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Psychogeographie. Eine Intervention für den Handlungsraum Schule

Title: Psychogeographie. Eine Intervention für den Handlungsraum Schule

Bachelor Thesis , 2014 , 51 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Wiebke Fangmann (Author)

Pedagogy - Art education
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Wir bereisen die Welt, erkunden Städte und Landschaften, sehen und nehmen wahr. Alles ganz spontan und zufällig - oder? Warum biegen wir an einer Gabelung oder Kreuzung in einer unbekannten Stadt rechts oder links ab, warum nicht die andere Richtung? Ist das wirklich "einfach so" entschieden? Oder gibt es Faktoren, die uns beeinflussen, ganz unterbewusst?

Architektur, angebrachte Werbungen, Lichter, .. Alles hat Einfluss auf uns und auf unsere Richtungs- und Erkundungswahl. Die Psychogeographie beschreibt dieses Phänomen und erklärt anschaulich, was und wie beeinflusst. In dieser Arbeit wird dieser Begriff vorgestellt, mitsamt dessen Methoden und geschichtlichem Hintergrund. Und: einem Versuch, diese Methoden in den Raum Schule zu transferieren. Ob das möglich ist - lest es nach.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Motivation und Einbettung in meinen Studienverlauf

1.2 Struktur der Arbeit

2. Hauptteil

2.1 Situativer Urbanismus und die Psychogeographie

2.1.1 Die Situationistische Internationale

2.1.2 Die Psychogeographie

2.1.3 The Naked City

2.1.4 The New Babylon

2.2 Kunst im öffentlichen Raum und in der Stadtlandschaft

2.2.1 Definition

2.2.2 „Raum, Zeit und Architektur“

2.2.3 Gelebter Raum Stadtlandschaft früher und heute

2.2.4 Soziale Plastik

2.3 Urban Interventions

2.3.1 Definition

2.3.2 Überblick über die Kategorien

2.3.3 „Wenn aus Models Monster werden“

2.4 Cultural Hacking

2.4.1 Definition

2.4.2 Irritation im öffentlichen Raum

2.4.3 Kunst des Handelns

2.5 Promenadologie: Stadtspaziergänge

2.5.1 Die Idee

2.5.2 „Büro für Städtereisen“

2.5.3 Beispiele aus dem Unterricht

3. Schlussteil

3.1 Fazit

3.1.1. Ist Psychogeographie Teil der Kunst?

3.1.2 Sollte die Psychogeographie Einzug in den Unterricht erhalten?

3.1.3 Unterrichtsentwurf

3.2 Reflexion

3.2.1 Aufbau und Auswahl der Unterthemen

3.2.2 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Themengebiet der Urban Interventions und insbesondere der Psychogeographie theoretisch aufzuarbeiten, um zu prüfen, inwieweit diese Ansätze als künstlerische Methode in den Kunstunterricht der Sekundarstufe integriert werden können, um Schülern einen neuen, aktiven Zugang zum öffentlichen Raum zu ermöglichen.

  • Theoretische Grundlagen des Situativen Urbanismus und der Psychogeographie
  • Analyse von Kunst im öffentlichen Raum und Stadtlandschaften
  • Methodik der Urban Interventions und des Cultural Hacking
  • Die Promenadologie als didaktisches Werkzeug für den Unterricht
  • Praktische Implementierung in schulische Lernkontexte

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die Situationistische Internationale

Den Hauptteil werde ich mit dem Situativen Urbanismus und der Psychogeographie beginnen. Das hat den Hintergrund, dass die Arbeit immer wieder darauf zurückgeführt werden soll und aufgrund dessen die wichtigsten Informationen dazu von Beginn an bekannt sein sollten.

Der Beginn des Situativen Urbanismus lässt sich auf das Jahr 1946 datieren. Einige Jugendliche, unter ihnen der Rumäne Isodore Isou, gründeten die Lettristische Bewegung. Schlechtes Benehmen und Rebellion sowie ihre schmutzigen Uniformen waren Ausdruck ihrer Unzufriedenheit. Aus dieser eher sporadisch organisierten Jugendfront bildeten sich zwei Lager. Eines um Isou, dessen Anhänger sich mit Kunst und Ästhetik beschäftigten. Die andere Seite hatte sich die “Anti-Kunst” und die kulturelle Sabotage zum Ziel gesetzt. 1952, nachdem der neunzehnjährige Guy Debord sich der zweiten Strömung der geteilten Gruppe anschloss, kam es durch eine Störaktion von Isou und seinen Anhängern zum endgültigen Bruch der gegensätzlichen Lager. Die um Debord gefestigte Gruppe trug nun den Namen Lettrische Internationale.

