Kybernetik und Kulturkritik. Zu Friedrich Jünger und Arnold Gehlen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
31 Seiten, Note: 5

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Eine (sehr!) kurze Geschichte der Kybernetik

3. Die wichtigsten Zweige der Kybernetik
3.1 Biologische, medizinische und biomedizinische Kybernetik
3.1.1 Biologische Kybernetik
3.1.2 Medizinische Kybernetik
3.2 Kybernetik zweiter Ordnung
3.3 Soziokybernetik
3.4 Weitere kybernetische Anwendungsgebiete
3.5 Das Verhältnis von Geistes- und Naturwissenschaften (Zwischenbilanz)

4. Im Strudel der Kybernetik
4.1 Friedrich Ernst Jünger: Die Perfektion der Technik
4.2 Arnold Gehlen: Die Seele im technischen Zeitalter

5. Schlussbemerkungen

6. Bibliographische Angaben
6.1 Verwendete Literatur
6.2 Weiterführende Literatur
6.3. Kybernetik im Internet(z)
6.3.1 Organisationen für Kybernetik-Forschung
6.3.2 Europäische Institute für Kybernetik-Forschung
6.3.3 Wissenschaftliche Magazine zur Kybernetik
6.3.4 Internetauftritte prominenter Wissenschaftler
6.4 Kybernetik in (SiFi-)Literatur

Der Mensch als dynamisches, selbstregulierendes und selbstorganisierendes System kann nur existieren und sich weiterentwickeln, weil er erkennt.

- Georg Klaus[1]

1. Einleitung

Im Frühlingssemester 2009 an der Universität Bern lautete das Thema eines Seminars ,,Denkformen der Kulturkritik – 17.-20. Jahrhundert”. Der Inhalt des Seminars wurde als Teil des Komparatistik-Programms der Universität konzipiert und angeboten. Auf den genauen Inhalt des Seminars einzugehen wäre an dieser Stelle nicht angebracht, da in dieser Arbeit nicht eine Zusammenfassung dieses Kurses reproduziert werden soll. Vielmehr soll das Augenmerk auf den Beginn des 20. Jahrhundert und darauf gelegt werden, was unter dem Namen „Kybernteik“ bekannt werden und einen grossen Aufschwung erleben sollte.

Bestandteil des Seminars war es, wie dessen Titel bereits verraten mag, die unterschiedlichen Epochen unter kulturkritischen Aspekten zu betrachten, so auch die Moderne. Dabei war es wichtig, bestehende politische, künstlerische und kulturelle Systeme und Vorstellungen zu identifizieren, um zu sehen, wie die Menschen der jeweiligen Epoche nicht nur ihre nahe Vergangenheit sahen und Verarbeiteten, sondern besonders auch, wie daraus – als Ergebnis der Kritik am alten System - neue Systeme entstanden. Durch die Lektüre von Friedrich Ernst Jünger[2] und Arnold Gehlen[3] befanden wir uns in der Zeit des 20. Jahrhunderts. So kamen wir unweigerlich and Norbert Wiener[4] vorbei, der gemeinhin als Begründer der Kybernetik betrachtet wird. In diesem Zusammenhang beschäftigten wir uns auch damit, wie die Kybernetik Einzug in die Literatur[5] des 20. Jahrhunderts gehalten, und so der Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten hat.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, auf welchen Grundlagen es überhaupt zur Ausbildung des Wissenschaftszweiges der Kybernetik gekommen war. Ausserdem soll im gleichen Rahmen ein Überblick über die verschiedenen (Teil-) Disziplinen der Kybernetik geschaffen werden. Es sei an dieser Stelle vermerkt, dass dies jeweils aus zwei Gründen geschieht. Zum einen soll diese Übersicht einen – wenigstens kleinen - Einblick in das vielfälltige Programm der Kybernetik bieten und zeigen, dass wir fast täglich mit der Kybernetik zu tun haben, ohne dabei diesem Begriff je bewusst begegnet zu sein. Zweitens möchte ich darauf verweisen, dass immer, wenn über eine spezielle Disziplin der Kybernetik gesprochen wird, eine Brücke zur Kulturkritik (im Sinne Ernst Jüngers und Arnold Gehlens) geschaffen werden kann. Dies wird im Verlauf dieser Arbeit nicht immer explizit geschehen, da einige Implikationen der Interpretationskraft des Lesers überlassen werden sollen. Es wird sich von alleine zeigen – so hoffe ich zumindest -, weshalb die Kybernetik für einen Aufbaukurs zur Kulturkritik von Interesse war, bzw. sein musste.

