Um investmentbedingte Risiken zu streuen oder gar zu eliminieren, wurde bereits im Mittelalter und schon vor unserer Zeitrechnung die Diversifikation empfohlen (vgl. Troschke, Thießen, 2010). So beschreibt bereits der Talmud, dass das verfügbare Vermögen zu einem Drittel in Grundbesitz und zu einem Drittel in Waren gestreut und das letzte Drittel aus Liquiditätsgründen nicht investiert werden soll (vgl. Levy, Duchin, 2009).
In den letzten 60 Jahren hat das markowitzsche Modell die Portfoliotheorie und die Portfoliobildung maßgeblich beeinflusst. Markowitzs wissenschaftlicher Artikel „Portfolio Selection“ wird dabei als die Geburtsstunde der Modernen Portfoliotheorie beschrieben (vgl. Rubinstein, 2002). Das Hauptziel der Portfoliobildung war und ist es, bestehende Risiken durch Diversifikationseffekte zu streuen oder abzuschwächen, wodurch potenziellen negativen Ereignissen entgegengewirkt werden kann. So können effiziente und Nutzen maximierende Entscheidungen getroffen werden, die vor einer Portfoliobildung bzw. Diversifikation nicht möglich wären. Angesichts der gravierenden Veränderung des Finanzmarktes in den letzten Jahrzenten stellt sich somit die Frage nach der Aktualität dieser Theorie (vgl. Schulte-Mattler, 2012).
In der vorliegenden Arbeit wird der zentralen Aufgabe nachgegangen, die Portfolio-Selektion nach Markowitz auf heutige Aktienkurse zu übertragen und darzustellen. Zudem wird die Portfolio-Selektion nach Markowitz detailliert hergeleitet und einer kritischen Betrachtung unterzogen.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- 1. Einleitung
- 2. Portfolio-Selektion nach Markowitz
- 2.1 Annahmen der Portfolio-Selektion nach Markowitz
- 2.2 Zentrales Risikomaß und Rendite der Portfoliotheorie
- 2.3 Markowitz-Diversifikation
- 2.4 Das Dominanzprinzip und der effiziente Rand
- 3. Bestimmung des optimalen Portfolios
- 4. Praxisbezogene Darstellung der Portfolio-Selektion nach Markowitz
- 5. Kritische Betrachtung der Portfolio-Selektion
- 6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Ziel dieser Arbeit ist es, die Portfolio-Selektion nach Markowitz anhand heutiger Aktienkurse zu analysieren und darzustellen. Dabei wird die Theorie detailliert hergeleitet und kritisch betrachtet.
- Annahmen der Portfolio-Selektion nach Markowitz
- Zentrale Risiko- und Renditemaße der Portfoliotheorie
- Markowitz-Diversifikation und effizienter Rand
- Bestimmung des optimalen Portfolios
- Praxisbezogene Anwendung der Portfolio-Selektion
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Das erste Kapitel führt in die Thematik der Portfolio-Selektion ein und erläutert die historische Entwicklung der Diversifikation sowie die Bedeutung des markowitzschen Modells für die moderne Portfoliotheorie. Kapitel 2 behandelt die zentralen Annahmen, Risiko- und Renditemaße sowie die Herleitung der effizienten Portfolios nach Markowitz. In Kapitel 3 wird das optimale Portfolio unter Berücksichtigung der Nutzenfunktion eines risikoaversen Investors bestimmt. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der praxisbezogenen Portfoliobildung und prüft die Aktualität der markowitzschen Theorie. Schließlich werden im fünften Kapitel die Stärken und Schwächen der Portfolio-Selektion nach Markowitz kritisch betrachtet.
Schlüsselwörter (Keywords)
Portfolio-Selektion, Markowitz, Moderne Portfoliotheorie, Diversifikation, Risiko, Rendite, effizienter Rand, optimales Portfolio, Nutzenfunktion, Praxisanwendung, Kritik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Kernaussage der Portfoliotheorie nach Markowitz?
Die Theorie besagt, dass Anleger ihr Risiko durch Diversifikation minimieren können. Es kommt nicht auf die Einzelbetrachtung einer Aktie an, sondern auf deren Beitrag zum Gesamtrisiko und zur Gesamtrendite des Portfolios.
Was versteht man unter dem "effizienten Rand"?
Der effiziente Rand (Efficient Frontier) umfasst alle Portfolios, die für ein gegebenes Risiko die maximale Rendite oder für eine gewünschte Rendite das minimale Risiko bieten.
Wie aktuell ist das Markowitz-Modell heute noch?
Obwohl es die Basis der modernen Portfoliotheorie bildet, wird es kritisch diskutiert, da es von konstanten Korrelationen und Normalverteilungen ausgeht, was in extremen Marktphasen oft nicht zutrifft.
Welche Rolle spielt die Nutzenfunktion eines Investors?
Die Nutzenfunktion hilft dabei, aus den effizienten Portfolios dasjenige auszuwählen, das am besten zur individuellen Risikoeinstellung (z.B. risikoavers) des Anlegers passt.
Was ist die "Markowitz-Diversifikation"?
Es ist der Effekt, bei dem das Gesamtrisiko eines Portfolios sinkt, wenn Vermögenswerte kombiniert werden, die nicht perfekt miteinander korreliert sind.
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- Ridvan Yildirim (Author), 2015, Die Aktualität der Portfolioselektion nach Markowitz. Kritische Diskussion und praktische Anwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313020