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Der Wandel des Schulgeschichtsbuches im Geschichtsunterricht. Vergleich der Darstellung Bismarks und des Deutsch-Französischen Krieges

Title: Der Wandel des Schulgeschichtsbuches im Geschichtsunterricht. Vergleich der Darstellung Bismarks und des Deutsch-Französischen Krieges

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sevgi Bozkurt (Author)

Didactics - History
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Das Schulgeschichtsbuch als Medium im Geschichtsunterricht ist unentbehrlich. Auch zur Kaiserzeit hatte das Lehrbuch im Unterrichtsfach Geschichte eine wichtige Bedeutung. Vergleicht man jedoch Schulgeschichtsbücher aus der Kaiserzeit mit heutigen Werken, wird schnell deutlich, dass hier ein enormer Wandel stattgefunden hat. Dies impliziert ebenfalls einen Wandel des Geschichtsunterrichts. „Von der Meistererzählung zur Quellenarbeit“, so könnte sich diese Veränderung kurz zusammenfassen.

Die konkrete Umgestaltung der Schulgeschichtsbücher wird anhand des Themenbereiches zum Deutsch-Französischen Krieg analysiert. Dabei wird das Schulgeschichtsbuch: Lehrbuch der Geschichte für höhere Lehranstalten in Übereinstimmung mit den neuesten Lehrpläne von Dr. K. Schenk aus dem Jahre 1901 aus der Kaiserzeit und das Lehrbuch: Geschichte und Geschehen- Exempla von Achim Beyer aus dem Jahre 2003 miteinander verglichen.

Hier werden insbesondere die Darstellung des Krieges und das Bild Bismarcks beider Lehrbücher gegenübergestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Wandel des Schulgeschichtbuches

2.1. Das Schulgeschichtsbuch heute im Geschichtsunterricht

2.2. Das Schulgeschichtsbuch zur Kaiserzeit und dessen weitere Entwicklung

3. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 und dessen Bedeutung

3.1. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71

3.2. Die Darstellung des Deutsch-Französischen Krieges und Bismarcks in Schulbüchern aus der Kaiserzeit am Beispiel des Schulgeschichtsbuches der Oberprima von Dr. K. Schenk, Berlin & Leipzig, 1901

3.3. Die Darstellung des Deutsch-Französischen Krieges in heutigen Schulgeschichtsbüchern am Beispiel des Lehrbuches Geschichte und Geschehen Exempla von Achim Beyer, Leipzig, Stuttgart, Düsseldorf 2003

3.4. Die Darstellung Bismarcks aus heutiger Forschung

4. Fazit

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der Darstellung des Deutsch-Französischen Krieges sowie des Bildes Bismarcks in Schulgeschichtsbüchern von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart, um zu analysieren, wie sich das historische Lernen durch veränderte Lehrmedien gewandelt hat.

  • Vergleich von Schulgeschichtsbüchern der Kaiserzeit (1901) und der Gegenwart (2003).
  • Analyse der narrativen Struktur und der Bedeutung des Lehrervortrags.
  • Untersuchung der Rolle von Verfassertexten gegenüber Quellen und Arbeitsaufgaben.
  • Kritische Reflexion der politischen Instrumentalisierung von Geschichtsbildern.
  • Evaluation des historischen Lernens im Kontext von Multiperspektivität.

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung des Deutsch-Französischen Krieges und Bismarcks in Schulbüchern aus der Kaiserzeit am Beispiel des Schulgeschichtsbuches der Oberprima von Dr. K. Schenk, Berlin & Leipzig, 1901

Schulgeschichtsbücher hatten in der Kaiserzeit vor allem eine politische Bedeutung, da in ihnen Herrschaftsverhältnisse und Normvorstellungen widergespiegelt wurden. Schulgeschichtsbücher waren somit nichts anderes als Produkte gesellschaftlicher Prozesse. Des Weiteren wurden sie als politisches Instrument genutzt, da bestimmte Geschichtsbilder geformt, manipuliert oder gar verändert wurden. Dies lässt sich am Beispiel des Deutsch-Französischen Krieges verdeutlichen. Vom Kaiserreich bis zur Gegenwart sind erhebliche Veränderungen der Darstellungsweise dieses Krieges erkennbar. Im weiteren Verlauf wird dieser Punkt hervorgehoben. Der Grund hierfür ist offensichtlich: Geschichte ist nichts anderes als konstruierte Vergangenheit. Es gibt so viele Geschichten wie es Gegenwarten gibt. Demnach kann jede Zeitperiode eine andere Darstellungsweise eines historischen Ereignisses haben. Denn Geschichte ist nicht gleich Vergangenheit.

Wie wurde nun der Deutsch-Französische Krieg in der Kaiserzeit wahrgenommen und in Schulgeschichtsbüchern festgehalten?

