Zen-Buddhismus. Eine Übersicht


Essay, 2007

7 Seiten, Note: 2

Else Gallert (Autor)


Leseprobe

Inhalt

1. Zen – Buddhismus
1.1. Was ist „Zazen“ ?

2. Zen- Begründer:

3. Zen in Japan:

4. Wesenszüge des Zen:

5. Klosteralltag und Schulungspraxis:

6. Zen- Meditation:

Literaturverzeichnis

1. Zen – Buddhismus

Der japanische Begriff „Zen“ entwickelte sich aus dem chinesischen Ch`an, das vom Sanskrit- Wort „dhyana“ abgeleitet ist und einen meditativen Zustand innerer Versenkung bezeichnet.

Der Zen-Buddhismus ist eine Schule des Mahayana- Buddhismus und gelangte im fünften und sechsten Jahrhundert von Indien her durch den legendären Bodhidharma nach China.[1]

Die zentrale religiöse Praxis des Zen-Buddhismus ist die Meditation im Sitzen, die im Japanischen „Zazen“ bedeutet.

Das Charakteristische des Zen lässt sich in vier kurzen Aussagen zusammenfassen:

„(1) Zen versteht sich als besondere Überlieferung außerhalb der orthodoxen Lehre; wichtig sind (2) die Unabhängigkeit von der Autorität heiliger Schriften, (3) die Vermittlung der Lehre von Herz zu Herz, von Meister zu Schüler, und (4) die Schau des eigenen Wesens.“[2]

1.1. Was ist „Zazen“ ?

Zazen heißt „Zen-Sitzen“. Es ist die Zen-Meditation, die in drei Hauptstufen zur Erleuchtung führen soll. Erleuchtung wird japanisch „Satori“, das heißt „Verstehen“ oder auch „Kensho“, „Wesensschau“ genannt.

Zen interpretiert den Ritualbegriff neu. Alltagshandlungen wie beispielsweise Laub fegen, essen, Tee trinken werden im Kontext der Achtsamkeitsschulung bewusst vollzogen und in diesem Bewusstsein zum täglichen Ritual.

Zen ist nichts Aufregendes, sondern Konzentration auf deine alltäglichen Verrichtungen.“

(Shunryu Suzuki)

Exkurs: Die Zenpraxis des Teerituals (japanisch sarei)

Der Begründer des japanischen Soto- Zen, Dogen, machte das Tee-Trinken zu einem festen Bestandteil des täglichen Lebens in den japanischen Zen- Klöstern. Das Tee- Ritual dient als Stimulans vor den Meditationsphasen. Dieses Ritual hat ebenso eine gemeinschaftsstiftende Funktion.

Vom dreizehnten bis sechzehnten Jahrhundert wurde ein Teepulver- Wasser- Gemisch getrunken, das aus pulverisierten Grünteeblättern hergestellt wurde. Die Klostermönche versammelten sich vor dem Bild des Bodhidharma und tranken gemeinsam, im Kreise sitzend, den Tee aus einer Schale.

Im sechzehnten/siebzehnten Jahrhundert verdrängte eine neue Teezubereitung die Pulvertee- Variante.

Die Grünteeblätter wurden mit heißem Wasser aufgebrüht und der Aufguss wurde getrunken. Diese Art der Teezubereitung wird bis heute täglich in der Meditationshalle durchgeführt.

Die Ursprünge der Teekultur liegen in China. Japanische Mönche, die im zwölften Jahrhundert in China buddhistische Studien betrieben, lernten in den chinesischen Zen-Klöstern den Tee kennen und schätzen und führten ihn in Japan ein.

Zen-Meister Eisai, der Begründer der Rinzai- Zen- Schule führte den Teeanbau in Japan ein. Er erkannte die Wirkung des Tees als Heilmittel.[3]

2. Zen- Begründer:

Als Begründer des Zen gilt Bodhidharma. Er war ein buddhistischer Mönch aus Indien und achtundzwanzigster Patriarch des indischen Buddhismus. Historisch gesicherte Tatsachen gibt es kaum.[4]

Die Legende besagt, dass er um das Jahr 520 nach Christus von Indien nach China kam.

Hier beeindruckte er Wu-di, den Kaiser der Liang- Dynastie durch die Behauptung, dass das Tun guter Werke nicht notwendig zur Erleuchtung führe. Der Überlieferung zufolge begab er sich in das Kloster Shaoling, wo er angeblich neun Jahre in Versenkung vor einer Wand hockte, bis er Erleuchtung fand.

