Buddhismus als Religion? Vom Hinayana zum Mahayana


Hausarbeit, 2007
13 Seiten, Note: 3
Else Gallert (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition- Was ist Religion?
2.1 Typen der Religionen

3 Der Buddhismus
3.1 Hinführung
3.2 Das Leben des historischen Buddha
3.3 Die Vier Edlen Wahrheiten
3.4 Richtungen des Buddhismus
3.4.1 Hinayana
3.4.2 Mahayana
3.5 Hinayana/Mahayana- Unterschiede und Gemeinsamkeiten

4 Schlussbemerkungen

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit dem Thema: „Der Buddhismus als Religion? Vom Hinayana zum Mahayana.“

Der Buddhismus ist hinter dem Christentum, dem Islam und dem Hinduismus die viertgrößte Weltreligion, die auf den Lehren von Siddhartha Gautama, dem späteren Buddha beruht. Zunächst ist jedoch die Frage von Bedeutung, was „Religion“ eigentlich ist.

So werde ich mich im ersten Teil der Arbeit mit der Begriffsdefinition auseinandersetzen. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Thema „Buddhismus“.

Ich werde auf wichtige Stationen des historischen Buddhas eingehen und nach einer kurzen Einführung und der Darstellung der Grundzüge des Buddhismus, werde ich Hinayana und Mahayana voneinander abgrenzen und zu einer Aussage gelangen, ob es sich bei den beiden Begriffen um eine Religion handelt oder nicht.

2 Begriffsdefinition- Was ist Religion?

Religion ist uns nicht fremd...

Sie ist immer in uns...

in manchen bewu ß t,

in manchen unbewu ß t.

Aber sie ist immer da. (Mahatma Ghandi)

Es ist ein fast unlösbares Problem, das Wort „Religion“ zu definieren.

Es gibt verschiedene Methoden, um zu einem Wesensbegriff zu kommen, doch es gibt keinen gemeinsamen Nenner für sämtliche Religionen.

Theo Sundermeier definiert „Religion“ wie folgt:

„Religion ist die gemeinschaftliche Antwort des Menschen auf Transzendenzerfahrung, die sich in Ritus und Ethik Gestalt gibt“1.

Der Begriff „Transzendenzerfahrung“ gehört zu jeder Religionsdefinition, die übergreifend gültig und auch auf den Buddhismus anwendbar sein soll. Religion ist immer Sache einer Gemeinschaft und nicht nur des einzelnen. Riten sind die äußeren Darstellungen einer Religion. Riten sind Wiederholungen im ursprünglichen Sinn. Sie wiederholen den Erstanlaß und machen ihn präsent.

Dieser Anlaß kann ein historisches Geschehen sein, wie die Einsetzung des Abendmahls, oder ein Ereignis aus mythischer Vorzeit, das für die Gemeinschaft von prägender Bedeutung ist. Der Ritus schließt die Gruppe zur Gemeinschaft zusammen und grenzt gleichzeitig andere aus. Riten sind die Brücken zum Unsichtbaren, machen es sichtbar, greifbar, sinnlich und vergegenwärtigen das Ursprungsgeschehen der Religionen. So wird der Ritus zum „zentralen Akt der Lebenserhaltung und Lebensgestaltung“.2 Und eine Religion ohne Ethik ist nicht vorstellbar, denn sie ist ein essentieller Teil jeder Religion.

Der Autor L.Richter bringt es auf den Punkt, indem er folgendes meint: „Man kann nur wissen, was Religion ist, wenn man sich selbst für eine Religion entschieden hat und sich über die daraus folgenden Daseinsentscheidungen klar wird und dadurch existentielle Wesensbestimmungen gewinnt“3.

Der Name „Religion“ stammt wahrscheinlich von „relegere“ =nachdenklich sein, nämlich angesichts einer wichtigen Sache4.

Das Lexikon für Theologie und Kirche definiert Religion als etwas Ursprüngliches im Menschen. Voraussetzung der Entstehung ist eine Anlage, eine Empfänglichkeit des Menschen für Religion. Wenn die Anlage für Religion nicht geweckt wird, verkümmert sie zum Aberglauben. Religion ist die Vorstellung und das Denken, das Wollen, Fühlen und das Handeln, also nichts Irrationales.

„Die Religion erfuhr oft eine Erhöhung und Veredlung durch Menschen von starker religiöser Begabung, die dann zu Führern („Religions-Stiftern“) und Lehrern im Bereich der Religion wurden.“5

Das Lexikon „Religion in Geschichte und Gegenwart“ definiert Religion als „erlebnishafte Begegnung mit heiliger Wirklichkeit und als antwortendes Handeln des vom Heiligen existentiell bestimmten Menschen“6

Diese beiden Grundelemente „Begegnung mit dem Heiligen und Antwort des Menschen“ sind in jeder Religion enthalten. Das erste Element „heilige Wirklichkeit“ begegnet den Menschen in unterschiedlicher Weise. Entweder als Macht und als Mächte (Geister, Dämonen, Engel), als Götter und als Gott und als das impersonal Göttliche. Es gibt vielfältige irdische Phänomene, die als Medien die Begegnung mit heiliger Wirklichkeit vermitteln können. Naturgegenstände wie Berge, Bäume, Wasser, Tiere, Gewitter können sowohl impersonale Macht als auch persönliche Gottheiten oder dämonische Mächte repräsentieren.

