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Die Krise der Demokratie. Realität oder politischer Mythos?

Titel: Die Krise der Demokratie. Realität oder politischer Mythos?

Hausarbeit , 2013 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Mario Schneider (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die Krise der Demokratie nicht mehr als ein politischer Mythos ist oder ob wir tatsächlich auf den postdemokratischen Pol zusteuern. Außerdem gilt es zu beantworten, ob es so etwas wie eine Blütezeit der Demokratie gab, in der alles besser war als heute, da dies der Krisenbegriff eigentlich per Definition voraussetzt.

Die Verknüpfung der Begriffe Demokratie und Krise ist seit jeher so präsent, dass man sie gar als „siamesische Zwillinge“ (Merkel, 2013) bezeichnen mag. Mit dem Anbruch des 21. Jahrhunderts scheint sich dieser Zusammenhang noch verstärkt zu haben, denn „Krisenbeschreibungen der Demokratie [haben] gegenwärtig Hochkonjunktur“ (Jochem, 2012).

Dies ist unter anderem dem britischen Politikwissenschaftler und Soziologen Colin Crouch und seinem Werk Post-Democracy (2004) zu verdanken. Aufgrund der stark normativ geprägten Argumentation in Crouch‘s Arbeit, stellt sich aber zurecht die Frage, ob die „Krise der Demokratie eine Erfindung komplex denkender, aber empiriefremder Theoretiker ist, die zudem meist einem überzogenen normativen Demokratie-Ideal folgen“ (Merkel, 2013) oder ob die Demokratie durch exogene und endogene Herausforderungen in einem solchen Ausmaß bedroht wird, dass sie tatsächlich Gefahr läuft ausgehöhlt zu werden und dadurch schließlich ihren Gehalt verliert.

Diese Arbeit soll drei Antworten auf die oben genannten Fragen liefern. Erstens, erweist sich vor allem Crouchs These einer parabelförmigen Entwicklung der Demokratie als nicht empirisch belegbar und kann damit verworfen werden. Im Gegenteil, konnten die westlichen Demokratien in Teilbereichen sogar einen Qualitätszugewinn gegenüber den fünfziger und sechziger Jahren verbuchen. Zweitens, befindet sich keine der westlichen Demokratien in einer existenziellen Krise. Wenn überhaupt, kann man von einer schleichenden oder latenten Krise sprechen und selbst dann ist die Krisenfrage stark vom jeweiligen Demokratieverständnis abhängig. Und drittens, sind die Symptome der Postdemokratie, die Crouch aufzählt zwar Realität, worin aber die Ursachen liegen und ob diese Symptome zwangsläufig negativ zu sehen sind, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Es lässt sich jedoch feststellen, dass vor allem die zunehmende Marginalisierung und Exklusion der Unterschichten ein ernsthaftes Problem darstellt, welchem zukünftig vollste Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Demokratie in der Krise - die Postdemokratie nach Colin Crouch

3.1. Das Parabel-Modell

3.2. Symptome

3.3. Zusammenfassung und Auswege

4. Die Krise der Demokratie als politischer Mythos?

4.1. Die Krise der Demokratie - eine Frage der Perspektive?

4.2. Vom Mythos des „Goldenen Zeitalters“ - Partizipation, Repräsentation und Inklusion vor 60 Jahren und heute

4.2.1. Partizipation

4.2.2. Repräsentation

4.2.3. Inklusion

5. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die These einer existenziellen Demokratiekrise, insbesondere im Kontext der Postdemokratie-Theorie von Colin Crouch, und hinterfragt, ob die heutige Demokratie tatsächlich qualitativ hinter der Nachkriegszeit zurückbleibt oder ob es sich hierbei um einen politischen Mythos handelt.

  • Analyse der Postdemokratie-Theorie von Colin Crouch und seines Parabel-Modells.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Krisenbegriff in der Demokratieforschung.
  • Empirische Überprüfung der Entwicklung von Partizipation, Repräsentation und Inklusion in den letzten 60 Jahren.
  • Untersuchung der Rolle von Parteien und des Einflusses von Wirtschaftseliten auf die politische Stabilität.
  • Diskussion der zunehmenden Marginalisierung und Exklusion von Unterschichten als reale Herausforderung für die demokratische Legitimität.

