Japan zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen weltweit. In den 1990er Jahren erlitt die japanische Wirtschaft eine schwere Krise, die lange anhielt. Bis dahin galt die japanische Unternehmenskultur als einer der Erfolgsfaktoren der fernöstlichen Wirtschaft. Wie hat sich Unternehmenskultur japanischer Großunternehmen seither verändert? Welche Tendenzen gibt es für die Zukunft?
Die Autorin beleuchtet, ob sich traditionelle Praktiken der Unternehmenskultur auch heute noch finden und welche Aspekte sich verändert haben. Anhand von Interviews mit Mitarbeitern japanischer Großunternehmen gibt sie einen Einblick in die aktuelle Unternehmenskultur der Firmen. Daraus sind Rückschlüsse auf die Entwicklung seit den 90er Jahren möglich. Die Ergebnisse werden durch ein Expertengespräch mit einem auf japanische Wirtschaft und Unternehmen spezialisierten Wissenschaftler konkretisiert und erweitert.
Aus dem Inhalt:
- Die japanische Wirtschaft,
- Entwicklung und Besonderheiten,
- Merkmale japanischer Unternehmenskultur,
- Werte, Rituale, Zeremonien,
- Hierarchische Strukturen,
- Arbeitsklima, Karoshi, Kündigung,
- Empirische Studie und Expertengespräch
Inhaltsverzeichnis
Begriffsdefinitionen
Einleitung
1. Die japanische Wirtschaft
1.1 Entwicklung der japanischen Wirtschaft
1.1.1 Entwicklung der japanischen Wirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg
1.1.2 Die wirtschaftliche Krise – Ölkrisen, Bubble economy und wirtschaftliche Stagnation
1.1.3 Die wirtschaftliche Situation Japans heute
1.2 Besonderheiten der japanischen Wirtschaft
2. Japanische Unternehmenskultur
2.1 Theoretische Grundlagen zur Unternehmenskultur
2.1.1 Abgrenzung des Begriffs Unternehmenskultur
2.1.2 Ebenen und Symbolik von Unternehmenskultur
2.1.3 Starke und schwache Kulturen
2.2 Merkmale Japanischer Unternehmenskultur
2.2.1 Die drei Säulen japanischer Unternehmenskultur
2.2.2 Aufgabenbereiche, Gruppenarbeit und Entscheidungsprozesse
2.2.3 Frauen in japanischen Großunternehmen
2.3 Japanische Kultur als Einflussfaktor auf japanische Unternehmenskultur
3. Empirischer Teil
3.1 Methodische Vorgehensweise
3.1.1 Auswahl der Experten
3.1.2 Aufbau und Inhalt der Leitfäden
3.1.3 Durchführung und Auswertung
3.2 Ergebnisse
3.2.1 Lebenslange Anstellung, das Senioritätsprinzip und Unternehmensidentifikation
3.2.2 Aufgabenbereiche, Gruppenarbeit und Rekrutierung
3.2.3 Bekundete Werte, Rituale und Zeremonien
3.2.4 Entscheidungsfindung und hierarchische Strukturen
3.2.5 Arbeitsklima, Karoshi und Kündigung
3.2.6 Die Rolle der Frauen in japanischen Großunternehmen
3.2.7 Veränderungen der japanischen Unternehmenskultur
3.3 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Entwicklung der japanischen Unternehmenskultur von Großunternehmen seit der Wirtschaftskrise in den 1990er Jahren sowie die Beantwortung der Frage, welche traditionellen Praktiken noch heute fortbestehen oder sich verändert haben.
- Analyse der historischen Entwicklung der japanischen Wirtschaft seit 1945.
- Erarbeitung theoretischer Grundlagen und Merkmale japanischer Unternehmenskultur.
- Qualitative Befragung von Mitarbeitern japanischer Großunternehmen zur aktuellen Unternehmenskultur.
- Untersuchung des Einflusses der "verlorenen Dekade" auf Unternehmensidentifikation und Rekrutierung.
- Vergleich zwischen traditionellen Werten und modernen Anpassungstendenzen.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Die drei Säulen japanischer Unternehmenskultur
Immer wenn von japanischer Unternehmenskultur die Rede ist, trifft man auf die sogenannten drei Säulen, auf die japanische Unternehmenskultur aufbaut. Sie sind kennzeichnend für die japanische Wirtschaft und spielten vermutlich auch eine wichtige Rolle beim wirtschaftlichen Erfolg Japans in der Nachkriegszeit.
