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Interkulturelle Kompetenz als Voraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit am russischen Markt

Kulturwissenschaftliche Analyse und ökonomische Aspekte im Rahmen einer empirischen Studie

Title: Interkulturelle Kompetenz als Voraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit am russischen Markt

Master's Thesis , 2015 , 168 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Armin Kienreich (Author)

Economics - International Economic Relations
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Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung interkultureller Kompetenz im Rahmen der Interaktion zwischen österreichischen und russischen Geschäftsleuten. Dabei werden im Konkreten die folgenden drei größeren Abschnitte behandelt: Ansätze aus kulturwissenschaftlicher Perspektive, wirtschaftsgeschichtliche und systemische Aspekte sowie eine empirische Studie mittels quantitativer Methode.

Das Fortschreiten von Projekten hängt in Russland weniger von Prozessen oder Meilensteinen als von den Personen selbst ab. Was die Interaktion mit russischen Personen anbelangt, tut man deshalb gut daran, zwischen den Zeilen zu lesen und den Kontext zu kennen. Die Kommunikation, die indirekt und sehr feinfühlig erfolgt, bietet daher stets viel Interpretationsspielraum. Häufige Missverständnisse gegenüber deutschsprachigen Geschäftspartnern liegen darin begründet, dass Russen umgekehrt dazu neigen, in die Aussagen ihrer deutschsprachigen Partner einen verborgenen Sinn zu deuten.

Sich der Dynamik des Kulturbegriffs – und damit auch des Gegenübers, um das es dabei letztendlich geht – zu stellen, bedarf es gerade auch angesichts der angespannten Verhältnisse zwischen Russland und dem Westen in Zukunft mehr Weitblick und größerer Anstrengungen. Und zwar nicht nur vom Einzelnen, der mit fremdkulturellen Gruppen in Interaktion tritt, sondern auch vom Unternehmen, das seinen Mitarbeitern entsprechende Gestaltungsspielräume zur Verfügung stellt und ihre gewonnene Erfahrung auch im Falle eines Scheiterns von Projekten anerkennt und dabei nicht allein im Sinne von ökonomischem Erfolg bewertet. Demnach kann diese empirische Arbeit, in der auch russische Führungskräfte an der Studie teilnahmen, auch als Unterstützung und Orientierung für Führungskräfte aus dem deutschsprachigen Raum herangezogen werden, die entweder bereits einer Tätigkeit mit russischen Geschäftsleuten nachgehen oder deren Markteintritt in Russland unmittelbar bevorsteht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen und Bedeutung kultureller Gegebenheiten

