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Die Universität Wittenberg. Gründungsphase und bauliche Ausstattung

Titel: Die Universität Wittenberg. Gründungsphase und bauliche Ausstattung

Hausarbeit , 1990 , 26 Seiten , Note: 1

Autor:in: Kathrin Ellwardt (Autor:in)

Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn von der Universität Wittenberg die Rede ist, denkt man zuerst an die Reformation und an den berühmtesten Lehrer an dieser Hochschule: Martin Luther. Die Wittenberger Universität wurde jedoch keineswegs der Reformation wegen oder gar durch Luther selbst gegründet. Als Luther 1508 erstmals nach Wittenberg kam, bestand sie bereits seit sechs Jahren.

Gegründet worden war sie im Jahr 1502 durch den sächsischen Kurfürsten Friedrich III. Die entscheidende Initiative war also vom Landesherrn ausgegangen. Der Kurfürst finanzierte die Universität teilweise aus eigenen Mitteln und behielt sich so eine unmittelbare Einflussmöglichkeit vor. Die neu gegründete Hochschule stand von Anfang an dem Humanismus offen. Zu dieser Zeit war allerdings nicht abzusehen, dass hier eine Bewegung ihren Anfang nehmen würde, die die christliche Welt verändern sollte.

Die Arbeit befasst sich zunächst mit der eigentlichen Gründungsphase der Wittenberger Universität, der "Leucorea". Bei der Betrachtung der historisch-politischen Zusammenhänge stehen Person und Interessen des Gründers, des Kurfürsten, im Mittelpunkt. Erstmals erfolgte im Fall Wittenberg die Privilegierung einer Universität zuerst durch den König, erst danach durch den Papst.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit der baulichen Ausstattung der Leucorea im 16. Jahrhundert. Einige der Universitätsbauten sind bis heute erhalten, wenn auch in verändertem Zustand. Die Gebäude haben das Interesse der historischen Forschung zur Universitätsgeschichte bislang kaum geweckt. Daher basiert diese Untersuchung vornehmlich auf dem Inventar der Kunstdenkmale, auf Urkunden und zeitgenössische bildliche Quellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gründung der Universität Wittenberg

2.1 Vorgeschichte und Anlaß

2.2 Die Wahl des Standortes Wittenberg

2.3 Kurfürst Friedrich der Weise und seine Kulturpolitik

2.4 Die Privilegierung durch den König

2.4.1 Der politische Kontext

2.4.2 Der Stiftsbrief vom 6. Juli 1502

2.5 Die Eröffnung

2.6 Die Bestätigung durch die Kirche

3. Die bauliche Ausstattung

3.1 Die Schloßkirche Allerheiligen

3.2 Das Fridericianum

3.2.1 Das Alte Collegium

3.2.2 Das Neue Collegium

3.3 Das Collegium Juridicium

3.4 Die Bursen

3.5 Das Lutherhaus

3.6 Das Melanchthonhaus

4. Schlußbemerkung

5. Anmerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründungsphase der Universität Wittenberg ("Leucorea") sowie die damit verbundene bauliche Ausstattung im 16. Jahrhundert. Das Ziel ist es, die historisch-politischen Hintergründe der Universitätsgründung durch Kurfürst Friedrich den Weisen zu beleuchten, wobei insbesondere die Privilegierung und die architektonische Entwicklung der Universitätsbauten im Zentrum stehen.

  • Historisch-politische Hintergründe der Universitätsgründung
  • Die Rolle von Kurfürst Friedrich dem Weisen als Gründer
  • Prozess der königlichen und kirchlichen Privilegierung
  • Architektonische Entwicklung und Bedeutung der Universitätsbauten

Auszug aus dem Buch

2.1 Vorgeschichte und Anlaß

Friedrich der Weise gründete die Universität Wittenberg als die akademische Bildungsstätte des Kurfürstentums Sachsen, da in seinem Territorium keine Hochschule vorhanden war. Zwar hatte in Sachsen bereits vorher eine solche bestanden: die 1409 durch Markgraf Friedrich von Meißen gegründete Universität Leipzig. Aber die Wettiner Lande waren 1485 geteilt worden. Nach dem Tode Markgraf Friedrichs des Sanftmütigen (1464) hatten dessen Söhne, Ernst und Albrecht, die Regierungsgeschäfte vorerst gemeinsam geführt. Infolge von Auseinandersetzungen hatten sie sich jedoch 1485 entschlossen, das Land zu teilen. Der Ältere, Ernst, behielt die Kurwürde. Die Stadt Leipzig mit ihrer Universität wurde aber dem albertinischen Landesteil zugeschlagen. "Die Teilung (konnte) der Macht und dem Ansehen des Hauses Wettin natürlich nur nachteilig sein; auch legte sie den Grund zu fast ununterbrochenen Streitigkeiten zwischen den beiden Linien." Im August 1486 starb Kurfürst Ernst. Seine beiden Söhne, Kurfürst Friedrich III. und Herzog Johann, übernahmen gemeinsam die Regierung.