Nach diesem knappen Überblick über die Kybernetik und ihr Erbe, werde ich auf die Relevanz der Texte Friedrich Jüngers und Arnold Gehlens bezüglich einer Kulturkritik zu sprechen kommen. Dazu werde ich die Hauptpunkte der Texte kurz umreissen, um dann zu versuchen, einen allgemeine Bogen zur Relevanz der Geschichte der Kybernetik zu schlagen.

Am Ende einer Arbeit wie dieser finden sich üblicherweise ‚lediglich’ bibliographische Angaben zu den verwendeten Werken, oder zumindest zu jenen Werken, die das Schreiben der Arbeit ausgelöst oder inspiriert haben. Ich habe, wie auch immer, eine etwas längere Liste zu weiterführenden Literatur betreffend aller Gebiete der Kybernetik angefügt, die in dieser Arbeit gestreift werden. Diese ausgedehnte Liste soll dem interessierten Leser eine Hilfe für eigene Nachforschungen bieten. Zum gleichen Zweck habe ich eine kleine Sammlung angefügt, welche auf interessante Internetseiten zum Thema verweist. Zu guter letzt findet sich auch eine kleine Auswahl an Science-Fiction-Literatur.

2. Eine (sehr!) kurze Geschichte der Kybernetik

Wie das Eingangszitat zu dieser Arbeit nahe legen mag, bewegt sich die Kybernetik in einem Feld fort, dass in der Tradition der Wissensaneignung anzusiedeln ist. Es wird also zu erwarten sein, dass die Kybernetik als Wissenschaft der Verbindung variierender Systeme der Wissensaneignung auftrat. Desweiteren wird nahe gelegt, dass Wissen mit dem Erkennen von Tatsachen und Zusammenhängen zwischen ihnen zu tun hat. Diese Fähigkeit des Erkennens wiederum ist – wenigstens in ihren Ursprüngen – eine dem Menschen innewohnende. Das Wissen, das der Mensch durch diese Erkennungsprozesse über die Jahrhunderte, ja Jahrtausende, gesammelt und sich angeeignet hat, wurde mehr und mehr dazu verwendet, die tägliche Arbeit durch technische Hilfsmittel zu vereinfachen, später (bis zu einem gewissen Grad des Machbaren) sogar zu automatisieren. Dazu hat die Kybernetik Wesentliches beigetragen. Ursprünglich wird die Kybernetik von ihrem Begründer Norbert Wiener[6] aber als die Wissenschaft der Kommunikation und Kontrolle (Regelung) von lebenden Organismen und Maschinen definiert und wird manchmal auch als die Kunst des Steuerns[7] bezeichnet und wurde ursprünglich zur Steuerung und Kontrolle von Raketensystemen entwickelt. Die Kybernetik fragt nicht, was ein bestimmtes Etwas ist, sondern was dieses Etwas tut. In dieser Hinsicht untersucht die Kybernetik also Verhaltensweisen (von Systemen), ursprünglich im technisch-mathematischen und physikalischen Forschungsbereich:

Kybernetik war ursprünglich in mancher Hinsicht eng mit Physik verknüpft, ist aber in keiner Hinsicht abhängig von deren Eigenschaften und Gesetzen. Kybernetik untersucht alle Formen des Verhaltens, die in irgendeiner Weise organisiert, determiniert oder reproduzierbar sind. Die Art der Materie ist hierfür irrelevant, ebenso wie die Einhaltung von Gesetzen der Physik.[8]