2.1 Kultur vs. Interkulturalität

2.2 Kommunikation vs. interkulturelle Kommunikation

2.3 Kompetenz- und Wissensbegriff

2.4 Interkulturelle Kompetenz

2.5 Relevanz von interkultureller Kompetenz im Zeitalter der Globalisierung

3 Theoretische Ansätze aus kulturwissenschaftlicher Perspektive

3.1 Vergleichsstudien unterschiedlicher Kulturen

3.1.1 Kulturdimensionen nach Hofstede

3.1.2 Kulturdimensionen nach Trompenaars

3.2 Die Rolle von Stereotypen & Ethnozentrismus

4 Wirtschaftswissenschaftliche Perspektive

4.1 Zerfall der UdSSR: Scheitern und Neubeginn

4.2 Systemwechsel: Übergang zur Marktwirtschaft

4.3 Russland in der Ära El'cin (1991–1999)

4.3.1 Wirtschaftsreform (1991–1993)

4.3.2 Die russländische Verfassung von 1993

4.3.3 Das System El'cin – Eine Bilanz

4.4 Russland in der Ära Putin (2000 bis heute)

4.4.1 Das System unter Putin

4.4.2 Kritik aus dem Westen

4.4.3 Die Entklammerung aus der Oligarchie

4.4.4 Wirtschaftsaufschwung

4.4.5 Russische „Tandemokratie“ (2008–2012)

4.4.6 Die Putin-Ära: Eine Zwischenbilanz mit Ausblick

4.4.7 Nachwort zu Russland

4.4.8 Beziehungen zwischen der EU und Russland

5 Empirische Studie

5.1 Umfrage 1: Österreichische Unternehmen mit Russlandbezug

5.1.1 Methodik: Eine quantitative Erhebung

5.1.2 Durchführung

5.1.3 Selektion der Zielgruppe

5.1.4 Statistische Daten

5.1.5 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

5.2 Umfrage 2: Russische Führungskräfte mit Österreichbezug

5.2.1 Methodik und Durchführung

5.2.2 Selektion der Zielgruppe

5.2.3 Statistische Daten

5.2.4 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung interkultureller Kompetenz für die geschäftliche Interaktion zwischen Österreich und Russland. Ziel ist es, kulturelle Gemeinsamkeiten und Konfliktpotenziale zu identifizieren, um Handlungsempfehlungen für Führungskräfte zu formulieren und die Erfolgsaussichten bei Projekten in Russland zu steigern.

  • Kulturwissenschaftliche Analyse interkultureller Unterschiede mittels anerkannter Kulturdimensionen.
  • Wirtschaftshistorische Einordnung Russlands ab 1991 (Jelzin- und Putin-Ära).
  • Empirische Untersuchung der Geschäftskultur durch Befragung österreichischer Unternehmen mit Russlandbezug.
  • Analyse der russischen Perspektive auf die Zusammenarbeit durch eine korrespondierende Umfrage.
  • Strategien zur Förderung interkultureller Kompetenz in modernen Unternehmen.

Auszug aus dem Buch

1.1.5 Zeitorientierung

Als Ergänzung der bereits existierenden Dimensionen begründet Hofstede mit der fünften Dimension der Zeitorientierung die Langzeit- und Kurzzeitorientierung einer Kultur. Als langfristige Orientierung definiert er auf den Erfolg in der Zukunft gerichtete Werte wie Beharrlichkeit und Sparsamkeit. Hingegen zählt er Tugenden wie Respekt vor Traditionen, das Streben nach schnellen Ergebnissen und Lösungen, soziales Engagement und die Wahrung des Gesichtes (vergangenheits- und gegenwartsorientiert) zu der kurzfristigen Zeitorientierung einer Kultur (vgl. Hofstede 2006: 292f.).

Was das Zeitverständnis unterschiedlicher Kulturen anbelangt, so driften die Meinungen jedoch weit auseinander. Der Faktor Zeit kann wohl als die komplexeste Komponente innerhalb der Kulturdimensionen gesehen werden, weshalb gerade diese noch umfassend erforscht werden sollte und vermutlich auch werden wird. In seinem Buch Europa und die Seele des Ostens schilderte der Autor Walter Schubart, dass der Russe endlos Zeit habe, weil er die lebendige Gewissheit in sich trägt, dass er ein endloses Wesen ist. Im Banne dieses Zeitgefühls verläuft die Geschichte Russlands in einem viel weiter gespannten Rhythmus als die abendländische (Schubart 1947: 119); der Russe wurzelt tief im Ewigen (Schubart 1947: 97).

Während Hall zwischen monochronen (Zeit einteilen: „immer eins nach dem anderen“) und polychronen Zeitverständnis (Zeit zerteilen: „können viele Dinge gleichzeitig tun“) unterscheidet, so liegt in der von Hofstede soeben erläuterten Kurzzeit- und Langzeitorientierung eine weitere Differenzierung vor.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die wechselhafte Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert und leitet zur Notwendigkeit interkultureller Kompetenz im heutigen russisch-österreichischen Wirtschaftsgefüge über.

2 Definitionen und Bedeutung kultureller Gegebenheiten: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Kultur, Interkulturalität und interkulturelle Kommunikation und diskutiert deren Relevanz für den Unternehmenserfolg in der globalisierten Wirtschaft.

