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Die Wechselbeziehungen von Politik und Medien

Titel: Die Wechselbeziehungen von Politik und Medien

Seminararbeit , 2004 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jannis Mossmann (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Anhaltende Politikverdrossenheit, ausbleibende politische Reformen und eine „Entertainisierung“ der Politik haben die Diskussion um das Zusammenspiel von Massenmedien und politischem System verschärft. Während Bundeskanzler Schröder als „Medienkanzler“ (Meng 2002) betitelt, die Politik zum „Politainment“ (Dörner 2001) degradiert und das sinkende Niveau der Fernsehprogramme allgemein beklagt wird, verstehen immer weniger Menschen, was im politischen System vor sich geht. Die vorliegende Hausarbeit soll das Verhältnis von Massenmedien und Politik näher durchleuchten, wobei ich mich auf wesentliche Punkte beschränken werde. Dabei konzentriere ich mich besonders auf die Ebene, in der Politik und Medien in Deutschland direkt aufeinander treffen. Um die komplexen Zusammenhänge zwischen Politik und Massenmedien zu verstehen, müssen auch die Bedingungen erläutert werden, unter denen die Wechselbeziehungen stattfinden. Wenn man die Wechselbeziehungen von Politik und Medien als ein Geflecht von Politik, Massenmedien und Gesellschaft sieht, ist es wichtig, die Interessen und Handlungsweisen der drei Subsysteme zu erläutern. Um nur auf die für die Wechselbeziehungen von Politik und Medien relevanten Merkmale einzugehen, erörtere ich die Gesellschaft unter dem Aspekt der „Mediengesellschaft“ (Choi 1995). Anschließend erläutere ich die Intentionen der Massenmedien, als dominierende Gruppe der Medien. Zudem findet politische Kommunikation zu einem großen Teil auf der Akteursebene statt, weshalb ich näher auf die Funktionen von Journalisten und Pressesprechern eingehen werde. Im Gegensatz zu einer Theorie der einseitigen Abhängigkeit des einen Systems gegenüber dem anderen werde ich die Wechselbeziehungen unter der „Theorie der Interpenetration“ von Münch (1982) erläutern, da ich glaube, so ein realitätsnäheres Bild erzeugen zu können. Um die Unausgewogenheit der Balance in der politischen Kommunikation zu erfassen, beschreibe ich das Phänomen der Mediatisierung der Politik, sowie das der Instrumentalisierung der Massenmedien durch die Politik und schließe mit einem Fazit ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Die "Mediengesellschaft"

2. Massenmedien in politischem Kontext

2.1 Logik der Massenmedien

2.2 Die Rolle der Medienakteure

3. Das politische System im Hinblick auf die Medien

3.1 Die Rolle der politischen Sprecher

4. Die Interpenetration von Politik und Massenmedien

5. Die Mediatisierung der Politik

6. Instrumentalisierung der Massenmedien durch die Politik

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Wechselverhältnis zwischen dem politischen System und den Massenmedien in Deutschland, um deren gegenseitige Abhängigkeiten und Durchdringungsprozesse zu analysieren.

  • Strukturelle Analyse der "Mediengesellschaft" und ihrer Auswirkungen auf die Wirklichkeitswahrnehmung.
  • Untersuchung der Interessen und Handlungslogiken von Medien und Politik.
  • Anwendung der Theorie der Interpenetration auf die politische Kommunikation.
  • Erforschung von Mediatisierungsstrategien und der Instrumentalisierung medialer Kanäle durch politische Akteure.

Auszug aus dem Buch

2. Massenmedien im politischen Kontext

Massenmedien, als Institutionen der Aufmerksamkeitsgenerierung, spielen also eine zentrale Rolle im Meinungsbildungsprozess (Pfetsch 2003, S.23) und sind daher wichtiger Bestandteil für das Funktionieren einer pluralistischen Demokratie. Vor allem das Fernsehen hat sich als zentrales Medium der politischen Kommunikation (ebd., S.61) etabliert, da es die „Gesamtheit aller Zeichensysteme, die von menschlichem Handeln ausgehen können“ (Meyer 2003, S.14) vereint und der Mensch etwas mehr Glauben schenkt, wenn er es auch sehen kann (Reichstein 1999, S.339). Zudem haben die Medien durch die Rolle des Fernsehens während des Vietnam-Krieges und der Watergate-Affäre gelernt, „die Macht auszuüben, was sie für aufdeckenswert halten.“ (Chomsky 2002, S.60) Barbara Pfetsch zufolge (2003, S.161; 6-1) halten politische Sprecher in Deutschland die Printmedien jedoch für noch wichtiger. Das große Interesse der Politik an der „Bildzeitung“ und anderen vor allem nationalen Zeitungen mit hoher Auflage bestätigen dies.

