Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben einen großen Anteil an der wirtschaftlichen Stärke von Deutschland und übernehmen auch in Europa eine führende Rolle. Mit über 99
Prozent am Gesamtanteil aller Unternehmen und über 60 Prozent aller Beschäftigten nehmen sie eine beachtliche Stellung am Wirtschaftsstandort Deutschland ein. Sie sind
innovativ, flexibel, kundenorientiert und einige sogar Marktführer in ihrer Branche. Kurze Entscheidungswege und daraus resultierende kurze Reaktionszeiten machen sie zu einer
attraktiven und erfolgsversprechenden Unternehmung. Die Europäische Union hat die Bedeutung und ihre wichtige Rolle für den wirtschaftlichen Beitrag erkannt und unterstützt die KMU durch Förderungen und Maßnahmenpakete. Allerdings sind KMU oftmals im Bereich des längerfristigen und strategischen Agierens überfordert und arbeiten meist eher
„operativ“. Hierbei können erhebliche Gefahren für die Sicherung des Unternehmens lauern, da die Unternehmensumwelt immer dynamischer und komplexer wird. Eine „Strategische Unternehmensausrichtung“ kann den Weg für die Zukunft ebnen und eine große Hilfestellung für die Unternehmensleitung sein. Durch einen strategischen Planungsprozess kann ein Unternehmen von der Vision bis hin zur Implementierung der Strategie einen wichtigen und richtigen Schritt in Richtung Zukunftsgestaltung gehen. Dieser Prozess wird in der Diplomarbeit erläutert und berücksichtigt hierbei die Herausforderungen für KMU. Bei einem solchen strategischen Prozess gilt es KMU-spezifische Herausforderungen zu meistern, doch sind es in erster Linie die Chancen, die ein Unternehmen durch eine Strategie erhält. Es wird mehr operativ gearbeitet, anstatt sich für die Zukunft zu rüsten und ein Unternehmen strategisch zu führen. „Das Management von Unternehmen ist heute, im 21. Jahrhundert, mit einer neuen Dimension von Unsicherheit und Komplexität konfrontiert…die stetig weiter fortschreitet.“ (Prodoehl.2014. S.1) Aus diesen und weiteren Gründen ist es gerade für KMU wichtig, Strategien zu entwickeln und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Doch hier stellt sich u.a. auch anhand von Studien heraus, dass Strategien bei KMU oftmals Mangelware sind. Es werden "KMU-typische" Herausforderungen und Ansätze behandelt und vorgestellt. Zudem wie die Strategiearbeit in der Umsetzung erfolgreich gestaltbar ist. Relevante Handlungsfelder für KMU werden aufgezeigt, die zugleich Herausforderung als auch Chance sein können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
2.1 Verschiedene Definitionen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)
2.1.1 Defintion von KMU der Institution für Mittelstandsforschung (IfM)
2.1.2 Definition von KMU in der Europäischen Union
2.1.3 Unabhängige und abhängige KMU
2.2 Relevanz einer einheitlichen KMU-Definition in der Europäischen Union
2.3 Wirtschaftliche Bedeutung von KMU
2.3.1 KMU in Deutschland
2.3.2 KMU in der Europäischen Union
2.3.3 Einflussmöglichkeiten auf EU-Entscheidungen von KMU
2.4 Schwächen von KMU
2.4.1 Fehlende strategische Ausrichtung bei KMU
3. Strategische Unternehmensausrichtung
3.1 Was ist eine Strategie?
3.2 Anforderungen an die Unternehmen
3.3 Entwicklungsphasen des Strategischen Managementes
3.4 Eingrenzung der Begrifflichkeiten
3.5 Aufgaben und Prozesse des Strategischen Managementes
3.5.1 Strategische Zielbildung
3.5.2 Umweltanalyse
3.5.3 Unternehmensanalyse
3.5.4 Zusammenführung der Analysen mittels der SWOT-Analyse
3.5.5 Strategiewahl
3.5.6 Strategieimplementierung
4. Herausforderungen und Chancen für deutsche KMU
4.1 Strategische Unternehmensausrichtung - Eine Herausforderung für deutsche KMU?
4.1.1 Unternehmertypen und Mitarbeiter
4.1.2 Innovationsfähigkeit
4.1.3 Optmierung der Strategiearbeit am Beispiel der Horvath-Studie
4.1.4 Relevante Handlungsfelder für KMU
4.2 Strategische Unternehmensausrichtung - Chancen durch Strategie für KMU?
4.2.1 Chancen durch Strategien am Beispiel der Internationalisierung
4.2.2 Machen Strategien Unternehmen erfolgreicher?
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strategische Unternehmensausrichtung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) innerhalb der Europäischen Union, analysiert dabei existierende Herausforderungen sowie Chancen und bewertet, ob strategische Planung einen nachweisbaren positiven Einfluss auf den Unternehmenserfolg hat.
- Definitionen und wirtschaftliche Bedeutung von KMU in Deutschland und der EU
- Grundlagen des strategischen Managements und zugehörige Prozessmodelle
- Analyseinstrumente für strategische Planung (z.B. SWOT, PESTEL, Porter's Five-Forces)
- Identifikation von Herausforderungen und Chancen für deutsche KMU durch Strategiearbeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Was ist eine Strategie?