1957 entstand dann aus dieser die bis heute unter dem Namen Situationistische Internationale (kurz: SI) bekannte Gruppe, bei welcher Debord als Mitbegründer ausgeschrieben wird. Diese politisch links orientierte Gruppe bildete die Schnittstelle zwischen Kunst und Politik, Architektur und Wirklichkeit. Dessen Mitglieder, mit der Zeit hauptsächlich Künstler und Intellektuelle, wurden in den sechziger Jahren aktiv. Ihre Ziele waren relativ überschaubar. Die Situationisten wollten die bestehenden gesellschaftlichen Strukturen auflösen und durch spontane Aktionen und experimentelle Strategien Einfluss auf die Gesellschaft nehmen.

Sie “ersuchten die größtmögliche emanzipatorische Erneuerung der Gesellschaft.” Vor allem die herrschende Architektur des kapitalistischen Urbanismus war ihnen zuwider gewesen. Die SI veröffentlichte zudem eine Revue, die International Situationniste. In dieser publizierten sie auf ernste und zugleich witzige bis selbstironische Weise ihre Gedanken. Das Gründungsmanifest beinhaltet viele verschiedene Aspekte von vielen Situationisten und zeigt auf, warum die Abneigung zu den gesellschaftlichen Verhältnissen so gewachsen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation und Struktur der Arbeit, die sich auf das Themenfeld der Urban Interventions konzentriert.

2. Hauptteil: Detaillierte theoretische Erarbeitung von Psychogeographie, Kunst im öffentlichen Raum, Urban Interventions, Cultural Hacking und Promenadologie sowie deren praktische Anwendung im Unterricht.

3. Schlussteil: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage sowie eine methodische Reflexion und Empfehlung für die Umsetzung im Schulalltag.

Schlüsselwörter

Psychogeographie, Urban Interventions, Situativer Urbanismus, Situationistische Internationale, Kunst im öffentlichen Raum, Cultural Hacking, Promenadologie, Stadtspaziergang, Soziale Plastik, Kunstunterricht, Raumtheorie, Dérive, Stadtlandschaft, Intervention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum und deren Potenzial für den Kunstunterricht an Schulen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit thematisiert schwerpunktmäßig Psychogeographie, Urban Interventions, Cultural Hacking und die Lehre der Promenadologie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu eruieren, ob Konzepte wie das bewusste Spazierengehen oder künstlerische Eingriffe in den Stadtraum geeignet sind, um Schülern ein neues Verständnis für ihren Handlungsraum zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin stützt sich auf eine literaturbasierte Analyse und den Transfer theoretischer Konzepte in praktische Unterrichtsentwürfe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Situationistischen Internationale, Raumtheorien, Definitionen von Urban Interventions und praktische Beispiele wie das „Büro für Städtereisen“ oder konkrete Schulprojekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Psychogeographie, Urban Interventions, Soziale Plastik, Kunstunterricht und Raumtheorie.

Wie definiert die Autorin den Begriff des „Raumes“?

Unter Rückgriff auf Michel de Certeau wird Raum als ein durch menschliches Handeln und Bewegung ständig neu geschaffenes Resultat definiert, im Gegensatz zum statischen „Ort“.

Warum hält die Autorin die Psychogeographie für den Unterricht relevant?

Sie argumentiert, dass der öffentliche Raum als Ort der Interaktion Jugendliche motiviert, aktiv an ihrer Umwelt zu partizipieren und provokative gesellschaftliche Fragestellungen künstlerisch zu bearbeiten.

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Details

Title
Psychogeographie. Eine Intervention für den Handlungsraum Schule
College
University of Cologne
Grade
1,3
Author
Wiebke Fangmann (Author)
Publication Year
2014
Pages
51
Catalog Number
V313418
ISBN (eBook)
9783668122123
ISBN (Book)
9783668122130
Language
German
Tags
Psychogeographie Derive Umherschweifen Mapping Urban Intervention Situationistische Internationale The Naked City Cultural Hacking Stadtspaziergang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wiebke Fangmann (Author), 2014, Psychogeographie. Eine Intervention für den Handlungsraum Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313418
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