3 Theoretische Ansätze aus kulturwissenschaftlicher Perspektive: Hier werden die Kulturdimensionen nach Hofstede und Trompenaars vorgestellt, um einen systematischen Rahmen zum Vergleich der Kulturen Österreichs und Russlands zu schaffen.

4 Wirtschaftswissenschaftliche Perspektive: Das Kapitel analysiert die Transformation der russischen Wirtschaft von der Plan- zur Marktwirtschaft ab 1991, unterteilt in die Ära Jelzin und die Ära Putin.

5 Empirische Studie: In diesem Hauptteil werden die Ergebnisse zweier quantitativer Umfragen unter österreichischen Unternehmen und russischen Führungskräften zur praktischen Zusammenarbeit präsentiert.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, interkulturelle Kompetenz als strategischen Wettbewerbsvorteil zu begreifen.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kompetenz, Russland, Österreich, Geschäftskultur, Wirtschaftstransformation, Management, Umfrage, Globalisierung, Kulturdimensionen, Ost-West-Konflikt, Führungskräfte, Unternehmensbeziehungen, Kommunikation, Wettbewerbsvorteil, Markteintritt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen der geschäftlichen Interaktion zwischen österreichischen und russischen Unternehmen vor dem Hintergrund kultureller Unterschiede und politischer Spannungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft kulturwissenschaftliche Theorien, wie die Dimensionen von Hofstede und Trompenaars, mit der wirtschaftlichen Entwicklungsgeschichte Russlands seit 1991 und empirischen Daten aus der Unternehmenspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, auf Basis einer eigenen empirischen Studie zu zeigen, wie interkulturelle Kompetenz Missverständnisse minimieren und Kooperationen zwischen österreichischen und russischen Geschäftspartnern nachhaltig stärken kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer quantitativen empirischen Methode in Form von zwei Online-Umfragen unter Führungskräften und Mitarbeitern österreichischer sowie russischer Unternehmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Kulturmodelle, eine wirtschaftshistorische Analyse der russischen Föderation unter Jelzin und Putin sowie die detaillierte Auswertung der empirischen Umfragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind interkulturelle Kompetenz, russischer Markt, Geschäftskultur, Wirtschaftsreformen, internationale Kooperation, Managementstile und interkulturelle Kommunikation.

Warum wird Russland im Kontext der Jelzin- und Putin-Ära analysiert?

Da die gegenwärtige Geschäftskultur und das politische Umfeld in Russland stark von diesen zwei Epochen geprägt sind, ist eine wirtschaftshistorische Betrachtung unerlässlich, um das Verhalten russischer Wirtschaftsakteure heute zu verstehen.

Welche Rolle spielt die "Tandemokratie" für die aktuelle wirtschaftliche Einschätzung?

Die Tandemokratie zwischen Putin und Medvedev verdeutlicht die Konsolidierung politischer Macht, die sich maßgeblich auf die Stabilität und Modernisierungsbemühungen des russischen Wirtschaftssystems ausgewirkt hat.

Inwieweit beeinflussen Sanktionen die österreichisch-russischen Beziehungen?

Die empirische Studie zeigt, dass trotz politischer Sanktionen das Interesse österreichischer Firmen an einer engeren Zusammenarbeit besteht, wobei der Dialog auf Augenhöhe als kritischer Erfolgsfaktor eingestuft wird.

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Details

Title
Interkulturelle Kompetenz als Voraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit am russischen Markt
Subtitle
Kulturwissenschaftliche Analyse und ökonomische Aspekte im Rahmen einer empirischen Studie
College
University of Graz
Grade
1,0
Author
Armin Kienreich (Author)
Publication Year
2015
Pages
168
Catalog Number
V313829
ISBN (eBook)
9783668135505
ISBN (Book)
9783946458159
Language
German
Tags
Russland empirische studie interkulturelle kompetenz kulturvergleich markeintritt russland geschäftskultur russland gezielte vorbereitung russischer Markt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Armin Kienreich (Author), 2015, Interkulturelle Kompetenz als Voraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit am russischen Markt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313829
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