Häufig kommt man mit dem Wort der Strategie in Berührung, egal ob im beruflichen Alltag oder in der Freizeit, wie beispielsweise beim Sport. Der Begriff „Strategie“ hat sich fest in unserem Alltag etabliert und begleitet uns tagtäglich. Doch was genau steckt hinter dem Begriff der Strategie?
Gehen wir zunächst auf die historische Entwicklung des Begriffs der Strategie ein. Bekannt wurde der Strategiebegriff in der Kriegs- und Militärsprache durch Schriften des chinesischen General Sun Tsu (ca. 500 v. Chr.), des antiken griechischen Politiker, Feldherrn und Schriftsteller Xenophon (ca. 400 v. Chr.) und den Lehren Cäsars (100 v. Chr.). Strategie lässt sich auf das griechische Wort „Strategós“ zurückführen, was wiederrum aus den Worten „stratos“ und „agein“ besteht. „Stratos“ bedeutet übersetzt „Heer“ und „agein“ bedeutet „führen“. Zusammengefasst verbirgt sich hinter dem Begriff „Strategós“ ein Heerführer, bzw. ein militärischer Befehlshaber (ca. 550 v.Chr.). Später wurden mit der Strategie die Fähigkeiten der Feldherrnkunst beschrieben, womit die Lehre der Truppenführung bis zum ersten Aufeinandertreffen mit dem Gegner gemeint war. In den Bereichen der Politik und Staatsführung hielt der Strategiebegriff erst hunderte Jahre später Einzug.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung von KMU und die Notwendigkeit einer strategischen Ausrichtung angesichts einer zunehmend komplexen Unternehmensumwelt.
2. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU): Dieses Kapitel definiert KMU, erläutert die Unterschiede zwischen verschiedenen Definitionen (z.B. IfM Bonn vs. EU) und analysiert deren wirtschaftliche Rolle sowie spezifische Schwächen.
3. Strategische Unternehmensausrichtung: Das Kapitel führt in das strategische Management ein, beschreibt dessen Entstehung und prozessuale Komponenten wie Zielbildung, Umwelt- und Unternehmensanalyse sowie die Implementierung.
4. Herausforderungen und Chancen für deutsche KMU: Es werden spezifische Hürden bei der Strategieimplementierung in KMU sowie Ansätze zur Optimierung der Strategiearbeit und potenzielle Chancen, etwa durch Internationalisierung, diskutiert.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Kapitel bündelt die zentralen Erkenntnisse der Arbeit und resümiert die Notwendigkeit einer strategischen Ausrichtung trotz der Schwierigkeit, den direkten Erfolg empirisch exakt zu messen.
Schlüsselwörter
Kleine und mittlere Unternehmen, KMU, Strategische Unternehmensausrichtung, Strategisches Management, Strategische Planung, Unternehmensanalyse, Umweltanalyse, SWOT-Analyse, Wettbewerbsvorteil, Internationalisierung, Erfolg, Ressourcen, Unternehmensführung, Strategieimplementierung, Mittelstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und Umsetzung strategischer Unternehmensführung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vor dem Hintergrund der besonderen Herausforderungen und Chancen, denen diese Unternehmen innerhalb der Europäischen Union gegenüberstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Abgrenzung von KMU-Definitionen, die Grundlagen des strategischen Managements, die Anwendung strategischer Analysemodelle sowie die empirische Diskussion über den Zusammenhang zwischen strategischer Planung und Unternehmenserfolg.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen einer strategischen Ausrichtung für KMU aufzuzeigen, Hindernisse bei der Umsetzung zu identifizieren und Hilfestellungen zu geben, wie KMU ihre strategische Arbeit optimieren können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Publikationen, einschlägiger Studien (wie PIMS oder Studien der Horvath AG) sowie einer deskriptiven Darstellung strategischer Management-Tools.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des strategischen Managements (Modelle zur Zielbildung, Analyse-Tools) und die praktische Anwendung auf KMU, einschließlich einer Diskussion relevanter Handlungsfelder und Chancen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind KMU, Strategisches Management, SWOT-Analyse, Wettbewerbsvorteile, Unternehmensumwelt, Internationalisierung und Unternehmensführung.
Warum ist eine KMU-Definition für diese Arbeit relevant?
Die Arbeit verdeutlicht, dass unterschiedliche Definitionen (z.B. IfM Bonn vs. EU) die statistische Vergleichbarkeit beeinflussen und maßgeblich sind für den Zugang zu spezifischen Förderprogrammen der Europäischen Union.
Wie bewertet der Autor den Zusammenhang zwischen Strategie und Erfolg?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass trotz der verbreiteten Annahme strategischer Planung als Erfolgsfaktor, ein statistischer Nachweis bei KMU schwierig ist. Dennoch wird Strategiearbeit als essenziell für die aktive Zukunftsgestaltung und Risikominimierung angesehen.
- Quote paper
- Nils Herzberger (Author), 2015, Strategische Unternehmensausrichtung von KMU (kleine und mittlere Unternehmen) in der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313774