinander verknüpft hat. Die Mitte der achtziger Jahre von Professor Doktor Jean-Pol Martin entwickelte und bis heute ständig erweiterte handlungsorientierte Unterrichtsmethode Lernen durch Lehren im folgenden LdL genannt und der konnektivistische massive netzbasierte Kurs (im Folgenden als cMooc für connectivism Massive Open Online Course bezeichnet).
Generell versteht man unter Massive Open Online Courses eine spezielle Form eines Onlinekurses, der im Vorhinein vorbereitet und mit multimedialen Inhalten angeboten wird. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei meistens um Kurse mit einer sehr hohen Anzahl an Teilnehmenden. Im „ldlmooc“ einem cMooc, wobei das c für „connectivism“ steht und im deutschen als Konnektivismus bezeichnet wird, wurde die Methode LdL vorgestellt, angewendet und kritisch diskutiert.
Die vorliegende reflektierende Dokumentation legt im Nachgang die Planung, Durchführung und Evaluation des ldlmooc dar und stellt einen Bezug zu bildungswissenschaftlichen Theorien her. Im zweiten Kapitel werden zunächst die Rahmenbedingungen und das Aufgabenfeld beschrieben. Darin ist auch eine Beschreibung der Ideenentwicklung enthalten, die in der Analysephase ebenfalls kollaborativ auf zwei Educamp Sessions in Berlin und Frankfurt a. M., sowie einem für alle interessierten offenen Google Doc erfolgte. Im dritten Kapitel wird eine Anbindung an den bildungstheoretischen Hintergrund der Arbeit beschrieben. Dabei wird sowohl das Prinzip der vollständigen Handlung, als auch der Konnektivsmus, insbesondere in seiner Bedeutung für konnektivistisch organisierte Moocs erörtert. Weiterhin folgt eine Verknüpfung mit der Unterrichtsmethode LdL, die im Mittelpunkt des ldlmooc stand. Im vierten Kapitel folgt nach kurzer thematischer Einführung in das Thema Projektmanagement eine Verknüpfung mit dem Handlungsablauf des ldlmooc, analog dazu werden die Themen Qualitätssicherung und Evaluation in den beiden Folgekapiteln an das Praktikum angebunden. Die Arbeit schließt mit einem persönlichen Fazit des Autors und einem Ausblick auf die weitere Verwendbarkeit des entwickelten Konzeptes, sowohl im Hinblick auf eine berufliche Verwendbarkeit, als auch eine thematische Weiterentwicklung der Unterrichtsmethode LdL.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Praktikumsstelle
2.1 Entstehung des Projektes „ldlmooc“
2.2 Rahmenbedingungen des Praktikums
2.3 Analyse der Zielgruppe
3. Bildungstheoretische Rahmung
4. Projektmanagement
4.1 Unterscheidung zwischen Lehr- und Lernziel
4.2 Kommunikationswege im ldlmooc
5. Qualitätssicherung
5.1 Qualität als Transformation
5.2 Qualität als Zweckmäßigkeit
5.3 Qualität als kontinuierlicherVerbesserungsprozess
6. Metareflektion des Blogs
7. Evaluation
8. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit reflektiert die Planung, Durchführung und Evaluation des „ldlmooc“, eines kollaborativen Kurses, der die handlungsorientierte Unterrichtsmethode „Lernen durch Lehren“ (LdL) mit dem Konzept eines konnektivistischen Massive Open Online Course (cMooc) verknüpft. Ziel ist die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Projekts unter Einbeziehung bildungstheoretischer Ansätze und moderner digitaler Lehr-Lernszenarien.
- Konnektivistisches Lernen in Massive Open Online Courses (cMoocs)
- Handlungsorientierte Unterrichtsmethode „Lernen durch Lehren“ (LdL)
- Projektmanagement und digitale Infrastruktur von Online-Kursen
- Qualitätssicherung und Evaluationsmethoden in heterogenen Online-Lernumgebungen
- Rolle der Lehrenden als Lernbegleiter und Impulsgeber
Auszug aus dem Buch
2.1 Entstehung des Projektes „ldlmooc“
Die Idee einen cMOOC zur handlungsorientierten Unterrichtsmethode LdL anzubieten, entstand in einer Diskussion auf der SocialMedia Plattform Twitter während der Literaturrecherche zu einer Hausarbeit des Verfassers im Rahmen des Bachelor Studiums Bildungswissenschaft zum Thema „Mediale Bildung und Medienkommunikation“. In dieser Arbeit wurden das Lernen in einem cMooc und dem Lernen mit LdL verglichen. Im Fazit der Arbeit bereitet der folgende Satz den Anschluss an das Praktikum in Form des ldlmoocs: Beide Methoden betonen auch die Eigeninitiative der Lernenden und sind somit einem sehr modernen Bildungsverständnis verschrieben. (Schakinnis, 2013, S.17). Auch der Kontakt des Verfassers zum Entwickler der Methode LdL Prof. Jean-Pol Martin führte schließlich zur Idee einen MOOC über LdL durchzuführen. Ob das Projekt ein MOOC oder ein OOP wird, konnte im Vorfeld nicht beurteilt und beeinflusst werden, aber der Kurs ist so angelegt, dass ein „Massive“ möglich ist. Der Unterschied liegt in der Teilnehmerzahl, ab hundertfünfzig gilt ein Kurs als Massive, wobei dies die sogenannte Dunbar Zahl darstellt, die angibt mit wie vielen Personen ein Mensch durchschnittlich interagieren kann (Wedekind, 2013, S.46) und auch (Dunbar, 1992 S. 469 - 493). George Siemens formuliert es im Rückgriff auf McAuley wie folgt, (McAuley, A., Stewart, B., Siemens, G. & Cormier, D., 2010 S.28): „Open online courses, sometimes called “massive” (MOOCs) due to their high enrolment numbers offer a middle ground for teaching and learning between the highly organised and structured classroom environment and the chaotic open web of fragmented information.” (Siemens, 2013, S.2) Da selbst bei hohen Anmeldezahlen nicht automatisch von einer hohen aktiven Beteiligung in Moocs ausgegangen werden kann, wählen wir für den ldlmooc die Definition der unbeschränkten Anmeldemöglichkeit, um ihn als Mooc zu verorten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Verknüpfung der LdL-Methode mit dem cMooc-Format ein und umreißt den Aufbau der reflektierenden Dokumentation.