Auf Zen- Bildern wird er vor einer Felswand im Meditationssitz dargestellt. Ein anderes Bild zeigt ihn auf japanischen Schiebetüren mit schreckenerregendem Antlitz und einem riesigen Bauch, der von vier Türen drei ausfüllt. Das Antlitz verrät seine Kraft, der riesige Bauch seine vollendete Zufriedenheit und Güte.

Bodhidharma fügte dem schon vorher in China eingeführten Buddhismus, die im Mahayana-Buddhismus übliche Meditation hinzu. Das war die Geburtsstunde des Zen.

Das Zen wurde in seinem Entstehen von drei Quellen beeinflusst:

dem indischen Yoga, der Mahayana- Meditation und Philosophie und der chinesischen Philosophie, besonders dem Taoismus.

3. Zen in Japan:

Der Zen- Buddhismus gelangte im zwölften Jahrhundert nach Japan.

Die Lehren des Zen gelangten durch japanische Tendai- Mönche, die in China buddhistische Studien betrieben, nach Japan.

Eisai (1141 – 1215) begründete die Tradition des Rinzai- Zen, Dogen (1200- 1253) die des Soto- Zen in Japan.

Haupttempel der Soto- Schule ist der Eiheiji, „Tempel des Ewigen Friedens“, während die Rinzai- Linie, in Anlehnung an das chinesische Vorbild, fünf großen Klöstern in Kyoto und Kamakura unter der Bezeichnung „Fünf Berge“ besondere Aufgaben und Rechte zuerkannte.

Die Rinzai- Schule arbeitet mit der Methode der „Koan“. Klares Ziel ist die stufenweise Hinführung zur Erleuchtung.

„Koan“ bezeichnet einen oft rätselhaften oder paradoxen Ausspruch des Zen-Meisters, durch den der Schüler zum Nachdenken und Meditieren angeregt und auf den rechten Weg zur Erleuchtung gebracht werden soll. Hier sollen sie mit Hilfe von Zen- Meistern für ihre Lebensfrage, ihrer momentanen Lebenssituation oder für ihre tägliche Meditation, neue Erkenntnisse und Anregungen erlangen.[5]

In der Soto- Schule geht es um ein allmähliches Reifen durch schlichtes Sitzen und gewöhnliche Arbeit als Meditationsformen.

Mitte des siebzehnten Jahrhunderts gründete der chinesische Meister Yin-Yüan Lung-Ch´i eine dritte Schule des Zen, die Obaku- Schule, mit dem Hauptkloster Mampukuji in Uji bei Kyoto. Diese Nebenlinie der Rinzai- Schule besitzt heute nur noch geringe Bedeutung.

Gegenwärtig hat die Zen- Schule in Japan etwa zehn Millionen Anhänger. Für den Laienbuddhisten spielt die eigentliche Zen- Lehre und Meditationspraxis eine sehr untergeordnete Rolle. Das strenge Leben im Zen- Kloster ist der Bevölkerung recht unbekannt.

[...]


[1] H.Waldenfels;Art.“Zen-Buddhismus“,in:Lexikon für Theologie und Kirche,Bd.10,Herder-Verlag,Freiburg,2001,S.1420

[2] C.Auffarth;Art.“Zen-Buddhismus“,in:Metzler Lexikon Religion,Bd.3,Verlag J.B.Metzler,Stuttgart/Weimar,2000,S.704

[3] C.Auffarth;Art.“Zen-Buddhismus“,in:Metzler Lexikon Religion,Bd.3,Verlag J.B.Metzler,Stuttgart/Weimar,2000,S.703

[4] H.M.Enomiya,Zen-Buddhismus,J.P.Bachem Verlag,Köln,1966,S.167

[5] H.Waldenfels;Art.“Zen-Buddhismus“,in:Lexikon für Theologie und Kirche,Bd.10,Herder-Verlag,Freiburg,2001,S.1420

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Zen-Buddhismus. Eine Übersicht
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Buddhismus
Note
2
Autor
Jahr
2007
Seiten
7
Katalognummer
V313508
ISBN (eBook)
9783668123878
ISBN (Buch)
9783668123885
Dateigröße
816 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zen-buddhismus, eine, übersicht
Arbeit zitieren
Else Gallert (Autor), 2007, Zen-Buddhismus. Eine Übersicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313508

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