Konkret geht es hierbei um: Essstörungen als eine Entwicklungsauffälligkeit, Homosexualität als Risikofaktor für Depressionen und Suizid im Jugendalter, Alkohol- und Drogenkonsum im Jugendalter.
Die Jugend, die „zweite Geburt“ wie sie von Rousseau bezeichnet wurde, ist eine Phase, in der sich neue Aufgaben an Heranwachsende stellen, mit denen sie in der Kindheit noch nicht konfrontiert wurden. Die Bewältigung jener Entwicklungsaufgaben ist erforderlich, um erfolgreich in den Erwachsenenstatus zu gelangen. Jugendliche nehmen heutzutage einen hohen Stellenwert in westlichindustriellen
Gesellschaften ein. Wie es dazu kam, dass sich die Lebensphase auf ca. 15 Jahre ausdehnte und die Jugend ihren Charakter im Laufe des 20. Jahrhunderts gänzlich veränderte, wird in der folgenden Arbeit aufgezeigt. In einem weiteren Schritt werden drei Konzepte von Entwicklungsaufgaben, die Jugendliche zu lösen haben, angeführt. Dabei werde ich mich vornehmlich auf die Ausführungen von Havighurst, Hurrelmann und Fend stützen. Die erste Hälfte der Arbeit wird sozusagen dazu dienen, Begriffsdefinitionen zu geben, die historische
Entwicklung der Jugendphase zu beschreiben und jugendtypische Anforderungen, die an die „ergebnisoffene Übergangszeit“ gestellt werden, zu benennen. Die zweite Hälfte beschäftigt sich mit speziellen Entwicklungsstörungen und Risikofaktoren, die bei einer Nicht-Bewältigung entstehen können. Dazu zählen Essstörungen, Homosexualität und Alkohol- sowie Drogenkonsum.
Lehrpersonen haben heutzutage einen erzieherischen Auftrag, der über die reine Wissensvermittlung hinaus geht. Dabei ist es wichtig, dass Wissen über spezifische Entwicklungsverläufe in bestimmten Entwicklungsbereichen vorhanden ist. Darin eingeschlossen ist die Kenntnis darüber, welche Störungen im Entwicklungsverlauf der Heranwachsenden auftreten können und welche Gründe dies haben kann. Mit Hilfe dieses Wissens können Lehrpersonen eine subjektive (Lern)Entwicklung besser einschätzen, um möglichst genau Hilfestellungen zu bieten. Aufgrund dessen werden in der vorliegenden Arbeit auch immer Präventionsmaßnahmen im Bildungssystem vorgestellt, um einen besseren Umgang mit Essstörungen, Homosexualität und Substanzkonsum an Schulen zu gewährleisten.
Was ist das Besondere am Jugendalter, wie läuft die körperliche und psychische Entwicklung Heranwachsender ab und welchen Problemen müssen Jugendliche sich stellen? Dies sind grundlegende Fragen, die zu beantworten versucht werden.
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Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- 1. Einleitung
- 2. Begriffsdefinitionen: Pubertät, Adoleszenz und Jugend
- 3. Historische Entstehung und strukturelle Veränderungen der Lebensphase Jugend
- 4. Entwicklungsaufgaben im Jugendalter - Drei Konzepte in der Gegenüberstellung
- 4.1 Was sind Entwicklungsaufgaben?