Einen grundlegenden Forschungsschwerpunkt der Kybernetik bildet das Untersuchen von Konzepten zur Steuerung und Regulation von Systemen, unabhängig von ihrer Herkunft und unabhängig von ihrer Art. Dadurch entsteht ein sehr breites Forschungsfeld, das es ermöglicht, so unterschiedliche Bereiche wie Maschinen, Menschen und/oder Organisationen einschliesslich ihrer (ähnlichen) Funktionsweisen als solche und auch miteinander zu vergleichen. In den Jahren von ungefähr 1940 an, wurde die Kybernetik von Wissenschaftlern unterschiedlichster Disziplinen (weiter)entwickelt. Bis in die heutige Zeit ist die Kybernetik von grösster Wichtigkeit für die Entwicklung immer neuer technischer Errungenschaften, wie z.B. das junge Gebiet der Nanotechnologie zeigt, welches ein aus der Physik und der Chemie stammendes Anwendungsgebiet ist, das sich technisch gesehen in den kleinsten ,Grössen’ bewegt[9]. Der Begriff ,Nanotechnologie’ beruht auf der gemeinsamen Grössenordnung des Einzelatoms bis zu einer Strukturgröße von 100 Nanometern (nm), auf die sich alle beteiligten Nano-Forschungsgebite beziehen, bzw. beschränken. Literarisch findet sich diese junge Technologie in der Science-Fiction-Literatur[10] (SiFi) wieder, welche die technischen Errungenschaften mit mannigaltiger Kreativität miteinander verbindet und Formen davon generiert, die unserer Zeit weit voraus, aber – ganz dem Prinzip der Kybernetik entsprechend – durchaus denkbar sind, gewisse Einschränkungen vorausgesetzt[11].

Norbert Wieners Protobeispiel für das Gebiet der Kybernetik bildet bei ihm das sogenannte Rückkoppelungssysytem, auch ‚informative Rückkoppelung’[12] genannt. Ein typisches Rückkoppelungsystem ist, z. B., eine durch einen Thermostat geregelte Heizung. Der Thermostat vergleicht den Istwert eines Thermometers mit einem Sollwert, der als gewünschte Temperatur eingestellt wird. Eine Diskrepanz zwischen diesen beiden Werten veranlasst den Regler im Thermostaten dazu, die Heizung zu regulieren, nämlich so, dass der Ist-Wert den Soll-Wert anstrebt. Nach diesem Mechanismus modelliert die Kybernetik die Regelung der Körpertemperatur eines lebenden Organismus, ebenso wie, z. B., das Funktionieren der internen Strukturen eines marktwirtschaftlichen Betriebes. Hierbei sei erwähnt, dass sich die Kybernetik, oft wie ihre Ursprungsdiziplin Physik, mit idealen Grössen befasst und dadurch nicht selten mit Kritik konfrontiert wird. W. R. Ashby sieht dieser Kritik jedoch gelassen entgegen:

Kybernetik fühlt sich also von der Kritik, manche Maschinen, mit denen sie sich befasse, seien in unserer Realität gar nicht vorhanden, gar nicht betroffen. [...] Erst nachdem die Forschung einen adäquaten Überblick über die möglichen Relationen zwischen Maschine und Maschine gewonnen hat, geht sie dazu über, einen kleinen Teil ihrer Bemühungen der Frage zu widmen, welche Formen in der Realität auffindbar sind.[13]

Ein Vorläufer der Kybernetik ist die von James Clerk Maxwell[14] 1868 entwickelte Regelungstheorie. In seiner Schrift On Governors[15] stellt er einen Regler in einer Danmpfmaschine vor, der die Steuerungsvorgänge in der Maschine regelt:

Most governors depend on the centrifugal force of a piece connected with a shaft of the machine. When the velocity increases, this force increases, and either increases the pressure of the piece against a surface or moves the piece, and so acts on a break or a valve[16].