Zu den drei Säulen zählen:
1. Lebenslange Anstellung
2. Senioritätsprinzip in Bezug auf Gehalt und Hierarchie
3. Betriebsgewerkschaften
Dabei werden Absolventen bestimmter Universitäten, vornehmlich der staatlichen Tokyo Universität und der Kyoto Universität von großen Unternehmen rekrutiert und erhalten bei dem Unternehmen die Sicherheit lebenslanger Beschäftigung bis zur Pension. Diese Strategie führt zu einem verstärkten Bemühen von Familien ihre Kinder auf diesen Elite-Universitäten studieren zu lassen. Da der dementsprechende Andrang auf diesen Universitäten studieren zu können enorm ist, werden diese Kinder bereits im Kindergarten unter Leistungsdruck gesetzt, um auf die bestvorbereitende Grundschule kommen zu können. Dadurch können sie dann wiederum auf die bestvorbereitende Oberschule aufgenommen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Begriffsdefinitionen: Definition zentraler japanischer Fachbegriffe wie MITI, Keiretsu und Ringisho, die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind.
Einleitung: Hinführung zum Thema japanische Unternehmenskultur und Darstellung der Problemstellung sowie der Zielsetzung der Forschungsarbeit.
1. Die japanische Wirtschaft: Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung Japans seit 1945 mit Fokus auf Krisen, Strukturwandel und die Besonderheiten der Unternehmensvernetzung.
2. Japanische Unternehmenskultur: theoretische Einordnung von Unternehmenskultur sowie Beschreibung der zentralen Säulen und Merkmale, die japanische Großunternehmen charakterisieren.
3. Empirischer Teil: Detaillierte Darstellung der qualitativen Expertenbefragung sowie Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der aktuellen Relevanz traditioneller kultureller Aspekte.
Schlüsselwörter
Japan, Unternehmenskultur, Großunternehmen, Wirtschaftskrise, 90er Jahre, Lebenslange Anstellung, Senioritätsprinzip, Ringisho, Gruppenarbeit, Firmenidentifikation, Wandel, Japanische Wirtschaft, Kaisha, Experteninterviews, Arbeitskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, inwiefern die japanische Unternehmenskultur in Großunternehmen durch die langanhaltende Wirtschaftskrise der 1990er Jahre beeinflusst wurde und welche traditionellen Aspekte heute noch Bestand haben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die historische wirtschaftliche Entwicklung Japans, theoretische Grundlagen der Unternehmenskultur sowie spezifische japanische Praktiken wie lebenslange Anstellung und das Senioritätsprinzip.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob sich die japanische Unternehmenskultur im Zuge der wirtschaftlichen Stagnation der 1990er Jahre nachhaltig verändert hat oder ob die traditionellen Strukturen eine hohe Resilienz aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet eine qualitative Forschungsmethode in Form von teilstrukturierten Interviews mit Mitarbeitern japanischer Großunternehmen sowie einem Experten aus der Wissenschaft.
Welche Inhalte werden im Hauptteil fokussiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Befragungen zu Arbeitsklima, Entscheidungsfindung, Rekrutierung und der Rolle von Frauen in Firmen analysiert werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Lebenslange Anstellung", "Ringisho" (Entscheidungsdokument), "Karoshi" (Tod durch Überarbeitung) und "Keiretsu" (Unternehmensgruppen).
Gibt es einen Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Mitarbeiterbindung?
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die Mitarbeiterbindung in japanischen Großunternehmen trotz der Krise weiterhin sehr stark ausgeprägt ist und das Unternehmen für viele Arbeitnehmer eine zentrale Rolle im Lebensalltag spielt.
Wie sieht es mit der Rolle der Frau in japanischen Großbetrieben aus?
Die Forschung zeigt, dass Frauen weiterhin unterrepräsentiert sind, oft in Sekretariatsfunktionen ("office ladies") arbeiten und mit den hohen Anforderungen an die Work-Life-Balance und klassischen Rollenbildern kämpfen.
Hat sich das Ringisho-System durch die Krise verändert?
Nein, die Befragten bestätigen, dass das Ringisho-System weiterhin ein fester Bestandteil der Entscheidungsfindung ist, auch wenn es oft als rein formeller Prozess wahrgenommen wird.
- Quote paper
- Jana Christelle Stamm (Author), 2014, Japanische Unternehmenskultur im Wandel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313835