Auch die ganze außermenschliche Welt und ihre Ordnungen können zu Medien der religiösen Begegnung werden.

Das Wort ist das wichtigste Medium. Dazu gehören die heiligen Schriften der Religionen. Die großen schöpferischen Persönlichkeiten, wie beispielsweise die Propheten oder Religionsstifter wirken als Mittler zwischen Mensch und Gottheit. Die Arten der Begegnung ist der innere Kontaktgewinn mit der Gottheit oder dem Göttlichen. Das religiöse Erlebnis ist die Urform solch einer Begegnung. Das Ergriffene erfüllt das eigene Leben und bestimmt es.

Ein religiöses Grunderlebnis ist die Vision. Vor allem in der Mystik erscheint die Gottesbegegnung als „Erleuchtung“ und als „Erkenntnis“. Der Mensch gewinnt von der religiösen Begegnung aus ein neues Existenzverständnis.

2.1 Typen der Religionen

Man unterscheidet zwischen Volksreligionen und Universalreligionen.

Die Volksreligionen finden Anhänger nur in einem Volk und die Universalreligionen in vielen Völkern.

In den Volksreligionen wird das vorgefundene Heil bewahrt und gepflegt, so dass aktuelle Störungen des Kontaktes mit der numinosen Welt durch Verfehlungen mit Hilfe von Sühneofern beseitigt werden.

In der anderen Kategorie geht es um die Aufhebung unheilvoller Existenz durch Gewinnung des ihnen angebotenen Heils, der Erlösung.

Außerdem ist die Gottheit oder das Göttliche universal, das heisst auf die ganze Welt und die ganze Menschheit bezogen.

Desweiteren wird noch unterschieden in Offenbarungsreligionen. Offenbarung im eigentlichen Sinne tritt in drei Formen in der Religionsgeschichte in die Erscheinung.

Beispielsweise im Christentum, in manchen Sekten des Hinduismus und des Mahayana- Buddhismus handelt es sich um eine Offenbarung des schenkenden Heilswillens. Als Offenbarung der impersonalen Heilswirklichkeit im Akt der Erleuchtung im Hinayana- Buddhismus.

Universalreligionen breiten sich entweder durch bewußte Mission aus oder sie wandern und verbreiten sich, bildlich gesprochen, durch „Ansteckung“7.

3 Der Buddhismus

3.1 Hinführung

Buddhismus ist keine Religion in unserem Sinne. Er versteht sich nicht als Glaube und beinhaltet daher keine Glaubenssätze oder eine Dogmatik. Im Zentrum der Lehre Buddhas steht das dharma („Lehre“). Dharma bedeutet Wahrheit, Pflicht, Gesetz und Prinzip der Redlichkeit. Wenn der Mensch nach dem Dharma lebt, wird er nach buddhistischer Auffassung dem Elend entgehen und das Nirvana erreichen. Dort erfährt er die endgültige Lösung vom Leid.

Im Mittelpunkt der buddhistischen Lehre steht das Leid (dukkha). Der Buddhismus will die Leidenden aus ihrer Unheilssituation befreien. Die Erkenntnis, welche Buddha bei seiner Erleuchtung erlangte, werden traditionell in vier Sätzen zusammengefasst und die „Vier Edlen Wahrheiten“ genannt.

Auf diese „Vier Edlen Wahrheiten“ werde ich im Punkt 3.3.dieser Arbeit näher eingehen.

[...]


1 T.Sundermeier:Was ist Religion?Religionswissenschaft im theologischen Kontext.Gütersloh 1999,S.27

2 A.Kirchgässner,Die mächtigen Zeichen.Ursprünge,Formen und Gesetze des Kultes,Basel/Freiburg/Wien 1959,S.278

3 G.Mensching; K.Galling.(Hg): Art.Religion, RGG 3. Auflage, Band 5, Tübingen 1961, S.970

4 W.Koch.; M.Buchberger. (Hg): Art.Religion, Lexikon für Theologie und Kirche, 2.Auflage,Band8, Freiburg 1936, S.758

5 Lexikon für Theologie und Kirche W.Koch.; M.Buchberger. (Hg): Art.Religion, Lexikon für Theologie und Kirche, 2.Auflage, Band 8, Freiburg 1936, ,S.758

6 G.Mensching; K.Galling.(Hg): Art.Religion, RGG 3. Auflage, Band 5, Tübingen 1961, S.961

7 G.Mensching; K.Galling.(Hg): Art.Religion, RGG 3. Auflage, Band 5, Tübingen 1961, S.965

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Buddhismus als Religion? Vom Hinayana zum Mahayana
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Buddhismus
Note
3
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V313510
ISBN (eBook)
9783668125100
ISBN (Buch)
9783668125117
Dateigröße
951 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
buddhismus, religion, hinayana, mahayana
Arbeit zitieren
Else Gallert (Autor), 2007, Buddhismus als Religion? Vom Hinayana zum Mahayana, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313510

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