Im weiteren Verlauf seiner Schrift geht Maxwell genauer auf die Funktionsweisen dreier Arten von Reglern ein, was hier aber nicht zum Thema erhoben werden soll, da sich Maxwells Beschreibungen – für die Kybernetik atypisch – lediglich auf ein spezifisches Anwendungsgebiet beziehen, das der mechanischen Technik.

1940 legte Norbert Wiener, wie bereits weiter oben erwähnt, den Grundstein für das Gebiet der Kybernetik[17]. Wiener stellte fest, dass es im Bereich der Wissenschaften Grenzgebiete (,,no man’s land”) gibt, für die sich aber scheinbar niemand zu interessieren schien. Diese Grenzgebiete würden ein ungeahntes Potential bergen, wenn man nur richtig vorzugehen wisse:

Es sind die Grenzgebiete der Wissenschaft, die dem qualifizierten Forscher die reichsten Gelegenheiten bieten. Sie sind aber gleichzeitig die widerspenstigsten gegen die eingefahrenen Techniken der Breitenarbeit und der Arbeitsteilung. Wenn die Schwierigkeiten eines physiologischen Problems im Wesentlichen mathematisch ist, werden zehn Physiologen, die sich nicht mit der Mathematik auskennen, genauso weit kommen wie ein Physiologe, der sich nicht in Mathematik auskennt, und nicht weiter. Wenn ein Physiologe, der mathematische Arbeitsweisen nicht kennt, mit einem Mathematiker zusammenarbeitet, der nichts von Physiologie versteht, kann der eine sein Problem nicht in Ausdrücke bringen, mit denen der andere arbeiten kann, und der zweite wird nicht in der Lage sein, die Antworten in eine Form zu bringen, die der andere verstehen kann.[18]

Wiener will also darauf hinaus, die ,,weissen Felder auf der Karte der Wissenschaften”[19] durch Teamarbeit zu erschliessen. Dieses Unternehmen gelingt aber nur, wenn jeder Wissenschaftler eines Teams, das zusammen an einem Problem arbeitet, das sich als weisses Feld entpuppt hat, zum einen ein Spezialist auf seinem eigenen Gebiet ist, zum anderen aber auch über grosses Feingefühl für die Disziplin seines Kollegen besitzt.

Dr. Rosenbluth hat immer die Meinung vertreten, dass eine entsprechende Erforschung dieser weissen Felder auf der Karte der Wissenschaften nur von einem Team von Wissenschaftlern gemacht werden kann, bei dem zwar jeder Spezialist auf seinem Gebiet ist, aber auch jeder einen vortrefflichen Spürsinn besitzt und Übung im Umgang mir den den Gebieten seines Nachbarn besitzt.[20]

Dieser „komparatistische“[21], disziplinenübergreifende Ansatz ist es, der meist als der Ursprung der Kybernetik angesehen wird.

Ein mit der Kybernetik eng verwandtes Feld ist der Konnektionismus[22], welcher von Warren S. McCulloch und W. Pitts[23] stammt und um 1943-45 entwickelt wurde. Neben diesen beiden Feldern wird oft auch die sogenannte Nachrichtentheorie als grundlegendes Moment der Kybernetik genannt. Sie wurde ebenfalls um 1945 entwickelt und stammt von C. E. Shannon[24].

Die Kybernetik findet, wie bereits angedeutet, in vielen Bereichen eine Anwendung. Vom methodologischen Standpunkt aus betrachtet, begründet sich die Kybernetik durch ihren inter- und transdisziplinären Wissenschaftsansatz. Sie schafft es, eine sinnvolle Beziehung zwischen den, und Verwendung der Methoden der Teilwissenschaften herzustellen. Die Zweige der Kybernetik entstanden u.a. im Zuge der berühmten Macy Conferences[25], und haben bis heute nicht aufgehört, sich immer weiter zu entwickeln. Anwendungen finden sich z. B. in der modernen Bioinformatik, oder in der Computerlinguistik, um nur zwei weitere Beispiele zu nennen. Im Folgenden sollen einige dieser Bereiche in chronologischer Ordnung ihrer Entwicklung aufgelistet werden, um ein Gefühl für das hohe Tempo zu erwecken, mit dem diese neuen Zweige der Wissenschaft hervorgeschossen sind. Die nachfolgend genannten Punkte sind (u. a.) die Themen der Macy Conferences von 1946 bis 1953, bzw. solche, die sich als Folge dieser Konferenzen entwickelt haben:

1950: Steuerungs- und Regelungstechnik[26]

1950: Computerarchitektur und Informatik[27]

1956: Künstliche Intelligenz[28]

1959: Mentale Forschung[29]

1959: Management-Kybernetik[30]

1960: System Dynamics[31]

1970: Kybernetik 2. Ordnung[32]

1973: Autopoiesis[33]

1976: Radikaler Konstruktivismus[34]

1980: Soziokybernetik[35]

1980: Biokybernetik[36]

In den 1940er Jahren entstanden also, wie bereits erwähnt, die Wurzeln der Wissenschaft Kybernetik als Gemeinsamkeiten und Schnittstellen verschiedener Einzeldisziplinen, die Themen wie menschliches Verhalten, Nachrichtenübertragung, Regelung, Entscheidungs- und Spieltheorie, etc. betrachteten. Ein Katalysator dieser Entwicklung waren die Macy Conferences[37] mit dem Thema „Circular causal, and feedback mechanisms in biological and social systems“, die von 1946 bis 1953 stattfanden. Norbert Wiener hat den Begriff ‚Kybernetik’ schließlich im Sommer 1947 von dem griechischen kybernétes (= ,Steuermann’) abgeleitet und damit den ersten bedeutenden Artikel über einen Rückkoppelungsmechanismus von James Clerk Maxwell (On Governors, 1867/68) geehrt; dort wird ein Fliehkraftregler beschrieben, der im Englischen als ‚governor‘ bezeichnet wird. Das Wort ‚governor‘ leitet sich aus dem lateinischen ‚gubernator‘ ab, einer Übersetzung des griechischen Wortes ,kybernétes’. Die Bezeichnung „cybernetics“ wurde dann wohl als Titel und Leitmotiv für die Macy Conferences übernommen.

[...]


[1] Klaus, Georg: Kybernetik und Erkenntnistheorie. Berlin: DVW, 1972, S. 2.

[2] Jünger, Friedrich Ernst: Die Perfektion der Technik. Frankfurt/Main, 2. Auflage 1949.

[3] Gehlen, Arnold: Die Seele im technischen Zeitalter und die Kybernetik. Sozialpsychologische Probleme in der industriellen Gesellschaft. Frankfurt/Main 2007, S. 5-77. (=Arnold Gehlen: Gesamtausgabe, Bd. 6, hrsg. Von Karl-Siegebert Rehberg)

[4] Wiener, Norbert: Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine. Second Edition, Cambridge (Massachutts) [1948] 1961.

[5] Siehe z. B.: Frisch, Max; Homo faber. Ein Bericht. Text und Kommentar, Frankfurt/Main., [1957] 1998.

[6] Wiener, Norbert: Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine. Massachusetts: Massachusetts Institute of Technology, 1948.

[7] von altgr. κυβερνήτης (kybernétes) = Steuermann

[8] Ashby, W. Ross: Einführung in die Kybernetik. Frankfurt/Main: Suhrkamp, [1956, 1964] 1974.

[9] Siehe auch Boeing, Niels: Nano?! – Die Technik des 21. Jahrhunderts. Berlin: Rowohlt, 2004.

[10] Einige Literaturhinweise finden sich am Schluss dieser Arbeit.

[11] Eine solche Einschränkung wäre zum Beispiel die Vorstellung, dass mit technischen Hilfsmitteln sogenannte Wurmlöcher im Weltall erzeugt werden können, welche es ermöglichen, eine Reise von tausenden von Lichtjahren in einer relativ kurzen Zeit hinter sich zu bringen und so in eine weit entfernte Galaxie zu gelangen. Eine künstlich generierte Verbindung zweier voneinander verschiedenen Sonnen systeme.