- 4.2 Robert Havighurst
- 4.3 Klaus Hurrelmann
- 4.4 Helmut Fend
- 4.5 Fazit
- 5. Spezifische Problemlagen und Risikofaktoren im Jugendalter
- 5.1 Problematisches und riskantes Jugendverhalten
- 5.2 Essstörungen als eine Entwicklungsauffälligkeit
- 5.2.1 Verbreitung
- 5.2.2 Das Erscheinungsbild der Anorexia Nervosa
- 5.2.3 Das Erscheinungsbild der Bulimia Nervosa
- 5.2.4 Das Erscheinungsbild der Esssucht
- 5.2.5 Möglichkeiten der frühzeitigen Erkennung
- 5.2.6 Ätiologie von Essstörungen
- 5.2.7 Präventionsmöglichkeiten in der Schule
- 5.3 Homosexualität als Risikofaktor für Depressionen und Suizid im Jugendalter
- 5.3.1 Zur Entwicklung der Geschlechtsrolle und -identität sowie der sexuellen Orientierung
- 5.3.2 Homosexualität in der Gesellschaft
- 5.3.3 Homosexualität im Jugendalter
- 5.3.4 Der Prozess des Coming-outs
- 5.3.5 Entwicklungsrisiken bei homosexuellen Jugendlichen
- 5.3.6 Homosexualität als Thema im Bildungssystem
- 5.4 Alkohol- und Drogenkonsum im Jugendalter
- 5.4.1 Grundlegende Begriffsdefinitionen
- 5.4.2 Motive und Funktionen des Konsums von Substanzen
- 5.4.3 Einflussfaktoren des gesundheitsgefährdeten Verhaltens
- 5.4.4 Zahlen zum Substanzkonsum
- 5.4.5 Folgen des Alkohol- und Drogenkonsums
- 5.4.6 Umgang mit Alkohol und Drogen in der Schule
- Die historische Entwicklung und strukturelle Veränderungen der Jugendphase
- Die Konzepte von Entwicklungsaufgaben nach Havighurst, Hurrelmann und Fend
- Spezifische Problemlagen im Jugendalter: Essstörungen, Homosexualität und Alkohol-/Drogenkonsum
- Die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen im Bildungssystem
- Die Rolle der Lehrpersonen im Umgang mit jugendtypischen Herausforderungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Arbeit befasst sich mit der Lebensphase Jugend und den Herausforderungen, die sie für Heranwachsende mit sich bringt. Ziel ist es, die Entstehung und Entwicklung der Jugendphase im 20. Jahrhundert aufzuzeigen, sowie die besonderen Entwicklungsaufgaben und Problemlagen des Jugendalters zu beleuchten.
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Die Einleitung führt in die Thematik des Jugendalters ein und erklärt die Bedeutung der Entwicklungsaufgaben für den Übergang ins Erwachsenenalter. Kapitel 2 definiert die Begriffe Pubertät, Jugend und Adoleszenz und verdeutlicht ihre Bedeutung als Übergangsphasen im Lebenslauf. Kapitel 3 beleuchtet die historische Entwicklung und strukturelle Veränderungen der Jugendphase im 20. Jahrhundert. Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Konzept der Entwicklungsaufgaben im Jugendalter und stellt drei verschiedene Konzepte von Havighurst, Hurrelmann und Fend einander gegenüber. Kapitel 5 behandelt spezifische Problemlagen und Risikofaktoren im Jugendalter, darunter Essstörungen, Homosexualität und Alkohol-/Drogenkonsum.
Schlüsselwörter (Keywords)
Jugend, Adoleszenz, Entwicklungsaufgaben, Pubertät, Essstörungen, Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa, Esssucht, Homosexualität, Depression, Suizid, Alkohol, Drogen, Substanzkonsum, Prävention, Bildungssystem, Lehrkräfte.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die wichtigsten Entwicklungsaufgaben im Jugendalter?
Die Arbeit vergleicht Konzepte von Havighurst, Hurrelmann und Fend, die Aufgaben wie die Identitätsfindung, den Aufbau von Peer-Beziehungen und die Vorbereitung auf das Berufsleben umfassen.
Welche spezifischen Risikofaktoren werden in der Arbeit thematisiert?
Thematisiert werden Essstörungen (Anorexie, Bulimie), Homosexualität als möglicher Risikofaktor für Depressionen aufgrund gesellschaftlicher Ausgrenzung sowie Alkohol- und Drogenkonsum.
Warum ist das Wissen über Entwicklungsverläufe für Lehrkräfte wichtig?
Lehrkräfte haben einen erzieherischen Auftrag; Kenntnisse über Störungen helfen ihnen, Lernentwicklungen besser einzuschätzen und rechtzeitig Hilfestellungen oder Präventionsmaßnahmen anzubieten.
Wie hat sich die Lebensphase Jugend historisch verändert?
Im Laufe des 20. Jahrhunderts dehnte sich die Jugendphase auf ca. 15 Jahre aus und wandelte sich zu einer eigenständigen, ergebnisoffenen Übergangszeit in westlichen Gesellschaften.
Was ist der Prozess des Coming-outs?
Die Arbeit beschreibt das Coming-out als einen zentralen Teil der Identitätsentwicklung bei homosexuellen Jugendlichen, der oft mit besonderen emotionalen Herausforderungen verbunden ist.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2014, Entwicklungsthemen und spezifische Problemlagen des Jugendalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313162