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Der autoritative und der autoritäre Erziehungsstil. Verhaltensauffälligkeiten im Vergleich

Title: Der autoritative und der autoritäre Erziehungsstil. Verhaltensauffälligkeiten im Vergleich

Term Paper , 2015 , 12 Pages , Grade: 5.5 (von 6, Schweiz)

Autor:in: Sonja Gross (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Die elterliche Erziehung spielt eine entscheidende Rolle für die verhaltensspezifische Entwicklung von Kindern. Psychoanalytische Theorien betonen vor allem seit dem zwanzigsten Jahrhundert die Wichtigkeit von frühkindlichen Erfahrungen in den Familien. Diese Erfahrungen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von inneren Konflikten, Abwehrmechanismen und die Verinnerlichung von Werten und Normen.

Grundsätzlich werden seit Diana Baumrinds Typologie drei Erziehungsstile unterschieden: Der autoritative, der autoritäre und der laissez-faire Erziehungsstil. Der letztgenannte wird seinerseits unterteilt in ein permissives und vernachlässigendes Erziehungsverhalten (vgl. Wild & Lorenz, 2009, S. 243).

Welches Erziehungsverhalten Eltern anwenden, ist abhängig von den Erfahrungen, die sie in ihren Herkunftsfamilien gemacht haben (vgl. Ratzke, Gebhardt-Krempin & Zander, 2008, S. 242f). Durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie werden Erziehungsstile einerseits weitergegeben oder andererseits bewusst durchbrochen. Die durch die Erziehung vermittelten Wertvorstellungen, Meinungen und Haltungen weisen für die Kinder einen prägenden Charakter auf. Zur Aufgabe der Eltern gehört es somit, ihren heranwachsenden Kindern soziale, kulturelle und gesellschaftliche Werte und Normen zu vermitteln, um zu gewährleisten, dass sie sich mit den Erwartungen und Anforderungen der Gesellschaft zurechtfinden. Hierzu ist zu beachten, dass Erziehungsstile abhängig sind von diesen Normen und Werten, wobei auch die persönlichen Eigenschaften der Eltern eine essenzielle Rolle spielen (ebd. S. 242f)

Da Erziehungsstile wie bereits erwähnt einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Verhaltens von Kindern haben, beschäftigt sich die vorliegende Seminararbeit mit der folgenden Frage: Welche Verhaltensauffälligkeiten zeigen Kindern, die autoritär erzogen werden im Vergleich zu jenen, die unter einem autoritativen Erziehungsstil aufwachsen?
Zudem sollte aus der Arbeit hervorgehen, welche Rolle die Erziehungsstile für die Entwicklung des Kindes spielt und was dies für die Praxis bedeutet. Die Hypothese der Verfasserinnen lautet hierzu, dass autoritär erzogene Kinder in ihrer Entwicklung deutlich mehr Verhaltensauffälligkeiten zeigen, als Kinder die unter einem autoritativen Erziehungsstil aufwuchsen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Elterliches Erziehungsverhalten

2.1 Erziehungsstile

2.2 Typologie nach Baumrind

3 Die Korrelation zwischen Kindesverhalten und elterlichem Erziehungsstil

3.1 Bei autoritärem Erziehungsverhalten

3.2 Bei autoritativem Erziehungsverhalten

3.3 Vergleich

4 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht den Zusammenhang zwischen elterlichem Erziehungsverhalten und der Entwicklung von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern, wobei der Schwerpunkt auf dem direkten Vergleich zwischen dem autoritären und dem autoritativen Erziehungsstil liegt.

  • Grundlagen der Erziehungstypologie nach Diana Baumrind
  • Analyse der Korrelation zwischen Erziehungsstil und Kindesverhalten
  • Auswirkungen von autoritärer Erziehung auf soziale Kompetenz und Selbstachtung
  • Vorteile autoritativer Erziehung für die kindliche Entwicklung
  • Diskussion über Wechselwirkungen zwischen Eltern und Kindern in der Praxis

Auszug aus dem Buch

3.2 Bei autoritativem Erziehungsverhalten

„Entwicklungsförderliche Wirkungen einer autoritativen Erziehung sind vielfach belegt“ (Reichle & Franiek, 2009, S. 13). Die Längsschnittstudie des „National Institute of Child Health and Human Development“ konnte 2002 zeigen, dass Vorschulkinder, die in einem autoritativen Erziehungsumfeld aufwachsen, höhere vorschulische Fertigkeiten, bessere Sprachfertigkeiten, mehr soziale Fertigkeiten und weniger Verhaltensprobleme aufweisen.

