Das Prinzip der Beziehungsstruktur in der Erzieherausbildung


Hausarbeit, 2015

12 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

Hauptteil
1. Die Notwendigkeit der Sozialdidaktik
2. Die Bedeutsamkeit des „Beziehungsstrukturprinzips“
3. Gestaltung einer Beziehungsstruktur

Ausblick

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die folgende Hausarbeit thematisiert den Begriff des Beziehungsstrukturprinzips, welcher mit der Sozialdidaktik in Verbindung steht. Es wird untersucht und erörtert ob, und inwiefern, dieses Prinzip eine Notwendigkeit für die soziale Arbeit von Pädagogen darstellt.

Zunächst wird dafür untersucht, was eine Sozialdidaktik ausmacht und warum diese entstanden ist. Da das Beziehungsstrukturprinzip Teil der sozialpädagogischen Didaktik ist, muss zunächst überprüft werden, ob für ebendiese Didaktik eine Notwendigkeit besteht. Ist die Sozialdidaktik nur von geringer Bedeutung für die Sozialpädagogik, so kann das Beziehungsstrukturprinzip kaum von hoher Bedeutsamkeit sein. Wird aber festgestellt, dass eine solche Didaktik von hoher Wichtigkeit ist oder zumindest erleichternde und positive Wirkung nach sich ziehen kann, so wird anschließend geprüft, wie diese Erkenntnisse auf das Beziehungsstrukturprinzip zu übertragen sind.

Nach einer grundlegenden Aufarbeitung der Sozialdidaktik, und der Klärung der Notwendigkeit dieser, wird erörtert, ob daraus auch auf eine Notwendigkeit einer Beziehungsstruktur zu schließen ist. Ausgehend von der Annahme, dass ein solches Prinzip in der Sozialpädagogik positive Konsequenzen nach sich zieht, ist schließlich von Interesse, wie eine Beziehungsstruktur zu gestalten ist, wenn sie wichtig für die sozialpädagogische Arbeit ist. Gerade in der Sozialpädagogik gibt es zu nahezu jedem Aspekt verschiedene Ansätze und Strategien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Grundlage der verschiedenen Ansätze sind meist unterschiedliche Vorstellungen, die die Pädagogen von der Welt und der Kinder, die sie erziehen und bilden sollen, haben. Da die vielen Kindheitsbilder die Ausmaße dieser Hausarbeit sprengen würden, wird sich hier auf das Bild von Kindern als CoKonstrukteure ihrer Umwelt beschränkt, welches im Folgenden genauer erläutert wird. Um die Ausführungen zu konkretisieren, wird sich im Folgenden beispielhaft an der Erzieherausbildung orientiert.

Hauptteil

1. Die Notwendigkeit der Sozialdidaktik

Während in andern Bereichen der Bildung nahezu jeder Fachrichtung und einzelnen Unterrichtsfächern eine eigene Didaktik zugesprochen wurde, war lange Zeit für die Fachrichtung der Sozialpädagogik keine eigene Fachdidaktik vorgesehen. Vielmehr wurde sich in diesem Bereich an anderen Didaktiken orientiert, somit ähnlich gehandelt, wie es in anderen Fächern vorgesehen war1. Schließlich wurde jedoch die Problematik erkannt, dass die Sozialdidaktik differenziert werden müsse, da sie einen breiteren und vor allem anderen Handlungsbereich einschließt, als andere Fachrichtungen und Unterrichtsfächer. Gleichzeitig müssten Lehrkräfte aus diesem Bereich auf gleiche Vorgaben zurückgreifen können, um eine qualitativ hochwertige Bildung garantieren zu können. Lehrkräfte, die sich auf andere Didaktiken beziehen, beziehen sich dabei höchstwahrscheinlich auf unterschiedlichste Angaben, somit ist der Unterricht, wenngleich dasselbe Fach thematisiert wird, unterschiedlich ausgerichtet, was schließlich, bezüglich der Vielfalt an Ausbildungsstätten der Sozialpädagogik, zu Problemen führt. Würde aber eine eigene Didaktik eingeführt werden, so wäre das Wissen und Handeln aller Lehrkräfte angeglichen.