[12] Wiener, Norbert: Kybernerik. Regelung und Nachrichtenübertragung im Lebewesen und in der Maschine. Düsseldorf, Wien, New York, Moskau: ECON Verlag, 1992. S. 168.

[13] Ashby 1974: 17-18; Hervorhebung im Original.

[14] Maxwell, J. C.: On Governors. From the Proceedings of the Royal Society 100, 1868.

[15] governor := Regler

[16] Maxwell 1868: 1.

[17] Wiener, Norbert: Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine. New York: J. Wiley, 1948.

[18] Wiener 1948: 27.

[19] Ibidem.

[20] Ibidem.

[21] Meine Bezeichnung.

[22] Der Konnektionismus ist ein Problemlösungsansatz in der Kybernetik, der Linguistik und in der Forschung nach künstlicher Intelligenz. Der Konnektionismus versteht ein System als Wechselwirkung vieler vernetzter, einfacher Einheiten und analysiert deren Zusammenspiel. So wird mit Hilfe des Konnektionismus z. B. versucht, Arbeitsabläufe im Gehirn zu simulieren, darzustellen und zu erklären. Siehe z. B.: Schade, Ulrich: Konnektionismus. Zur Modellierung der Sprachproduktion. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1992; oder auch: Pospeschill, Markus: Konnektionismus und Kognition. Stuttgart: Kohlhammer, 2004.

[23] Warren S. McCulloch, Walter H. Pitts: A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity. In: Bulletin of Mathematical Biophysics 5 (1943), S. 115-133.

[24] Die Nachrichtentheorie untersucht Form und Funktion der Kommunikation und wird heute v. a. in den Kommunikationswissenschaften gelehrt. Ein zentraler Begriff in der Nachrichtentheorie ist das ,Kriterium der Aktualität’: ,,Es beschreibt eine Eigenschaft von Ereignissen, die diese [die Nachrichten] besitzen müssen um a) von Journalisten berichtet zu werden und b) das Interesse der Rezipienten zu treffen.” (Merten, Klaus: Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Berlin: LIT VERLAG Dr. W. Hopf, 2007, S. 153). Aktualität in diesem Sinne ist also gegeben, wenn ein neuer Informationsgehalt erreicht ist, welcher eine relevante Anzahl an Rezipienten anspricht. .

[25] Siehe auch: Pias, Klaus: Ybernetics – Kybernetik, Die Macy-Konferenzen 1946-1953. Zürich: diaphanes, 2003.

[26] Siehe z. B.: Sontag, E. D.: Mathematical Control Theory. London: Springer, 2. Auflage, 1998. Oder auch: Blondel, V. D. und J. N. Tsitsiklis: A Survey of Computational Complexity Results in Systems and Control. Automatica 36 (2000), S. 1249-1274.

[27] Neumann, John von: First Draft of a Report on the EDVAC. 1945. [Unveröffentlicht. Eine PDF-Datei des Textes ist unter folgendem Web-Link zugänglich: http://www.virtualtravelog.net/entries/2003/10/the_moore_school_lectures_and_the_british_lead_in_stored_program_computer_development_1946_1953.html (Stand: 17. 09. 2009, 16.00 Uhr)]

[28] J. McCarthy: McCarthy prägte den Begriff „artificial intelligence“ (1955) in einem Förderantrag an die Rockefeller Foundation. Die Dartmouth Conference im Sommer 1956 war die erste Konferenz, die sich dem Thema ,,künstliche Intelligenz” (KI) widmete. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz (Stand: 17. 09. 2009, 16.30 Uhr)

[29] G. Bateson: Durch die Arbeit in einer Gruppe, die unter dem Namen ,,Palo Alto Gruppe” bekannt ist, entstand seine ,Doppelbindungstheorie der Schizophrenie’. Siehe: Bateson, Gregory et al.: Towards Theory of Schizophrenia. Behavioral Science 1 (1956), S. 251-264.