Am Beispiel eines Auszugs aus dem Schulgeschichtsbuches der Oberprima aus dem Jahre 1901 wird diese Frage erörtert. Als erstes ist festzuhalten, dass der Textauszug nur aus einem reinen Verfassertext besteht. Quellen, Bilder oder ähnliches lassen sich hier nicht wiederfinden. Auffällig ist die narrative Struktur des Textauszugs, der chronologische Verlauf wird unter keinen Umständen unterbrochen. Dies war üblich in Schulgeschichtsbüchern aus der Kaiserzeit, denn sie sollten lediglich den Lehrervortrag reproduzieren, der ebenfalls diese Charakteristika aufwies. Weiterhin sind insbesondere die Fülle von Informationen und die Länge des Textauszugs auffallend. Die Ursache hierfür ist die detaillierte Darstellung der einzelnen Schlachten und Siege bzw. Niederlagen während des Deutsch-Französischen Krieges. Eine unterstützende Hilfe bieten kleine Nebenbemerkungen an den Rändern einiger Textpassagen, die diese durch Überschriften kurz zusammenfassen. Viele Ortsnamen, Namen, Herreszahlen und Zeitangaben, unter anderem sogar Uhrzeiten, werden genannt. Diese inhaltliche Auffälligkeit lässt den Text sehr monoton und einseitig wirken. Die Fakten werden detailliert aufgezählt und lassen keinen weiteren Raum für Fragen oder fürs Hinterfragen zu. Äquivalent hierzu war auch der Geschichtsunterricht, in dem die SuS mit einer gewaltigen Menge von Wissen und Fakten konfrontiert wurden, die jedoch nicht hinterfragt, sondern lediglich auswendig gelernt wurden. Das eigenständig denkende Subjekt war unerwünscht und hatte im Unterricht nichts zu suchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel vom lehrerzentrierten Geschichtsunterricht hin zur Quellenarbeit und definiert das Ziel des Vergleichs zweier Lehrwerke.

2. Der Wandel des Schulgeschichtbuches: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung des Schulbuchs vom reinen Repräsentationsmedium des Lehrervortrags zur modernen Arbeitsgrundlage.

3. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 und dessen Bedeutung: Das Kernkapitel analysiert die Darstellung des Krieges und Bismarcks in einem historischen sowie einem modernen Lehrbuch und zieht aktuelle Forschungsergebnisse heran.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Schulbücher keine perfekten Abbilder der Geschichte sind und eine kritische Auseinandersetzung durch Schüler fördern müssen.

5. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und des analysierten Quellenmaterials.

Schlüsselwörter

Schulgeschichtsbuch, Geschichtsunterricht, Deutsch-Französischer Krieg, Otto von Bismarck, Kaiserzeit, Narrativ, Quellenarbeit, Historisches Lernen, Nationalbewusstsein, Reichsgründung, Emser Depesche, Verfassertext, Didaktik, Geschichtsbild, Patriotismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Wandel der geschichtsdidaktischen Darstellung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und der Rolle Bismarcks in Schulgeschichtsbüchern, um die Veränderung des Geschichtsunterrichts von der Kaiserzeit bis heute aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des Schulgeschichtsbuchs als Medium, die methodische Gestaltung von Verfassertexten und Quellen, sowie die politische Instrumentalisierung von Geschichte zur Erziehung eines Nationalbewusstseins.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den qualitativen Wandel in der Lehrbuchgestaltung aufzuzeigen und zu hinterfragen, inwieweit moderne Schulbücher das kritische historische Denken der Schüler gegenüber den rein narrativen Strukturen der Vergangenheit fördern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse zweier spezifischer Schulgeschichtsbücher aus dem Jahr 1901 und 2003, ergänzt durch die Einordnung in den theoretischen Kontext der geschichtsdidaktischen Forschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Darstellung des Krieges und Bismarcks in den beiden Vergleichsexemplaren und vergleicht diese mit aktuellen Forschungserkenntnissen zur Person Bismarck und zur Reichsgründung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Meistererzählung“, „Historisches Lernen“, „Multiperspektivität“, „Nationalstolz“ und „Quellenarbeit“ maßgeblich charakterisiert.

Wie wurde Bismarck in den untersuchten Schulbüchern der Kaiserzeit dargestellt?

Bismarck wurde dort als unfehlbarer Nationalheld und Reichsgründer inszeniert, dessen Handeln im Zusammenhang mit der Emser Depesche und der Reichsverfassung primär der Stärkung monarchischer Macht und nationaler Einheit diente.

Welche Rolle spielt die „Emser Depesche“ im Kontext des Vergleichs?

Sie dient als exemplarisches Ereignis, an dem verdeutlicht wird, wie die Darstellung der Kriegsschuld und der diplomatischen Rolle Bismarcks in den untersuchten Lehrbüchern unterschiedlich gewichtet und historisch eingeordnet wird.

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Details

Title
Der Wandel des Schulgeschichtsbuches im Geschichtsunterricht. Vergleich der Darstellung Bismarks und des Deutsch-Französischen Krieges
College
University of Duisburg-Essen  (Geisteswissenschaften)
Course
Historische Schulbuchanalyse
Grade
2,0
Author
Sevgi Bozkurt (Author)
Publication Year
2014
Pages
21
Catalog Number
V313553
ISBN (eBook)
9783668124769
ISBN (Book)
9783668124776
Language
German
Tags
wandel schulgeschichtsbuches geschichtsunterricht verlgeich darstellung bismarks deutsch-französischen krieges
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sevgi Bozkurt (Author), 2014, Der Wandel des Schulgeschichtsbuches im Geschichtsunterricht. Vergleich der Darstellung Bismarks und des Deutsch-Französischen Krieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313553
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