Aber auch bei Jugendlichen hängen erwünschte Verhaltensweisen stark mit dem autoritativen Erziehungsstil zusammen. Jugendliche, die unter diesem Stil aufwuchsen, erreichen bessere Leistungen in der Schule, sind weniger häufig depressiv oder ängstlich, verfügen über höhere Eigenständigkeit und einen höheren Selbstwert. Ausserdem zeigen sie weniger häufig Problemverhalten, wie Delinquenz oder Drogenmissbrauch (ebd. S. 13).

Kellerhans (1994, S. 15) findet heraus, dass 40% aller Kinder und Jugendlichen, die unter einem autoritativen Erziehungsstil aufwachsen, über eine positive Selbstachtung verfügen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen autoritärer versus autoritativer Erziehung auf das kindliche Sozialverhalten vor und formuliert die Hypothese, dass autoritäre Erziehung mit mehr Verhaltensauffälligkeiten korreliert.

2 Elterliches Erziehungsverhalten: Dieses Kapitel definiert den Begriff Erziehungsstil und führt die Typologie nach Baumrind ein, wobei insbesondere der autoritäre, der autoritative und der laissez-faire Stil erläutert werden.

3 Die Korrelation zwischen Kindesverhalten und elterlichem Erziehungsstil: Hier werden Forschungsergebnisse zusammengetragen, die aufzeigen, wie spezifische Erziehungsstile mit Persönlichkeitsmerkmalen und Problemen wie Aggressivität oder Delinquenz bei Kindern verknüpft sind.

4 Schlusswort: Das Schlusswort bestätigt die eingangs aufgestellte These und diskutiert die Bedeutung für die erzieherische Praxis, insbesondere die Relevanz von Elterntrainings zur Förderung autoritativer Erziehungsansätze.

Schlüsselwörter

Erziehungsstil, autoritär, autoritativ, Kindesverhalten, Verhaltensauffälligkeiten, Sozialverhalten, Selbstachtung, Baumrind, Erziehungspraktiken, Eltern-Kind-Beziehung, Delinquenz, Aggressivität, Sozialisation, Pädagogische Psychologie, Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie verschiedene elterliche Erziehungsstile – speziell der autoritäre und der autoritative Ansatz – das Verhalten und die Entwicklung von Kindern beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen die erziehungswissenschaftliche Typologie nach Baumrind, die Korrelation zwischen elterlichem Verhalten und kindlicher Selbstachtung sowie das Auftreten von Verhaltensproblemen bei Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass autoritär erzogene Kinder im Vergleich zu autoritativ erzogenen Kindern ein höheres Maß an Verhaltensauffälligkeiten aufweisen und weniger positive Selbstwertgefühle entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse von Forschungsartikeln und Längsschnittstudien, um Zusammenhänge zwischen Erziehungsstilen und kindlichen Entwicklungsverläufen synthetisch darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Erziehungsstile und eine detaillierte Auswertung von Studienergebnissen zu deren Auswirkungen auf Kindesverhalten, Delinquenz und psychische Kompetenzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Erziehungsstil, Sozialverhalten, Selbstachtung, autoritäre Erziehung und die Typologie nach Diana Baumrind.

Was besagt die Hypothese der Arbeit über den Zusammenhang von Erziehung und Delinquenz?

Die Autorinnen vermuten und belegen durch die Literatur, dass autoritäre Erziehung zwar manchmal kurzfristig delinquenzmindernd wirken kann, jedoch gleichzeitig die Aggressionstendenz erhöht, während autoritative Erziehung insgesamt entwicklungsfördernder wirkt.

Welche Bedeutung haben die Erkenntnisse für die Erziehungspraxis?

Die Erkenntnisse legen nahe, dass eine bewusste Erziehungshaltung und der Einsatz von Elterntrainings sinnvoll sind, um Eltern bei Herausforderungen mit ihren Kindern zu unterstützen und präventiv gegen problematische Erziehungsmuster vorzugehen.

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Details

Title
Der autoritative und der autoritäre Erziehungsstil. Verhaltensauffälligkeiten im Vergleich
College
University of Zurich  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Course
„Bedingungen gelingenden Lernens“
Grade
5.5 (von 6, Schweiz)
Author
Sonja Gross (Author)
Publication Year
2015
Pages
12
Catalog Number
V313524
ISBN (eBook)
9783668135970
ISBN (Book)
9783668135987
Language
German
Tags
erziehungsstil verhaltensauffälligkeiten vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Gross (Author), 2015, Der autoritative und der autoritäre Erziehungsstil. Verhaltensauffälligkeiten im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313524
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