[30] Beer, Stafford: Cybernetics and Management. 2. editierte Auflage. London, New York: John Wiley & Son Ltd: [1959] 1970. Zusammen mit Freudmund Malik hat Beer das Cwarel Isaf Institute gegründet (2000), das der Öffentlichkeit das Werk von Stafford Beer zugänglich macht. Das CIF ist online zugänglich: http://www.managementkybernetik.com/

[31] Jay Forrester entwickelte in den späten 1950er Jahren, zusammen mit Studenten des MIT, ein Projekt, das als sein Ziel eine computergenerierte System-Sprache hatte und unter dem Namen SIMPLE (Simulation of Industrial Management Problems with Lots of Equations) bekannt ist. Forresters erste Veröffentlichung zum Thema war ,,Industrial Dynamics”: Forrester, Jay W.: Industrial Dynamics. Portland, Oregon: Productivity Press, 1961.

[32] Siehe weiter unten.

[33] Autopoiesis [] (altgriech. αὐτός „selbst“ und ποιέω „schaffen, bauen“) ist der Prozess der Selbsterschaffung und -erhaltung eines Systems. Autopoiesis ist das charakteristische Organisationsmerkmal von Lebewesen oder lebenden Systemen. (Quelle: DUDEN. Das Fremdwörterbuch. Hg. von der Duden-Redaktion. Mannheim: Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, 2007, S. 111.) Siehe auch: Francisco J. Varela und Humberto R. Maturana: "Autopoiesis: The Organization of Living Systems, its Characterization and a Model", Biosystems 5 (1974), S. 187-196.

[34] Der Radikale Konstruktivismus stammt aus dem Gebiet der Erkenntnistheorie und bildet eine Theorie des Wissens, die sich deutlich von anderen Konstruktivismen unterscheidet. Die Kernaussage des Radikalen Konstruktivismus (und somit seiner Radikalität) besteht darin, dass nach ihm eine objective Übereinstimmung zwischen einem wahrgenommenen Bild und der Realität unmöglich sei. Jede Wahrnehmung eines Individuums ist grundsätzlich subjektiv. Im Feld der Kybernetik wurde der Radikale Konstruktivismus von Ernst von Glasersfeld entwickelt. Siehe: Glasersfeld, Ernst von: Wissen, Sprache und Wirklichkeit. Arbeiten zum radikalen Konstruktivismus. Braunschweig/Wiesbaden: Vieweg, 1987c.

[35] Die Soziokybernetik nimmt kybernetische Grundprinzipien zu Hilfe, um soziologische Probleme zu erklären. Siehe z. B.: Beer, Stafford: Cybernetics and Management. London: English Universities Press, 1959.

[36] Meist Biologische Kybernetik genannt. Die Biologische Kybernetik wendet kybernetische Prinzipien an, um lebende Organismen und Ökosysteme besser verstehen zu können. Siehe z. B.: Ashby, W. Ross: Einführung in die Kybernetik. Frankfurt/Main: Suhrkamp, [1956, 1964] 1974.

[37] Siehe z. B.: Pias, Claus: "Zeit der Kybernetik", in: ders. (Hg.): Kybernetik. The Macy conferences 1946-1953, Band II - Eassays und Dokumente, Berlin: Diaphanes, 2004.

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Details

Titel
Kybernetik und Kulturkritik. Zu Friedrich Jünger und Arnold Gehlen
Hochschule
Universität Bern  (Germanistik)
Veranstaltung
Denkformen der Kulturkritik – 17.-20. Jahrhundert
Note
5
Autor
Jahr
2009
Seiten
31
Katalognummer
V313298
ISBN (eBook)
9783668122840
ISBN (Buch)
9783668122857
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kybernetik, Komparatistik, Literatur des 20. Jahrhunderts, Friedrich Jünger, Arnold Gehlen, Geschichte der Kybernetik, Erkenntnistheorie, Seele, technisches Teitalter, industrielle Gesellschaft, Kommunikation, Norbert Wiener, Konnektionismus, Nachrichtentheorie
Arbeit zitieren
BA Philipp Brunner (Autor), 2009, Kybernetik und Kulturkritik. Zu Friedrich Jünger und Arnold Gehlen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313298

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