Wir bereisen die Welt, erkunden Städte und Landschaften, sehen und nehmen wahr. Alles ganz spontan und zufällig - oder? Warum biegen wir an einer Gabelung oder Kreuzung in einer unbekannten Stadt rechts oder links ab, warum nicht die andere Richtung? Ist das wirklich "einfach so" entschieden? Oder gibt es Faktoren, die uns beeinflussen, ganz unterbewusst?
Architektur, angebrachte Werbungen, Lichter, .. Alles hat Einfluss auf uns und auf unsere Richtungs- und Erkundungswahl. Die Psychogeographie beschreibt dieses Phänomen und erklärt anschaulich, was und wie beeinflusst. In dieser Arbeit wird dieser Begriff vorgestellt, mitsamt dessen Methoden und geschichtlichem Hintergrund. Und: einem Versuch, diese Methoden in den Raum Schule zu transferieren. Ob das möglich ist - lest es nach.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- 1. Einleitung
- 1.1 Motivation und Einbettung in meinen Studienverlauf
- 1.2 Struktur der Arbeit
- 2. Hauptteil
- 2.1 Situativer Urbanismus und die Psychogeographie
- 2.1.1 Die Situationistische Internationale
- 2.1.2 Die Psychogeographie
- 2.1.3 The Naked City
- 2.1.4 The New Babylon
- 2.2 Kunst im öffentlichen Raum und in der Stadtlandschaft
- 2.2.1 Definition
- 2.2.2 ,,Raum, Zeit und Architektur“
- 2.2.3 Gelebter Raum Stadtlandschaft früher und heute
- 2.2.4 Soziale Plastik
- 2.3 Urban Interventions
- 2.3.1 Definition
- 2.3.2 Überblick über die Kategorien
- 2.3.3 ,,Wenn aus Models Monster werden“
- 2.4 Cultural Hacking
- 2.4.1 Definition
- 2.4.2 Irritation im öffentlichen Raum
- 2.4.3 Kunst des Handelns
- 2.5 Promenadologie: Stadtspaziergänge
- 2.5.1 Die Idee
- 2.5.2 ,,Büro für Städtereisen“
- 2.5.3 Beispiele aus dem Unterricht
- 3. Schlussteil
- 3.1 Fazit
- 3.1.1. Ist Psychogeographie Teil der Kunst?
- 3.1.2 Sollte die Psychogeographie Einzug in den Unterricht erhalten?
- 3.1.3 Unterrichtsentwurf
- 3.2 Reflexion
- 3.2.1 Aufbau und Auswahl der Unterthemen
- 3.2.2 Schlusswort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Bachelorarbeit untersucht die Psychogeographie als ein Werkzeug für Interventionen im Handlungsraum Schule. Sie analysiert die Möglichkeiten, die die Psychogeographie bietet, um den Kunstunterricht über den traditionellen Klassenraum hinaus in den öffentlichen Raum zu erweitern und Schüler*innen dazu zu befähigen, ihre Umgebung aktiv zu gestalten.
- Die Situationistische Internationale und ihre Bedeutung für die Psychogeographie
- Die Rolle der Kunst im öffentlichen Raum und die Verbindung zur Stadtlandschaft
- Die Definition und Anwendung von Urban Interventions und Cultural Hacking
- Die Promenadologie als Methode für Stadtspaziergänge und ihre Relevanz für den Unterricht
- Die Übertragbarkeit der Psychogeographie in den Kunstunterricht und die Auswirkungen auf die Schüler*innen
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Die Einleitung stellt die Motivation und Einbettung des Themas in den Studienverlauf der Autorin dar. Kapitel 2 konzentriert sich auf den situativen Urbanismus und die Psychogeographie. Es analysiert die Situationistische Internationale und die Entwicklung der Psychogeographie als künstlerische und politische Praxis. Kapitel 2.2 beleuchtet die Rolle der Kunst im öffentlichen Raum und ihre Beziehung zur Stadtlandschaft, einschließlich der Definition von Kunst im öffentlichen Raum und der Entwicklungen im Laufe der Zeit. Kapitel 2.3 untersucht Urban Interventions und Cultural Hacking, wobei die verschiedenen Kategorien und Anwendungsbeispiele erläutert werden. Kapitel 2.5 widmet sich der Promenadologie, der Methode des Stadtspaziergangs, und ihren Möglichkeiten für den Unterricht.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Arbeit beleuchtet Schlüsselbegriffe wie Psychogeographie, Urban Interventions, Cultural Hacking, Situationistische Internationale, Kunst im öffentlichen Raum, Stadtspaziergänge, Promenadologie, Handlungsraum Schule, Kunstunterricht und pädagogische Praxis. Sie analysiert die Bedeutung dieser Konzepte im Kontext von Kunst, Stadtentwicklung und Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Psychogeographie?
Psychogeographie untersucht den Einfluss der geografischen Umgebung (Architektur, Licht, Werbung) auf das Gefühlsleben und das Verhalten des Einzelnen, oft durch Methoden wie das "Umherschweifen" (Dérive).
Wer begründete die Psychogeographie?
Die Konzepte stammen maßgeblich von der Situationistischen Internationale, einer künstlerischen und politischen Bewegung des 20. Jahrhunderts.
Was versteht man unter "Cultural Hacking" im öffentlichen Raum?
Es bezeichnet künstlerische Interventionen, die durch gezielte Irritationen im öffentlichen Raum gewohnte Wahrnehmungsmuster aufbrechen.
Wie kann Psychogeographie im Schulunterricht eingesetzt werden?
Die Arbeit schlägt vor, den Kunstunterricht in den öffentlichen Raum zu verlagern, damit Schüler ihre Umgebung durch Stadtspaziergänge (Promenadologie) aktiv erkunden und gestalten.
Was ist die "Soziale Plastik" nach Joseph Beuys?
Dieser Begriff wird im Text im Kontext von Kunst im öffentlichen Raum erwähnt und beschreibt die Idee, dass gesellschaftliche Gestaltung selbst ein künstlerischer Prozess ist.
- Quote paper
- Wiebke Fangmann (Author), 2014, Psychogeographie. Eine Intervention für den Handlungsraum Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313418