Das politische System und das Mediensystem sind in vielerlei Hinsicht aufeinander angewiesen. Dabei vermitteln die Massenmedien „dem politisch-administrativen System notwendige Informationen über die gesellschaftliche Realität (Input). Zugleich wirken sie kontinuierlich an den Meinungs- und Willensbildungsprozessen mit, in dem sie bestimmten Interessen und Themen Publizität verleihen (Transformationsphase). Schließlich machen sie die Bürger mit den Ergebnissen politischer Prozesse bekannt, indem sie diese an das politische Publikum vermitteln (Output).“ (Jarren 1988, S.620)

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung definiert das Problem der Politikverdrossenheit und skizziert die methodische Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen Politik, Massenmedien und Gesellschaft.

1. Die "Mediengesellschaft": Dieses Kapitel beschreibt die wachsende Bedeutung der Massenmedien für die Wirklichkeitskonstruktion und die damit einhergehende Abhängigkeit des politischen Systems.

2. Massenmedien in politischem Kontext: Hier wird die Rolle der Medien als Institutionen der Aufmerksamkeitsgenerierung beleuchtet, einschließlich der spezifischen Logik des Rundfunks und der Akteursrollen.

2.1 Logik der Massenmedien: Dieser Abschnitt analysiert das duale Rundfunksystem in Deutschland und den wachsenden Einfluss von Quotenorientierung und Unterhaltungsaspekten.

2.2 Die Rolle der Medienakteure: Es wird die Intention von Journalisten untersucht, die zwischen dem Pressekodex und den Zwängen des Quotendrucks und ihrer Arbeitgeber agieren.

3. Das politische System im Hinblick auf die Medien: Dieses Kapitel definiert das politische System als ein System, das zur Erreichung seiner Ziele auf die Vermittlung durch Medien angewiesen ist.

3.1 Die Rolle der politischen Sprecher: Hier steht die PR-Arbeit und die strategische Platzierung politischer Botschaften bei Journalisten im Vordergrund.

4. Die Interpenetration von Politik und Massenmedien: Vorstellung der Theorie von Münch, um die gegenseitige Durchdringung der beiden Subsysteme zu erklären.

5. Die Mediatisierung der Politik: Analyse der Durchdringung aller Phasen des politischen Prozesses (Input, Umwandlung, Output, Feedback) durch die Massenmedien.

6. Instrumentalisierung der Massenmedien durch die Politik: Untersuchung von Strategien wie Thematisierungsstrategien und Inszenierungen zur Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung durch politische Akteure.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Risiken wie Simplifizierung sowie die Chancen der Mediengesellschaft für eine mündige Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Mediengesellschaft, Massenmedien, Politische Kommunikation, Interpenetration, Mediatisierung, Politainment, Medienkanzler, Agenda-Building, Öffentlichkeitsarbeit, Politikverdrossenheit, Systemtheorie, Journalismus, Demokratie, Inszenierung, Meinungsbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das wechselseitige Verhältnis und die zunehmende Interdependenz zwischen dem politischen System und den Massenmedien in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Mediatisierung politischer Prozesse, die Logik der Medienproduktion und die strategische Kommunikation von Politikern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Politik und Medien einander beeinflussen, durchdringen und inwieweit eine Mediatisierung der Politik stattfindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse, insbesondere unter Anwendung der "Theorie der Interpenetration" von Richard Münch sowie dem Input-Output-Modell von David Easton.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Funktionsweise von Medien in der Mediengesellschaft, der Rolle von Journalisten und politischen Sprechern sowie den konkreten Strategien der gegenseitigen Beeinflussung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Mediengesellschaft, Politainment, Interpenetration, Mediatisierung und strategische PR-Inszenierung.

Inwiefern hat das duale Rundfunksystem Einfluss auf die Politik?

Das duale System führt laut Autor dazu, dass sich auch öffentlich-rechtliche Anstalten zunehmend einer Quotenlogik unterwerfen, was die politische Berichterstattung unterhaltungsorientierter gestaltet.

Warum wird die Personalisierung der Politik als problematisch angesehen?

Die Personalisierung, wie sie exemplarisch unter Gerhard Schröder diskutiert wurde, wird oft als Instrument zur Inszenierung kritisiert, das von inhaltlichen politischen Reformen ablenken kann.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Wechselbeziehungen von Politik und Medien
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
PS Einführung in die Medienpolitik
Note
1,7
Autor
Jannis Mossmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
12
Katalognummer
V31370
ISBN (eBook)
9783638324021
ISBN (Buch)
9783640386628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wechselbeziehungen Politik Medien Einführung Medienpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jannis Mossmann (Autor:in), 2004, Die Wechselbeziehungen von Politik und Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31370
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Leseprobe aus  12  Seiten
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