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Parabel-Modell

Der Begriff „Postdemokratie“ teilt ein zentrales Charakteristikum mit so verschiedenen Begriffen wie Postmoderne, Postmaterialismus, Postfordismus oder auch Postfeminismus. All diese Begriffe sollen „etwas Neues bezeichnen, welches zwar ohne ihren Vorläufer nicht existieren könnte und ihn in gewisser Weise immer noch verkörpert, sich vom Vergangenen jedoch gleichzeitig essentiell unterscheidet“ (Jörke, 2005). In diesem Kapitel soll nun verdeutlicht werden, wie genau Colin Crouch das „post-“ in „seiner“ Postdemokratie definiert. Um dies grafisch zu verdeutlichen bedient sich Crouch der Parabelform. Im folgenden Schaubild sei X gleich das Ausmaß an Demokratie. Crouch unterscheidet dabei drei Zeiträume. Zeitraum 1, den man auch als „prä-X“ bezeichnen könnte, ist dadurch gekennzeichnet, dass „einige Merkmale fehlen, die man gewöhnlich mit X assoziiert“ (Crouch, 2008). In Zeitraum 2 „erlebt X seine historische Blüte“ während gleichzeitig „alle möglichen Bereiche von X beeinflusst werden“ (Crouch, 2008). Zeitraum 3 wird schließlich als „post-X“ charakterisiert: „Etwas Neues ist in Erscheinung getreten, die Bedeutung von X lässt nach, das Neue geht in einem gewissen Sinn über X hinaus“ (Crouch, 2008). Zwar wird man weiterhin noch „überall Spuren von X wahrnehmen“, gleichzeitig werden sich aber einige Bereiche dem Zustand im Zeitraum 1 annähern (Crouch, 2008).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Debatte um die Demokratiekrise ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Crouchs Postdemokratie-Theorie empirisch haltbar ist oder als Mythos betrachtet werden muss.

2. Forschungsstand: Dieses Kapitel verortet die Krisendebatte in einer langen historischen Tradition von der Antike bis zu zeitgenössischen Theoretikern und zeigt auf, dass Krisenbeschreibungen der Demokratie ein beliebtes, aber oft normativ geprägtes Forschungsfeld sind.

3. Demokratie in der Krise - die Postdemokratie nach Colin Crouch: Hier wird Crouchs Konzept der Postdemokratie und sein Parabel-Modell theoretisch erläutert, wobei ein besonderer Fokus auf den Symptomen liegt, die laut Crouch auf ein Aushöhlen der Demokratie hindeuten.

4. Die Krise der Demokratie als politischer Mythos?: Dieses Kapitel hinterfragt die Krisendiagnose kritisch anhand der drei Variablen Partizipation, Repräsentation und Inklusion und prüft, ob die Nachkriegszeit tatsächlich eine demokratische Blütezeit war.

5. Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass eine existenzielle Krise der westlichen Demokratien ein Mythos ist, die zunehmende soziale Exklusion jedoch eine reale und ernsthafte Bedrohung darstellt.

Schlüsselwörter

Demokratie, Postdemokratie, Colin Crouch, Krisendiskurs, Partizipation, Repräsentation, Inklusion, Politische Mythos, Soziale Selektivität, Wahlbeteiligung, Wohlfahrtsstaat, Marginalisierung, Legitimität, Politische Systeme, Demokratiequalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kritische Debatte um den Zustand westlicher Demokratien und setzt sich mit der Theorie der "Postdemokratie" von Colin Crouch auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung der Krisendiskussion, der empirische Vergleich historischer und aktueller Partizipationsformen sowie die soziale Selektivität innerhalb demokratischer Prozesse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Demokratie in einer existenziellen Krise steckt oder ob die Annahme eines "Goldenen Zeitalters" der Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg eher als politischer Mythos einzuordnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse und vergleicht theoretische Krisenkonzepte mit empirischen Daten zu Partizipation, Repräsentation und Inklusion in westlichen OECD-Staaten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Crouchs Postdemokratie-Theorie und sein Parabel-Modell deskriptiv dargestellt, gefolgt von einer analytischen Gegenüberstellung mit aktuellen Daten, um die Variablen Partizipation, Repräsentation und Inklusion zu bewerten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Postdemokratie, Krisendiskurs, Demokratiequalität, politische Partizipation, soziale Exklusion und demokratische Legitimität.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Parteien?

Parteien werden einerseits als essenzielle Akteure zur Durchsetzung egalitärer Politik gesehen, leiden jedoch unter einem Vertrauensverlust und der Herausforderung, in individualisierten Gesellschaften ihre Integrationsfunktion zu behalten.

Warum wird das "Goldene Zeitalter" der Demokratie in Frage gestellt?

Die Arbeit argumentiert, dass die Idealisierung der Nachkriegszeit oft normativ begründet ist und empirisch nicht vollumfänglich belegt werden kann, da wichtige gesellschaftliche Gruppen damals weitaus weniger inkludiert waren als heute.

Was stellt laut der Arbeit das gravierendste Problem für heutige Demokratien dar?

Das gravierendste Problem ist die zunehmende Marginalisierung und Exklusion der Unterschichten, da diese das zentrale Versprechen der sozialen Inklusion gefährdet und somit die langfristige Legitimität des demokratischen Systems untergraben könnte.

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Details

Titel
Die Krise der Demokratie. Realität oder politischer Mythos?
Hochschule
Universität Konstanz
Veranstaltung
Theorien der Postdemokratie
Note
1,3
Autor
Mario Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V313869
ISBN (eBook)
9783668125803
ISBN (Buch)
9783668125810
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krise der Demokratie Colin Crouch Postdemokratie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mario Schneider (Autor:in), 2013, Die Krise der Demokratie. Realität oder politischer Mythos?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313869
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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