2. Praktikumsstelle: Es werden die Rahmenbedingungen, die Entstehungsgeschichte des Projekts und eine Analyse der heterogenen Zielgruppe dargelegt.
3. Bildungstheoretische Rahmung: Dieses Kapitel erläutert die Anbindung an den Konnektivismus sowie das Prinzip der vollständigen Handlung im Kontext des ldlmooc.
4. Projektmanagement: Hier wird der Handlungsablauf des Projekts thematisiert, insbesondere die Unterscheidung von Lehr- und Lernzielen sowie die gewählten Kommunikationswege.
5. Qualitätssicherung: Der Autor diskutiert verschiedene Qualitätsbegriffe wie Transformation, Zweckmäßigkeit und kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Kontext kollaborativer Online-Kurse.
6. Metareflektion des Blogs: Es erfolgt eine kritische Reflexion des als Steuerungszentrale und Archiv genutzten Weblogs im Rahmen des Moduls.
7. Evaluation: Die Durchführung und Methodik der quantitativen und qualitativen Evaluation zur Kursauswertung werden analysiert und diskutiert.
8. Fazit und Ausblick: Der Autor zieht ein persönliches Fazit zur professionellen Entwicklung in der Erwachsenenbildung unter Berücksichtigung des digitalen Wandels.
Schlüsselwörter
ldlmooc, Lernen durch Lehren, LdL, cMooc, Konnektivismus, Massive Open Online Course, Projektmanagement, Qualitätssicherung, Evaluation, Medienbildung, Erwachsenenbildung, kollaboratives Lernen, Online-Lehre, Web 2.0, Selbstgesteuertes Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert die eigenverantwortliche Planung, Durchführung und Evaluation des „ldlmooc“, eines Online-Kurses zur handlungsorientierten Lehrmethode „Lernen durch Lehren“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Theorie des Konnektivismus, die Anwendung der LdL-Methode, das Projektmanagement in digitalen Umgebungen, Ansätze zur Qualitätssicherung und die Evaluation von Online-Lernszenarien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die reflektierende Dokumentation eines Praxisprojekts, bei dem zwei kollaborative Lehr-Lernszenarien miteinander verknüpft wurden, um Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Gestaltung von cMoocs zu gewinnen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt die reflektierende Dokumentation, eine quantitative Teilnehmerbefragung zu Beginn sowie eine qualitative Evaluation durch Referenten und Teilnehmer zum Ende des Kurses.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der bildungstheoretischen Einordnung (Konnektivismus), der operativen Projektplanung (Werbung, Ressourcen, Aufgaben), der technischen Infrastruktur (Blog, Social Media) und den Herausforderungen der Qualitätssicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie cMooc, Lernen durch Lehren (LdL), Konnektivismus, Qualitätssicherung, Evaluation und medienpädagogische Projektgestaltung charakterisiert.
Inwiefern unterscheidet sich die Zielgruppe des ldlmooc?
Die Teilnehmerschaft erwies sich als heterogen, mit einer Mischung aus Lehrkräften verschiedener Schulformen, Teilnehmern aus dem Bildungskontext sowie Personen aus der Privatwirtschaft.
Warum spielt das Thema „Qualität“ im ldlmooc eine besondere Rolle?
Da in einem cMooc keine abschließenden Prüfungen im klassischen Sinne vorgesehen sind, ist die Definition von Qualität (Transformation, Zweckmäßigkeit) essentiell, um den Mehrwert für die Lernenden und deren berufliches Umfeld zu bewerten.
Welche Rolle spielt der Weblog für den Kurs?
Der Blog fungierte als zentrale Schaltzentrale für Informationen, Archiv für Teilnehmerbeiträge und als Oberfläche zur Verknüpfung der verschiedenen genutzten Social-Media-Tools.
Was schließt der Autor aus dem persönlichen Fazit?
Der Autor konstatiert einen Wandel im Professionsverständnis der Erwachsenenbildung hin zum „Lernbegleiter“, der angesichts der technologischen Möglichkeiten und der Eigeninitiative der Lernenden an Bedeutung gewinnt.
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- Marc Schakinnis (Author), 2015, Lernen durch Lehren. Planung, Durchführung und Evaluation des "LDLMOOC", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313005