Das Kurfürstentum Sachsen besaß also seit 1485 keine eigene Universität mehr - ein erhebliches Manko für einen Territorialstaat. Eine eigene Hochschule war für einen Landesherrn, für einen Kurfürsten besonders, zunächst ein Prestigeobjekt: "Landesherren konnten Universitäten gründen, sie mußten es bis zu einem gewissen Grade aber auch. Zum eigenen Land gehörte eine solche Einrichtung, mit der man etwas für den Glauben der Untertanen, für das allgemeine Wohl und für die Sicherheit der eigenen Herrschaft tat."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung der Leucorea und die Zielsetzung der Untersuchung der Gründungsphase sowie der baulichen Ausstattung.

2. Die Gründung der Universität Wittenberg: Analyse der politischen Motivationen von Kurfürst Friedrich dem Weisen, die zur Gründung führten, sowie der rechtlichen Privilegierung durch den König und die Kirche.

3. Die bauliche Ausstattung: Dokumentation der baulichen Entwicklung von der Schloßkirche bis zum Lutherhaus und deren Bedeutung für das Stadtbild sowie den Universitätsbetrieb.

4. Schlußbemerkung: Zusammenfassende Betrachtung der Leucorea als landesherrliches Projekt, das maßgeblich durch Friedrich den Weisen geprägt wurde.

Schlüsselwörter

Wittenberg, Universität, Leucorea, Friedrich der Weise, Universitätsgründung, Sachsen, Humanismus, Reformation, Universitätsbau, Architektur, Privilegierung, Stiftsbrief, Landesherr, Leipziger Teilung, Bildungsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Gründung der Universität Wittenberg im frühen 16. Jahrhundert sowie die architektonische Infrastruktur und ihre städtebauliche Integration.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den politischen Hintergründen der Gründung, der Rolle von Kurfürst Friedrich dem Weisen und der baulichen Entwicklung der Leucorea.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die historische Einordnung der Universitätsgründung im Kontext des sächsischen Territorialstaates und die Untersuchung der baulichen Maßnahmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Auswertung von Sekundärliteratur, historischen Urkunden sowie zeitgenössischen bildlichen Darstellungen und Bauaufnahmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Entstehungsgeschichte, inklusive der Privilegierung durch den König und die Kirche, sowie die detaillierte Beschreibung der Universitätsgebäude.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Wittenberg, Leucorea, Kurfürst Friedrich der Weise, Universitätsgründung, sächsischer Territorialstaat und architektonische Ausstattung.

Welche Bedeutung hatte die Leipziger Teilung für die Gründung?

Durch die Teilung der Wettiner Lande im Jahr 1485 verlor das Kurfürstentum Sachsen den Zugriff auf die Universität Leipzig, was den Bedarf nach einer eigenen Hochschule für den Landesherrn erst akut machte.

Warum erfolgte die Privilegierung durch den König vor der Bestätigung durch den Papst?

Dies war eine bewusste Entscheidung des Kurfürsten, der damit die weltliche Macht unterstrich und eine gewisse Autonomie gegenüber der kirchlichen Instanz demonstrierte.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Universität Wittenberg. Gründungsphase und bauliche Ausstattung
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Fachbereich Geschichte - Fachgebiet Neuere und Neueste Geschichte)
Veranstaltung
Studenten und Universitäten zu Beginn der Neuzeit
Note
1
Autor
Kathrin Ellwardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1990
Seiten
26
Katalognummer
V313277
ISBN (eBook)
9783668124257
ISBN (Buch)
9783668124264
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wittenberg Universitätsgeschichte Leucorea Friedrich der Weise Luther Melanchthon Kursachsen Universitätsgründung Schloss Wittenberg Reformationszeit Schlosskirche Wittenberg Lutherhaus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kathrin Ellwardt (Autor:in), 1990, Die Universität Wittenberg. Gründungsphase und bauliche Ausstattung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313277
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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