Dementsprechend käme es auch zu keinen Differenzen, wenn Lehrkräfte dieser Fachrichtung aufeinanderstoßen.

„[…] die inhaltlichen und formalen Unterschiede bei den Lehrkräften dieser Fachrichtung [bedürfen] wegen der arbeitsinhaltlichen, finanziellen und laufbahnrechtlichen Konsequenzen, aber auch wegen der Folgen für die Qualität der Ausbildung der Absolventen dieser Ausbildungsstätten selbst, der Angleichung.“2

Nach Krüger und Dittrich wird für die Fachrichtung der Sozialpädagogik eine Didaktik benötigt, welche einen Berufsfeldbezug, Theoriebezug und auch Vermittlungspraxis umfasst. Es geht dabei nicht nur darum, formale Rahmenbedingungen festzulegen, sondern das inhaltlich-didaktische dieser Fachrichtung zu betrachten und dort Angleichungen zu schaffen, sodass jede Lehrkraft auf dieselben Vorgaben zurückgreifen kann und somit auch zwischen den verschiedenen Bundesländern dieselbe Bildung mit denselben Inhalten stattfindet.3

Neben dieser Angleichung ist ebenso wichtig, dass sich die Sozialdidaktik4 „von den […] Didaktiken anderer beruflicher Fachrichtungen unterscheidet.“5, da einerseits andernfalls der Berufsfeldbezug nicht gegeben wäre und andererseits durch die Arbeit an individuellen Subjekten eine differenzierte Arbeit zu anderen Berufsfeldern erforderlich ist. „Das berufliche Handeln in sozialpädagogischen Berufen […] zielt auf den erzieherischen Umgang mit einzelnen Subjekten.“6

„Erziehung ist […] als subjektives Sich-Einlassen unter vorgegebenen Rahmenbedingungen auf jeweils unterschiedliche Gegenüber, die als Personen mit ihren Eigenarten den jeweiligen Erziehungsprozess mit beeinflussen, [zu realisieren].“7

Krüger und Dittrich betonen hier wie wichtig und notwendig es ist, zu erkennen, dass in der Sozialpädagogik mit unterschiedlichen Personen mit individuellen Eigenarten und Erfahrungen gearbeitet wird. Da diese Subjekte Dinge folglich unterschiedlich wahrnehmen und bewerten, kann niemals derselbe Arbeitsschritt durchgeführt und dabei dieselben Folgen erwartet werden können. Ebenso ist die Arbeit mit Individuen anders zu bewerten als mit Gegenständen, weswegen die Sozialpädagogik zwingend eine Didaktik benötigt, die differenziert zu technischen Didaktiken steht.

Die Sozialdidaktik sollte gewährleisten, dass die Lehrkräfte oder Erzieher unter gewissen Vorgaben in der Lage sind eigene Entscheidungen treffen zu können, und dabei möglichst theoretisches Wissen und praktische Erfahrungen für eine annehmbare Lösung zu vereinen. Dabei kann kein endgültiger Handlungsweg oder eine Theorie beschrieben werden, die allenfalls anwendbar ist, was im sozialpädagogischen Berufsfeld zu einer Problematik werden kann.

[...]


1 Vgl. Habel/Karsten (1986): 313

2 Krüger/Dittrich (1986): 325

3 Vgl. Krüger/Dittrich (1986): 326

4 Begriff geprägt von Krüger und Dittrich (1986), „um Eigenständigkeit dieser Didaktik zu unterstreichen“ (S. 327)

5 Krüger/Dittrich (1986): 327

6 Krüger/Dittrich (1986): 327

7 Krüger/Dittrich (1986): 328

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Details

Titel
Das Prinzip der Beziehungsstruktur in der Erzieherausbildung
Hochschule
Universität Lüneburg
Autor
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V313355
ISBN (eBook)
9783668120082
ISBN (Buch)
9783668120099
Dateigröße
689 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prinzip, beziehungsstruktur, erzieherausbildung
Arbeit zitieren
Luisa Wittenbrink (Autor), 2015, Das Prinzip der Beziehungsstruktur in der Erzieherausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313355

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