Schwerpunktsetzungen auf der ersten und der zweiten Teilaufgabe, analog zu den Aufgabenstellungen des Deutsch-Abiturs.
In seinem am 07.07.2008 im Focus erschienenen Essay „Die Hysterische Gesellschaft“, der den Untertitel „Warum unsere apokalyptische Weinerlichkeit alles andere als harmlos ist“, trägt, mokiert sich Matthias Horx über die seiner Meinung nach hysterische, überängstliche Gesellschaft.
Horx beginnt mit der These, dass die Welt schlecht sei und immer schlechter werden würde. Dies sei zumindest die Meinung von „Experten“, die die Menschen durch die Medien beeinflussen würden. Er prägt den Terminus der „Angstparolen“ und liefert als Beispiel für eine solche angstmachende Parole die Verarmung. Anschließend bringt Horx eine EU-Definition von Armut an, welche er dahingehend kritisiert, dass sie nicht realistisch sei, da das Gehaltslevel, an dem die Armut gemessen würde, stetig im Steigen begriffen sei. Echte Armut resultiere daraus, dass unqualifizierte Arbeitskräfte weltweit Konkurrenz bekämen.
Horx fordert dazu auf, den Blick zu öffnen, das „ganze Bild zu begreifen“, wenn man an dieser Situation etwas ändern wolle – wenn. Weiterhin verweist Horx auf das vom frühen Menschen entwickelte „Alarmsystem Angst“, das in alten Zeiten vor Gefahr und Unbill bewahrt habe. Für Horx resultiert daraus allerdings auch im Zuge der Evolution eine Überempfindlichkeit, gleichsam eine Angst-Hysterie.
Inhaltsverzeichnis
1. Textgebundene Erörterung zu einem Essay – eine Klausur mit zwei Aufgabenstellungen und Lösungsaufsätzen
1.1 Analyse und Erörterung Nicht-fiktionaler Texte am Beispiel „Die hysterische Gesellschaft“ von Michael Horx
1.2 Aufgabenstellungen
1.3 Lösungsaufsätze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine methodische Hilfestellung zur Erstellung einer textgebundenen Erörterung, indem sie den Essay „Die hysterische Gesellschaft“ von Michael Horx als Analyseobjekt nutzt. Ziel ist es, den Lesern anhand von konkreten Aufgabenstellungen und beispielhaften Lösungsaufsätzen zu zeigen, wie man die Kerngedanken eines nicht-fiktionalen Textes erarbeitet, dessen strukturelle und sprachliche Gestaltung untersucht und sich kritisch mit den darin aufgeworfenen Thesen auseinandersetzt.
- Analyse der strukturellen und sprachlichen Gestaltung von Essays
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen der „Angstparolen“
- Untersuchung der Medienwirkung durch den Begriff „Krisotainment“
- Methodik der textgebundenen Erörterung bei nicht-fiktionalen Texten
- Bewertung gesellschaftlicher Krisenwahrnehmung und Medienkritik
Auszug aus dem Buch
Die hysterische Gesellschaft
Matthias Horx beginnt seinen Essay mit dem von einem Komparativ dominierten Totschlagargument „Die Welt ist schlecht, und sie wird immer schlechter“. Diese Art von Aussage lässt bereits hier eine gute Portion Ironie vermuten. Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn Horx die „Experten“ in Z. 2 in Anführungszeichen setzt. Das Asyndeton in Z. 3 („Leib, Leben, Seele und Menschheit“), das gleichzeitig einen Klimax bildet, sagt aus, dass durch jenes Problem die Menschheit weltumspannend bedroht wird. Die „düsteren Herren“ wirken abgrundtief negativ, ebenso wie die Drohung „Es wird übel enden“ in Z. 4, natürlich alles mit ironischem Touch. Bereits hier lässt sich vermuten, dass der Autor eine Gegenposition zu dem, was er hier ausdrückt, einnimmt. Diese These wird gestützt durch den Neologismus „Angstparole“, den er in Z. 5 einführt. Teilweise in Großbuchstaben und durch Gedankenstriche getrennt werden hier einige dieser reißerischen Angstparolen aufgeführt. Als Fazit zieht der Autor schon hier, dass sich alle aus Wohlstandsangst „in die Hose machen“ (Z. 7) würden. Hier verwendet der Autor nicht nur Umgangssprache, vielmehr nutzt er auch einen kindlichen Jargon, um die übertriebene Angst Reaktion der Menschen der Lächerlichkeit preiszugeben.
Zusammenfassung der Kapitel
Textgebundene Erörterung zu einem Essay – eine Klausur mit zwei Aufgabenstellungen und Lösungsaufsätzen: Die Einleitung steckt den Rahmen der Klausursituation ab und führt in die Analyse des Essays von Michael Horx ein.
Analyse und Erörterung Nicht-fiktionaler Texte am Beispiel „Die hysterische Gesellschaft“ von Michael Horx: Dieser Teil beleuchtet die inhaltlichen Schwerpunkte des Essays, insbesondere die Kritik an der modernen Medienberichterstattung und der gesellschaftlichen Angstkultur.
Aufgabenstellungen: Hier werden die konkreten Arbeitsaufträge für die Studierenden definiert, um ein systematisches Herausarbeiten der Kerngedanken sowie eine kritische Stellungnahme zu ermöglichen.
Lösungsaufsätze: Die Lösungsaufsätze präsentieren exemplarische Ausarbeitungen, die sowohl die sprachlich-analytische Durchdringung als auch die argumentative Auseinandersetzung mit Horx' Thesen demonstrieren.
Schlüsselwörter
Textgebundene Erörterung, Essay, Medienkritik, Angstparolen, Krisotainment, Rhetorische Analyse, Gesellschaftskritik, Nicht-fiktionale Texte, Diskursanalyse, Medienmaschinerie, Krisenwahrnehmung, Argumentation, Sprachanalyse, Öffentliche Meinung, Medienkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Durchführung einer textgebundenen Erörterung am Beispiel des Essays „Die hysterische Gesellschaft“ von Michael Horx.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Analyse von Medienberichterstattung, der Umgang mit gesellschaftlichen Ängsten und die kritische Distanz zum sogenannten „Krisotainment“.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung von Kompetenzen zur Analyse und Erörterung nicht-fiktionaler Texte anhand eines konkreten Praxisbeispiels.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Verwendet wird die Methode der textgebundenen Erörterung, welche eine strukturierte Analyse von Inhalt, Sprache und Struktur mit einer eigenständigen, kritischen Stellungnahme verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sprachlichen Mittel des Autors, die Untersuchung der Argumentationsstruktur und die anschließende kritische Reflexion der Thesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie Medienkritik, Krisotainment, Diskursanalyse und Argumentationsstrategie charakterisiert.
Wie definiert der Autor das Phänomen des „Krisotainment“?
Horx versteht darunter die voyeuristische Medienmaschinerie, die globale Krisen zur Unterhaltung ausschlachtet und dabei gezielt auf Katastrophen fokussiert.
Warum hält der Autor die „Angstparolen“ für problematisch?
Weil sie laut Horx irrationale Ängste schüren und die Gesellschaft in eine „Hysterie“ versetzen, die eine sachliche und „erwachsene“ Auseinandersetzung mit echten Problemen behindert.
- Arbeit zitieren
- Wildis Streng (Autor:in), 2015, Erörterung eines nicht-fiktionalen Textes mit zwei Aufgabenstellungen incl. Lösungen. Klausur der Oberstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313436